{Rezension} Falling for No. 89
(Bd. 2 der „L.A. Vipers“-Reihe)

Falling for No. 89
(Bd. 2 der „L.A. Vipers“-Reihe)
von Alicia Sommer

LYX Verlag
Paperback
New Adult / Sports Romamce
432 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2547-0
Ersterscheinung: 26.09.2025

Inhalt:
Kayce James, Tight End der L.A. Vipers, lebt den Traum eines jeden Profisportlers: Erfolg in der NFL, Ruhm und finanzielle Sicherheit. Doch hinter seiner selbstbewussten Fassade verbergen sich massive Versagensängste und Panikattacken, die zunehmend seine Leistung auf dem Feld beeinträchtigen. Der Druck, immer funktionieren zu müssen, droht ihn zu zerbrechen. Als Shaila Sterling, angehende Sportmedizinerin, ein Praktikum beim Team beginnt, treffen die beiden nach Jahren erstmals wieder aufeinander. Sie stammen aus derselben Kleinstadt und teilen eine schmerzhafte Vergangenheit: Kayce verließ damals ohne Abschied seine Familie – und auch Shaila. Während sie nun seine Verletzungen behandelt, erkennt sie schnell, dass nicht nur sein Körper leidet, sondern auch seine Seele. Zwischen Trainingsplatz, Behandlungsraum und gemeinsamen Erinnerungen kommen alte Gefühle wieder an die Oberfläche. Doch Kayce hütet ein Geheimnis, das ihre vorsichtige Annäherung zu zerstören droht. Können sie sich der Vergangenheit stellen und einander wirklich vertrauen?

Meinung:
Was mich an diesem zweiten Band der „L.A. Vipers“-Reihe besonders berührt hat, ist die intensive Auseinandersetzung mit Leistungsdruck und Mental Health im Profisport. Kayces innere Kämpfe wirken erschreckend real: die Angst zu versagen, der Druck, immer stark zu sein, das Gefühl, als Profisportler keine Schwäche zeigen zu dürfen. Seine Panikattacken und Selbstzweifel werden nicht dramatisiert, sondern ernst und respektvoll behandelt. Das hat der Geschichte für mich eine besondere Tiefe verliehen. Shaila ist dabei keine typische laute Heldin, sondern eine eher stille, sehr reflektierte Figur. Gerade ihre ruhige Art macht sie so authentisch. Sie beobachtet genau, spürt zwischen den Zeilen und erkennt bei Kayce Dinge, die andere übersehen. Besonders die eingestreuten Tagebucheinträge aus ihrer Jugend haben mir gefallen, weil sie ihre langjährigen Gefühle greifbar gemacht und die gemeinsame Vergangenheit emotional unterfüttert haben. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und basiert weniger auf reiner Anziehung als auf gegenseitigem Verständnis. Ich mochte, dass beide einander nicht „retten“, sondern lernen, sich Halt zu geben, während sie ihre eigenen Baustellen angehen. Das fühlt sich erwachsener an als viele klassische Sports-Romance-Dynamiken. Allerdings hätte ich mir stellenweise eine offenere Kommunikation gewünscht. Einige Konflikte ziehen sich länger als nötig, und gerade die Ereignisse aus der Vergangenheit hätten für meinen Geschmack noch etwas intensiver aufgearbeitet werden können. Hier blieb für mich ein kleines emotionales Potenzial ungenutzt. Dennoch überwiegt für mich klar das Positive: die sensible Umsetzung ernster Themen, das glaubwürdige Football-Setting und zwei Figuren, die verletzlich sein dürfen. Die Mischung aus emotionaler Schwere und warmen, fast schon cozy Momenten hat mich insgesamt sehr abgeholt.

Fazit:
„Falling for No. 89“ von Alicia Sommer verbindet eine berührende Second-Chance-Liebesgeschichte mit einer sensiblen Darstellung von Leistungsdruck und psychischer Belastung im Profisport. Kayce und Shaila sind zwei vielschichtige Charaktere, deren Entwicklung emotional nachvollziehbar gestaltet ist. Trotz kleiner Schwächen in der Konfliktaufarbeitung überzeugt der Roman durch Tiefe, Gefühl und authentisches Football-Setting. Insgesamt vergebe ich deshalb 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} The Summer I Saved You
(Bd. 2 der „The Summer“-Reihe)

The Summer I Saved You
(Bd. 2 der „The Summer“-Reihe)
von Elizabeth O’Roark

LYX Verlag
Paperback
New Adult
352 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2486-2
Ersterscheinung: 29.08.2025

Inhalt:
Nach einer schmerzhaften Trennung kehrt Lucie mit ihren Zwillingen in das Ferienhaus ihrer Familie zurück – an den Ort, an dem sie einst die glücklichsten Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Zwischen vertrauten Erinnerungen und dem Versuch, für ihre Kinder einen sicheren Neuanfang zu schaffen, wird sie ausgerechnet mit ihrer ersten großen Liebe konfrontiert: Caleb, dem Jungen von nebenan, in den sie schon damals heimlich verliebt war. Doch das Wiedersehen verläuft anders als erhofft. Caleb ist inzwischen nicht nur ihr Nachbar, sondern auch ihr neuer Chef. Außerdem macht er deutlich, dass er kein Interesse daran hat, alte Gefühle wieder aufleben zu lassen. Während Lucie sich beruflich behaupten und gleichzeitig ihre Vergangenheit verarbeiten muss, werden die beiden immer wieder mit den Emotionen von damals konfrontiert. Zwischen Nähe und Distanz, Hoffnung und Angst stellt sich die Frage, ob ihre Geschichte vielleicht doch noch nicht auserzählt ist.

Meinung:
Ich habe mich unglaublich auf die Rückkehr in die Welt der „The Summer“-Reihe gefreut – und genau dieses sommerliche, leicht melancholische Gefühl hat mich von der ersten Seite an wieder eingefangen. Dieser Roman lebt nicht nur von seiner Liebesgeschichte, sondern vor allem von Atmosphäre: salzige Meeresluft, lange Abende, Erinnerungen an eine Jugend, in der noch alles möglich schien. Lucie hat mich besonders berührt. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern eine Frau, die gefallen ist, wieder aufsteht und das nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für ihre Kinder. Ihre Stärke ist leise, aber beeindruckend. Gerade die Szenen mit ihren Zwillingen gehören für mich zu den emotionalsten Momenten des Buches. Diese Mischung aus Verletzlichkeit, Humor und bedingungsloser Mutterliebe hat der Geschichte eine große Wärme verliehen. Caleb hingegen ist definitiv ein „grumpy“ Charakter: verschlossen, kontrolliert, manchmal frustrierend stur. Es gab Momente, in denen ich ihn am liebsten geschüttelt hätte. Seine innere Blockade, sein Festhalten an Schuld und Vergangenheit, haben die Liebesgeschichte immer wieder ausgebremst. Und genau hier liegt auch mein größter Kritikpunkt, denn sein Wandel kam mir letztlich etwas zu plötzlich. Ich hätte mir mehr Entwicklungsschritte, mehr innere Auseinandersetzung gewünscht, um diesen Umschwung vollkommen greifen zu können. Dennoch hat die Dynamik zwischen den beiden funktioniert. Die Annäherung ist ruhig, beinahe vorsichtig, kein überdramatisches Feuerwerk, sondern eher ein stetiges Glühen. Es gibt viele kleine, intime Momente, die mehr sagen als große Gesten. Diese leisen Szenen haben mich oft mehr bewegt als die konfliktreichen. Was ich ebenfalls mochte, ist die emotionale Tiefe. Themen wie toxische Beziehungen, Selbstwert und zweite Chancen werden nicht nur angerissen, sondern spürbar verarbeitet. Dabei bleibt die Geschichte trotz ernster Untertöne stets hoffnungsvoll. Man merkt, dass es hier nicht nur um Romantik geht, sondern auch um Selbstbestimmung und darum, alte Märchenbilder loszulassen, um etwas Echtes entstehen zu lassen. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr gefühlvoll. Besonders die kurzen Kapitel haben dafür gesorgt, dass ich immer weitergelesen habe – „nur noch eins“ wurde schnell zu „nur noch fünf“. Auch wenn sich im Mittelteil einige Konflikte leicht wiederholt haben und die Handlung stellenweise etwas auf der Stelle trat, konnte mich das Gesamtpaket emotional absolut erreichen. Für mich war es eine Geschichte, die weniger durch große Überraschungen glänzt, sondern durch Gefühl, Atmosphäre und Herz.

Fazit:
„The Summer I Saved You“ von Elizabeth O’Roark ist eine gefühlvolle Second-Chance-Romance mit sommerlichem Setting, starken Emotionen und einer berührenden Mutterfigur. Trotz kleiner Schwächen in der Charakterentwicklung überzeugt der Roman mit Wärme, Tiefe und vielen leisen Momenten, die lange nachhallen. Eine Geschichte über zweite Chancen, Selbstfindung und den Mut, sich selbst wieder wichtig zu nehmen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Jonah Goes Off Script

Jonah Goes Off Script 
von Robyn Green

LYX Verlag
Paperback
New Adult / queere Romance
400 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2563-0
Ersterscheinung: 02.02.2026

Was passiert, wenn der Vorhang fällt?

Inhalt:
Jonah Penrose steht nach seiner preisgekrönten Darstellung des Achilles auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Londoner West End. Doch während er beruflich gefeiert wird, zerbricht privat vieles: Seine Beziehung endet überraschend und familiäre Sorgen lasten auf ihm. Als dann auch noch Dexter Ellis, ehemaliger Publikumsliebling und einstiger Star der Rolle, neu ins Ensemble kommt, gerät Jonahs ohnehin wackeliges Gleichgewicht ins Wanken. Auf der Bühne sollen Jonah und Dexter ein Liebespaar spielen, hinter den Kulissen liefern sie sich jedoch einen erbitterten Konkurrenzkampf. Zwischen scharfem Schlagabtausch und wachsender Anziehung verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen gespielten Gefühlen und echter Nähe, besonders als persönliche Krisen alles verändern.

Meinung:
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht. Die ersten Kapitel fühlten sich etwas zäh an, ich musste mich erst in Jonahs Gedankenwelt einfinden. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr gewann die Geschichte an Tempo und emotionaler Tiefe – und irgendwann war ich komplett drin. Was mich von Anfang an begeistert hat, war das Setting. Als absoluter London-Mensch habe ich jede einzelne Beschreibung geliebt. Das West End, die Probenräume, die Enge hinter der Bühne, die Social-Media-Hypes, selbst die leicht muffige Northern Line – all das fühlte sich so authentisch und lebendig an, dass ich beim Lesen regelrecht „Heimweh“ bekam. Man merkt auf jeder Seite, wie sehr hier für das Theater gebrannt wird. Es ist keine bloße Kulisse, sondern pulsiert, fordert, verschlingt und schenkt zugleich Halt und Identität. Jonah selbst habe ich schnell ins Herz geschlossen. Seine Selbstzweifel trotz Erfolg, diese nagende Angst, nicht gut genug zu sein, das war so greifbar und ehrlich. Besonders die Szenen rund um seinen Vater haben mich tief berührt. Diese leisen, schmerzhaften Momente hatten eine Wucht, die weit über eine klassische Romance hinausgeht. Die nächtliche Autofahrt, das Hoffen, rechtzeitig anzukommen, dieses Gefühl zwischen Taubheit und Panik – das ging mir unglaublich nah. Die Dynamik zwischen Jonah und Dexter lebt stark von Reibung. Wortgefechte, spitze Kommentare, dieses unterschwellige Knistern, das hat Spaß gemacht. Gleichzeitig muss ich sagen: Dadurch, dass wir alles ausschließlich aus Jonahs Perspektive erleben, bleibt Dexter lange schwer greifbar. Ich hätte mir früher mehr Einblicke in seine Gedanken gewünscht. Der Übergang von Rivalität zu echter Nähe fühlte sich stellenweise etwas abrupt an. Im letzten Drittel gewinnt die Beziehung jedoch deutlich an emotionaler Tiefe, und genau dort zeigt das Buch sein größtes Potenzial. Insgesamt ist es eine sehr gefühlvolle, atmosphärische queere Romance über Ehrgeiz, Verlust, Identität und die Frage, wer man ist, wenn der Applaus verstummt. Es gibt kleine Längen und der Anfang hätte straffer sein dürfen, aber die emotionale Intensität und das großartige Setting haben für mich alles wettgemacht.

Fazit:
„Jonah Goes Off Script“ von Robyn Green ist eine atmosphärische, emotionale Enemies-to-Lovers-Geschichte vor der glamourösen und zugleich gnadenlosen Kulisse des Londoner Theaters. Trotz eines etwas holprigen Einstiegs und kleiner Schwächen in der Ausarbeitung der Liebesentwicklung überzeugt der Roman mit einem starken Protagonisten, berührenden Familienthemen und einem lebendigen Setting. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Lessons in Falling
(Bd. 3 der „Hall Beck University“-Reihe)

Lessons in Falling 
(Bd. 3 der „Hall Beck University“-Reihe)
von Selina Mae

LYX Verlag
Paperback
New Adult
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2475-6
Ersterscheinung: 25.07.2025

Inhalt:
Valentina Rhodes hat genug davon, sich ständig für andere zu verbiegen. Der alljährliche Sommerurlaub mit ihren engsten Freunden auf Oakport Island soll der Startschuss für einen neuen Lebensabschnitt werden – mit einer Bucketlist, die sie aus ihrer Komfortzone katapultieren soll. Doch ihr Plan wird auf eine harte Probe gestellt, als Caden Callahan, der charmante Fußballkapitän mit Vergangenheit, plötzlich nicht nur in ihrer Clique auftaucht, sondern auch in ihrem Gästezimmer einzieht. Dumm nur, dass sie mit ihm bereits die heißeste Nacht ihres Lebens geteilt hat und dass es in ihrer Freundesgruppe eine eiserne Regel gibt: keine Romanzen untereinander.

Meinung:
Schon vor dem ersten Kapitel war meine Neugier groß – besonders, weil dieser dritte Band der „Hall Beck University“-Reihe nicht am gewohnten Campus spielt, sondern auf einer abgelegenen Insel. Ich war gespannt, ob die Geschichte auch fernab des Uni-Alltags überzeugen kann. Und tatsächlich: Ich war sofort in der Handlung drin. Die Atmosphäre auf Oakport Island, das leise Knistern zwischen zwei Menschen, die sich eigentlich fernhalten sollten, und das spürbare Bedürfnis, endlich man selbst sein zu dürfen,all das hat mich unmittelbar gepackt. Valentina ist eine Protagonistin, die sich nicht sofort greifen lässt, was ich als besonders gelungen empfand. Ihre Ambivalenz, der innere Konflikt zwischen Loyalität gegenüber ihrer Clique und dem Wunsch nach Selbstbestimmung, wirken authentisch und nachvollziehbar. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung sofort verstanden habe, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Gerade das macht ihre Figur so glaubwürdig. Ihre Versuche, Caden zu widerstehen, bringen Leichtigkeit und feinen Humor in die Geschichte, ohne ins Alberne abzurutschen. Es war gleichzeitig süß und schmerzhaft mitanzusehen, wie sehr sie sich selbst im Weg steht und dennoch langsam den Mut findet, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen. Caden ist für mich eine der stärksten männlichen Figuren der Reihe. Er überzeugt nicht nur durch Charme und Witz, sondern vor allem durch seine Verletzlichkeit. Seine inneren Konflikte rund um Karriere, Selbstbild und Verantwortung geben ihm Tiefe, ohne die Geschichte zu beschweren. Die Dynamik zwischen ihm und Valentina funktioniert hervorragend. Es handelt sich nicht um eine überstürzte Romanze, sondern um eine glaubwürdige Annäherung zweier Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen und wirklich kennenlernen wollen. Was „Lessons in Falling“ besonders gut gelingt, ist die Balance zwischen romantischer Leichtigkeit, persönlicher Entwicklung und stiller Gesellschaftskritik. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um die Frage, wie viel Platz man sich selbst im eigenen Leben einräumt und was passiert, wenn man aus vertrauten Mustern ausbricht. Diese Botschaft verleiht der Geschichte Tiefe und macht sie deutlich vielschichtiger, als es das sommerliche Setting zunächst vermuten lässt. Einziger Kritikpunkt ist für mich der zentrale Konflikt rund um die „Keine-Dates“-Regel in der Clique. Zwar lässt sich Valentinas Zurückhaltung dadurch erklären, doch im Verhältnis zur tatsächlichen Reaktion ihrer Freunde wirkt das Drama im Nachhinein ein wenig konstruiert. Die Spannung hätte ohne diesen Kniff genauso gut funktioniert. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv. Die Emotionen sind stimmig, die Chemie zwischen den Figuren glaubhaft und der Schreibstil angenehm leicht, ohne belanglos zu sein.

Fazit:
Mit „Lessons in Falling“ liefert Selina Mae einen gefühlvollen, sommerlich-leichten Abschluss ihrer „Hall Beck University“-Reihe. Wer auf Cozy Summer Vibes mit einer Prise Forbidden Love steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Spiral

Spiral
(Bd. 2 der „Off the Ice“-Reihe)
von Bal Khabra

LYX Verlag
Paperback
New Adult
448 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-244–7
Ersterscheinung: 27.06.2025

Inhalt:
Sage Beaumont steht kurz davor, sich ihren Traum von der Hauptrolle in „Schwanensee“ zu erfüllen, doch in der heutigen Welt reicht Talent allein nicht mehr. Was ihr fehlt, ist Reichweite auf Social Media. Eli Westbrook hingegen ist gerade frisch in die NHL gedraftet worden, kämpft aber mit einem hartnäckigen Playboy-Image, das seiner Karriere eher schadet als hilft. Als ein öffentlicher Auftritt die beiden unerwartet in den Fokus der Klatschpresse rückt, beschließen sie, das Missverständnis für ihre Zwecke zu nutzen: eine inszenierte Beziehung soll beiden helfen – Sage zu mehr Sichtbarkeit und Eli zu mehr Seriosität. Doch je länger sie ihre Fake-Romance aufrechterhalten, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Schein und Wirklichkeit.

Meinung:
Ich liebe Fake-Dating-Geschichten, aber sie überzeugen nur dann wirklich, wenn die Chemie zwischen den Figuren nicht bloß behauptet, sondern auch spürbar wird. Genau das gelingt Bal Khabra in diesem Roman ausgesprochen gut. Zwischen Sage und Eli entsteht eine besondere Dynamik, die sich nicht nur durch Knistern und witzige Dialoge zeigt. Vor allem das tiefe, glaubwürdig wachsende Verständnis füreinander macht ihre Verbindung so authentisch und intensiv. Besonders gut gefallen hat mir, wie ausgewogen die Geschichte beide Sportarten behandelt. Sowohl Eishockey als auch Ballett bekommen ausreichend Raum und prägen die Figuren maßgeblich. Sage ist dabei weit mehr als eine typische Love Interest. Sie verfolgt eigene Ziele, kämpft mit familiären Herausforderungen und übernimmt Verantwortung für ihren kleinen Bruder. Ihr Charakter ist komplex, verletzlich, aber auch stark und beharrlich. Eli wiederum passt nicht in das gängige Klischee des lauten, selbstverliebten Eishockeyspielers. Stattdessen wirkt er reflektiert, fürsorglich und nachdenklich. Besonders sein innerer Konflikt, der zwischen dem nach außen präsentierten Image und seiner wahren Persönlichkeit entsteht, macht ihn greifbar und sympathisch. Seine ruhige, beinahe sanfte Art hat mich sehr berührt und lässt ihn deutlich herausstechen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Dialoge wirken lebendig und authentisch. Durch die wechselnde Erzählperspektive konnte ich sowohl Sage als auch Eli sehr nah erleben, was die emotionale Tiefe ihrer Beziehung noch verstärkt hat. Humorvolle, romantische und ernste Momente stehen in einem guten Gleichgewicht, sodass die Geschichte durchgehend mitreißt, ohne überzogen oder überladen zu wirken. Die spicy Szenen sind dezent eingebunden und wirken nie vordergründig. Vielmehr sind sie eine passende Ergänzung zur emotionalen Entwicklung der Figuren. Ein kleiner Kritikpunkt betrifft das Erzähltempo gegen Ende. Einige Passagen hätten etwas kürzer sein dürfen, da sich der Schluss stellenweise etwas gezogen hat. Trotzdem war ich bis zur letzten Seite völlig in die Geschichte vertieft und habe das Lesen sehr genossen.

Fazit:
„Spiral“ von Bal Khabra ist eine gefühlvolle, kluge und mitreißende Fake-Dating-Romance, die die faszinierenden Welten des Balletts und Eishockeys auf authentische Weise verbindet. Die Story überzeugt durch emotionale Glaubwürdigkeit, charmante Nebenfiguren und eine tolle Balance zwischen Romantik und ernsten Themen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.