{Rezension} Der Zauber der Schokomagie (Bd. 4)

Der Zauber der Schokomagie
(Bd. 4)
von Mareike Allnoch

arsEdition
Hardcover
Kinder- / Jugendbuch
272  Seiten
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-8458-6953–7
Ersterscheinung: 23.04.2026

„Wer braucht schon Superkräfte, wenn man die Welt mit Schokolade retten kann?“

Inhalt:
Mila steht plötzlich vor einem riesigen Problem: Ihre besondere Fähigkeit als Duftseherin ist wie vom Erdboden verschluckt. Stattdessen sind es nun ausgerechnet ihre Freunde Liz, Louis und Cem, die mit magischen Kräften klarkommen müssen – und dabei läuft natürlich nicht alles glatt. Um diesen seltsamen Tausch rückgängig zu machen, braucht es eine geheimnisvolle und äußerst mächtige Kakaobohne. Doch diese ist heiß begehrt, und ein zwielichtiger Wissenschaftler ist ebenfalls hinter ihr her. Gemeinsam machen sich Mila und ihre Freunde in Paris auf die Suche und geraten dabei in ein turbulentes Abenteuer voller schokoladiger Pannen, unerwarteter Gefahren und gut gehüteter Geheimnisse.

Meinung:
Auch im vierten Band hat mich diese Reihe wieder vollkommen abgeholt und ich hätte ehrlich gesagt nichts anderes erwartet. Es fühlt sich ein bisschen an, wie nach Hause zu kommen, wenn man wieder mit Mila, Liz, Louis und Cem durch die Straßen von Paris stolpert. Nur dass diesmal alles ein kleines bisschen chaotischer ist. Aber genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus. Besonders gut gefallen hat mir die Idee, die magischen Fähigkeiten zu „vertauschen“. Dadurch entsteht eine ganz neue Dynamik innerhalb der Gruppe. Mila, die sonst immer diejenige mit der besonderen Gabe ist, muss plötzlich ohne sie klarkommen, während Liz, Louis und Cem eher unfreiwillig in diese Rolle hineinwachsen. Das sorgt nicht nur für viele lustige Momente, sondern bringt auch eine schöne Botschaft mit sich: Jeder hat seine Stärken, auch wenn man sie manchmal erst entdecken muss. Der Humor ist wieder absolut on point. Diese kleinen Missgeschicke, die schokoladigen Katastrophen und die oft herrlich chaotischen Situationen haben mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht. Gleichzeitig schafft es die Autorin aber auch, eine gewisse Spannung aufzubauen. Für die Zielgruppe ist das genau die richtige Mischung aus Abenteuer und Nervenkitzel. Was ich besonders liebe, ist die Atmosphäre. Paris wird erneut so lebendig und detailreich beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die Straßen zu laufen. Dazu kommt dieser ganz eigene „Schokomagie“-Zauber, der sich durch die gesamte Geschichte zieht und einfach gute Laune macht. Die Charaktere sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Mila bleibt eine unglaublich sympathische Protagonistin, die man gerne begleitet – gerade weil sie nicht perfekt ist. Liz, Louis und Cem bringen jeweils ihre ganz eigenen Eigenschaften mit ein, sodass die Gruppe wunderbar harmoniert, auch wenn es mal drunter und drüber geht. Ihre Freundschaft wirkt authentisch und ist das emotionale Herz der Geschichte. Klar, auch hier gilt wieder: Die Handlung ist nicht komplett unvorhersehbar. Aber das ist in diesem Fall überhaupt kein Kritikpunkt. Diese Reihe lebt von ihrem Charme, ihrem Humor und diesem warmen Gefühl, das sie beim Lesen hinterlässt. Und genau das funktioniert auch im vierten Band wieder hervorragend.

Fazit:
Mit „Der Zauber der Schokomagie“ hat Mareike Allnoch eine zauberhafte und durchweg unterhaltsame Fortsetzung geschaffen. Die neue Dynamik innerhalb der Freundesgruppe sorgt für frischen Wind und viele humorvolle Momente. Gleichzeitig bleibt die Geschichte ihrer magischen Atmosphäre und ihren wichtigen Botschaften treu. Ein wundervolles Leseerlebnis für Jung und Alt, weshalb ich gerne 5 von 5 zuckersüßen Sternchen vergebe.

{Rezension} Picking Daisies on Sundays

Picking Daisies on Sundays
von Liana Cincotti

Ravensburger Buchverlag
Paperback
Romance
432 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-473-58727-8
Ersterscheinung: 28.04.2026

Daisies bloom in fields. 
True love blooms in hearts.

Inhalt:
Daisy hat immer an die große Liebe geglaubt. An dieses eine Gefühl, das bleibt, egal was passiert. Doch als sie sich ausgerechnet in ihren besten Freund Levi verliebt, zerbricht diese Vorstellung. Seine fehlenden Gefühle treffen sie so tief, dass sie ihn aus ihrem Leben streicht und vier Jahre lang alles daransetzt, ihr Herz zu schützen. Als sie Levi plötzlich wieder gegenübersteht, ist nichts so abgeschlossen, wie sie dachte. Er ist noch immer der Mensch, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Und als er sie bittet, für die Hochzeit seiner Schwester Sarah und die Wochen der Vorbereitung seine Freundin zu spielen, sagt sie ja, obwohl sie genau weiß, wie gefährlich das für sie ist. Während sie gemeinsam Zeit verbringen, Erinnerungen aufleben und Nähe vorspielen, verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was echt ist, und dem, was nur gespielt sein soll. Für Daisy wird jeder Tag zu einem leisen Ringen zwischen Hoffnung und Selbstschutz.

Meinung:
Dieses Buch hat mich auf eine ganz sanfte Art berührt. Es ist keine Geschichte, die laut sein muss, um Wirkung zu zeigen. Stattdessen entfaltet sie ihre Stärke in den leisen Momenten, in Blicken, in Gedanken, in diesem ständigen inneren Ziehen, das Daisy begleitet. Daisy war für mich eine unglaublich greifbare Protagonistin. Ihre Unsicherheiten, dieses Überdenken jeder Kleinigkeit, dieses Bedürfnis, sich selbst zu schützen und gleichzeitig so sehr zu fühlen, das wirkte nie übertrieben, sondern einfach ehrlich. Man versteht jede ihrer Entscheidungen, selbst dann, wenn man sich wünscht, sie würde anders handeln. Gerade dieses Hin- und Hergerissensein zwischen Herz und Verstand macht sie so menschlich. Levi hat bei mir ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er ist ruhig, aufmerksam und in vielen kleinen Gesten so liebevoll, dass man sofort versteht, warum Daisy sich nie ganz von ihm lösen konnte. Gleichzeitig bleibt er an manchen Stellen schwer zu durchschauen, was die Dynamik zwischen den beiden nur noch intensiver macht. Man fühlt diese Spannung, dieses Unausgesprochene, das ständig zwischen ihnen steht. Was ich besonders mochte, war die Entwicklung ihrer Beziehung. Durch die gemeinsame Zeit rund um die Hochzeitsvorbereitungen entsteht eine Nähe, die sich nicht plötzlich oder erzwungen anfühlt. Es ist ein langsames Annähern, ein vorsichtiges Wiederentdecken. Jede Berührung, jeder Blick bekommt Gewicht, weil so viel Vergangenheit mitschwingt. Diese Mischung aus Vertrautheit und Unsicherheit hat mich komplett abgeholt. Der Schreibstil ist dabei angenehm ruhig und stellenweise fast poetisch. Die Geschichte lässt sich leicht lesen, ohne jemals oberflächlich zu wirken. Sie gibt den Gefühlen Raum, sich zu entfalten, ohne sie künstlich zu dramatisieren. Auch wenn man an einigen Punkten erahnen kann, wohin die Reise geht, nimmt das der Geschichte nichts von ihrer Wirkung. Im Gegenteil, es verstärkt dieses warme, vertraute Gefühl, das einen durch das ganze Buch begleitet. Auch die Nebencharaktere, besonders Jia und Gabe, haben mir richtig gut gefallen. Sie bringen Leichtigkeit in die Geschichte und zeigen, wie wichtig ehrliche Freundschaften sind, gerade wenn man selbst ins Wanken gerät.

Fazit:
„Picking Daisies on Sundays“ von Liana Cincotti ist eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte, die vor allem durch ihre emotionalen Zwischentöne überzeugt. Die Beziehung zwischen Daisy und Levi entwickelt sich langsam und intensiv, wodurch jede Begegnung an Bedeutung gewinnt. Trotz bekannter Tropes schafft es die Geschichte, sich echt und nahbar anzufühlen. Ein warmes, berührendes Buch, das lange nachklingt und für mich ganz klar 5 von 5 Sternchen verdient hat.

{Rezension} Love Me Tomorrow
(Bd. 1 der „Love Me Tomorrow“-Dilogie)

Love Me Tomorrow
(Bd. 1 der „Love Me Tomorrow“-Dilogie)
von Emiko Jean

FISCHER Sauerländer
Paperback
Jugendbuch
416  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7373-7587_0
Ersterscheinung: 25.03.2026

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich dich vom ersten Moment an geliebt.

Inhalt:
Emma Nakamura-Thatcher hat nach der Scheidung ihrer Eltern den Glauben an die Liebe verloren. Beim Tanabata-Fest wünscht sie sich deshalb nichts sehnlicher als einen Beweis dafür, dass wahre Liebe überhaupt existiert. Kurz darauf erhält sie einen mysteriösen Brief von jemandem, der behauptet, ihre große Liebe aus der Zukunft zu sein. Zunächst hält Emma das Ganze für einen schlechten Scherz, doch die Nachrichten enthalten Details, die eigentlich niemand wissen kann. Während des Sommers versucht sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin Delia herauszufinden, wer hinter den Botschaften steckt. Dabei rücken drei Jungen in den Fokus: ihr Kindheitsfreund Theo, der sich plötzlich verändert hat, der talentierte und beliebte Musiker Ezra, für den sie schon lange schwärmt, und der reiche, zunächst unsympathisch wirkende Colin, der mehr Tiefe besitzt, als Emma erwartet hätte.

Meinung:
Dieses Buch hat mich auf eine ganz leise, aber unglaublich intensive Weise berührt. Emma ist keine typische Protagonistin, die kopfüber in romantische Gefühle stolpert – im Gegenteil: Sie hält Abstand, analysiert, zweifelt. Gerade das hat sie für mich so authentisch gemacht. Ihre Angst vor der Liebe ist greifbar, weil sie aus echten Erfahrungen stammt. Die Scheidung ihrer Eltern hat Spuren hinterlassen, und diese emotionale Grundlage zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte. Besonders gefallen hat mir, wie vielschichtig die Beziehungen dargestellt werden. Theo, Ezra und Colin sind keine bloßen „Optionen“, sondern jeweils eigenständige Charaktere mit Ecken, Kanten und echter Bedeutung für Emma. Theo steht für Vertrautheit und Vergangenheit, Ezra für Sehnsucht und vielleicht auch Idealisierung, während Colin eine überraschende Entwicklung durchmacht und zeigt, wie trügerisch erste Eindrücke sein können. Ich fand es spannend, dass es sich nicht wie ein klassisches Liebesdreieck angefühlt hat, sondern eher wie eine Reise zu der Frage: Was bedeutet Liebe eigentlich für mich? Die Briefe aus der Zukunft waren für mich das absolute Highlight. Sie verleihen der Geschichte eine sanfte, fast magische Komponente, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Stattdessen regen sie zum Nachdenken an: Wie sehr sollte man sich von einer möglichen Zukunft beeinflussen lassen? Und lebt man vielleicht am eigentlichen Leben vorbei, wenn man nur auf das „Was wird sein?“ fixiert ist? Neben der Romantik behandelt die Geschichte auch ernstere Themen wie finanzielle Sorgen, familiäre Verantwortung und Identität. Emma kümmert sich um ihre Mutter und ihren Großvater Jiji, arbeitet hart und stellt ihre eigenen Träume oft hinten an. Diese Bodenständigkeit hat der Geschichte eine Tiefe gegeben, die ich so nicht erwartet hätte. Gleichzeitig lockern Humor und charmante Dialoge die Handlung immer wieder auf, sodass sich das Buch trotz seiner emotionalen Themen leicht lesen lässt. Was mich besonders beeindruckt hat, ist Emmas Entwicklung. Sie bleibt nicht stehen, reflektiert ihr eigenes Verhalten, macht Fehler und wächst daran. Am Ende geht es nicht nur darum, wen sie liebt, sondern ob sie bereit ist, Liebe überhaupt wieder zuzulassen. Und genau das macht die Geschichte so besonders: Sie ist weniger eine klassische Liebesgeschichte als vielmehr eine über Selbstfindung, Mut und das Loslassen von Angst.

Fazit:
„Love Me Tomorrow“ von Emiko Jean ist eine gefühlvolle, kluge und zugleich leichte Young-Adult-Geschichte, die Romantik mit Selbstfindung und einer Prise Magie verbindet. Besonders die Briefe aus der Zukunft sorgen für Spannung und eine einzigartige Atmosphäre. Ein berührender Roman über Liebe, Zweifel und das Hier und Jetzt – von mir gibt es ganz klar 5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitat:
„Das Leben besteht aus einer Reihe von Entscheidungen. Aber manche trifft man nicht selbst.“ (S. 18)

{Rezension} Lucky – Was ich dir sagen will
(Bd. 2 der „Junos Bay“-Reihe)

Lucky – Was ich dir sagen will
(Bd. 2 der „Junos Bay“-Reihe)
von Dagmar Bach

Fischer Sauerländer
Paperback
Jugendbuch
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7373-4371-8
Ersterscheinung: 25.03.2025

Inhalt:
Die erfolgreiche Schauspielerin Bailey Harris führt eigentlich ein durchgeplantes Leben voller Erfolg und Aufmerksamkeit – bis ein Stalker beginnt, ihr immer näherzukommen und alles aus dem Gleichgewicht bringt. Zu ihrem Schutz wird ihr ausgerechnet Jackson als Bodyguard zugeteilt, mit dem sie bereits in der Vergangenheit ständig aneinandergeraten ist. Zwischen hitzigen Wortgefechten und unausgesprochener Anziehung müssen die beiden plötzlich eng zusammenarbeiten. Als die Situation eskaliert, fliehen Bailey und Jackson nach Junos Bay, einem besonderen Küstenort mit einer ganz eigenen Magie. Doch dort wird Bailey nicht nur mit ihren Gefühlen konfrontiert, sondern auch mit einem Geheimnis aus Jacksons Vergangenheit, das alles verändert.

Meinung:
Ich habe mich unglaublich darauf gefreut, wieder nach Junos Bay zurückzukehren, und genau dieses Gefühl von „Nachhausekommen“ war auch sofort wieder da. Dieser Ort hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre, die einen direkt einfängt und durch die gesamte Geschichte trägt. Auch diesmal schafft es die Autorin, dieses sommerliche, fast schon magische Setting lebendig werden zu lassen. Bailey Harris fand ich als Protagonistin sehr gelungen. Trotz ihres Ruhms wirkt sie greifbar und authentisch – sie ist ehrgeizig, manchmal impulsiv und gleichzeitig verletzlich. Gerade die Bedrohung durch den Stalker bringt eine neue Seite an ihr zum Vorschein, die sie deutlich nahbarer macht. Man merkt, wie sehr sie versucht, die Kontrolle zu behalten, obwohl ihr alles zu entgleiten droht. Jackson ist dagegen das komplette Gegenteil: verschlossen, mürrisch und schwer zu durchschauen. Genau diese „grumpy“-Art macht ihn aber auch so spannend. Hinter seiner Fassade steckt offensichtlich mehr, und dieses Geheimnis sorgt dafür, dass man ständig weiterlesen möchte. Ich mochte besonders, dass seine Geschichte nicht sofort offengelegt wird, sondern sich nach und nach entfaltet – auch wenn ich mir stellenweise ein etwas früheres Aufbrechen gewünscht hätte. Die Chemie zwischen Bailey und Jackson ist für mich eines der größten Highlights. Was mir ein kleines bisschen gefehlt hat, war die stärker ausgeprägte Magie von Junos Bay, die im ersten Band noch präsenter war. Hier rückt stattdessen die Stalker-Thematik stärker in den Vordergrund. Das sorgt für zusätzliche Spannung, auch wenn dieser Handlungsstrang anfangs eher im Hintergrund bleibt und sich erst später richtig entfaltet. Der Showdown hat mich dafür umso mehr überrascht, denn der war deutlich packender und intensiver, als ich erwartet hatte. Der Schreibstil ist wieder wunderbar leicht und flüssig. Man kommt schnell durch die Seiten, ohne dass es oberflächlich wirkt. Die Mischung aus Romantik und Spannung ist insgesamt sehr stimmig, auch wenn die Geschichte zwischendurch etwas ruhiger und fast schon zu unbeschwert wirkt – was die späteren dramatischen Momente aber umso stärker hervorhebt.

Fazit:
„Lucky – Was ich dir sagen will“ von Dagmar Bach überzeugt als gefühlvolle und unterhaltsame Fortsetzung rund um Bailey Harris und Jackson. Die beiden Protagonisten tragen die Geschichte mit ihrer lebendigen Dynamik und sorgen für viele emotionale und spannende Momente. Auch wenn die magischen Elemente etwas in den Hintergrund treten, bleibt Junos Bay ein besonderer Schauplatz. Insgesamt eine gelungene Mischung aus Romance und Spannung, weshalb ich gerne 4 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Offside – Rules of the Game
(Bd. 1 der „Rules of the Game“-Reihe)

Offside
Rules of the Game
(Bd. 1 der „Rules of the Game“-Reihe)
von Avery Keelan

Ravensburger Buchverlag
Paperback
Spicy Sports Romance
704 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-473-58712-4
Ersterscheinung: 31.03.2026

Inhalt:
Nachdem Bailey James an ihrem 21. Geburtstag von ihrem Freund verlassen wird, sucht sie nach Ablenkung – und landet ausgerechnet bei Chase Carter, dem berüchtigten Eishockeystar, der der größte Rivale ihres Ex‘ ist. Was als impulsiver Rebound beginnt und zunächst nur als inszenierter Kuss gedacht ist, zieht schnell weitere Kreise. Bailey gerät mitten in die hitzige Rivalität zweier Teams, während sie und Chase versuchen, ihre wachsende Anziehung zu ignorieren. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto schwieriger wird es, zwischen Loyalität, Erwartungen und echten Gefühlen zu unterscheiden.

Meinung:
Ich habe dieses Buch wirklich schnell ins Herz geschlossen – vor allem wegen Bailey und Chase. Ihre Dynamik lebt von genau diesem „Wir sollten das auf keinen Fall tun“-Gefühl, das sich durch die gesamte Geschichte zieht. Gerade weil von Anfang an klar ist, wie kompliziert alles werden kann, fiebert man umso mehr mit. Bailey mochte ich besonders, weil sie nicht einfach nur die typische „verlassene Freundin“ ist. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte spürbar weiter, lernt, für sich selbst einzustehen, und muss sich gleichzeitig damit auseinandersetzen, wie ihr Umfeld auf ihre Entscheidungen reagiert. Diese Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke hat sie für mich sehr authentisch gemacht. Chase war für mich eine positive Überraschung. Klar, er startet als klassischer Bad Boy: charmant, selbstbewusst, mit einem gewissen Ruf. Aber je mehr man über ihn erfährt, desto mehr bröckelt diese Fassade. Sein Ehrgeiz, der Druck durch seine Karriereziele und die Erwartungen seines Umfelds geben ihm deutlich mehr Tiefe, als man anfangs vermutet. Besonders schön fand ich, wie geduldig er im Umgang mit Bailey ist – das nimmt ihm dieses klischeehafte Image und macht ihn greifbarer. Die Beziehung der beiden entwickelt sich angenehm schrittweise. Es ist nicht dieses sofortige „Alles ist perfekt“, sondern eher ein vorsichtiges Herantasten, bei dem Vertrauen erst entstehen muss. Gleichzeitig knistert es ordentlich und die spicy Szenen sind definitiv präsent – manchmal vielleicht ein bisschen zu häufig im Mittelteil, aber insgesamt passend zur Stimmung. Was mir auch hängen geblieben ist, ist der soziale Konflikt rund um Bailey. Ihre Erfahrung, wie schnell sich Freundschaften verändern oder sogar zerbrechen, wenn man sich gegen Erwartungen stellt, fand ich ziemlich realistisch und teilweise auch echt hart zu lesen. Das hat der Geschichte mehr Tiefe gegeben, als man bei einer klassischen Sports Romance vielleicht erwarten würde. Der Schreibstil ist sehr flüssig, fast schon süchtig machend. Durch die wechselnden Perspektiven von Bailey und Chase bekommt man beide Seiten intensiv mit, was viele Situationen emotional verstärkt. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich die Länge, denn an manchen Stellen hätte man die Story etwas straffen können. Trotzdem hat mich die Geschichte durchgehend gut unterhalten.

Fazit:
„Offside – Rules of the Game“ von Avery Keelan überzeugt mit Bailey James und Chase Carter als starke, greifbare Protagonisten, deren Geschichte emotional mitreißt. Die Mischung aus College-Setting, Eishockey-Rivalität und intensiver Liebesgeschichte funktioniert sehr gut, auch wenn sich die Geschichte etwas zieht. Besonders die Charakterentwicklung und die spürbare Chemie zwischen den beiden machen das Buch zu einem Highlight. Insgesamt gibt es von mir eine klare Empfehlung mit 4,5 von 5 Sternchen.