{Rezension} The Heat is on –
Something‘s Cooking Between Us

The Heat is on
Something‘s Cooking Between Us
von Felicia Kingsley

Aufbau Taschenbuch
Paperback
Romance
557 Seiten
ISBN: 978-3-7466-4223-9
Ersterscheinung: 11.11.2025

Noch nie war es so heiß in der Küche…

Inhalt:
Ein Undercover-Einsatz führt den erfahrenen FBI-Agenten Dwight mitten hinein in die Hitze einer italienischen Restaurantküche in New York. Dort soll er unauffällig eine Familie ausspionieren, die im Verdacht steht, Verbindungen zur Unterwelt zu haben. Sein Plan gerät allerdings ins Wanken, als er auf Julia trifft – die schlagfertige Tochter des Restaurantbesitzers, die sich weder beeindrucken noch kontrollieren lässt. Zwischen Misstrauen, Geheimnissen und jeder Menge hitziger Wortgefechte entsteht eine Nähe, die für beide gefährlicher wird als ursprünglich gedacht.

Meinung:
Ich hatte mit diesem Roman wirklich viel Spaß – vor allem wegen der Dialoge. Die Schlagabtausche zwischen Julia und Dwight sind schnell, frech und oft einfach herrlich überzogen. Genau dieser Humor trägt die Geschichte für mich und macht sie extrem unterhaltsam. Man merkt, dass Felicia Kingsley ein Talent dafür hat, Dynamik zwischen Figuren zu schreiben, die sich nichts schenken und sich trotzdem (oder gerade deswegen) näherkommen. Julia ist eine Protagonistin, die aneckt. Sie ist stur, laut, manchmal unfair, aber genau das macht sie auch glaubwürdig. Ihre Vergangenheit, ihre Krankheit und die überfürsorgliche Familie erklären vieles von ihrem Verhalten, ohne dass sie dadurch weichgespült wird. Dwight wiederum ist dieser fast schon zu perfekte RomCom-Held: charmant, kompetent, innerlich zerrissen und natürlich viel zu nett für seine eigene Undercover-Mission. Ihre Beziehung lebt weniger von leisen Momenten als von Reibung, Chaos und Emotionen – und das funktioniert überraschend gut. Gleichzeitig hatte ich aber auch öfter das Gefühl: „Das kenne ich alles schon.“ FBI-Agent undercover, Mafia-Vibes, Enemies to Lovers, Forbidden Romance – das ist nicht neu, sondern wirkt stellenweise wie eine Sammlung bekannter Filmszenen, die in Romanform gegossen wurden. Manche Szenen waren oft auch zu zugespitzt, zu drüber, zu sehr auf Effekt geschrieben. Gerade in emotionalen oder dramatischen Momenten hätte ich mir hier und da etwas mehr Zurückhaltung gewünscht. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen. Es ist leicht, witzig, flott erzählt und verliert sich nicht in unnötiger Schwere, obwohl durchaus ernste Themen angesprochen werden. Für mich war das genau die Art Geschichte, bei der man weiß, was man bekommt.

Fazit:
„The Heat is on – Something’s Cooking Between Us“ von Felicia Kingsley ist eine spritzige Romantic Comedy mit viel Wortwitz, starken Schlagabtauschen und einer ordentlichen Portion Drama. Auch wenn die Handlung sehr klischeehaft und stellenweise etwas überzogen wirkt, überzeugt der Roman durch Humor, Tempo und sympathische Figuren. Perfekt für alle, die bekannte Tropes lieben und sich einfach gut unterhalten lassen möchten. Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Let’s make a scene

Let’s make a scene
von Laura Wood

Heyne Verlag
Paperback
Second Chance Romance
560 Seiten
ISBN: 978-3-453-42956-7
Ersterscheinung: 15.10.2025

Ihre Liebesgeschichte steht im Drehbuch, aber die Chemie zwischen ihnen ist echt.

Inhalt:
Cynthie Taylor und Jack Turner-Jones standen sich vor dreizehn Jahren zum ersten Mal an einem Filmset gegenüber, als sie beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen. Hinter den Kulissen war ihre Zusammenarbeit geprägt von Reibung, Konkurrenz und Missverständnissen, doch vor der Kamera stimmte die Chemie so sehr, dass sie für die Öffentlichkeit eine Beziehung vortäuschen mussten. Nach dem Dreh brachen sie den Kontakt vollständig ab. Jahre später ist Cynthie eine gefeierte Schauspielerin, Jack ein erfolgreicher Serienstar – und ihr gemeinsamer Film längst Kult. Eine geplante Fortsetzung bringt sie erneut zusammen, inklusive Promotour, Fake-Dating und einem Dokumentationsteam, das jeden Moment festhält. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Gefühle drängen an die Oberfläche, und plötzlich ist nichts mehr so klar getrennt zwischen Rolle und Realität.

Meinung:
Dieses Buch war für mich ein einziger, intensiver Wohlfühlmoment – einer von der Sorte, die leise beginnt und am Ende mitten ins Herz trifft. Diese Second Chance Romancehat mir genau das gegeben, was ich an großartigen RomComs liebe: Wärme, Humor, Sehnsucht und diese ganz besondere Magie, wenn zwei Menschen zur richtigen Zeit endlich ehrlich zueinander werden. Mit der letzten Zeile blieb so viel Gefühl zurück, dass ich wieder an die eine große, echte Liebe glauben will. Cynthie ist eine Protagonistin, die sich sofort echt anfühlt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke, ihr trockener Humor und ihre Art, mit Schmerz umzugehen, haben mich tief berührt. Sie ist keine glattpolierte Hollywood-Figur, sondern eine Frau, die gelernt hat, sich zu schützen – manchmal zu sehr. Jack steht ihr dabei in nichts nach. Nach außen selbstsicher, charmant und kontrolliert, ringt er innerlich mit Selbstzweifeln, Angst und dem Wunsch, endlich er selbst sein zu dürfen. Besonders berührend fand ich, wie beide mit mentaler Gesundheit umgehen, wie unterschiedlich sich Angst äußern kann und wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen. Das wird sensibel, ehrlich und ohne Pathos erzählt. Die Dynamik zwischen Cynthie und Jack ist das Herzstück der Geschichte – und sie ist einfach großartig. Das anfängliche Gegeneinander, die bissigen Dialoge, die alte Wut, die unter der Oberfläche brodelt, und dann dieses langsame, vorsichtige Aufweichen: Gespräche, die länger dauern als geplant, Blicke, die zu viel sagen, Erinnerungen, die plötzlich nicht mehr nur schmerzen. Es gibt kein abruptes Umschlagen von Hass zu Liebe, sondern eine Entwicklung, die sich verdient anfühlt. Ja, das Thema Misscommunication sorgt zwischendurch für Frust – ich wollte die beiden mehr als einmal anschreien –, aber rückblickend trägt genau das zur Authentizität bei. Ich bin ein großer RomCom-Fan und liebe besonders die Klassiker der 1990er- und frühen 2000er-Jahre, und genau dieses Gefühl hat das Buch in mir ausgelöst. Es erinnerte mich teilweise an „Notting Hill“: diese Mischung aus Glamour und Verletzlichkeit, aus Humor und leiser Melancholie. Beim Lesen hatte ich teilweise auch die junge Emma Thompson vor Augen – klug, warm, mit Tiefe – und konnte mir Cynthie kaum anders vorstellen. Auch das Film-Setting und der Blick hinter die Kulissen eines Filmdrehs wirken nicht nur glamourös, sondern überraschend reflektiert, gerade wenn es um Erwartungen, Machtverhältnisse und öffentliche Rollenbilder geht. Die Rückblicke in die Vergangenheit sind klug gesetzt und sorgen dafür, dass man sowohl die jungen Versionen von Cynthie und Jack als auch ihre heutigen Ichs versteht. Man sieht, wie sehr sie gewachsen sind und warum es damals einfach noch nicht funktionieren konnte. Die Nebenfiguren bringen Humor, Leichtigkeit und dieses wunderbare Found-Family-Gefühl, das für mich jede gute RomCom abrundet. Der Spice ist präsent, aber genau richtig dosiert: emotional motiviert und niemals Selbstzweck. Für mich ist diese Second Chance daher nicht einfach nur eine unterhaltsame Liebesgeschichte, sondern ein Roman, der zeigt, dass Liebe manchmal Zeit braucht – und Mut.

Fazit:
„Let’s make a scene“ von Laura Wood ist eine warmherzige, emotionale und wunderbar nostalgische Second-Chance-RomCom. Mit Humor, Tiefe und ganz viel Herz erzählt die Autorin eine Geschichte über verpasste Chancen, Wachstum und die große Liebe zur richtigen Zeit. Für mich ein absolutes Highlight und ein echtes Wohlfühlbuch, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.

Lieblingszitat:
„Als ich ihn anschaue, geht mir wieder einmal durch den Kopf, wie merkwürdig es ist, dass ich ihm nicht nur erzählen kann, was ich denke und fühle, sondern dass es ihn offensichtlich auch interessiert. Es steht ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben. Ich bin sein Lieblingsroman – der, den er nicht aus der Hand legen kann.“ (S. 533)

{Rezension} Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)

Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31735-8
Ersterscheinung: 12.11.2025

Ein Geheimbund.
Eine Leiche im See.
Ein schockierendes Geheimnis.

Inhalt:
Sawyer Taft lebt weiterhin bei ihrer Tante und ihrer Großmutter und ist Teil der High Society geworden, zu der auch ihre neu gefundene Familie gehört – allerdings nur widerwillig. Noch immer treibt sie die Frage nach ihrer Herkunft um, denn Sawyer will endlich wissen, wer ihr Vater ist und was sich vor etwa 25 Jahren wirklich zugetragen hat. Als sie gemeinsam mit ihrer Cousine Lily in den exklusiven Debütantinnen-Geheimbund der White Gloves aufgenommen wird, nehmen die Ereignisse eine düstere Wendung. Ein schockierender Fund bei einem Initiationsritual am See bringt lange verdrängte Geheimnisse ans Licht. Zusammen mit Lily, Campbell und Sadie-Grace gerät Sawyer immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Intrigen und familiären Verstrickungen, das droht, die gesamte High Society zu erschüttern.

Meinung:
Sawyer Taft war für mich schon im ersten Band eine starke Protagonistin, doch in diesem zweiten Teil ist sie mir noch nähergekommen. Ihre zynische, scharfzüngige Art, ihr trockener Humor und ihre konsequente Weigerung, sich vollständig den Regeln der Reichen und Mächtigen zu unterwerfen, machen sie unglaublich authentisch. Besonders gefallen hat mir ihre Entwicklung, die nicht laut oder dramatisch daherkommt, sondern eher leise und subtil verläuft – in ihren Entscheidungen, in ihrem Umgang mit anderen und darin, wie sie langsam ihren eigenen Platz in dieser Welt findet. Die Dynamik zwischen Sawyer, Lily, Campbell und Sadie-Grace ist erneut ein großes Highlight. Ihre Freundschaft wirkt chaotisch, lebendig und ehrlich, und man spürt deutlich, wie sie im Laufe der Geschichte enger zusammenwachsen. Zwar bleiben einige der Charaktere eher stereotypisch, doch genau das funktioniert erstaunlich gut für diese Art von Story und verleiht ihr einen gewissen Gossip-Girl-Charme. Der Schreibstil von Jennifer Lynn Barnes ist wieder äußerst flüssig, humorvoll und präzise – ein Stil, der es leicht macht, komplett in die Geschichte einzutauchen und Seite um Seite zu verschlingen. Die zahlreichen Plottwists und Enthüllungen sorgen für durchgehende Spannung, auch wenn die vielen Theorien zu den Verwandtschaftsverhältnissen zeitweise etwas unübersichtlich werden. Immer wieder wird man bewusst in die Irre geführt, nur um kurz darauf festzustellen, dass man sich seiner Sache doch nicht so sicher war. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit steigern die Spannung zusätzlich, auch wenn sie stellenweise zur Verwirrung beitragen. Der Geheimbund der White Gloves bringt eine starke, düstere Atmosphäre mit sich, hätte für meinen Geschmack zum Ende hin jedoch noch etwas mehr narrative Relevanz haben dürfen. Das Finale selbst ist schlüssig, emotional und konsequent erzählt – weniger ein lauter Knall, dafür eine stimmige Auflösung, die rückblickend Sinn ergibt.

Fazit:
„Deadly Little Scandals“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein würdiger und spannender Abschluss der „Little-White-Lies“-Dilogie, der mit Intrigen, Freundschaft und dunklen Familiengeheimnissen überzeugt. Sawyer Taft trägt die Geschichte mit viel Charisma und einer gelungenen, subtilen Charakterentwicklung. Trotz kleiner Schwächen in der Übersicht bleibt das Buch fesselnd und atmosphärisch, weshalb ich sehr gerne 4,5 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Like Hearts We Heal
(Bd. 6 der „Winter-Dreams“-Reihe)

Like Hearts We Heal
(Bd. 6 der „Winter-Dreams“-Reihe)
von Ayla Dade

Penguin Verlag
Paperback
New Adult
640 Seiten
ISBN: 978-3-328-11366-9
Ersterscheinung: 12.11.2025

Sie wünschte, sie könnte ihn aus ihrem Leben streichen. Doch das Herz vergisst nie.

Inhalt:
Im finalen Band der Reihe steht erneut die leidenschaftliche Eiskunstläuferin Paisley im Mittelpunkt. Nach der schmerzhaften Trennung von ihrer großen Liebe Knox versucht sie, sich ganz auf ihr großes Ziel zu konzentrieren: Olympisches Gold. Der Leistungssport fordert ihr alles ab – körperlich wie emotional – und doch verfolgt sie unbeirrt ihren Traum. Allerdings lässt sich die Vergangenheit nicht so leicht abschütteln. Ausgerechnet Knox, der ihr Herz gebrochen hat, wird zu einem unvermeidbaren Teil ihrer Zukunftspläne. Um ihren Traum von der Gründung eines Sportinternats nach ihrer aktiven Karriere zu verwirklichen, ist sie auf seine Unterstützung angewiesen. Die Zusammenarbeit zwingt beide dazu, sich mit unausgesprochenen Gefühlen, alten Verletzungen und dem verlorenen Vertrauen auseinanderzusetzen. Während Paisley auf dem Eis um Perfektion kämpft, ringt sie innerlich mit der Frage, ob sie Knox jemals wieder vertrauen kann oder ob manche Brüche nicht mehr zu kitten sind.

Meinung:
Dieser Band setzt stark auf das Motiv der zweiten Chance – und das spürbar ernster und schwerer als noch zu Beginn der Reihe. Die Atmosphäre ist geprägt von Verletzungen, Stolz und einer gewissen emotionalen Erschöpfung, die sich auch auf mich als Leserin übertragen hat. Paisleys kompromissloser Ehrgeiz wird sehr deutlich dargestellt. Ihr Fokus auf Olympia ist bewundernswert, wirkt aber zugleich selbstzerstörerisch. Manche ihrer Entscheidungen haben bei mir eher Kopfschütteln als Mitgefühl ausgelöst, weil sie sich immer wieder in Situationen bringt, die vermeidbar gewesen wären. Gleichzeitig passt dieses Verhalten zu ihrem Charakter: Sie definiert sich stark über Leistung und verliert dabei zeitweise den Blick für sich selbst. Knox bleibt ebenfalls ambivalent. Seine Zurückhaltung und seine Schwierigkeiten, offen zu kommunizieren, sorgen für viele Konflikte, die sich einfacher hätten lösen lassen. Die anhaltenden Missverständnisse und das Ausweichen vor klaren Gesprächen empfand ich stellenweise als anstrengend. Der emotionale Stillstand zwischen den beiden zieht sich teilweise etwas in die Länge. Positiv hervorzuheben ist jedoch das Setting in Aspen, das wieder eine vertraute Kulisse bietet. Auch der Einblick in den Leistungssport und den Druck vor Olympia wirkt authentisch und verleiht der Geschichte eine zusätzliche Ebene. Die Nebenfiguren sorgen für Momente der Auflockerung, auch wenn nicht jede Szene für den eigentlichen Handlungsverlauf zwingend notwendig erscheint. Das Finale ist insgesamt stimmig und schließt die Geschichte rund ab. Einige Entwicklungen sind vorhersehbar, dennoch wirkt der Abschluss verdient. Besonders die letzten Kapitel bündeln die Emotionen noch einmal und sorgen für einen versöhnlichen Ausklang.

Fazit:
Mit „Like Hearts We Heal“ von Ayla Dade erhält die Geschichte von Paisley und Knox einen emotionalen Abschluss, der vor allem vom Thema zweite Chancen lebt. Insgesamt ein solider letzter Band mit gefühlvollen Momenten und kleinen Schwächen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Fighting for Love
(Bd. 3 der „San Diego Lightnings“-Reihe)

Fighting for Love
(Bd. 3 der „San Diego Lightnings“-Reihe)
von Tracy Wolff

Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Paperback
Sports Romance
336 Seiten
Originaltitel: Rough & Ready
ISBN: 978-3-7341-1444-1
Ersterscheinung: 20.08.2025

Können zwei gebrochene Herzen trotz ihrer Narben zueinander finden?

Inhalt:
Elara Vance, ehemalige Basketballprofispielerin und engagierte Leiterin eines Jugend-Sportzentrums, sieht sich mit einem massiven Problem konfrontiert: Spendengelder bleiben aus, weil großzügige Förderer ihr Geld lieber in die prestigeträchtigen Projekte von Footballstar Tanner Green investieren. Für Elara fühlt sich das wie ein persönlicher Schlag an, denn ihr Zentrum ist auf jede Unterstützung angewiesen. Tanner wiederum ist sich der Tragweite seines Ruhms zunächst kaum bewusst. Als die Situation eskaliert, sucht er Elara auf, um die Fronten zu klären. Aus der angespannten Konfrontation entwickelt sich eine intensive Verbindung, bei der schnell deutlich wird, dass beide nicht nur ihre Leidenschaft für den Sport teilen, sondern auch tiefe emotionale Wunden aus der Vergangenheit.

Meinung:
Mich hat vor allem die Ausgangssituation der Geschichte überzeugt, weil sie moralisch interessant und ungewöhnlich für eine Sports Romance ist. Tanner ist kein klassischer „Schuldiger“, sondern jemand, der ungewollt von einem System profitiert, in dem Bekanntheit mehr zählt als tatsächlicher Bedarf. Das macht den Konflikt vielschichtig und glaubwürdig. Elara dagegen steht sinnbildlich für all jene, die mit Herzblut kämpfen, aber im Schatten großer Namen übersehen werden. Elara ist für mich eine starke, leidenschaftliche Protagonistin, deren Wut und Frustration absolut nachvollziehbar sind. Ihre Hingabe an das Jugendzentrum gibt der Geschichte emotionales Gewicht. Tanner hingegen ist ruhig, reflektiert und erstaunlich sensibel. Gerade seine Unsicherheit im Umgang mit seinem eigenen Einfluss hat ihn für mich sehr sympathisch gemacht. Dass er Elara nicht einfach mit Charme oder Geld „retten“ will, sondern wirklich zuhört und lernt, ist ein großer Pluspunkt. Die Beziehung zwischen Elara und Tanner entwickelt sich langsam und über Reibung, was ich sehr mochte. Ihre Dialoge sind schlagfertig, emotional und oft von unterschwelliger Spannung geprägt. Besonders gelungen fand ich, wie Tracy Wolff das Trope Shared Trauma einbindet: Beide Figuren tragen Verletzungen aus dem Profisport mit sich herum, gehen damit aber sehr unterschiedlich um. Auch hier hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe gewünscht, doch die emotionale Grundstimmung hat mich trotzdem erreicht. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, intensiv und mit genau der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit.

Fazit:
„Fighting for Love“ von Tracy Wolff ist eine emotionale Sports Romance, die zeigt, wie Macht, Ruhm und gute Absichten ungewollt Schaden anrichten können. Die Liebesgeschichte von Elara Vance und Tanner Green lebt von starken Charakteren, ehrlichen Konflikten und spürbarer Leidenschaft für den Sport. Auch wenn einige Themen noch mehr Raum verdient hätten, ist es ein berührender Abschluss der „San Diego Lightnings“-Reihe. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.