{Rezension} Meist sonnig
Eine Liebeserklärung an das Leben

Meist sonnig
Eine Liebeserklärung an das Leben
von Andrea Kiewel

Eden Books
Klappenbroschur
265 Seiten
ISBN: 978-3-95910-304-6
Ersterscheinung: 04.12.2020

Inhalt:
Mal kritisch, mal humorvoll blickt die stets gutgelaunte und sympathische Moderatorin Andrea Kiewel auf ihr Leben zurück und erkennt, dass dieses meist sonnig war.

Meinung:
Auf dem Cover lächelt uns Andrea Kiewel entgegen und das kann sie gut. Ihre gute Laune ist ansteckend und einer der Gründe, weshalb meine Familie regelmäßig den ZDF Fernsehgarten schaut. Allerdings war es im Corona-Jahr 2020 irgendwie anders als sonst, das musste auch Andrea Kiewel feststellen. In diesem Buch erzählt sie nicht nur vom ZDF Fernsehgarten, der zum allerersten Mal ohne Publikum stattfinden musste, sondern auch von ihrer Kindheit in der DDR, von ihren Freunden, ihrer Familie und ihrem Leben in Tel Aviv. Der Schreibstil ist flüssig und leicht und die Kapitel recht kurz und überschaubar. Zwischen den Kapiteln gibt es zahlreiche private Bilder zu entdecken, die stets eine lebenslustige Andrea Kiewel zeigen. Ich dachte tatsächlich, ich wüsste schon recht viel über meine Lieblingsmoderatorin, aber ich habe mich getäuscht. Die Vielzahl der angesprochenen Themen fand ich äußerst interessant, jedoch waren die einzelnen Kapitel wahllos aneinandergereiht. Ein klares oder chronologisches Konzept konnte ich leider nicht entdecken. Teilweise wurden wirklich interessante Fakten angesprochen, dann aber nicht zu Ende erzählt – was ich natürlich sehr schade fand, weil ich sehr gerne noch mehr erfahren hätte. Wie gerne würde ich mal mit Andrea Kiewel einen Nachmittag verbringen, um über ihre und meine Lieblingsbücher zu reden oder über den ZDF Fernsehgarten oder einfach nur über das Leben, das meistens sonnig ist. Da Andrea Kiewel kein Fan von Social Media ist, finde ich es ganz zauberhaft, dass sie zumindest in ihrem Buch einen Teil ihrer privaten Fotosammlung mit uns teilt. Und wäre ich nicht schon längst ein Fan von ihr, dann würde ich es spätestens ab dem Kapitel werden, in dem sie erzählt, dass sie gerne ihr Lieblingsbuch aus Kindertagen verschenkt. Liebe Kiwi, irgendwann schreibe ich dir eine Postkarte, weil ich auch ganz fest daran glaube, dass Kinder, die lesen, dank ihrer Fantasie die tollsten Abenteuer erleben.

Fazit:
„Meist sonnig“ von Andrea Kiewel ist – wie es der Untertitel schon sagt – eine Liebeserklärung an das Leben. Dieses Buch ist für alle gedacht, die gerne mal die private „Kiwi“ kennenlernen möchten. Von mir gibt es lieb gemeinte 4,5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension}
Mama im UNRuhestand

Mama im UNRuhestand
Das verrückte Seniorenleben meiner Mutter und wie ich versuche, mit ihr Schritt zu halten
von Lucinde Hutzenlaub

Eden Books
Taschenbuch
269 Seiten
ISBN: 978-3-95910-214-8
Ersterscheinung: 07.06.2019

Inhalt:
Mit ihren 78 Jahren genießt die Mutter der Autorin Lucinde Hutzenlaub den Ruhestand und kostet das Leben in vollen Zügen aus. Spontan sein, endlich durchstarten und Abenteuer erleben – das ist das Leben einer neuen Rentnergeneration.

Meinung:
Manch einer mag von diesem Buch einen Roman erwarten, jedoch ist dieses Werk eher als Liebeserklärung an die Mutter zu verstehen. Die Autorin Lucinde Hutzenlaub erzählt auf humorvolle Weise über das Rentnerdasein ihrer Mutter. Wie uns schon der Untertitel „Das verrückte Seniorenleben meiner Mutter und wie ich versuche, mit ihr Schritt zu halten“ verrät, ist Oma Hutzenlaub eine aktive und spontane ältere Dame, die das Leben ihrer Tochter manchmal auf den Kopf stellt. Oma Hutzenlaub finde ich klasse! Sie ist sympathisch und ihr Optimismus und die Lebensfreude sind ansteckend. Der Schreibstil der Autorin ist locker und lässig, sodass sich das Buch recht einfach und flott lesen lässt. Auch die Kapitellänge ist gut gewählt. Die persönlichen Erinnerungen sind eine lustige Aufarbeitung der Familiengeschichte und zugleich eine Danksagung an die Mutter.

Fazit:
„Mama im UNRuhestand“ von Lucinde Hutzenlaub empfehle ich Lesern, die gerne ein witziges und herzliches Buch mit viel Liebe und Gefühl lesen möchten. Die amüsante „Liebeserklärung an die Mutter“ ist eine leichte Lektüre für entspannte Lesestunden und erhält 4 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension}
Und morgen die Welt
Wie ich einen Schicksalsschlag in das größte Abenteuer meines Lebens verwandelte

Und morgen die Welt
Wie ich einen Schicksalsschlag in das größte Abenteuer meines Lebens verwandelte
von Samira Mousa

Eden Books
Klappenbroschur
265 Seiten
ISBN: 978-3-95910-208-7
Ersterscheinung: 07.06.2019

Inhalt:
Mit dem Sachbuch „Und morgen die Welt“ nimmt uns die Autorin Samira Mousa mit auf eine Reise. Obwohl es eine Reise um die Welt ist, ist es dennoch kein normaler Reisebericht, es ist eher eine Reise zu sich selbst. Samira Mousa ist Mitte 20, Bloggerin und sie hat MS. Multiple Sklerose ist eine autoimmune, chronisch-entzündliche neurologische Erkrankung mit unterschiedlichen Verlaufsformen, von der sich die Autorin nicht ihr Leben bestimmen lassen möchte. So beginnt das Buch mit der Abreise und dem Abschied aus Berlin. Eine Reise, die viele Erlebnisse und Entscheidungen mit sich bringt.

Meinung:
Das Cover ließ mich träumen. Es ist einfach wunderschön. Samiras Blick schweift in die Ferne über den Strand aufs offene Meer. Das Bild strahlt innere Ruhe und Zufriedenheit aus, vielleicht auch ein wenig Gelassenheit. Auch wenn die ersten Seiten dieses Buches den Leser denken lassen könnten, dass es sich hier um einen Reisebericht und um die Erfahrungen einer Reise um die Welt handeln könnte, erfährt man ziemlich schnell, dass es um weitaus mehr geht. Die Autorin lässt uns an ihren Gedanken und Gefühlen, aber auch an ihren Schmerzen teilhaben.
Der Schreibstil ist locker und lässig, sodass sich das Buch recht einfach und flott lesen lässt. Auch die Kapitellänge ist gut gewählt. Gerne hätte ich noch einige Bilder der Reise gesehen oder aber auch die erwähnten Fotografien ihres Freundes Mats bewundert, der Samira auf einem Teil der Reise begleitet hat.
Sätze wie „Ich bin krank, ja, aber ich bin damit nicht allein. Meine Krankheit definiert nicht, wer ich bin.“ oder auch „Manchmal ist die mutigste Entscheidung, umzukehren.“ ließen mich kurz innehalten. Ich persönlich kenne niemanden mit einer MS-Erkrankung, kann mich aber teilweise in Samira hineinversetzen, da ich genetisch bedingt eine Autoimmunkrankheit in mir trage, die sich mit Anfang oder Mitte zwanzig bemerkbar machen wird. Ich nehme mir vor, der Welt und meiner Krankheit auch so mutig entgegenzutreten und kann jedem empfehlen, seine Träume nicht auf irgendwann zu verschieben.

Fazit:
Eine Reise, die nicht nur das Leben der Autorin verändert hat. Samira Mousas Mut und Stärke sind inspirierend und regen den Leser zum Nachdenken an. MS muss nämlich nicht „miserabel und schrecklich“ bedeuten, es kann auch für „mutig und stark“ stehen. Die Reise um die Welt, die eigentlich eine Reise zu sich selbst ist, erhält von mir 4,5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar.