{Rezension} Love Paris Dance

Love Paris Dance
von Anne-Sophie Jouhanneau
übersetzt von Katrin Mühlbacher

One Verlag
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene / Jugendbuch
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originaltitel: Kisses & Croissants
ISBN: 978-3-8466-0139-6
Ersterscheinung: 29.10.2021

Inhalt:
Ballett ist Mias größte Leidenschaft und um ihrem Traum, eines Tages Profi-Tänzerin zu werden, einen Schritt näher zu kommen, nutzt sie die Gelegenheit und geht für sechs Wochen nach Paris. Wer hätte gedacht, dass ihre größte Konkurrentin auf die gleiche Idee kommt? Zu allem Überdruss sind die beiden auch noch Zimmergenossinnen. Das Sommerferienprogramm des Institut de l’Opéra de Paris ist viel zu wichtig für Mias Zukunft, weshalb sie beschließt, sich durch nichts in der Welt von ihrem Traum ablenken zu lassen. Doch dann tritt Louis in ihr Leben…

Meinung:
Love. Paris. Dance. Drei Worte, die all das beschreiben, was man braucht, um glücklich zu sein. Keine Frage, ich wäre es, wenn man mich über die Sommerferien nach Paris schicken würde. Gut, es müsste jetzt kein Ballett sein, denn auf Spitze tanzen kann ich nicht. Aber ich bin mir sicher, dass Paris bestimmt auch noch andere Freizeitaktivitäten zu bieten hat. Ja, das könnte ich mir sehr gut vorstellen, weshalb ich auch gut nachvollziehen kann, dass Mia die Chance nutzt. Anstatt den letzten Highschool-Sommer mit ihren Freunden zu verbringen, tanzt sie lieber durch Paris und trifft dabei auf den charmanten Franzosen Louis. Wie gesagt, Paris ist eine tolle Stadt und deshalb – gerade auch mit der Verbindung zum Ballett – ein traumhaftes Setting. Man merkt beim Lesen, dass die Autorin selbst jahrelang in Frankreich gelebt hat, denn sie fängt das Savoir-vivre und dieses besondere Pariser Flair hervorragend ein. Ich hatte teilweise das Gefühl, selbst mit Mia und Louis an der Seine entlang zu flanieren. Ist natürlich perfekt, wenn man direkt am Anfang der Sommerferien so einen charmanten Franzosen kennenlernt, der einem dann natürlich die Stadt der Liebe von der schönsten Seite zeigen kann. Ich bin ja eh ein Fan von Liebesgeschichten in Paris (klischeebehaftetes Liebesgedöns, aber süß wie Zuckerwatte) und konnte mich daher direkt von der ersten Seite an mit der Geschichte anfreunden. Diese Romanze hat also eigentlich alles, was ein romantischer Liebesroman haben sollte, wenn man alle Klischees bedienen möchte. Ich fand beispielsweise den federleichten, jugendlichen Schreibstil der Autorin toll und das hat auch super zur siebzehnjährigen Mia gepasst. Auch die einzelnen französischen Einschübe fand ich super. So macht Französisch lernen auf einmal ganz viel Spaß. Aber andererseits gab es ein paar Punkte, über die ich mir irgendwie den Kopf zerbrochen habe. Ich meine, Mia fliegt von Amerika aus für 6 Wochen nach Paris und ist mit ihren zarten 17 Jahren noch recht unbeholfen, was teilweise an ihrem chaotischen Wesen liegt, und dann nimmt sie die erstbeste Gelegenheit an, um bei einem wildfremden Franzosen auf der Vespa mitzufahren? Also, ich weiß nicht! Meine Mutter würde mir definitiv den Hals umdrehen, wenn ich so etwas tun würde. Nun gut, man könnte sagen, sie stand unter Starkstrom und in Stresssituationen macht man unüberlegte Dinge. Oder aber der peinliche Moment, wo Mia sich verstecken möchte, weil sie von Ballettschülern nicht mit Louis zusammen gesehen werden möchte. Gefolgt von der Szene, wo Mia Louis an der Seine stehen lässt, damit ihre Freundinnen sie nicht gemeinsam sehen, und er sagt dazu einfach nichts. Keinen Ton. Er wundert sich nicht einmal. Komisch. Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass mir die einzelnen Charaktere recht gut gefallen haben – selbst den strengen Ballettlehrer mochte ich irgendwie. Mia ist total sympathisch und wenn wir mal alle ehrlich sind, auch total mutig. Mit 17 Jahren alleine nach Paris zu gehen und dort die Stadt des Balletts zu erobern, finde ich echt bemerkenswert. Louis finde ich natürlich – wer hätte es anders erwartet? – göttlich. Ein charmanter Franzose. Mein absoluter Lieblingscharakter ist aber definitiv Audrey. Sie ist die Beste, die Schönste, das Mädchen, das eigentlich immer alles bekommt, wenn es nur mit dem Finger schnipst. Sie hat das Talent, eines Tages eine großartige Ballerina zu werden. Und doch ist sie nicht glücklich. Da muss erst mal so eine chaotisch-turbulente Mia in Audreys Leben platzen und schwupps ist das Kind wie ausgewechselt. Herrliches Klischee, aber super lustig. Diese Kombination aus Leidenschaft (Ballett), der ersten großen Liebe (Louis) und der geheimnisvollen Familiengeschichte (Degas) finde ich wirklich gut gelungen. Dennoch gibt es etwas, was ich zu kritisieren und beanstanden habe. Was ich hier nun leider erwähnen muss, weil es mich tierisch ärgert, sind nicht die kleinen Flüchtigkeitsfehler, dass man mal ein Satzzeichen oder auch mehrere vergisst, aber wenn man sich Paris als Setting raussucht, dann sollte man doch bitte den Eiffelturm richtig schreiben. Herr Eiffel wurde mit „Doppel-F“ geschrieben, also wird auch der Eiffelturm dementsprechend auch so geschrieben. So und nicht anders. Als wäre das nicht genug, will uns der Klappentext auch noch eine sechzehnjährige Mia verkaufen, die im Buch allerdings siebzehn Jahre alt ist. Sorry, so einen Fauxpas dürfte es in solch einem Buch nicht geben. Nichtsdestotrotz gab es glücklicherweise genug Szenen, die mich glücklich gemacht haben. Meine Lieblingsszene war tatsächlich der Moment der Rollenverteilung, als Audrey erfährt, dass sie der Schwan ist. Etwas betrübt, hatte ich richtig Mitleid mit Mia. Doch dann BÄM! – die große Überraschung. Einfach genial, dass Mia doch noch eine Rolle ergattern konnte und dann auch noch die des schwarzen Schwans. Herrlich! Alles in allem – mal abgesehen von den Kleinigkeiten, die mich gestört haben, gab es in diesem Roman wunderschöne Augenblicke, die mich von Paris träumen ließen. Die Sehnsucht nach Paris zu reisen, ist nun immens groß. Insgesamt mag ich das Buch also irgendwie. Vor allem die sympathischen Protagonisten. Aber in meinen Augen passt das Ende der Geschichte überhaupt nicht zum Rest des Buches. Für meinen Geschmack war auf den letzten Seiten alles ein bisschen zu dramatisch. Ein Wohlfühlroman, der am Schluss ein actiongeladenes Ende noch benötigt? Nein, das hätte es wirklich nicht gebraucht.

Fazit:
„Love Paris Dance“ von Anne-Sophie Jouhanneau ist eine gefühlvolle, herzerwärmende und witzige Lovestory mit einem traumhaften Setting und sympathischen Charakteren. Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} Bleistiftherz

Bleistiftherz
von Elin Hansson

Hummelburg Verlag
Hardcover
Jugendbuch
192 Seiten
Altersempfehlung: ab 11 Jahren
Originaltitel: Blyanthjerte
ISBN: 978-3-7478-0041-6
Ersterscheinung: 01.08.2021

Inhalt:
Liv ist zwölf Jahre alt, aber eigentlich fast schon dreizehn, doch sie fühlt und verhält sich deutlich älter. Das liegt wohl daran, dass sie sehr viel Zeit mit ihrer Oma und deren Freundinnen verbracht hat. Doch leider ist ihre Oma vor einigen Wochen verstorben. Da ihre beste Freundin weggezogen ist, könnten die Sommerferien also ziemlich langweilig und trostlos werden. Doch plötzlich tritt Frans in ihr Leben und Liv beschließt, dass sie cooler werden muss. Und was könnte cooler sein, als ein skatendes Mädchen?

Meinung:
Bei diesem Buch war es tatsächlich das Cover, was mich als Erstes angesprochen hat. Es ist eigentlich recht schlicht gehalten, aber es zeigt die wichtigsten Bestandteile der Geschichte in nur einem einzigen Bild. Das ist wahre Kunst! Daraufhin habe ich selbstverständlich den Klappentext gelesen und der hat mich restlos überzeugt. Liv erzählt uns aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte über Mut, Selbstvertrauen und das zugleich schönste und aufregendste Gefühl der Welt – die erste Liebe. Nun ja, ob man mit 13 Jahren tatsächlich schon über Liebe reden kann, wage ich zu bezweifeln. Hmm… Moment mal! Liv konnte mit der Liebe auch nicht sonderlich viel anfangen – bis zu dem Moment, als Frans in ihr Leben tritt. Herrlich! Für ihn will Liv sogar Skaten lernen. Ob das klappt, mag ich an dieser Stelle nicht verraten, aber sagen wir es mal so, Liv bevorzugt die Konversation mit den Freundinnen ihrer verstorbenen Oma, sie geht mit den älteren Damen schwimmen und sie spielt gerne Kniffel. Und über Livs Modegeschmack lässt sich streiten. Cool ist eigentlich was anderes. Und dennoch entzückt dieses Teenagermädchen und versprüht so viel Sympathie und Warmherzigkeit, dass man Liv einfach lieben muss. Es sind aber vor allem die weisen Worte und die Atmosphäre, die mich verzaubert haben. Dieses Buch ist ein eher stilles Buch, das kein großes Trara benötigt. Der Schreibstil der Autorin ist federleicht und lässt sich hervorragend lesen. Schnell gerät man in einen Lesefluss und verschlingt das ganze Buch im Nu.

Fazit:
„Bleistiftherz“ von Elin Hansson ist eine warmherzige Geschichte aus dem Leben eines Teenagers für Mädchen ab 11 Jahren. Ich wurde bestens unterhalten und vergebe daher liebend gerne 5 von 5 Sternchen.

Meine Lieblingszitate:
»Wörter! Es ist so schwierig, die richtigen auszuwählen. Da ist es leichter zu zeichnen. Zeichnungen sind Erzählungen ohne Worte.« (S. 54)

»Wenn es ein Griff ins Klo ist, habe ich es wenigstens versucht und falls ich mich zum Affen mache, kann ich immerhin ein Buch darüber schreiben. Oma hat immer gesagt: Aus den größten Katastrophen entstehen die besten Bücher.« (S. 65)

»Die Augen verraten, was für ein Mensch jemand ist. So wie der Strich den Zeichner offenbart.« (S. 82)

»Mein Herz ist leer. Wie ein verlassenes Haus.« (S. 83)

»Kennen Sie das? Sie denken, Ihr Leben könnte nicht schlimmer werden, aber dann passiert etwas und Sie merken: Hm. Vielleicht geht‘s doch noch schlimmer?« (S. 85)

»Verliebtsein ist ein bisschen wie Kniffel. Manche würfeln gleich Full House, andere mühen sich ab, genügend Einer für den Bonus zusammenzukratzen. Aber wenn du nicht mitspielst, kannst du auch nicht gewinnen.“« (S. 87)

»Und dann treffe ich eine Entscheidung. Ich werde cool. So cool, dass Jasemin und Melissa einen Kieferorthopäden brauchen werden, der ihre Kinnlade wieder einhängt, nachdem sie mich das nächste Mal gesehen haben.« (S. 106)

»Idioten sind wie Löwenzahn, denke ich. Sie wachsen überall.« (S. 116)

»Idioten sind wie Graubrot“, hat Oma immer gesagt. „Außen hart und innen langweilig.“« (S. 116)

»Er guckt wie ein Otter und das gefällt mir.« (S. 123)

»Wenn du wie alle anderen wirst, verlierst du dich selbst.« (S. 126)

»Die beiden werden sich gegenseitig das Leben schwer machen. Falls es Gott gibt, hat er wirklich einen hintergründigen Sinn für Humor.« (S. 162)

»Aber seine Worte fallen zu Boden. Denn manche Dinge sind aus Glas. Sie zerbrechen. Und das tut weh.« (S. 164)

»Manche Wörter sind mehr wert als tausend Diamanten.« (S. 164)

Herzlichen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} Checker Tobi
Der große Gesundheits-Check
Viren, Fitness, Vitamine
Das check ich für euch!

Checker Tobi
Der große Gesundheits-Check
Viren, Fitness, Vitamine
Das check ich für euch!
(Band 3 der „Checker Tobi“-Sachbuchreihe)
von Checker Tobi
mit Texten von Gregor Eisenbeiß
mit Illustrationen von Carolin Flammang

cbj Kinder- und Jugendbuchverlag
Hardcover
Sachbuch / Wissensbuch für Kinder
112 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-570-17885-0
Ersterscheinung: 30.08.2021

Inhalt:
Mit vielen Fotots aus den Sendungen, den Original-Illustrationen und tollen Mitmach-Checks erklärt uns Checker Tobi in diesem dritten Band der „Checker Tobi“-Sachbuchreihe alles zum Thema Gesundheit.

Meinung:
Ich war bereits von den ersten zwei Bänden so begeistert, dass ich selbstverständlich nun auch den dritten Band lesen wollte. Diese Reihe beinhaltet nicht nur interessante und spannende Themen, sondern erklärt diese auch sehr lebensnah und kindgerecht. Checker Tobi lässt sich von Experten und Expertinnen erklären, warum unser Körper Superkräfte hat, die wir unterstützen müssen, und welche Hilfen es gibt, wenn wir doch mal krank werden. Die Checker-Frage „Was ist eine Allergie?“ fand ich höchst interessant, denn da bin ich ja selbst betroffen. Die Hyposensibilisierung, mit der ich selbst erst vor einem Monat angefangen habe, wird richtig gut erklärt. Aber vor allem an einer Stelle bin ich hängengeblieben, denn ich musste über Tobis Satz „Ich persönlich mag meine Narben ganz gerne.“ schmunzeln. Ich mag meine Narben nämlich auch, denn Narben erzählen Geschichten – meistens schöne, die allerdings kein gutes Ende nehmen. An meine letzte Narbe erinnere ich mich sehr, sehr gut. Ist ja auch nicht sonderlich lange her. Ich hatte viel Spaß an diesem Tag und es wäre tatsächlich einer dieser Tage gewesen, der nahezu perfekt ist, wenn ich nicht so unachtsam gewesen wäre. Aber keine Sorge, es hat zwar mordsmäßig geblutet, aber ich wurde zumindest gut verarztet. Auch beim Thema Knochenbruch ist mir direkt eine kleine Anekdote eingefallen, die ich euch hier kurz erzählen mag. Ich habe mir bisher nämlich nur ein einziges Mal was gebrochen – und das, obwohl ich allerlei Sportarten schon ausprobiert habe. Es war bei einem Kindergeburtstag, ein ganz toller Geburtstag übrigens. Mein Kindergartenfreund hatte uns in einen Steinbruch eingeladen und wir haben alle geklopft wie die Weltmeister. Tja, leider hat einer der Jungs etwas übertrieben, denn – ganz in seinem Element – hat er dann nicht den Stein erwischt, sondern meinen kleinen Finger. Autsch! Das war im ersten Moment eine heftige Erfahrung, aber es ist zum Glück alles gut gelaufen. Eine Lehre habe ich daraus allerdings gezogen: Sei immer achtsam – das Schicksal schlägt immer im unpassendsten Moment zu. Damit ich immer gewappnet bin für irgendwelche Eventualitäten, möchte ich natürlich gesund bleiben und das „Wie?“ wäre ja jetzt geklärt – immerhin haben wir nun alles zum Zhema „Gesundheit“ gecheckt!

Fazit:
Mit „Der große Gesundheits-Check“ geht es bereits in die dritte Runde mit der „Checker Tobi“-Sachbuchreihe. Wissbegierige Kinder ab 8 Jahren erfahren erstaunliche Fakten von Tobi und Roboter-Assistentin Roberta. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und somit auch 5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

Hier findet ihr übrigens mein Interview mit Tobias Krell.

{Rezension} Merdyns magische Missgeschicke
Zaubern will gelernt sein! (Bd. 1)

Merdyns magische Missgeschicke
Zaubern will gelernt sein! (Bd. 1)
von Simon Farnaby
mit Illustrationen von Claire Powell
übersetzt von Mareike Weber

rotfuchs (Rowohlt Taschenbuch Verlag)
Hardcover
Kinderbuch
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Meine persönliche Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Originaltitel: The Wizard in My Shed
ISBN: 978-3-499-00720-0
Ersterscheinung: 19.10.2021

Mein Lieblingszitat:
„Solange du dein Bestes gibst…kannst du gar nicht verlieren.“ (S. 25)

Inhalt:
Rosie träumt von einer Karriere als Sängerin – allerdings gibt es da ein klitzekleines Problem, denn Rosie hat leider gar kein Talent. Als dann Merdyn, ein mächtiger Hexenmeister, aus dem Mittelalter direkt ins heutige Hier und Jetzt verbannt wird, wittert sie endlich ihre Chance. Doch so einfach ist das alles nicht. Denn schließlich hält Rosies Mutter Merdyn für den verschollenen Onkel Martin und auch Merdyns ältester Feind taucht plötzlich auf und fordert ihn zu einem Zauberduell heraus.

Meinung:
Das Kinderbuchdebüt des britischen Schauspielers und Drehbuchautors Simon Farnaby ist wahnsinnig komisch, voller abenteuerlicher Ideen und ein grandioser Mix aus Zauberei und Zeitreise. Das farbenfrohe und chaotische Cover zeigt schon direkt, in welche Richtung es geht, denn temporeich und trubelig entwickelt sich die Story zu einem wahren Lesegenuss und einem einzigartigen Highlight. Ich musste sehr oft herzhaft lachen und habe mir dabei nicht nur einmal die Lachtränchen weggewischt. „Gott weiß, wie wichtig das Lachen in diesen düsteren Zeiten ist!“ (S. 111), aber es sind nicht nur die lustigen Momente, sondern auch die, die etwas tiefgründiger eine wichtige Botschaft vermitteln, die mich voll und ganz verzaubert haben. Vor allem aber Rosie und ihr pupsendes Meerschweinchen Pupsie habe ich ganz tief in mein Herz geschlossen. Der Schreibstil ist dem Lesealter entsprechend einfach gehalten und lässt sich daher auch leicht und flüssig lesen. Das Buch ist zwar sehr dick, was im ersten Moment abschreckend wirken könnte, aber die kurzen Kapitel und die zahlreichen Einschübe im Comicstil lockern den Lesefluss zusätzlich auf.

Fazit:
Mit „Zaubern will gelernt sein!“ ist Simon Farnaby ein grandioses Kinderbuchdebüt und ein fabelhafter Reihenauftakt gelungen. „Merdyns magische Missgeschicke“ ist inhaltlich schon für Kinder ab 8 Jahren sehr gut geeignet, jedoch würde ich aufgrund der Dicke des Buches das Lesealter etwas hochsetzen. Von mir gibt es magische 5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und an Altenburger PR für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} Verboten gut!
Lilly Becker
Home, sweet home

Verboten gut!
Lilly Becker
Home, sweet home
»Tausche High Heels gegen Jogginghose.«

Knaur TB
Hardcover
80 Seiten
ISBN: 978-3-426-79150-9
Ersterscheinung: 01.10.2021

Inhalt:
Aus der Reihe „Verboten gut!“ erzählt uns Lilly Becker, wie sie während des Lockdowns ihre High Heels gegen eine Jogginghose getauscht hat.

Meinung:
Lilly Becker – wer kennt sie nicht? Immerzu fröhlich und lustig tritt sie sehr oft in unzähligen Fernsehshows auf. Auch auf dem roten Teppich sieht man sie häufig, immerzu chic und elegant gekleidet. Dass sie auch anders kann, erzählt sie uns frei von der Zunge weg in diesem kleinen Büchlein. Es sind nicht viele Seiten und es ist tatsächlich nur ein sehr kleiner, überschaubarer Auszug ihres Lebens, aber es hat mir ausgereicht, um mir ein neues Bild von Lilly Becker machen zu können. Die Frau hat Humor! Und zwar einen recht guten. Sie berichtet locker und humorvoll über gemütliche Nachmittage im Jogginganzug, über Spielabende mit ihrer Nichte und über die Erkenntnis, dass TikTok nicht nur stupide, sondern äußerst unterhaltsam sein kann. Ich selbst habe vor genau 6 Monaten TikTok für mich entdeckt und deshalb konnte ich mich wahnsinnig gut in Lilly reinversetzen. Ihre Nichte weigert sich nämlich, ihr bei den peinlichen Videos zu helfen, genau wie meine Schwester bei mir. Meine kleine Schwester meint, ich wäre nicht kreativ, sondern „krank“. Ja, ich weiß, sie schüttelt eigentlich ständig ihren Kopf, aber am Ende des Tages muss sie meist dennoch über meine TikTok-Videos lachen. Ich bin wirklich sehr überrascht über Lilly Beckers Schreib- und Erzählstil und ich mochte vor allem die Stellen, wo man spürt, wie sehr sie ihre Familie liebt. Lilly Becker ist ein Familienmensch durch und durch und kommt wahnsinnig sympathisch rüber. Es bleibt für mich nur eine Frage nun offen: Lilly, was ist passiert? Wieso hast du mit TikTok aufgehört? You’re so funny!

Fazit:
Mit „Home, sweet home” aus der Reihe „Verboten gut!“ lernen wir Lilly Becker von einer überraschend witzigen und charmanten Seite kennen. Dieser kurzweilige und humorvolle Auszug aus ihrem Leben war tatsächlich sehr amüsant und deshalb erhält die liebe Lilly 4 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar.