{Rezension} Spiral

Spiral
(Bd. 2 der „Off the Ice“-Reihe)
von Bal Khabra

LYX Verlag
Paperback
New Adult
448 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-244–7
Ersterscheinung: 27.06.2025

Inhalt:
Sage Beaumont steht kurz davor, sich ihren Traum von der Hauptrolle in „Schwanensee“ zu erfüllen, doch in der heutigen Welt reicht Talent allein nicht mehr. Was ihr fehlt, ist Reichweite auf Social Media. Eli Westbrook hingegen ist gerade frisch in die NHL gedraftet worden, kämpft aber mit einem hartnäckigen Playboy-Image, das seiner Karriere eher schadet als hilft. Als ein öffentlicher Auftritt die beiden unerwartet in den Fokus der Klatschpresse rückt, beschließen sie, das Missverständnis für ihre Zwecke zu nutzen: eine inszenierte Beziehung soll beiden helfen – Sage zu mehr Sichtbarkeit und Eli zu mehr Seriosität. Doch je länger sie ihre Fake-Romance aufrechterhalten, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Schein und Wirklichkeit.

Meinung:
Ich liebe Fake-Dating-Geschichten, aber sie überzeugen nur dann wirklich, wenn die Chemie zwischen den Figuren nicht bloß behauptet, sondern auch spürbar wird. Genau das gelingt Bal Khabra in diesem Roman ausgesprochen gut. Zwischen Sage und Eli entsteht eine besondere Dynamik, die sich nicht nur durch Knistern und witzige Dialoge zeigt. Vor allem das tiefe, glaubwürdig wachsende Verständnis füreinander macht ihre Verbindung so authentisch und intensiv. Besonders gut gefallen hat mir, wie ausgewogen die Geschichte beide Sportarten behandelt. Sowohl Eishockey als auch Ballett bekommen ausreichend Raum und prägen die Figuren maßgeblich. Sage ist dabei weit mehr als eine typische Love Interest. Sie verfolgt eigene Ziele, kämpft mit familiären Herausforderungen und übernimmt Verantwortung für ihren kleinen Bruder. Ihr Charakter ist komplex, verletzlich, aber auch stark und beharrlich. Eli wiederum passt nicht in das gängige Klischee des lauten, selbstverliebten Eishockeyspielers. Stattdessen wirkt er reflektiert, fürsorglich und nachdenklich. Besonders sein innerer Konflikt, der zwischen dem nach außen präsentierten Image und seiner wahren Persönlichkeit entsteht, macht ihn greifbar und sympathisch. Seine ruhige, beinahe sanfte Art hat mich sehr berührt und lässt ihn deutlich herausstechen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Dialoge wirken lebendig und authentisch. Durch die wechselnde Erzählperspektive konnte ich sowohl Sage als auch Eli sehr nah erleben, was die emotionale Tiefe ihrer Beziehung noch verstärkt hat. Humorvolle, romantische und ernste Momente stehen in einem guten Gleichgewicht, sodass die Geschichte durchgehend mitreißt, ohne überzogen oder überladen zu wirken. Die spicy Szenen sind dezent eingebunden und wirken nie vordergründig. Vielmehr sind sie eine passende Ergänzung zur emotionalen Entwicklung der Figuren. Ein kleiner Kritikpunkt betrifft das Erzähltempo gegen Ende. Einige Passagen hätten etwas kürzer sein dürfen, da sich der Schluss stellenweise etwas gezogen hat. Trotzdem war ich bis zur letzten Seite völlig in die Geschichte vertieft und habe das Lesen sehr genossen.

Fazit:
„Spiral“ von Bal Khabra ist eine gefühlvolle, kluge und mitreißende Fake-Dating-Romance, die die faszinierenden Welten des Balletts und Eishockeys auf authentische Weise verbindet. Die Story überzeugt durch emotionale Glaubwürdigkeit, charmante Nebenfiguren und eine tolle Balance zwischen Romantik und ernsten Themen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} My December Darling

My December Darling
von Lauren Asher

Heyne Verlag
Taschenbuch
Winter Romance
304 Seiten
ISBN: 978-3-453-44329-7
Ersterscheinung: 10.09.2025

Winterzauber, Weihnachtstraditionen und verbotenes Herzklopfen…

Inhalt:
Catalina kehrt für die Hochzeit ihrer Schwester mit ihrem Ex-Freund in ihre Heimatstadt Lake Wisteria zurück. Als Trauzeugin will sie Stärke zeigen, doch ihr emotionaler Balanceakt wird durch Luke Darling, den attraktiven Trauzeugen und besten Freund des Bräutigams, erheblich erschwert. Während Luke beharrlich versucht, Catalinas Eismauer zu durchbrechen, kämpft sie gegen ihre wachsenden Gefühle an. Es ist kompliziert, denn schließlich will sie nach der Hochzeit sowieso wieder verschwinden. Doch Lake Wisteria, Luke und die leisen Winterabende hinterlassen Spuren in ihrem Herzen.

Meinung:
Ich hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit durch – nicht, weil es so kurz ist, sondern weil es mich von Anfang an mit einem charmanten Schreibstil und einer sehr angenehmen Atmosphäre eingefangen hat. Catalina war mir direkt sympathisch. Ihr innerer Konflikt, ihre Verletzlichkeit und die stille Stärke, mit der sie sich der Situation stellt, waren nachvollziehbar und haben sie für mich greifbar gemacht. Luke ist der Inbegriff des „Golden Retriever Boyfriends“: offen, warmherzig, loyal. Die Dynamik zwischen den beiden hat funktioniert, vor allem in den ruhigeren, detailreichen Szenen (LEGO bauen <3). Was mich wirklich überrascht hat: Trotz aller Erwartungshaltung durch Titel und Cover, ist dieser Roman keine klassische Weihnachtsromance. Weihnachtsstimmung? Eher ein zarter Hauch davon. Die Geschichte spielt zwar im Dezember, aber von Plätzchenbacken und Lichterglanz fehlt fast jede Spur. Stattdessen liegt der Fokus auf leisen Tönen, auf Annäherung, Vergangenheit, emotionalen Wunden – und genau das hat mir gefallen. Allerdings, und das ist der Knackpunkt: Der letzte Teil des Buches hat mich enttäuscht. Bis dahin war alles auf einem richtig guten Weg: tolle Charakterentwicklung, charmante Dialoge, cozy Stimmung. Doch das Ende fühlte sich plötzlich gehetzt an, als müsste man schnell zum Punkt kommen. Es fehlte die Tiefe und das emotionale Ausatmen, das so eine Geschichte verdient. Aus einem möglichen Highlight wurde für mich dadurch nur ein „sehr gutes Buch“. Ärgerlich? Ja, ein bisschen. Aber der Rest wiegt das glücklicherweise weitgehend auf.

Fazit:
„My December Darling“ von Lauren Asher ist eine herzerwärmende, winterliche Romance mit sympathischen Figuren, einem angenehmen Schreibstil und einer stimmungsvollen Kleinstadtkulisse. Wer auf ein typisches Weihnachtsbuch hofft, wird hier eher enttäuscht. Wer sich aber auf eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte einlässt, wird belohnt. Leider verliert die Story zum Ende hin an Tiefe, weshalb ich einen Stern abziehe und deshalb 4 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Rewind It Back
(Bd. 5 der „Windy City“-Reihe)

Rewind It Back
(Bd. 5 der „Windy City“-Reihe)
von Liz Tomforde
übersetzt von Maike Hallmann

Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Paperback
Sports Romance / Girl Next Door und First Love
576 Seiten
ISBN: 978-3-7341-1507-3
Ersterscheinung: 20.08.2025

Inhalt:
Hallie beginnt ein Praktikum als Innenarchitektin in Chicago und trifft dort auf niemand Geringeren als ihren Ex-Freund Rio, der mittlerweile Eishockeyprofi und Stadtheld ist. Sechs Jahre liegen zwischen ihrer ersten Liebe und dieser unerwarteten Begegnung. Doch ausgerechnet sein Haus soll sie umgestalten. Was als professionelles Projekt beginnt, wird schnell zu einer emotionalen Zeitreise: zu Mixtapes, ersten Küssen, alten Wunden und der Frage, ob man das Herz überhaupt je vollständig verliert … oder ob wahre Liebe nie ganz vergeht.

Meinung:
Ich wusste, dass mich das Finale der „Windy City“-Reihe emotional treffen würde, aber dieser 5. Band hat mich nicht nur getroffen, sondern komplett umgehauen. Diese Geschichte ist keine typische Sports Romance mit ein bisschen Knistern am Spielfeldrand. Sie ist ein tiefes, gefühlvolles Zurückblicken auf eine Liebe, die nie wirklich verschwunden war – nur verschüttet unter Schmerz, Missverständnissen und der Zeit. Schon auf den ersten Seiten habe ich gemerkt, dass Liz Tomforde hier nicht nur „eine weitere Liebesgeschichte“ erzählt, sondern eine, die auf allen Ebenen funktioniert: emotional, menschlich, leise, laut und vor allem ehrlich. Hallie ist eine dieser Protagonistinnen, bei der man sofort das Gefühl hat, man hätte sie schon seit Jahren in seinem Leben. Ihre Leidenschaft für Design, ihre tiefe Verletzlichkeit, ihre Playlist-Mentalität – all das hat sie für mich greifbar gemacht. Und dann ist da Rio. Rio, der Typ, den wir seit Band 1 kennen. Der immer im Hintergrund charmant gewirkt hat, aber nie wirklich greifbar war. Dieses Buch ist seine Bühne, und was für eine Performance er abliefert! Er ist nicht nur der Sunnyboy, sondern auch einer der verletzlichsten, loyalsten und tiefgründigsten Charaktere der ganzen Reihe. Es war, als hätte er all die Jahre nur auf Hallie gewartet – und auf seine Chance, es diesmal richtig zu machen. Was mich besonders berührt hat, war die Struktur des Buches, denn die Rückblenden waren keine nostalgischen Einschübe, sondern ein lebendiger Teil der Gegenwart. Sie haben mir das Gefühl gegeben, diese beiden nicht nur jetzt zu begleiten, sondern sie richtig zu kennen – mit allem, was sie geprägt hat. Von ersten Berührungen bis zu schmerzhaften Trennungen. Ich habe oft innegehalten, weil Sätze oder Szenen so viel in mir ausgelöst haben: Freude, Wehmut, Wut, Hoffnung. Und dann diese Nebenfiguren! Die Freundesgruppe ist und bleibt das Rückgrat dieser Reihe. Es fühlt sich an wie Heimkommen, wenn alle wieder auftauchen – vertraut, laut, lustig und einfach unersetzlich. Die Clique ist nicht nur Beiwerk, sondern echte „Found Family“ – sie rahmt die Geschichte von Hallie und Rio perfekt ein. Auch thematisch hat Liz Tomforde eine Menge Tiefe eingebaut, denn es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um familiäre Erwartungen, um das Loslassen von Schuld, um Selbstverwirklichung und um Heilung. Besonders gut gefallen hat mir auch, wie Musik als Symbol für Erinnerungen und Emotionen eingesetzt wurde. Die Mixtapes waren so viel mehr als nur ein niedliches Detail. Sie waren ein Herzstück.

Fazit:
Mit „Rewind It Back“ gelingt Liz Tomforde ein berührendes, emotionales und absolut stimmiges Finale ihrer „Windy City“-Reihe. Die Geschichte von Hallie und Rio ist eine Liebeserklärung an erste Lieben, zweite Chancen und die Kraft von Erinnerungen. Die Balance zwischen Humor, Herzschmerz und Hoffnung ist meisterhaft. Wer Sports Romance mit Tiefgang sucht, wird hier nicht nur fündig, sondern reich beschenkt. Von mir gibt es verdiente 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Cat People: Eine Lovestory

Cat People
Eine Lovestory von Lea Melcher

Coppenrath Verlag
Hardcover
Graphic Novel
184 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-649-64866-6
Ersterscheinung: 01.08.2025

Inhalt:
Die Geschichte beginnt an einem ruhigen Silvesterabend, den Mia als Katzensitterin bei den beiden Katzen Specki und Möhrchen verbringen will. Doch plötzlich steht Alfie, der Neffe der Besitzerin, vor der Tür – ebenfalls mit dem Auftrag, auf die Tiere aufzupassen. Da keiner von beiden auf den bezahlten Job verzichten will, müssen sie sich wohl oder übel arrangieren. Zwischen Funken, Fellpflege und einem kleinen Katzendrama entwickelt sich eine unerwartete Nähe. Doch ist Alfie wirklich der, der er vorgibt zu sein?

Meinung:
Diese Geschichte hat mich mit ihrem liebevollen Setting sofort abgeholt. Die Kombination aus einem ruhigen Silvesterabend, zwei flauschigen Katzen, gemütlicher Wohnung und leichtem Romantik-Flair ist wie gemacht für eine warme Decke und eine Tasse Tee. Vor allem die Illustrationen sind ein absolutes Highlight – jedes Bild wirkt durchdacht, stimmungsvoll und steckt voller kleiner, liebevoller Details. Besonders die Szenen mit den Katzen sind nicht nur realistisch, sondern auch unglaublich charmant dargestellt. Was mich hingegen etwas enttäuscht hat, war die Entwicklung der Handlung. Die erste Hälfte verläuft fast märchenhaft – eine zaghafte Annäherung zweier Fremder, unterstützt durch eine wohlig-winterliche Atmosphäre und viel nonverbale Kommunikation. Doch gegen Ende driftet die Geschichte plötzlich in eine Richtung ab, die nicht mehr recht zum vorher aufgebauten Ton passt. Der Spannungsbogen wirkt zu überhastet, und die überraschende Wendung lässt viele Fragen offen, ohne ausreichend aufgelöst zu werden. Dabei hätte es dem Ganzen gutgetan, sich ein paar Seiten mehr Zeit zu nehmen, um die emotionale Tiefe zwischen den Figuren glaubwürdig zu entwickeln. Auch die beiden Hauptfiguren blieben für mich streckenweise blass. Während Mia zu Beginn sehr nahbar wirkte, verlor sie gegen Ende etwas an Kontur. Alfie hingegen blieb mir über weite Strecken fremd – vielleicht gewollt, aber das erschwerte die emotionale Bindung. Die Beziehung der beiden, so nett sie zunächst angedeutet war, wirkte am Schluss etwas konstruiert. Trotzdem hatte ich Freude an dieser Lektüre – vor allem durch die visuelle Gestaltung und die liebevolle Darstellung der tierischen Begleiter. Nur schade, dass die Handlung erzählerisch nicht ganz mit der zeichnerischen Qualität mithalten konnte.

Fazit:
„Cat People: Eine Lovestory“ von Lea Melcher ist eine wunderschön illustrierte Graphic Novel mit atmosphärischem Setting, süßen Katzen und einem vielversprechenden Beginn. Die romantische Geschichte entwickelt sich charmant, verliert jedoch zum Ende hin an Glaubwürdigkeit und hinterlässt einige lose Fäden. Trotz der Schwächen in der Handlung sind die Zeichnungen ein echter Genuss. Von mir gibt es lieb gemeinte 3 von 5 Sternchen.

{Rezension} Lulu, der verrückte Superbus auf Opa-Rettungsmission (Bd. 1)

Lulu, der verrückte Superbus auf Opa-Rettungsmission (Bd. 1)
von Sibylle Wenzel
mit Illustrationen von Phine Wolff

Coppenrath Verlag
Hardcover
Kinderbuch
176 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-649-65127-7
Ersterscheinung: 01.08.2025

Inhalt:
Ein vermeintlich langweiliger Ferientag wird für Nelli plötzlich zum Abenteuer, als sie im alten Campingbus ihrer Oma einen geheimen Hebel betätigt. Der Bus, ausgestattet mit allerlei verrückten Funktionen, verwandelt sich in ein U-Boot und nimmt sie, ihren Nachbarn Floh und dessen Katze mit auf eine rasante Rettungsmission. Denn Nellis Opa ist auf einer Forschungsreise verschollen. Die Kinder geraten in ein unterirdisches Höhlensystem, stoßen auf seltsame Wesen und lernen, dass Technik, Mut und Freundschaft ein ziemlich starkes Team sein können.

Meinung:
Ich habe dieses Buch mit einem breiten Grinsen gelesen – und das blieb auch bis zur letzten Seite. Die Idee eines sprechenden Superbusses, der sich in ein U-Boot verwandelt, ist nicht nur kreativ, sondern wunderbar schräg umgesetzt. Besonders gefallen hat mir die Mischung aus kindlichem Entdeckergeist und witzigen Dialogen. Man merkt, dass die Geschichte mit viel Liebe zum Detail erzählt wird. Die Figuren sind sympathisch und eigenwillig, die Sprache lebendig und klug. Auch die Illustrationen sind ein echtes Highlight: verspielt, aber nie überladen, und immer mit einem Augenzwinkern.

Fazit:
„Lulu, der verrückte Superbus auf Opa-Rettungsmission“ von Sibylle Wenzel ist ein herrlich fantasievolles Kinderbuch voller Tempo, Humor und Herz. Mit einer ungewöhnlichen Heldin, einem noch ungewöhnlicheren Bus und einer spannenden Mission gelingt der Autorin ein großartiger Auftakt für junge Lesende ab 8 Jahren. Absolut lesenswert! Von mir gibt es 5 von 5 Sternchen.