Interview mit Ralph Caspers

Bereits vor einem Jahr hatte ich das Vergnügen, einer Lesung von Ralph Caspers lauschen zu dürfen. Ich kann euch sagen, ein wahrhaftiges Vergnügen – nicht nur für die kleinen Zuhörer! Ich habe mittlerweile schon unzählige Lesungen besucht, aber keine war so lustig wie die von Ralph Caspers. Ob Groß oder Klein, alle Augen strahlten am Ende. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Ralph Casper nun sogar mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Engagement für die Bildung ausgezeichnet wurde. Als Moderator der Sendung mit der Maus“ und Wissen macht Ah!“ erklärt er uns Kindern Interessantes und Wissenswertes aus der ganzen Welt und das nicht nur lustig und urkomisch, sondern tatsächlich auch lehrreich. Klar, dass ich nun die Gelegenheit genutzt habe, um noch mehr über ihn zu erfahren.

Leo: Liest du eigentlich gerne?

Ralph: Ja, sehr gerne.

Leo: Und was war dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

Ralph: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich habe früher total viel gelesen. Natürlich habe ich sowas wie „Die drei ??? oder „TKKG und „Burg Schreckenstein, diese typischen Kinder- und Jugendbücher gelesen. Und ich habe total gerne „Edgar Allen Poe gelesen. Es war nämlich so, dass wir bei irgendeinem Familienfest waren, da war ich so alt wie du, gerade 10 und mir war wahnsinnig langweilig, weil die Familienfeste früher einfach so unglaublich langweilig waren. Das war bei meinem Onkel und da bin ich einfach zum Bücherschrank gegangen, habe geschaut, was es da für Bücher gibt und habe da irgendein Buch herausgezogen. Das war eben von Edgar Allen Poe und aus diesem Buch habe ich dann Geschichten gelesen. Die waren echt super! Und seitdem bin ich ein großer Edgar Allen Poe-Fan.

Leo: Und was ist heutzutage dein Lieblingsbuch?

Ralph: Heutzutage? Hmm…

Leo: Es kann auch dein eigenes sein. 😉

Ralph: Ja, natürlich ist mein eigenes Buch mein Lieblingsbuch. Das Tolle ist ja, wenn man ein eigenes Buch hat, dann kann man genau die Geschichten schreiben, die man selbst lesen möchte oder die Geschichten, die man selber gerne vorlesen möchte. Das ist schon echt angenehm. Ansonsten habe ich nicht unbedingt DAS Lieblingsbuch. Das wechselt immer. Ich versuche immer, das Buch, das ich gerade lese, am liebsten zu lesen.

Leo: Wie bist du eigentlich zum Bücherschreiben gekommen?

Ralph: Aus Langeweile. Ich habe meiner Tochter immer Sachen vorlesen müssen zum Einschlafen. Als sie ganz klein war, war das eben hauptsächlich Conni. Und Conni wird irgendwann echt langweilig.

Leo: Ich erhebe Einspruch. Conni ist echt genial! Es gibt z.B. auch eine Conni 15-Reihe, d.h., man kann es von klein bis groß lesen.

Ralph: Ja, aber es ist echt nicht toll, wenn man fünfzehnmal hintereinander „Conni geht zum Zahnarzt oder „Conni kommt in den Kindergarten liest. Dann ist es mir passiert, dass ich die Bücher schon auswendig konnte und beim Vorlesen eingeschlafen bin. Trotzdem habe ich aber weitergesprochen, weil ich sie eben schon auswendig konnte. Irgendwann habe ich selbst Sachen dazuerfunden. Das kam aber nicht so gut an. Dann habe ich Conni weggelegt und gesagt „Ich erzähle dir jetzt was ganz anderes. Also habe ich was ganz anderes erzählt. Das waren nach einer Weile aber so viele Geschichten, dass ich diese nur noch aufschreiben musste.

Leo: Wem liest du als Erstes deine Texte vor?

Ralph: Mir. Beim Schreiben. Und dann lach‘ ich mich meistens kaputt. Aber ansonsten kommt es darauf an, was es für Texte sind. „Wissen macht Ah!-Texte, die ich ja auch schreibe, die lese ich nur mir vor. Aber wenn ich Geschichten schreibe, dann sind meine Kinder eigentlich die ersten, denen ich davon erzähle und das dann vorlese.

Leo: Du machst ja Lesungen mit Kindern. Fällt dir dazu spontan ein Erlebnis ein?

Ralph: Ja, da fallen mir viele ein. An was hast du denn gedacht?

Leo: Vielleicht an was Witziges?

Ralph: Das, was ich da immer vorlese, sind ja Gute-Nacht-Geschichten. Und ich versuche immer, so langweilig und monoton wie nur möglich vorzulesen, damit alle einschlafen. Das ist mir bis heute aber noch nicht geglückt.

Leo: D.h., das ist dein Ziel bei deinen Lesungen?

Ralph: Ja. Mein Ziel ist es, dass alle einschlafen. Ich arbeite daran und vielleicht klappt es ja hier bei dieser Lesung. Das Schöne ist ja, dass die Chance, je später man liest, steigt, dass die Leute schon müde sind. Aber wir werden es ja sehen, ob heute jemand einschläft. Also ist es vollkommen okay, wenn du einschläfst. Ich nehme es nicht persönlich.

Lesung vom 07. Dezember 2019 in Stuttgart aus dem Buch „Wenn Riesen reisen“

Leo: Gibt es bei dir so etwas wie einen typischen Arbeitstag?

Ralph: Ja, den gibt es. Wenn ich für „Wissen macht Ah! arbeite, sieht mein typischer Arbeitstag so aus, dass ich um 9 Uhr im Studio anfange. Dann mache ich erst mal eine Besprechung mit allen Leuten, die irgendwie mithelfen, wie der Drehtag aussehen soll. Anschließend werde ich geschminkt, während die dann schon mal die erste Moderation einrichten, also das Licht aufbauen, die Requisiten hinstellen und so. Wenn Clarissa und ich dann fertig sind, gehen wir ins Studio und machen eine Probe mit Kamera, Ton und allen Requisiten. Das wiederholt sich dann ein paar Mal, bis eine ganze Sendung fertig ist. Zusammen sind das sechs Moderationen, die sich wiederholen. Am Abend gegen 18 Uhr schminke ich mich dann ab und fahre nach Hause. Das ist dann so der typische Arbeitstag, wenn ich für „Wissen macht Ah! im Studio bin. Wenn ich aber schreibe und nicht ins Studio fahre, dann gibt es keinen typischen Tag. Manchmal bleibe ich einfach im Bett liegen. Manchmal stehe ich auf, ziehe mich aber nicht an und schreibe in der Küche. Manchmal setzte ich mich an meinen Schreibtisch. Manchmal fahre ich ins Büro und arbeite da. Manchmal gehe ich mit dem Hund spazieren und überlege mir da neue Geschichten. Manchmal fahre ich irgendwo hin und lese vor. Es gibt also keinen typischen Arbeitstag, den ich jeden Tag habe.

Leo: Welche Arbeit magst du am meisten? Bücher schreiben, im Studio drehen oder die Arbeit zusammen mit Kindern und Jugendlichen, denen du etwas beibringen oder auch vorlesen kannst?

Ralph: Ich mag alles. Also, ich kann nicht sagen, was ich lieber mag. Tut mir leid.

Leo: Ist ja aber auch schön, wenn dir deine Arbeit Spaß macht.

Ralph: Ja, das finde ich auch! Ich habe kein Hobby. Hobbys sind ja immer solche Sachen, die man braucht, um den Arbeitstag zu kompensieren, damit man da einen Ausgleich hat. Aber weil meine Arbeitstage immer so schön sind, brauche ich keine Hobbys zum Ausgleich.

Leo: Ich brauch‘ meine Hobbys, damit mir nicht langweilig wird. Ich hasse es, wenn ich Freizeit und nichts zu tun habe.

Ralph: Aber ehrlich gesagt, finde ich Langeweile total angenehm. Als ich angefangen habe, zu studieren, hat der Rektor der Hochschule gesagt „Ihr habt hier alles, was ihr euch vorstellen könnt. Ihr habt die neuesten Geräte und ihr habt eine Codekarte, mit der ihr – egal, wann euch die Muse küsst – zu uns an die Hochschule kommen und eure Arbeiten machen könnt. Das war nämlich eine Kunsthochschule. „Ihr könnt jederzeit hier rein und euch auch zu Tode arbeiten, hat der gesagt, „aber das Allerwichtigste, das, was ihr niemals vergessen dürft, ist, dass ihr regelmäßig die weiße Wand anstarren müsst Und das fand ich – ich bin ja eher faul – sehr angenehm. Ich dachte mir damals, dass endlich jemand sagt, dass es völlig okay ist, nichts zu tun. Das mache ich eigentlich auch total gerne. Natürlich tue ich nicht nichts, weil man ja trotzdem denkt. Oder selbst wenn man nicht das Gefühl hat, dass man denkt, arbeitet das Gehirn trotzdem irgendwie weiter. Bei mir zumindest ist es oft so, dass ich, wenn ich nicht weiß, was ich schreiben soll, das okay finde und einfach was anderes mache. Ich fange z.B. an, zu zeichnen oder ich mache eben gar nichts. Irgendwann ist es dann so wie bei einer Mikrowelle. Wenn man ein Fertiggericht in die Mikrowelle reingetan hat und die Mikrowelle anschaltet, macht es irgendwann „Pling! und es ist fertig. Genauso ist es auch, wenn ich über etwas nachdenke und keine Lösung habe. Ich mache etwas anderes und vergesse es bald, aber mein Gehirn arbeitet weiter daran. Und irgendwann macht es dann eben „Pling! und dann muss ich es nur noch aufschreiben und dann war’s das.

Leo: Wenn ich nichts tue, dann kommen mir immer die verrücktesten Ideen. Dann fange ich sogar manchmal an, ohne Anforderung mein Zimmer aufzuräumen.

Ralph: Das ist krank. Wenn ich müde bin und wenn mir langweilig ist – langweilig ist mir oft, wenn ich eine stupide Arbeit habe oder irgendwo zu Gast bin – dann mache ich meistens Unsinn und Quatsch. Die Leute sind dann meistens sehr irritiert, aber das ist auch sehr lustig. Bei Müdigkeit und Langeweile passiert das bei mir häufig. Da habe ich oft auch am meisten Spaß.

Leo: Warst du früher in der Schule der typische Klassenclown?

Ralph: Nein. Ich war in der Schule total unauffällig. Ich glaube, die meisten Lehrer erinnern sich gar nicht mehr an mich, weil ich so unauffällig war. Ich war immer sehr blass, meine Hautfarbe entsprach der weiß getünchten Wand. Ich konnte super Mimese machen, also ich konnte praktisch eins werden mit meiner Umgebung und keiner hat mich bemerkt. Darin war ich echt gut.

Leo: Wie bei Harry Potter dieser Zauberumhang, mit dem man unsichtbar wird.

Ralph: Ja, genau so. Ich brauchte nur keinen Umhang, dafür habe ich selbst gereicht.

Leo: Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deine Abi-Zeit zurückdenkst?

Ralph: Ich glaube, das Schönste war das Austauschjahr, das ich in der elften Klasse in den USA gemacht habe. Das war super!

Leo: Cool!

Ralph: Aber ansonsten fallen mir als erstes die Leute ein, mit denen ich Abi gemacht habe. Mit den meisten meiner Freunde, das sind zwar nicht so viele, aber mit denen habe ich immer noch Kontakt. Das war echt schön. Ich fand die Abi-Zeit eigentlich ganz angenehm. Wenn man Abitur macht, ist es ja eigentlich so, dass man weiß, wann die Klausuren sind und man teilt sich den Lernstoff ein bisschen ein.

Leo: Auch wenn ich weiß, wann ich meine Arbeiten schreibe, lerne ich eh nicht drauf.

Ralph: Ja, das ist das große Problem. Das habe ich auch nicht gemacht. Ich habe meistens in der Nacht vorher versucht, irgendwie noch was zu lernen…

Leo: Genau das mache ich auch immer.

Ralph: Das Problem dabei ist, dass man nie, wenn’s immer klappt und funktioniert, die Motivation hat, etwas zu ändern.

Leo: Das sagt meine Mutter auch immer zu mir.

Ralph: Aber das ist echt doof. Wichtig ist aber, dass man irgendwann auch auf die Arbeiten lernt. Dass man lernt, wie man sich Sachen einprägt und im Gedächtnis behält. Irgendwo kommt nämlich ein Punkt, an dem sich nicht mehr durchwurschteln kann. Tja…

Leo: Genau so klingt meine Mutter immer!

Ralph: Ja. Die hat Ahnung.

Leo: Stell‘ dir mal vor, du wärst noch einmal 18. Was würdest du nach dem Abi machen? Würdest du etwas anders machen?

Ralph: Nein. Ich fand es nach dem Abi immer richtig schlimm, dass ich nicht wusste, was ich machen sollte. Aber jetzt, rückblickend betrachtet, war das total gut, dass ich überhaupt keinen Plan hatte. Dadurch habe ich nämlich das alles gemacht, was ich gemacht habe und sitze jetzt hier. Und das ist ganz schön.

Leo: Hast du deine Karriere also nicht geplant und eher irgendwie da „reingerutscht?

Ralph: Ja. Ich habe überhaupt nichts geplant. Es war ein Zufall nach dem anderen und ich bin einfach nur immer weitergerutscht. Das Tolle, wenn man keinen Plan und kein Ziel vor Augen hat, ist, dass man dann eher guckt, was sich rechts und links vom Weg noch so ergibt. Dann hat man nicht immer so einen Tunnelblick und ist ganz auf das Ziel fixiert. So ein Tunnelblick sorgt dafür, dass man gar nicht richtig mitbekommt, was sich neben einem noch ergibt. Wenn man aber keinen Plan hat – zumindest war das bei mir so – dann habe ich immer geguckt, was sonst noch so da ist und habe Sachen gesehen, die ich sonst vielleicht gar nicht bemerkt hätte. So konnte ich jede Gelegenheit, die sich so ergab, beim Schopfe greifen.

Leo: Wann wurde daraus ein konkreter Berufswunsch?

Ralph: Ich hatte nie einen konkreten Berufswunsch. Ich wollte auch nie Moderator werden, das ist einfach so durch Zufall passiert. Ich glaube, man muss viele Sachen ausprobieren. Es gibt ja eine große Anzahl an Tätigkeiten, die man gerne macht, aber da ist man nicht unbedingt überall gut drin. Dann gibt es wiederum Sachen, die kann man gut, aber die macht man nicht gerne. Ich kann z.B. sehr gut Zimmeraufräumen, aber ich hasse es. Ich mache das nicht sehr gerne. Auf der anderen Seite backe ich total gerne, aber das kann ich nicht so besonders gut. Aber wenn man viele Sachen ausprobiert, dann hat man irgendwann eine Schnittmenge. Dann findet man irgendwann etwas, das man gern macht und das man gut kann. Und wenn man das gefunden hat, dann ergibt sich der Rest meistens von ganz alleine.

Leo: Heutzutage kennen dich sehr viele Kinder, teilweise auch Jugendliche oder auch Erwachsene. Wie fühlt sich das an?

Ralph: Die Menschen, die die Sendungen gucken, die ich mache, die sind sehr nett und sehr offen und freundlich. Das bedeutet, dass es, wenn ich angesprochen werde, immer sehr positiv ist.

Leo: Wirst du oft auf der Straße angesprochen?

Ralph: Ich bin sehr schnell. Ich habe sehr lange Beine und gehe meistens sehr zielstrebig irgendwo hin. Dann bin ich meistens zu schnell wieder weg, als das mich jemand abfangen könnte.

Leo: Träumst du manchmal von deinen Buchfiguren?

Ralph: Nein, bisher habe ich das noch nicht getan. Naja, sagen wir es anders. Wenn ich träume, dann sind das manchmal Geschichten. Die wandle ich dann um und die kommen dann ins Buch rein.

Leo: Kommen dir also im Schlaf die besten Ideen?

Ralph: Im Schlaf kommen einem gute Ideen. Zumindest denkt man, dass sie gut sind. Dann schreibt man das aber auf, guckt am nächsten Morgen auf den Zettel, den man beschrieben hat und denkt sich, dass das total langweilig ist. Im Schlaf wirken die Sachen also immer viel, viel besser. Manchmal ist aber trotzdem eine gute Idee dabei. Oder eben ein Bild, das toll ist und aus dem man was machen kann. Ansonsten kommen mir die Ideen einfach immer und überall. Alles, was ich erlebe, hat das Potenzial, mich zu einer Idee für eine Geschichte oder eine Moderation zu bringen. Das ist wirklich das Tolle an den Sachen, die ich mache. Denn alles bringt mich irgendwie einen Schritt weiter.

Leo: Mir ist neulich aufgefallen, dass du den „Atlas Obscura auf CD eingesprochen hast. Man merkt, dass dir das liegt und dass du das gerne machst.

Ralph: Das macht einfach total Spaß! Ich mache das bei „Wissen macht Ah! oder auch bei der „Sendung mit der Maus auch. Da vertone und spreche ich die Beiträge und irgendwie ist das eine total schöne Arbeit. Man kann einfach reden und erzählen und ich erzähle ganz gerne.

Leo: Das merk‘ ich!

Ralph: Oh Gott! Ich rede zu viel, oder?

Leo: Nein, nein. Das passt schon!

Ralph: Gut.

Leo: Wie lange musstest du dich fürs Einlesen des „Atlas Obscura vorbereiten?

Ralph: Ähm… Das muss jetzt aber unter uns bleiben! Beim „Atlas Obscura habe ich einfach so abgelesen. Da habe ich mich überhaupt nicht vorbereitet. Ich wollte mir das Buch vorher mal durchlesen, aber da gab es das noch nicht. Und dann habe ich das vergessen. Aber die Texte sind ja sehr gut geschrieben und die kann man auch sehr gut lesen, insofern ist das nicht so schlimm. Wenn ich anspruchsvolle Literatur sprechen würde, dann müsste ich mich anders vorbereiten.

Leo: Wenn du dein Leben mit jemandem tauschen müsstest, wer wäre das?

Ralph: Das kann ich so spontan gar nicht sagen. Aber ich glaube, dass es mal ganz interessant wäre, mein Leben mit einer Frau zu tauschen, weil ich glaube, dass die Welt da ganz anders aussieht und ganz anders auf einen reagiert. Es wäre natürlich aber auch schön, wenn man das wieder rückgängig machen könnte. Ansonsten müsste ich da erstmal überlegen. Mit wem würdest du denn tauschen?

Leo: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, denn es gibt viele tolle Menschen, aber es kommt natürlich immer darauf an, wie lange das anhält.

Ralph: Genau, das stimmt.

Leo: Erzähle mir doch zum Schluss noch deinen Lieblingswitz!

Ralph: Ich habe viele Lieblingswitze. Aber einer meiner Lieblingswitze ist der da: Ein Huhn steht an einer Straße und sieht auf der anderen Straßenseite ein anderes Huhn und fragt das Huhn: „Hey! Wie komm‘ ich rüber auf die andere Seite? Worauf das andere Huhn antwortet: „Du bist auf der anderen Seite!Okay, der war jetzt wohl nicht so lustig. Gut, ein anderer. Wusstest du das Jungs schlauer sind als Mädchen?

Leo: Wieso?

Ralph: Mist! Du hättest sagen müssen: „Nee, wusste ich nicht! Dann hätte ich gesagt: „Siehst du? Aber eigentlich gehört der Witz eigentlich anders herum: Die kleine Schwester sagt zu ihrem großen Bruder: „Wusstest du, dass Mädchen schlauer sind als Jungs? Der dann so: „Nee, wusste ich nicht! und sie dann so: „Siehst du?

Leo: Ich selbst kann zwar sehr schlecht Witze erzählen, aber mein Lieblingswitz ist: Was sagt der große Stift zum kleinen Stift? Wachs-Mal-Stift!

Ralph (lacht): Sehr gut!

Abschließend kann ich nur sagen, dass nicht nur die Lesungen von Ralph Caspers der absolute Wahnsinn sind, sondern auch das Interview. Es war herrlich lustig und sogar mein 13. Interview im Jahr 2019. Mal schauen, was das neue Jahrzehnt noch so alles mit sich bringt. Ich kann es kaum erwarten.

Interview mit Carolin Kebekus

Carolin Kebekus ist selbstbewusst, schlagfertig und wahnsinnig erfolgreich. Sie mag vielleicht polarisieren und ihre Witze sind nicht immer für Kinderohren geeignet, jedoch spricht sie gerade für uns Mädchen und junge Frauen äußerst wichtige Themen an. Daher war ich sehr erfreut, dass sie tatsächlich noch ein halbes Stündchen direkt vor ihrer Show „Pussy Nation“ am 07. November in Stuttgart Zeit für mich hatte. Aber lest selbst…

LEO: Carolin, du bist eine sehr vielseitige Künstlerin. Du bist Comedienne, Moderatorin, Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin und vieles mehr. Bei der Vielzahl an verschiedenen Tätigkeiten, gibt es da etwas, was du am liebsten machst?

CK: Also am liebsten eigentlich das hier. Auf der Bühne zu stehen. Das ist, finde ich, das Beste. Denn da steht man direkt vor den Leuten und man erhält auch sofort eine unmittelbare Reaktion.

LEO: Wie lange bereitest du dich auf deine Show vor? Lernst du alles auswendig?

CK: Ja, klar.

LEO: Oh Gott!

CK: Aber das ist ein langer Prozess. Man fängt ja an, kleine Nummern zu spielen. Dafür sammle ich dann immer Themen, die mich interessieren und dann schreibe ich dazu Nummern. Die sind teilweise fünf bis zehn Minuten lang und die probiere ich dann in kleinen Shows aus, in so Mix-Shows. Das sind dann solche Abende, an denen verschiedene Künstler auftreten. Dort mache ich dann meine fünf oder zehn Minuten Show und von diesen kleinen Nummern mache ich dann so viele, bis das ganze Programm fertig ist.

LEO: Warum sieht man dich eigentlich nicht so oft im Fernsehen?

CK: Weil ich nicht jeden Sch… mache. 😉 Naja, eigentlich bin ich bei der „heute-show. Da kann ich aber nicht so viel sein, weil ich auf Tour bin. Dann habe ich noch meine eigene Sendung. Die ist aber nur achtmal im Jahr im Frühjahr. Und ansonsten gibt es eigentlich keinen Grund, noch mehr zu machen. Zeitlich geht das nämlich gar nicht, das würde ich nicht hinbekommen.

LEO: Bist du nach all den Shows noch nervös vor einem Auftritt oder ist alles schon in Routine übergegangen?

CK: Davor schon, da ist man auf jeden Fall voller Adrenalin und auf einem höheren Energielevel. Aber auf der Bühne bin ich nicht mehr aufgeregt. Da ist das dann weg.

LEO: Ja, das kenne ich. Ich spiele an meiner Schule auch Theater und das ist in dieser Hinsicht genauso wie bei dir.

CK: Vorher denkt man immer, ich muss ganz dringend auf Toilette und dann auf der Bühne ist das alles weg.

LEO: Gibt es Tage, an denen du schlecht gelaunt bist und am liebsten nicht aus dem Bett willst, aber musst?

CK: Ja, diese Tage gibt es oft. Da denke ich, ich könnte den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, aber ich muss raus. Das ist aber in jedem Job so, also ist das auch nicht ungewöhnlich. Ich habe aber das Glück, dass ich in meinem Job relativ selten früh aufstehen muss.

LEO: Hast du einen Gute-Laune-Tipp für solche Tage?

CK: Also, ich bin zwar so, dass ich morgens total müde bin. Aber je schneller ich aufstehe, desto besser ist es. Deshalb bringe ich das schnell hinter mich. Ich stehe einfach schnell auf und dann ist die Zeit, in der ich schlecht gelaunt bin, eben ganz kurz.

LEO: Das erste, was ich zu Recherchezwecken vor einem Interview mache, ist, mal bei Wikipedia und Google zu schauen, was ich finden kann. Du polarisierst. Die einen lieben und feiern dich, die anderen können dich nicht abhaben. Wenn man bei Google „Kebekus eingibt, weißt du, was da als erstes kommt? Hast du dich schon mal selbst gegoogelt? Die erste Frage lautet „Wie alt ist die Kebekus? und dann „Ist Kebekus verheiratet?. Ist das nicht deprimierend, wenn man so oft den Comedypreis gewinnt und die Leute sich nur für dein Privatleben und nicht für deine Leistung interessieren?

CK: Naja, ich glaube, da könnte echt Schlimmeres stehen. Das sind ja sowieso Sachen, über die ich nicht rede. Mein Alter z.B. 😉

LEO: Wie gehst du mit Leuten um, die dich beleidigen? Im Internet auf den Social-Media-Kanälen oder gar auf der Straße? Wirst du in der Öffentlichkeit angepöbelt und beschimpft?

CK: Also im Internet werde ich ganz schlimm beschimpft, aber das würden sich die Leute im wahren Leben NIEMALS trauen. Und ich habe keine Zeit, die Sachen zu beantworten. Manchmal leite ich was weiter oder so und dann reagieren manchmal andere Leute für mich auf das, was da geschrieben wird. Aber ich mache da eigentlich gar nichts. Wenn man gar nichts macht, dann regt das die Leute meistens auch am meisten auf. Ich habe meine Meinung ja schon gesagt, bei der Sache, worüber die sich aufregen. Also in dem Artikel oder in der Nummer. Da regen sich die ganzen Leute dann auf, aber das, was ich dazu zu sagen habe, habe ich in dem Moment dann bereits gesagt. Und dass die das jetzt blöd finden, das ändert ja nichts an meiner Meinung.

LEO: Ich habe neulich ein Interview mit Christian Ulmen gelesen. Er erzählte, dass sein absoluter Horror wäre, in einer ruhigen Schlange beim Bäcker anzustehen und etwas weiter vorne ruft einer: „Ey, krass, da steht der Ulmen, worauf sich dann alle umdrehen. Getoppt wird das durch die Frage des Hintermannes: „Entschuldigen Sie, wieso ruft der so? Muss man Sie kennen? Geht es dir auch so?

CK: Ja, das ist ganz oft so. Das Blöde ist, dass man dann im Mittelpunkt steht und das Allerschlimmste ist es dann aber, wenn sich die Leute nicht sicher sind. Dann wird man selber gefragt, woher man denn bekannt ist. Das läuft dann meistens so ab: „Also, ich kenne sie, aber ich weiß gerade nicht woher! Und dann muss man selber, obwohl man es eigentlich gar nicht will, aufzählen, wer man ist und was man alles gemacht hat. Das ist echt sehr unangenehm.

LEO: Vor allem in deiner Heimatstadt Köln kennt dich wirklich jeder. Da kannst du ja nicht mal mehr vor die Haustür treten, ohne dass dich jemand erkennt. Verkleidest du dich dann oder ist dir das egal, wenn dich ständig jemand anquatscht?

CK: Nein, ich verkleide mich nicht. Ich gehe einfach raus. Ich gehe aber nicht unbedingt über Straßen, bei denen ich weiß, dass da viele Leute sein werden, die mich auf jeden Fall erkennen oder wo sehr viele Betrunkene sind. Denn die sprechen mich sehr gerne an. Das ist aber komplett sinnlos, weil die nur meinen Namen brüllen und ich dann nicht weiß, was ich machen soll. Aber ansonsten kann ich eigentlich ganz normal über die Straße gehen. Ich denke, bei mir in der Straße, da wo ich wohne, geht es vielleicht vielen Leuten so „Guck‘ mal, da ist ja die!. Aber beim zweiten Mal, wenn ich vorbeilaufe, ist es dann so „Ja, klar. Die wohnt ja auch hier!

LEO: Warst du als Kind auch schon lustig und der typische Klassenclown in der Schule oder auf Familienfesten?

CK: Ich habe schon immer gerne Witze erzählt. Als ich klein war auch in der Schule, aber in der Pubertät bin ich in der Schule dann ganz schüchtern gewesen und später erst wieder laut. Als Kind habe ich wahnsinnig gerne Witze erzählt und Dinge vorgespielt. Immer, wenn ich Witze erzählt habe und wenn dann aber niemand gelacht hat, weil ich es zum Beispiel nicht gut erzählt habe, dann habe ich die Geschichte einfach noch weitererzählt, so als wäre das noch nicht die Pointe. Dann habe ich immer gesagt: „Anschließend ist das Häschen weitergelaufen und ist immer weiter und hat an einem Bauernhof geklingelt! Das konnten auch 2-Stunden-Witze sein. Die anderen haben immer ganz höflich zugehört, aber das hat nicht so gut funktioniert. Ich musste eben noch üben.

LEO: Und was passiert, wenn bei deinen Shows niemand lacht und der Witz nicht so gut ankommt, wie du dachtest?

CK: Das gibt’s Gott sei Dank nicht mehr! Das war früher mal, als ich geübt habe. Aber das passiert jetzt nicht mehr. Das wäre echt furchtbar.

LEO: Stell dir vor, du wärst noch einmal 18 oder 19 Jahre alt. Was würdest du nach dem Abi tun? Würdest du etwas anders machen wollen?

CK: Ich würde alles genauso machen. Denn ich glaube, dass das der Weg war, den ich machen musste, um hierhin zu kommen. Ich würde nichts anders machen.

LEO: Wolltest du auch schon vor deinem Praktikum bei den „RTL Freitag Nacht News schon Comedian werden oder ist das eher dadurch entstanden?

CK: Ich glaube, das war nie so ein konkreter Berufswunsch von mir, weil mir nicht richtig klar war, dass das ein Beruf ist. Ich fand es lustig, aber ich habe das nie als einen Beruf gesehen, den man wirklich ausüben kann und auch Geld damit verdienen kann und dass es irgendwann ganz viele Leute gibt, die davon leben können. Das alles habe ich damals eben noch nicht gewusst, vor allem nicht, dass es irgendwann so weit gehen kann. Ich habe das alles einfach gemacht und auch Theater gespielt, alles mit so einem „Naja, ich mach‘ irgendwann schon noch etwas Richtiges!. Und irgendwann wurde das eben etwas Richtiges.

LEO: Und wo wärst du jetzt, wenn du das Praktikum nicht gemacht hättest?

CK: Ich glaube, es wäre trotzdem dazu gekommen, dass ich heute auf der Bühne stehe. Ich hätte wahrscheinlich irgendeinen anderen Weg genommen.

LEO: Was für einen anderen Weg?

CK: Ich hätte irgendein anderes Praktikum gemacht. (lacht) Oder ein Jahr später dasselbe Praktikum. Aber ich glaube nicht, dass mein Weg ein anderer gewesen wäre. Das kann ich mir nicht vorstellen, dass ich z.B. plötzlich Ärztin geworden wäre.

LEO: Denkst du, dass du ein gutes Vorbild bist?

CK: Über sich selbst etwas zu sagen, ist jetzt bestimmt ein bisschen komisch, aber ich höre das immer wieder von Leuten. Vor allem von jungen Frauen – und das ist natürlich gut. Denn ich versuche, zumindest nicht nur leere Worte zu verpacken, sondern auch etwas mitzugeben, wenn ich auf der Bühne stehe.

LEO: Was kannst du Mädchen oder jungen Frauen für ihren Lebensweg raten?

CK: Sie müssen sich nicht kleiner machen, als sie sind, dass nicht jeder sie mögen muss und dass man sich für ganz viele Sachen nicht entschuldigen muss. Wenn man Ambitionen hat, Sachen erreichen will, gut werden will, bei einer Zeitung arbeiten will, dann muss man nicht so tun, als würde man es nicht wollen oder „Ich mache das doch nur zum Spaß, sondern das ist ein Beruf und dann sollte man diesen Weg auch gehen. Und ich finde, dass sich Frauen mehr untereinander unterstützen sollten.

LEO: Ich selbst bin ja Kinderreporterin, die gerne über das Leben und den Alltag schreibt. Aber ich spiele auch gerne Theater und kann mir ein Leben auf der Bühne gut vorstellen. Was kann ich als Schülerin tun, um mich auf eine Laufbahn in den Medien vorzubereiten?

CK: Ich glaube, man darf gar nicht zu sehr an irgendeine Branche denken, sondern eher überlegen, was für ein Künstler man sein will. Das muss man sich überlegen. Aber das kommt auch mit der Zeit, denn, wenn man seinen Weg gefunden hat, sollte man so viel und so oft es geht, auf der Bühne stehen.

LEO: Übers Schreiben und Lesen bin ich mittlerweile Bloggerin für Kinder- und Jugendbücher geworden. Da interessiert es mich natürlich, ob du auch gerne liest. Hattest du ein Lieblingsbuch in der Kindheit?

CK: Ich habe immer schon gerne gelesen. Mein Lieblingsbuch in meiner Kindheit war „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpusch. Kennst du das?

LEO: Ja, das kenne ich. Das habe ich beim Vorlesewettbewerb vorgelesen.

CK: Echt? Das habe ich auch beim Vorlesewettbewerb gelesen. Super. Kennst du auch die Hörbücher davon?

LEO: Nein.

CK: Die musst du dir unbedingt mal anhören. Die sind echt super!

LEO: Wie kam es dazu, dass du ein Buch geschrieben hast? War das deine Idee?

CK: Ich habe ja nicht unbedingt ein Buch geschrieben. Das ist einfach mein erstes Programm, das ich auf der Bühne gemacht habe. Nur eben in gekürzter Form und aufgeteilt in einige Kurzgeschichten. Ich finde, dass „ein Buch geschrieben so klingt, als ob man eine Geschichte erfunden hat. Das finde ich jetzt ein bisschen zu viel. Es ist einfach nur mein erstes Programm gewesen.

LEO: Wenn du eine Heldin mit Superkräften wärst, welche Superkraft wäre dies und was würdest du dann als erstes tun?

CK: Wenn ich eine Superkraft hätte und etwas Gutes für die Menschheit tun sollte, dann würde ich irgendetwas in den Köpfen der Leute umprogrammieren, damit sich alle mehr ums Klima kümmern, damit die Welt nicht zugrunde geht. Wenn ich aber eine Fähigkeit haben könnte, die nur für mich cool wäre, dann fände ich es total super, wenn ich immer, wenn ich in einem Land bin oder jemandem begegne, dass ich die Person oder allgemein die Menschen verstehen und ihre Sprache sprechen kann. D.h., selbst wenn ich in Brasilien im tiefsten Dschungel irgendein Naturvolk treffen würde, dass ich die Menschen verstehen könnte. Das wäre doch Wahnsinn, oder? Du fährst nach Amerika, du fährst nach Frankreich, Italien und so weiter und du kannst immer die Sprache verstehen.

LEO: Das wäre wirklich cool! Dann müsste ich auf meine Latein- und Englisch-Klassenarbeiten auch nicht mehr lernen.

CK: Richtig.

LEO: Welcher Ratschlag deiner Mutter hat dir im Leben am meisten geholfen?

CK: Von meiner Mutter wüsste ich jetzt keine Ratschläge, aber meine Oma hat immer gesagt, als sie älter wurde, dass sie merkt, dass sie alt wird. Da habe ich sie gefragt, woran sie das denn merkt. Und da hat sie gesagt: „Mir ist irgendwie alles egal. Ich glaube, dass das bedeutet, dass man Sachen nicht so schwer nehmen soll. Das finde ich gut.

LEO: Ist es eigentlich anstrengend, immer witzig sein zu müssen? Ist der Job als Comedian harte Arbeit?

CK: Naja, ich muss das ja nur beruflich machen. Privat kann ich auch richtig traurig sein. Spaß, ich bin einfach so. Ich glaube, ich mag das und deshalb ist das auch gar nicht anstrengend für mich.

LEO: Wie ist das so bei Familienfesten, wenn man 2 Comedians in der Familie hat, muss man dann immer irgendwelche Witze und Parodien auf Lager haben? Oder darf man da einfach mal nur die Carolin und der David sein?

CK: Ja, das können wir sein. Aber wenn sich jemand aus der Familie dumm benimmt oder etwas Lustiges passiert, dann sind mein Bruder und ich so, dass wir schnell sagen „Ich mach das auf der Bühne! oder „Ich erzähl das!.

LEO: Also eher eine Art Wettstreit?

CK: Ja.

LEO: Ist dir bei einem deiner Auftritte schon mal was richtig Peinliches passiert?

CK: Ja. Ich habe schon mal einen falschen Stadtnamen gesagt. Obwohl ich in Karlsruhe war, habe ich Krefeld gesagt. Das war echt furchtbar. Dann hatte ich mal bei einer Show – da waren nicht so viele Leute da – einen Ständer gehabt. Da musste man draufdrücken und dann konnte man das Mikro verschieben. Das war aber ein bisschen fester. Dann habe ich den Ständer runtergemacht. Der ging schnell runter und da habe ich mir ein bisschen an der Hand wehgetan, ich habe aber nicht weiter darauf geachtet, weil ich dann ja gespielt habe. Etwas später habe ich dann eine Nummer gehabt, da habe ich mir im Gesicht rumgemanscht. Da habe ich eine Massage nachgemacht. Die Leute haben aber nicht so richtig gelacht, sondern haben mich so richtig komisch angeguckt. Ich hatte vorhin ja nicht gemerkt, dass ich mich da an der Hand verletzt hatte, dabei habe ich richtig geblutet. Alles war voller Blut und dann hatte ich mir das wohl ins Gesicht geschmiert und meine ganzen Klamotten waren voll und dann musste ich von der Bühne runtergehen. Ich sah wirklich aus, als hätte ich jemanden gegessen. Das ist mir letztens auf der Bühne aber auch nochmal passiert. Da haben wir in einer großen Halle gespielt. Ohne Leinwand. Dann habe ich mir das Mikro aber so gegen die Lippe gehauen und gemerkt, dass meine Lippe blutet. Dann musste ich das so abschlecken. Ich glaube, das war in München. Aber das war alles so richtig peinlich. Aber mir ist noch nie die Hose geplatzt oder so. Das ist mir zum Glück noch nie passiert.

Und wer ihre Show im November verpasst hat, braucht nicht traurig sein, denn Carolin Kebekus kommt wieder. Am 29. Februar 2020 ist Carolin Kebekus wieder in Stuttgart – und Karten gibt es auch noch.

Interview mit Sina Flammang

Als ich hörte, dass Sina Flammang zu den Stuttgarter Buchwochen kommt und aus ihrem Buch Die drei !!!: Kims Tagebuch“ liest, war ich Feuer und Flamme. Sina Flammang arbeitet als Drehbuchautorin und schreibt außerdem Romane und Kurzgeschichten. 2011 erhielt sie den Förderpreis Junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur und war 2014 mit „Mädchen aus Papier“ für den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg nominiert. 2016 gewann sie mit der Mystery-Serie „Halbstark“ den Förderpreis zur Weiterentwicklung der „Initiative Fernsehen aus Thüringen“. Ich bin so glücklich, dass sie sich nach der Lesung noch mit mir zusammengesetzt hat, um mir Antwort auf meine unzähligen Fragen zu geben.

LEO: Erzähl doch mal, wie und wann du zum Schreiben und zum Beruf „Autorinkamst.

SINA: Ich habe eigentlich immer schon Lust gehabt, zu schreiben und ich hatte auch schon immer Interesse an Büchern. Auch als ich noch nicht schreiben konnte, habe ich immer die Buchstaben aus den Bilderbüchern abgeschrieben und wollte wissen, was das heißt. Und als ich dann schreiben gelernt habe, habe ich gemerkt, dass mich das erfüllt und dass das irgendwie etwas ist, woran ich Spaß habe. Dann habe ich angefangen, Geschichten in Schulhefte zu schreiben. Die habe ich auch noch alle in einem total überfüllten Koffer. Ich habe aber immer ganz viel gelesen und ich habe mich immer gefragt, ob ich überhaupt Autorin werden kann und ob das wirklich geht, weil ich eben so viele Autoren so bewundert habe. Irgendwann habe ich dann Literaturwissenschaften studiert und immer noch ganz viel gelesen. Dann habe ich gemerkt, dass ich schreiben möchte und mich daraufhin bei der Filmhochschule beworben. Da musste man eine Kurzgeschichte abgeben und ich wurde tatsächlich angenommen.

LEO: Wie viele Bücher hast du mittlerweile schon geschrieben?

SINA: Ich habe inzwischen drei Bücher geschrieben. „Kims Tagebuch ist mein drittes. Davor habe ich das Buch „Die drei !!! – Das Buch zum Film und das Jugendbuch „Mädchen aus Papier geschrieben. „Mädchen aus Papier war auch das Buch, das ich beim Wettbewerb eingereicht habe.

LEO: Wie viele Lesungen hast du mittlerweile gehalten?

SINA: Ich habe damals bei dem Wettbewerb eine Lesung gehalten, dann diese hier und außerdem noch zwei Schülerlesungen. Jetzt sind es also insgesamt vier. Noch nicht so viele. Deswegen habe ich auch meinen Spickzettel dabei und die ganze Zeit draufgeschaut.

LEO: Das hat man aber gar nicht gemerkt.

SINA: Puh! Zum Glück!

LEO: Wie unterscheidet sich das Schreiben der jeweiligen Bücher, also normale Bücher und Drehbücher?

SINA: Es unterscheidet sich total. Eigentlich ist es so, dass Drehbücher immer eine Vorlage für einen Film sind. Irgendwer muss das alles später deswegen auch umsetzen. Darum muss man beim Drehbuchschreiben auf viel mehr Sachen achten. Z.B. auch, ob gewisse Sachen sehr teuer sind. Ich kann also nicht einfach eine Szene schreiben, in der es gewittert, in Strömen regnet und Kinder nachts auf dem Feld stehen. Das wäre zum Beispiel eine total teure Szene, weil man den Regen und, da es Nacht ist, auch Licht machen muss. Mit Kindern in der Nacht ist es auch schwierig. Das sind Szenen, die, wenn ich sie ins Buch schreibe, völlig egal sind. Deswegen mag ich es bei „normalen Büchern, dass es diese gewisse „Freiheit gibt. Da kann man alles hinschreiben und sich ausdenken, was man will. Beim Drehbuchschreiben ist das eben ein bisschen schwieriger. Dafür mag ich es beim Drehbuchschreiben aber, dass man später den Film sieht. Da arbeiten auch so viele Leute mit – eine richtige Teamarbeit. Bei einem Buch hingegen arbeitet man eher alleine. So gleicht sich das alles aber auch wieder aus.

LEO: Du hast gerade gesagt, dass du darauf achten musst, dass die Szenen nicht zu teuer werden. Ist es dir denn schon einmal passiert, dass du eine oder mehrere Szenen komplett umschreiben musstest, weil sie eben viel zu teuer war oder so nicht umgesetzt werden konnte?

SINA: Ja, das kommt schon öfter vor, dass es am Ende heißt, dass man auf die und die Szene eben verzichtet, weil sie viel zu teuer ist. Oder man überlegt sich, ob man das nicht günstiger machen kann. Man kann zum Beispiel auch sagen, dass das anstatt in der Nacht am Tag spielt. Oder es spielt zum Beispiel drinnen anstatt draußen. Oder vielleicht auch, ob es wirklich regnen muss. Möglicherweise kann man aber auch das Geräusch des Regens vortäuschen. Wenn die Szene drinnen spielt, geht das sehr gut.

LEO: Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Gibt es einen speziellen Arbeitsplatz?

SINA: Das ist ganz unterschiedlich. Ich mache zwar viel zuhause an meinem Schreibtisch, aber wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass ich ein bisschen raus und Leute sehen muss, dann gehe ich in ein Gemeinschaftsbüro, in dem man sich tageweise an einen Tisch setzen kann. Dann habe ich auch ein paar Leute um mich herum. Da habe ich meistens aber auch Kopfhörer auf, weil man sich ja trotzdem irgendwie konzentrieren muss.

LEO: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

SINA: Hm, mal überlegen. Also, ich stehe auf und ich versuche möglichst pünktlich aufzustehen, damit ich auch ein bisschen in die Gänge komme. Denn vor allem wenn man lange gelesen hat, dann ist man ja auch versucht, länger zu schlafen. Dann frühstücke ich und dann schreibe ich etwas. Meistens mache ich irgendwann Mittagspause und treffe mich mit irgendwem. An den Nachmittagen ist oft nicht mehr das direkte Schreiben dran, sondern eher so etwas wie „Recherchieren. Da recherchiere ich oft zu irgendwelchen Themen für das aktuelle Buch oder das aktuelle Drehbuch. Morgens ist für mich also immer die beste Zeit zum Schreiben.

LEO: Wie kommst du auf deine zahlreichen Ideen?

SINA: Ich weiß es nicht! Die kommen einfach. Man geht einfach so ein bisschen durch die Welt und schaut und beobachtet. Manchmal inspirieren einen dann irgendwelche Sachen. Dann entwickelt sich das alles so.

LEO: Wann kommen dir die besten Ideen?

SINA: Die besten Ideen überraschen einen meistens. Die kommen immer dann, wenn man nicht damit rechnet. Z.B. sitzt man auch manchmal da und schreibt an einem Drehbuch. Ich schreibe das ja manchmal mit anderen Leuten zusammen. Dann sitzt man aber da und weiß nicht, wie es weitergehen soll und hängt irgendwo fest und hat keine gute Idee dafür. Dann ist es manchmal aber so, dass man unter der Dusche steht und plötzlich fällt einem etwas ein. Oder man steht auf, geht auf den Balkon und hat einen Geistesblitz.

LEO: Und was machst du dann aber, wenn dir gar nichts einfällt und du gar keine Idee hast?

SINA: Dann ist es auch manchmal gut, wenn man alles zur Seite legt und eine Pause macht oder einen Spaziergang oder man schaut einen Film oder irgendetwas, das einen inspiriert. Oder man liest etwas, was man echt toll findet. Es hilft aber auch oft, mutig zu sein und sich zu sagen: „Jetzt mach ich das!.

LEO: Wer darf deine neuen Texte und Werke als erstes lesen?

SINA: Ganz oft darf das mein Freund machen, aber auch eine gute Freundin von mir, mit der ich auch oft zusammen schreibe. Die ist nämlich auch Drehbuchautorin.

LEO: Ich lasse gerne meine Mutter einen Blick auf meine Geschichten werfen, denn ihre Kritik ist ehrlich, sodass ich mich darauf verlassen kann, ob die Geschichte wirklich gut ist oder ob ich mich in etwas verrenne, was ich lieber bleiben lassen sollte.

SINA: Ja. Das ist auch ganz wichtig. Die Kritik sollte ehrlich sein.

LEO: Was war denn dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

SINA: Das ist eine schöne Frage. Mein Lieblingsbuch in der Kindheit war immer „Der goldene Kompass. Das Buch habe ich geliebt. Ich habe das echt oft gelesen. Das mochte ich echt gerne. Das ist mein Klassiker für alle Zeiten. Kennst du das?

LEO: Nein, noch nicht.

SINA: Das musst du mal lesen. Das ist toll!

LEO: Das werde ich machen! Welche Bücher gehören denn heute zu deinen Lieblingsbüchern?

SINA: Wenn man so viele Bücher gelesen hat, ist es sehr schwierig, sich zu entscheiden. Es gibt eher Autoren, die ich sehr gerne mag. Aber ich lese auch immer noch sehr gerne Kinder- und Jugendbücher, weil ich es auch sehr interessant finde, was andere Autoren in dem Bereich schreiben. Es gibt auch eine irische Autorin, die heißt Sarah Crossan, die mag ich auch total gerne und die hat auch tolle Bücher geschrieben. Und sonst lese ich eben Erwachsenenbücher. Da gibt es zu Beispiel auch einen Autor, der heißt Wolfgang Herrndorf, den mag ich auch ganz gerne.

LEO: Welches deiner eigenen Bücher ist dein liebstes Buch?

SINA: Irgendwie glaube ich, dass das „Kims Tagebuch ist, denn da hatte ich so viel Spaß beim Schreiben.

LEO: Das mag ich auch sehr, sehr gerne.

SINA: Ja. Da war man irgendwie so frei und das hat mir total viel Spaß gemacht. Da konnte man einfach machen, was man will. Außerdem mag ich die Form auch sehr gerne. Das trägt einen irgendwie weiter.

LEO: Könntest du dir also durchaus vorstellen, eine Fortsetzung von „Kims Tagebuch zu schreiben?

SINA: Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

LEO: Wie lange benötigst du im Schnitt für ein Buchprojekt?

SINA: Das ist ganz unterschiedlich. Das kommt auch immer darauf an, wie umfangreich das Buch ist und wie viel dazu vom Verlag gesagt wird. Das sind meistens so ein paar Monate. So drei oder vier Monate.

LEO: Arbeitest du mehrgleisig an verschiedenen Büchern oder Projekten?

SINA: Naja, ich habe immer ganz viele Ideen in der Schublade und manchmal überlege ich mir dann, dass das zu dem und dem passen könnte. Es gibt ja auch manchmal Anfragen, ob man zu einem Film oder einem Buch eine Idee hat oder so. Da habe ich also einen riesigen „Ideen-Schatz.

LEO: Welchen ultimativen Tipp kannst du mir geben, damit das mit meinem Berufswunsch, Buchautorin zu werden, auch klappt?

SINA: Eigentlich machst du schon alles richtig, denn du schreibst viel und liest viel. Das ist das Wichtigste. Das habe ich vorhin bei der Lesung auch schon gesagt: Es ist immer gut, bei Wettbewerben mitzumachen. So bekommt man Aufmerksamkeit. Außerdem ist es gut, wenn man sein eigenes Buch hat, sich eine Agentur zu suchen, die einen besseren Zugang zu den Verlagen hat. Aber ich glaube, in deinem Alter sind vor allem Wettbewerbe wichtig.

LEO: Angenommen, du hättest einen Wunsch frei, welcher wäre das?

SINA: Ich würde gerne in der Zeit reisen können und mit Autoren sprechen, die ich sehr toll finde. Vielleicht mit Astrid Lindgren.

LEO: Wenn du etwas auf der Welt auf Knopfdruck verändern könntest, was wäre das?

SINA: Ich glaube, dass ich verändern würde, dass die Menschen mehr Verständnis füreinander haben und mehr Einfühlungsvermögen, mehr Empathie füreinander empfinden. Ich glaube auch, dass ganz viele Missverständnisse daraus entstehen, dass jeder so für sich ist und jeder nur denkt, alles aus seiner Perspektive beurteilen zu können und sich selten in die anderen hineinfühlt. Das wäre wirklich schön, wenn alle Menschen das hätten. Ich glaube, wenn das so wäre, dann hätten wir weniger Probleme.

LEO: Wenn du dein Leben mit jemandem tauschen könntest, wer wäre das?

SINA: Ich würde mein Leben gerne für einen Tag mit einem tollen Autor oder einer tollen Autorin tauschen, um zu wissen, wie die denken und dann würde ich schreiben und schauen, wie man denkt, wenn man der- oder diejenige ist. Am besten eine Person mit sehr viel Fantasie.

Für mich ist mit diesem Interview ein ganz großer Wunsch in Erfüllung gegangen, denn ich habe unzählige Bücher der beliebten „Die drei !!!“-Reihe gelesen, aber noch nie eine der Autorinnen persönlich getroffen. Wenn ich einen Wunsch frei hätte fürs Jahr 2020, würde ich mir tatsächlich noch einen zweiten Kinofilm wünschen, für den Sina sogar schon eine Idee im Kopf hat oder aber vielleicht eine weitere Ausgabe aus „Kims Tagebuch“. Wer weiß, wir sind auf jeden Fall gespannt, was das neue Jahr uns bringt…

Interview mit Tobias Krell

Auf Grund meiner großen Leidenschaft zu Büchern schaue ich kaum fern. Allerdings mache ich für bestimmte Sendungen auch mal eine Ausnahme und lege (wenn auch nur für kurze Zeit) gerne mal mein Buch zur Seite. Kinderwissenssendungen wie „Wissen macht Ah!“ mit Ralph, Clarissa und Shary oder auch die „Checker“-Reihe mit Can, Tobi und Julian können mich selbst heute noch begeistern. Die „Checker“-Shows sind Entdeckershows für Grundschulkinder. Hier werden immer am Anfang der Show interessante Checkerfragen gestellt und dann während der Show kindgerecht für die Zielgruppe der 6-10-Jährigen beantwortet. Seit Oktober 2014 gibt es außerdem noch die Sendung „CheXperiment“, die man bei KiKa und im Ersten sehen kann. Hier stellt sich Tobias Krell, Moderator und Namensgeber der Sendung „Checker Tobi“, verschiedenen kniffligen Herausforderungen. Wer Tobi gerne mal live erleben möchte, der sollte sich unbedingt seine Wissensshow „Tobi und seine Freunde“ anschauen. Mit Themen wie „Räuber und Gendarm“, „Der Traum vom Fliegen“ oder „Schnee und Eis“ begeistert er mit seinen Freunden Antonia und Feridun Kinder ab 6 Jahren und die ganze Familie. Wenn man im Anschluss an eine dieser Shows zur Autogrammstunde geht, blickt man in strahlende Kinderaugen, die voller Begeisterung erzählen, wie schön es doch war. Tobi unterschreibt dann übrigens nicht nur fleißig Autogrammkärtchen, sondern beantwortet auch zahlreiche Fragen – auch wenn diese nicht immer etwas mit der Show zu tun haben. Hier musste ich tatsächlich einige Male lachen, denn die Kinder haben teilweise urkomische Fragen gestellt. 😉  Nachdem die Kinder die „Vorarbeit“ geleistet hatten, durfte ich im Anschluss auch noch folgende Fragen loswerden.

LEO: Weißt du eigentlich, wieso die Sendung „Checker Tobi so erfolgreich ist?

TOBI: Nein. Verrate du’s mir.

LEO: Ich kann es dir sagen, denn ich habe sie schon oft gesehen. Es ist die Art, wie du oder auch Can und Julian, wie ihr den Kindern etwas erklärt. Man hat als Kind das Gefühl, ihr nehmt uns ernst. Ihr redet auf Augenhöhe mit uns. Viele Erwachsene erklären Dinge einfach nur oberlehrerhaft und dann auch noch kompliziert. Und ihr macht das eben nicht so!

TOBI: Das freut mich!

LEO: Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ihr bereits schon mehr als 100 Folgen für KiKa gedreht habt.

TOBI: Wenn man alle zusammenzählt, sind es sogar über 200 Folgen. Es wurden zwar noch nicht alle ausgestrahlt, aber insgesamt sind es schon über 200 Folgen.

LEO: Wie kommt ihr auf all die Ideen?

TOBI: Es gibt natürlich viele Kinder, die mir bzw. der Redaktion schreiben, dass sie sich dieses oder jenes Thema für die Folge wünschen. Wir als Checker-Team, also die Redaktion und ich, sammeln immer wieder Themen. Und wenn ich gerade durch die Stadt laufe und keine Checker-Folgen drehe und denke, „Oh, wow. Das müsste man auch mal als Thema bringen.“ Dann können wir das auch als Thema nutzen. Uns fallen also ständig Sachen ein, die man noch checken könnte und dann gibt es ja auch noch den Fernsehsender, das ist in diesem Fall gar nicht KiKa direkt, sondern der Bayerische Rundfunk und da gibt es auch eine Chefin, mit der wir ganz eng und ganz gerne zusammenarbeiten. Und die hat natürlich auch noch Ideen für weitere Themen.

LEO: Aber habt ihr nicht Angst, dass euch irgendwann die Ideen ausgehen?

TOBI: Ehrlich gesagt, nicht, da man beim Kinderfernsehen zu ALLEM eine Sendung machen kann, denn wenn man sich alles genau genug anguckt, dann ist auch alles echt spannend. Als wir z.B. den „Body-Check gemacht haben, dann haben wir da schon gelernt, was das Gehirn macht und wie das Herz pumpt. Aber man kann trotzdem noch eine einzelne Sendung NUR übers Herz oder NUR übers Gehirn machen. Deshalb kann man, glaube ich, nie genug Themen finden. Wir haben irgendwann demnächst 220 Folgen und uns fallen bestimmt nochmal mindestens fünfzig ein.

LEO: Der „Leben- und Sterben-Check ist mir persönlich sehr nahe gegangen. Ich finde es toll, dass ihr für diese Sendung für den Grimme-Preis nominiert worden seid. War es schwer, diese Folge zu drehen? Sonst bist du immer lustig, aber in dieser Folge eher ruhig, traurig und nachdenklich.

TOBI: Das stimmt und so war es auch. Das war für mich auf jeden Fall schwierig, diese Folge zu drehen. Zumal ich ja vorher und jetzt immer noch nicht mit dem Tod in Berührung gekommen bin. Meine Familie ist sehr klein und ich habe noch nie eine Oma oder einen Opa verloren, es sei denn, sie waren schon vorher tot. Das Thema war also noch nicht so nah an mir dran und – ich denke, das ist aber ganz normal – ich hatte ein bisschen Angst davor. Um ehrlich zu sein sogar richtig doll Angst davor, weil ich einfach nicht wusste, wie man mit Leuten spricht, die gerade jemanden verloren haben oder mit jemandem, der weiß, dass er bald stirbt.

LEO: Vor allem waren das ja auch Kinder, mit denen du gesprochen hast.

TOBI: Genau. Und bei denen ist die Mama oder der Papa gestorben. Da habe ich mich echt gefragt, wie die jetzt drauf sind. Ich hatte Angst vor dieser Begegnung! Aber dann habe ich eben auch gemerkt, dass das letzten Endes Quatsch ist, wenn man denkt: „Die haben Mama oder Papa verloren und sonst sieht man nichts mehr von denen. Das sind ja trotzdem ganz normale Kinder, die Lust  haben, zu spielen. Man kann mit denen ganz normal umgehen. Das sind lauter solche Sachen, die ich in dieser Sendung gelernt habe und deshalb ist die Folge von der Stimmung her auch ganz anders, weil das Thema natürlich viel ernster ist. Trotzdem merkt man währenddessen, dass Leute, die mit dem Tod zu tun haben, auch Spaß haben. Das Leben ist bei denen also nicht nur traurig.

LEO: Welche Checker-Folge war für dich bisher die spannendste oder die interessanteste?

TOBI: Tatsächlich auch der „Leben- und Sterben-Check, einfach weil die Folge auch so besonders ist und weil wir auch so lange daran gearbeitet haben. Allerdings ist auch der „Pups-Check eine Sendung ist, die ich sehr witzig finde. Die schaue ich immer noch gerne.

LEO: D.h., dass du die alten Checker Tobi-Folgen auch nach langer Zeit immer mal wieder anschaust?

TOBI: Na ja, heute haben wir ja wieder etwas zum Thema „Ungeheuer gemacht und dafür haben wir uns natürlich den „Angst- und Grusel-Check und den „Hexen-Check angeschaut, obwohl die schon fünf Jahre alt sind. Oder wenn ich irgendwo einen Vortrag halte, dann frage ich mich, wovon ich erzählen könnte und dann schaue ich einfach in eine alte Folge rein und denke mir „Ah, der „Pups-Check ist einfach immer wieder lustig!. So ist das eher.

LEO: Wenn du dir dann so eine alte Folge nochmal anschaust, denkst du dir dann an der oder der Stelle, dass du das uns das anders hättest machen können?

TOBI: Ja, total! Das ist bei mir immer so und je länger die Folgen her sind, desto mehr merke ich natürlich auch, dass ich heute an einer Stelle etwas ganz anders machen würde. Z.B. hätte ich da diese Frage anders gestellt oder ich hätte auf irgendeine Sache nicht so doll reagiert. Das ist ganz interessant. Das ist bei mir schon so, wenn ich mir zwei Wochen später die Folge anschaue, nachdem sie ganz neu fertig ist. Wenn ich sie mir aber fünf Jahre später angucke, dann wird das noch extremer.

LEO: Kannst du mir eine Folge nennen, die dich besonders herausgefordert hat?

TOBI: Der „Tauch-Check. Den haben wir gedreht, weil ich für den Kinofilm tauchen lernen musste. Und das ist mir nicht so leicht gefallen, wie aber auch viele andere Sachen. Ich hab wegen dem Druckausgleich echt schnell Schmerzen gehabt.

LEO: Wie tief bist du da ungefähr getaucht?

TOBI: Beim „Tauch-Check war ich ungefähr 10 Meter unter Wasser und beim Kinofilm, als ich dann richtig tauchen war, ein bisschen mehr als 20 Meter. Eigentlich ist das noch nicht so ultratief, aber für mich, jemand der darin nicht so erfahren ist, war das schon eine große Herausforderung.

LEO: Was war für dich in deinem Kinofilm „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten die aufregendste Erfahrung?

TOBI:Ich glaube, die Sache, an die ich mich am liebsten und auch am meisten erinnere, ist, in Grönland zu sein und in dieses Forschercamp zu fliegen, in dem die Wissenschaftler arbeiten. Das war nämlich so, wie auf einem anderen Stern zu landen. Da war einfach nichts mehr um uns herum außer Schnee und Eis. Keine Tiere, keine Pflanzen, dort fliegen keine Vögel und da sind natürlich auch keine Menschen. Und das ist echt so, als ob wir im Weltall gewesen wären. Das war echt abgefahren!

LEO: Und welcher Ort hat dir persönlich am meisten gefallen?

TOBI: Das kann man so schwer sagen, denn ich fand alle Orte ganz besonders, weil ich es auch einfach toll finde, für meine Arbeit so weit reisen zu dürfen. Aber ich glaube, dass ich da nicht sagen kann, was mir am besten gefallen hat. Grönland ist einfach sehr beeindruckend gewesen.

LEO: Gibt es irgendetwas, wovor du Angst hast?

TOBI: Da gibt es natürlich viele Sachen. Zum einen vor allem persönliche Sachen. Ich habe Angst davor, einen lieben Menschen zu verlieren. Meine Geschwister, meine Eltern, na ja, meine ganze Familie ist mir sehr wichtig. Ich hätte z.B. Angst, dass ich mit denen keinen guten Kontakt mehr habe. Meine Oma ist auch schon ganz schön alt, irgendwann demnächst wird sie wahrscheinlich sterben, denn sie ist schon weit über 90. Da habe ich auch ein bisschen Angst vor. Es gibt aber auch alltäglich Dinge. D.h., bevor ich auf so eine Bühne gehe, bin ich wahnsinnig aufgeregt und habe ein bisschen Schiss, dass es nicht gut wird oder so. Ich glaube, es gehört zum Leben dazu, dass man mit Angst konfrontiert wird und das hört bestimmt auch nie auf.

LEO: Du hast gerade gesagt, dass du vor so einer Show Angst hast. Was machst du lieber? Fernsehen, wo man einfach so oft die einzelnen Szenen drehen kann, bis diese perfekt sitzen oder so eine Show wie „Tobi und seine Freunde live mit Antonia und Feridun auf der Bühne, wo auch mal was schief gehen kann?

TOBI: Ich glaube nicht, dass ich sagen kann, dass ich das oder jenes lieber mache. Ich mag beides total gerne. Es ist eben komplett unterschiedlich. Aber ich stehe schon gerne vor der Kamera und mir macht die Arbeit furchtbar viel Spaß, weil ich so viele Sachen ausprobieren kann, es ist aber trotzdem schön, dass es diese Abwechslung gibt. Es ist aber auch toll, dass ich mit Feridun und Antonia Theater spielen darf.

LEO: Du stehst ja inzwischen schon viele Jahre vor der Kamera. Hast du vor einer Sendung trotzdem noch Lampenfieber?

TOBI: Nein. Ich arbeite mit dem Team zusammen und das sind alles meine engen Freunde und ich fühle mich da wahnsinnig wohl und deswegen habe ich auch keine Angst.

LEO: Erzähl mal, wie übt man so eine Live-Show ein?

TOBI: Die übe ich um ehrlich zu sein nicht, sondern ich bereite mich nur darauf vor. Aber es ist nicht so, dass ich vorm Spiegel stehe und die und die Moderation übe. Wenn ich z.B. große Preisverleihungen moderiere, wo hunderte und tausende Menschen sitzen, dann gehe ich das im Kopf oft durch und versuche einfach, genau zu wissen, was passiert, weil je genauer man vorbereitet ist, desto leichter kann man dann spontan reagieren und doch abweichen.

LEO: D.h. also, dass du nichts auswendig lernst, sondern du denkst dir im Kopf sogenannte „Schlüsselwörter aus?

TOBI: Genau. Ich habe noch nie Texte auswendig gelernt, sondern es ist mir wichtig, dass sie spontan klingen. Den Satz formuliere ich erst in dem Moment, ich lerne ihn nicht auswendig. Aber ich weiß natürlich, was für einen Inhalt der Satz haben soll.

LEO: Wenn ich z.B. Instagram-Storys mache, dann mache ich das ähnlich. Ich weiß, was ich sagen will und dann sage ich es spontan.

TOBI: Ja. Genauso mache ich es auch.

LEO: Was war die gefährlichste Sache, die du je gemacht hast?

TOBI: Puh. Also, ich habe mal für den „Gummi-Check einen Bungee-Sprung gemacht. Das war sehr aufregend und bestimmt auch nicht ungefährlich und ich war mal für den „Zirkus-Check mit sechs oder acht ausgewachsenen Löwen in einem Käfig. Natürlich war der Dompteur auch dabei, denn sonst wäre ich da nie reingegangen. Der hat mir zwar auch gesagt, dass da nichts passieren kann, weil die mich kennen, aber es war trotzdem nicht ungefährlich. Da hatte ich ein bisschen Schiss.

LEO: Angenommen, du hättest einen Wunsch frei – welcher wäre das?

TOBI: Das kommt drauf an. Eigentlich habe ich fünftausend Wünsche. Im Moment, wenn ich jetzt mal politisch denke, würde ich mir wünschen, dass in Deutschland all das, was gerade passiert, dass die Leute so sehr für uns gefährliche Parteien wählen, dass das wieder weniger wird. Das macht mir nämlich ein bisschen Angst, was da gerade passiert.

LEO: Meine Schwester sagt immer, dass sie sich einfach noch mehr Wünsche wünschen würde.

TOBI: Das ist ein kluger Gedanke. Das ist in der Hinsicht wahrscheinlich auch das Beste, was man machen kann.

LEO: Wenn du drei Dinge auf Knopfdruck verändern könntest, welche wären das?

TOBI: Ich würde mich darum kümmern, dass die Leute, die hungern und denen es nicht gut geht, dass es ihnen besser geht. Dass es mehr Gerechtigkeit gibt. Was würde ich noch verändern? Damit habe ich ja eigentlich schon ziemlich viel abgedeckt. So würde es einigen Leuten ja schon deutlich besser gehen. Was jetzt gerade akut wäre, ist, dass ich riesengroßen Hunger habe. Ich würde auf einen Knopf drücken und mein Hungergefühl löschen und mit dem dritten Knopf würde ich dir auch noch was zu essen hierherbestellen.

LEO: Dankeschön! Das ist nett. Ich meine, ich habe auch immer Hunger.

TOBI: Ja! Siehst du? Ich auch. Und ich habe heute schon lange nichts mehr gegessen.

LEO: Wo wir gerade beim Thema sind – ich mag ja sehr gerne Spinat.

TOBI: Den mag ich auch.

LEO: Was ist denn dein Lieblingsessen?

Doch bevor Tobi antworten kann, ruft ANTONIA schon rüber: Ich weiß es! Ich weiß es!

TOBI: Sag du’s.

ANTONIA: Nudeln mit Pesto.

TOBI: Genau. Ich liebe Spaghetti mit Pesto. Spaghetti und Pasta aller Art. Aber Pesto ist wirklich fantastisch! Das könnte ich jeden Tag essen.

LEO: Ich liebe Raclette, aber das gibt es leider nicht immer.

TOBI: Genau. Das gibt es ja nur an Weihnachten und Silvester.

LEO: Ja, leider.

TOBI: Aber Raclette-Käse, den mag ich nicht so gerne. Der ist mir zu kräftig. Aber mit Gouda esse ich Raclette auch sehr gerne.

LEO: Und was magst du gar nicht?

TOBI: Ich mag kräftigen Käse, aber zum Beispiel Blauschimmelkäse oder Gorgonzola, die kann ich einfach nicht essen, da wird mir sonst schlecht. Aber sonst esse ich eigentlich ziemlich viel. Ich bin aber kein Fan von Süß-Sauer-Sachen. Pizza Hawaii würde ich zum Beispiel nie kaufen. Ich verstehe einfach nicht, wie man Ananas auf eine herzhafte Pizza tun kann.

LEO: Pizza Hawaii finde ich echt lecker, aber das ist eine der wenigen Sachen, die ich in dieser Kombination esse.

TOBI: Nee, also wirklich. Ich verstehe es einfach nicht, wie man sich Mandarinen in einen herzhaften Tomatensalat tun kann. Das begreife ich einfach nicht. Ich meine, was soll das auch?! Obst kann man morgens essen, Salat gibt’s abends – zack, fertig.

LEO: Was ist der Ratschlag deiner Mutter, der dir am meisten geholfen hat?

TOBI: Meine Mutter hat mir keine Ratschläge gegeben, aber sie hat mir bei allem immer vertraut. Sie hat immer die Haltung gehabt „Der Tobi macht das schon! und mir nie reingeredet. Und dieses Urvertrauen, das hat mir mehr mitgegeben, als jeder Ratschlag, den sie mir hätte geben können.

LEO: Wenn du ein Held mit Superkräften wärst, welche Superkraft wäre dies und was würdest du dann als erstes tun?

TOBI: Ich wäre gerne ein egoistischer Superheld. Einer, der die Kraft nur für sich selbst nutzt. Dann wäre die Superkraft natürlich „Fliegen. Und dann würde ich einfach sofort losfliegen. Ich glaube, ich kann mir kein schöneres Gefühl vorstellen, als zu fliegen.

LEO: Und wohin würdest du dann fliegen?

TOBI: Einfach über die Städte. Über mein Heimatdorf, über München oder über Berlin. Schnell von A nach B kommen. Auch noch eine Superkraft wäre z.B., sich beamen zu können. Ich muss so viel unterwegs sein, ich sitze gefühlt 150 Jahre im Zug. Allein dieses Jahr habe ich, wenn man alles zusammenrechnet, über eine Woche im Zug verbracht. Und so wäre es einfach cool, sich beamen zu können.

LEO: Welchen großen Wunsch hast du dir mit deinem ersten selbst verdienten Geld erfüllt?

TOBI: Ich habe mir eine Stereoanlage gekauft. Da war ich ungefähr fünfzehn und ich wollte unbedingt eine Stereoanlage haben und habe einen Schülerjob in einem Bootsverleih gehabt. Damit habe ich dann diese Stereoanlage gekauft.

LEO: Du hast mal erzählt, dass du früher Sportreporter werden wolltest. Bist du denn auch sportlich? Was ist dein Lieblingssport?

TOBI: Ich bin sportlich, aber ich bin nicht mehr sportinteressiert. Also ich interessiere mich überhaupt nicht für Fußball oder für Leichtathletik. Ich gucke auch keine WMs und EMs. Irgendwie macht es nichts mit mir, Sport zu verfolgen. Trotzdem war es gut, dass ich diesen Berufswunsch hatte, weil ich so schon ganz früh gewusst habe, wie das Fernsehen funktioniert. Damals war ich ein totaler Fußballfan und wollte Fußball unbedingt mit Fernsehen verbinden und so wusste ich, dass ich Reporter werden muss.

LEO: Ich spiele auch ziemlich gerne Fußball.

TOBI: Cool! Und was willst du mal werden? Journalistin?

LEO: Ja. Journalistin oder so. Mal schauen. Sag mal, du hast ja einen alten VW-Bus. Wo hast du schon Urlaub mit deinem Bus gemacht? Und wie viele Länder hast du schon bereist?

TOBI: Ich bin bis nach Albanien runtergefahren. Kroatien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Österreich und auch Slowenien. Ich habe damit aber auch Dänemark bereist. Frankreich – Italien natürlich. Na ja, also einfach ganz viele Länder um Deutschland herum.

LEO: Welches war dein Lieblingsland?

TOBI: Ich mag das italienische Essen sehr gerne und wenn man durch Italien fährt und alle paar Meter richtig geiles Zeug kriegt, dann wäre also wahrscheinlich Italien mein Lieblingsland.

LEO: Hattest du als Kind Vorbilder?

TOBI: Mhm, ja. Klar. Das waren zwar nie solche Vorbilder, im Sinne davon, dass ich denen nachgeeifert habe, aber es gab schon Leute, die ich toll fand und bewundert habe. Ich habe auch ganz lange geturnt und da fand ich Andreas Wecker, das war damals ein ganz toller, deutscher Turner, natürlich super toll. Den habe ich auch sehr bewundert. Aber auch Leute, die Fernsehen machen und gemacht haben, damals wahrscheinlich Fußballreporter, fand ich toll. Ganz früh fand ich die „Toten Hosen sehr toll und habe die als Lieblingsband für mich entdeckt. Da war ich natürlich ein Riesenfan von Campino, dem Sänger von den „Toten Hosen. Das waren also ganz verschiedene Sachen.

LEO: Die Lieder von den „Toten Hosen finde ich auch toll.

TOBI: Tolle Texte und allgemein gute Musik.

LEO: Denkst du, dass du ein gutes Vorbild bist?

TOBI: Da habe ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Das ist eine tolle Frage. Wenn es Leute gibt die sagen, dass Checker Tobi ihr Vorbild ist, dann freue ich mich natürlich wahnsinnig.

LEO: Hast du das schon mal gehört?

TOBI: Nein. Vorbild hat, soweit ich das weiß, noch nie jemand gesagt. Das weiß ich also nicht. Ich kriege natürlich schon mit, dass die Leute die Sendung toll finden, aber ob ich ein Vorbild bin… Keine Ahnung! Aber es ist natürlich auch eine große Verantwortung, finde ich. Das ist aber irgendwie schön, zu merken, dass man Leuten eine Inspiration ist.

LEO: Wenn du dein Leben mit jemandem tauschen müsstest, wer wäre das?

TOBI: Für einen Tag würde ich mein Leben auf jeden Fall mit einer Frau tauschen wollen. Ich fände es total interessant, einen Tag als Frau zu verbringen, um zu merken, wie allein das körperliche Gefühl ist. Wie sich das anfühlt. Außerdem glaube ich, dass man, wenn man als Frau durch die Welt geht, anders angeschaut wird. Ich glaube, dass es für einen Mann sehr lehrreich und interessant wäre, zu merken, wie es als Frau so ist. Aber mein ganzes Leben würde ich nicht tauschen wollen. Ich mag mein Leben.

LEO: Auch eine sehr coole Antwort!

TOBI: Ja.

LEO: Bist du privat auch der lässige und coole Checker Tobi, den alle vor der Kamera zu Gesicht bekommen oder bist du da anders? Carolin Kebekus, die ja eine bekannte Comedienne ist, habe ich neulich interviewt und die hat mir erzählt, dass es ihr Job ist, lustig zu sein und wenn sie von der Bühne runtergeht, muss sie ja nicht mehr lustig sein, weil das dann ihr Privatleben ist und da ist sie so, wie sie privat eben drauf ist. Ist das bei dir ähnlich?

TOBI: Ja, ich bin in der Sendung immer ziemlich gut gelaunt und so weiter. Ich bin schon sehr oft gut gelaunt, dass aber auch nicht immer. Aber ich glaube, dass ganz viel, wie ich als private Person bin, auch Checker Tobi ist. Deshalb gibt es zwischen Tobias Krell und Checker Tobi zwar Unterschiede, aber ganz viel von Checker Tobi ist eben auch Tobias Krell und auch umgekehrt.

LEO: Gibt es Tage, an denen du schlecht gelaunt bist und am liebsten nicht aus dem Haus gehen magst, aber musst? So wie jetzt für deine Shows „Tobi und seine Freunde, wenn du tagelang unterwegs bist – ohne Ruhepausen. Hast du dafür einen Gute-Laune-Tipp?

TOBI: Ich mag ja meine Arbeit. Ich glaube, dass wäre schwieriger, wenn ich das machen müsste und ich mich dabei zu irgendetwas zwingen müsste. Aber so ist das ja nie. Ich finde das immer total toll, was ich da machen darf. Das ist auch ein großes Geschenk. Insofern kommt irgendwann von selbst die gute Laune, wenn ich mit schlechter Laune aufstehe, weil ich ja mit meinen Leuten arbeiten darf und ich mich daran erinnere, was ich für einen tollen Job habe.

LEO: Übers Schreiben und Lesen bin ich mittlerweile Bloggerin für Kinder- und Jugendbücher geworden. Da interessiert es mich natürlich, ob du auch gerne liest.

TOBI: Total gerne. Ich lese jeden Tag. Ich fahre zwar oft mit dem Fahrrad zur Arbeit, aber gerade im Winter, wenn ich dann U-Bahn oder Bus fahre, dann lese ich die Stunde, die ich dann in der U-Bahn oder im Bus verbringe. Aber ich liebe auch Filme. Deswegen gucke ich abends dann eher einen Film. Aber ich lese einfach viel und vor allem jeden Tag.

LEO: Mir wird im Bus oder in der Bahn leider schlecht, wenn ich lese.

TOBI: Echt? Ach, wie ärgerlich.

LEO: Deswegen kann ich mir nur Hörbücher anhören.

TOBI: Das ist ja aber auch okay. Was liest du gerade?

LEO: Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig.

TOBI: Krass. Das mache ich immer nur ganz selten.

LEO: Na ja, ich bekomme die Bücher ja von den Verlagen zugeschickt und die rezensiere ich dann auch. Und damit ich die Bücher möglichst schnell rezensieren kann, lese ich dann immer mehrere Bücher auf einmal.

TOBI: Krass! Und wie kriegst du das hin? Dass du die Inhalte und so nicht durcheinanderbringst?

LEO: Keine Ahnung, wie ich das mache. Das ist bei mir einfach so. Ich kann mir auch nach zwei Jahren merken, was in dem einen und dem anderen Buch stand.

TOBI: Das ist beeindruckend.

LEO: Hattest du ein Lieblingsbuch in der Kindheit?

TOBI: Also, ich liebe die Bücher von Jo Pestum, das ist ein Kinder- und Jugendbuchautor aus den 80-er oder 90-er Jahren, als ich ein Kind war.

LEO: Nicht meine Zeit!

TOBI: Ja. Der hat aber ganz tolle Bücher geschrieben, die man auch heute noch gut lesen kann. Demnächst ist ja wieder Vorlesetag und letztes Jahr war ich in Duisburg und da habe ich vorgelesen und mir überlegt, welches Buch ich nehmen soll. Dann habe ich mich daran erinnert, dass ich das Buch „Das Monster im Moor von Jo Pestum als Kind total geliebt und mehr als fünfmal gelesen habe. Ich glaube, dass das eines meiner Lieblingsbücher aus meiner Kindheit war. Er hat aber auch einen Nachkriegsroman geschrieben. „Die Schwarzfüße hieß der und der hat mich damals auch sehr berührt. Die Bücher von Jo Pestum fand ich immer wirklich richtig gut.

LEO: Und welches Buch ist gerade zurzeit dein Lieblingsbuch?

TOBI: Ich lese gerade einen großen Klassiker – „Die Pest von Albert Camus. Zuletzt habe ich ein Buch gelesen, das war „Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara, das habe ich wirklich verschlungen, obwohl es über tausend Seiten hat. Das Buch hat mich wirklich total fertig gemacht! Dabei musste ich auch ganz viel weinen, denn es ist ein wahnsinnig berührendes Buch. Dieses Buch hat mich zuletzt richtig bewegt.

LEO: Warst du eigentlich beliebt in der Schule?

TOBI: Ich glaube schon. Ich war zumindest oft Klassensprecher. Ich war aber nicht „der Coole in der Klasse, den von Anfang an jeder super fand. Aber ich habe mich mit jedem gut verstanden und ich war keiner von den Doofis, der irgendwen gemobbt hat und deswegen nur von den Coolen cool gefunden wurde, sondern ich kam mit jedem gut klar.

LEO: Ich habe neulich, als ich für ein Interview mit Ralph Caspers recherchiert habe, eine lustige Podcast-Folge angehört. Da erzählt Ralph Caspers, wie er versehentlich für den Bundespräsidenten gehalten wurde. Er hat diesen nämlich auf einer Südamerika-Reise begleitet und da waren sie dann auf den Galapagos Inseln. Dort trafen sie eine deutsche Schüleraustauschgruppe aus Ecuador. Die hatten gehört, dass der Bundespräsident kommt und wollten diesen treffen. Die Austauschgruppe hat die Lehrer bequatscht und gefragt, ob sie nicht ausnahmsweise einen Ausflug machen könnten, um den deutschen Bundespräsidenten mal zu sehen. Also haben sie einen kleinen Studienausflug auf die Galapagos Inseln gemacht. Als die Gruppe aber Ralph Caspers entdeckt hat, waren die total aus dem Häuschen und sind auf ihn zugerannt. Nach einiger Zeit hat der Lehrer, der aus Ecuador stammt, dann gemeint: „So Kinder, genug Fotos gemacht! Jetzt lasst mal den deutschen Bundespräsidenten wieder seine Arbeit machen! Bist du auch schon mal irgendwie verwechselt worden?

TOBI: Nein. Ich glaube, das ist mir noch nie passiert. Also, klar, als ich angefangen habe, das zu machen, wurde ich oft gefragt, ob ich nicht Checker Can bin. Weil das Format ja das Gleiche ist und wir eben beide Reporter für Kinder sind. Aber so eine coole Verwechslungsgeschichte, die habe ich nicht erlebt. Natürlich werde ich manchmal von Kindern erkannt und es ist mir einmal passiert, dass ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin. Dann habe ich gesehen, wie ein Junge, der noch ein paar hundert Meter von mir entfernt war, mit seinem Rad über eine Ampel gefahren ist. Dann hat er mich aus dem Augenwinkel gesehen und hat sich nach mir umgedreht. Weil er sich dann so schnell umgedreht hat, hat er mit dem Fahrrad einen Unfall gebaut und ist hingefallen. Da bin ich natürlich sofort hingefahren und habe ihm dann geholfen. Das ist die einzige witzige Geschichte, die mir gerade so einfällt, die ich mit dem Thema „Erkannt werden erlebt habe.

LEO: Ganz oft gibt es doch so Situationen, wo man denkt „Mensch, den kenn‘ ich doch, aber ich weiß nicht, woher! Wirst du da oft angesprochen?

TOBI: Ja, das passiert schon oft, dass Leute sagen, dass sie mich kennen. Dann sage ich meistens: „Ja. Aus dem Kinderfernsehen vielleicht. Und gerade bei jüngeren Kindern, die so drei oder vier Jahre alt sind, ist es so, dass sie die Sendung durchaus aus dem Fernsehen kennen, aber noch nicht so richtig kapieren, dass es den Typen aus dem Fernsehen auch in echt gibt. Die starren mich dann ganz lange an und man merkt, wie es im Kopf rattert und die sich denken: „Hä? Wie kann denn das jetzt sein? Der ist doch eigentlich immer samstagabends bei mir im Fernseher. Das passiert mir manchmal.

LEO: Kannst du mir vielleicht zum Schluss noch deinen Lieblingswitz erzählen?

TOBI: Ich kann mir Witze so schlecht merken. Aber ich mag diese Witze mit Wortspielen. Zum Beispiel: Was qualmt und hoppelt über die Wiese? – Ein Kaminchen!

LEO: Die mag ich auch!

TOBI: Was spricht undeutlich und lebt unter Wasser?

LEO: Den kenne ich! Das ist auch der Lieblingswitz meiner Schwester! Die Lösung ist: Eine Nuschel.

TOBI: Was gibt es denn noch für Witze? Ah! Was klebt und wandert durch die Wüste?

LEO: Puh. Keine Ahnung!

TOBI: Ein Karamel!

TOBI ruft zu Antonia rüber: Antonia, du kennst diese Witze auch!

ANTONIA: Was ist süß und schwingt von Baum zu  Baum? – Ein Tarzipan!

TOBI: Und wie geht nochmal der mit der orangenen Frucht? Ah, ja, genau. Was ist orange und wandert? – Eine Wanderine! Oder geht spazieren? Ach, keine Ahnung! Was ist denn dein Lieblingswitz?

LEO: Was sagt der große Stift zum kleinen Stift? – Wachs-mal-Stift!

TOBI: Der ist sehr gut!

LEO: Dann bin ich jetzt mit meinen Fragen durch und bedanke mich für das Interview!

TOBI: Ja, ich danke dir ebenfalls. Das war ein tolles Interview!

{Rezension} Ich bin dann mal Prinzessin
Wie küsst man einen Prinzen? (Bd. 3)

Ich bin dann mal Prinzessin
Wie küsst man einen Prinzen? (Bd. 3)
von Meg Cabot

dtv junior Verlag
Hardcover
Kinderbuch
288 Seiten
Altersempfehlung: 10-12 Jahre
ISBN: 978-3-423-76267-0
Ersterscheinung: 19.07.2019

Inhalt:
Olivia ist noch nicht gar so lange die Prinzessin von Genovien. Sie gewöhnt sich zwar langsam daran, aber es gibt da immer noch Prinz Khalil, in den sie verliebt ist. Außerdem werden voraussichtlich in zwei Wochen die Zwillinge ihrer Halbschwester Mia geboren. Natürlich sorgt das im gesamten Königreich für Gespräche. Es werden sogar Wetten abgeschlossen, wie sie wohl heißen werden. Doch nicht nur das stellt Olivias Leben gehörig auf den Kopf. Ihre Schule nimmt an den Winterspielen von Gunthers Familie teil. Es geht zum Skifahren in die Alpen. Ob das gut geht? Aber Olivia wäre nicht Olivia, wenn sie nicht von einer Katastrophe in die nächste schlittern würde.

Meinung:
Auch Band 3 der Reihe „Ich bin dann mal Prinzessin“ von Meg Cabot wird wieder in Tagebuchform erzählt. Olivia lässt den Leser auf amüsante Weise an ihrer Gefühls- und Gedankenwelt teilhaben. Das Cover passt hervorragend zu den vorherigen Bänden. Der Stammbaum der königlichen Familie vorne im Buch und die Übersichtskarte des Schlosses von Genovien hinten im Einband sind wunderschön gestaltet. Die zahlreichen Illustrationen stammen auch dieses Mal von der Autorin, allerdings konnte ich mich für diese nicht sonderlich begeistern. Da die Bände doch sehr aufeinander aufbauen, würde ich außerdem dazu raten, die Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Die Handlung ist ereignisreich und steckt voller Überraschungen. Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm. Die Protagonistin Olivia ist herzallerliebst und äußerst sympathisch. Die Story ist durchweg mitreißend und steckt voller Überraschungen.

Fazit:
Auch Band 3 dieser hinreißenden Reihe ist wieder äußerst witzig und einfach bezaubernd. Mit „Ich bin dann mal Prinzessin – Wie küsst man einen Prinzen?“ ist der Autorin Meg Cabot eine herrliche Fortsetzung gelungen. Junge Leserinnen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren werden ihre wahre Freude an Olivias Tagebuch haben. Ich wurde mal wieder bestens unterhalten und vergebe liebend gerne 5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den dtv junior Verlag für dieses Rezensionsexemplar.