{Rezension} Let’s make a scene

Let’s make a scene
von Laura Wood

Heyne Verlag
Paperback
Second Chance Romance
560 Seiten
ISBN: 978-3-453-42956-7
Ersterscheinung: 15.10.2025

Ihre Liebesgeschichte steht im Drehbuch, aber die Chemie zwischen ihnen ist echt.

Inhalt:
Cynthie Taylor und Jack Turner-Jones standen sich vor dreizehn Jahren zum ersten Mal an einem Filmset gegenüber, als sie beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen. Hinter den Kulissen war ihre Zusammenarbeit geprägt von Reibung, Konkurrenz und Missverständnissen, doch vor der Kamera stimmte die Chemie so sehr, dass sie für die Öffentlichkeit eine Beziehung vortäuschen mussten. Nach dem Dreh brachen sie den Kontakt vollständig ab. Jahre später ist Cynthie eine gefeierte Schauspielerin, Jack ein erfolgreicher Serienstar – und ihr gemeinsamer Film längst Kult. Eine geplante Fortsetzung bringt sie erneut zusammen, inklusive Promotour, Fake-Dating und einem Dokumentationsteam, das jeden Moment festhält. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Gefühle drängen an die Oberfläche, und plötzlich ist nichts mehr so klar getrennt zwischen Rolle und Realität.

Meinung:
Dieses Buch war für mich ein einziger, intensiver Wohlfühlmoment – einer von der Sorte, die leise beginnt und am Ende mitten ins Herz trifft. Diese Second Chance Romancehat mir genau das gegeben, was ich an großartigen RomComs liebe: Wärme, Humor, Sehnsucht und diese ganz besondere Magie, wenn zwei Menschen zur richtigen Zeit endlich ehrlich zueinander werden. Mit der letzten Zeile blieb so viel Gefühl zurück, dass ich wieder an die eine große, echte Liebe glauben will. Cynthie ist eine Protagonistin, die sich sofort echt anfühlt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke, ihr trockener Humor und ihre Art, mit Schmerz umzugehen, haben mich tief berührt. Sie ist keine glattpolierte Hollywood-Figur, sondern eine Frau, die gelernt hat, sich zu schützen – manchmal zu sehr. Jack steht ihr dabei in nichts nach. Nach außen selbstsicher, charmant und kontrolliert, ringt er innerlich mit Selbstzweifeln, Angst und dem Wunsch, endlich er selbst sein zu dürfen. Besonders berührend fand ich, wie beide mit mentaler Gesundheit umgehen, wie unterschiedlich sich Angst äußern kann und wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen. Das wird sensibel, ehrlich und ohne Pathos erzählt. Die Dynamik zwischen Cynthie und Jack ist das Herzstück der Geschichte – und sie ist einfach großartig. Das anfängliche Gegeneinander, die bissigen Dialoge, die alte Wut, die unter der Oberfläche brodelt, und dann dieses langsame, vorsichtige Aufweichen: Gespräche, die länger dauern als geplant, Blicke, die zu viel sagen, Erinnerungen, die plötzlich nicht mehr nur schmerzen. Es gibt kein abruptes Umschlagen von Hass zu Liebe, sondern eine Entwicklung, die sich verdient anfühlt. Ja, das Thema Misscommunication sorgt zwischendurch für Frust – ich wollte die beiden mehr als einmal anschreien –, aber rückblickend trägt genau das zur Authentizität bei. Ich bin ein großer RomCom-Fan und liebe besonders die Klassiker der 1990er- und frühen 2000er-Jahre, und genau dieses Gefühl hat das Buch in mir ausgelöst. Es erinnerte mich teilweise an „Notting Hill“: diese Mischung aus Glamour und Verletzlichkeit, aus Humor und leiser Melancholie. Beim Lesen hatte ich teilweise auch die junge Emma Thompson vor Augen – klug, warm, mit Tiefe – und konnte mir Cynthie kaum anders vorstellen. Auch das Film-Setting und der Blick hinter die Kulissen eines Filmdrehs wirken nicht nur glamourös, sondern überraschend reflektiert, gerade wenn es um Erwartungen, Machtverhältnisse und öffentliche Rollenbilder geht. Die Rückblicke in die Vergangenheit sind klug gesetzt und sorgen dafür, dass man sowohl die jungen Versionen von Cynthie und Jack als auch ihre heutigen Ichs versteht. Man sieht, wie sehr sie gewachsen sind und warum es damals einfach noch nicht funktionieren konnte. Die Nebenfiguren bringen Humor, Leichtigkeit und dieses wunderbare Found-Family-Gefühl, das für mich jede gute RomCom abrundet. Der Spice ist präsent, aber genau richtig dosiert: emotional motiviert und niemals Selbstzweck. Für mich ist diese Second Chance daher nicht einfach nur eine unterhaltsame Liebesgeschichte, sondern ein Roman, der zeigt, dass Liebe manchmal Zeit braucht – und Mut.

Fazit:
„Let’s make a scene“ von Laura Wood ist eine warmherzige, emotionale und wunderbar nostalgische Second-Chance-RomCom. Mit Humor, Tiefe und ganz viel Herz erzählt die Autorin eine Geschichte über verpasste Chancen, Wachstum und die große Liebe zur richtigen Zeit. Für mich ein absolutes Highlight und ein echtes Wohlfühlbuch, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.

Lieblingszitat:
„Als ich ihn anschaue, geht mir wieder einmal durch den Kopf, wie merkwürdig es ist, dass ich ihm nicht nur erzählen kann, was ich denke und fühle, sondern dass es ihn offensichtlich auch interessiert. Es steht ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben. Ich bin sein Lieblingsroman – der, den er nicht aus der Hand legen kann.“ (S. 533)

{Rezension} His Face Is The Sun
Der Thron von Khetara (Bd. 1)

His Face Is The Sun
Der Thron von Khetara (Bd. 1)
von Michelle Jabès Corpora

Karibu (ein Verlag der Edel Verlagsgruppe)
Hardcover
Jugendbuch
608 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-96129-501-2
Ersterscheinung: 08.10.2025

Aus Staub geformt, durch Blut erweckt

Inhalt:
Im Königreich Khetara liegt der Duft von Sand, Macht und Verrat in der Luft. Während der Pharao an einer geheimnisvollen Krankheit zugrunde geht, vertiefen sich die Gräben zwischen Arm und Reich, Palast und Volk. Intrigen blühen, Rebellion formiert sich, und fernab der Städte regt sich ein uraltes Übel, das alles zu verschlingen droht.
Vier junge Menschen werden aus völlig unterschiedlichen Leben gerissen und durch ein altes Orakel miteinander verbunden: Sita, eine Prinzessin, die den Luxus des Palastes kennt, aber nicht dessen Wahrheit; Neff, eine junge Priesterin, deren Visionen mehr verbergen, als der Tempel zulassen will; Rai, die den Schmerz des Volkes aus erster Hand erlebt und sich der Rebellion anschließt; und Karim, ein Grabräuber, der zwischen Pyramiden und Toten lebt – bis etwas erwacht, das niemals hätte gestört werden dürfen. Ihre Wege sind zunächst getrennt, doch ihr Schicksal ist es nicht. Nur gemeinsam könnten sie Khetara retten. Die Frage ist nur: Wer von ihnen ist bereit, den Preis dafür zu zahlen – und wer wird am Ende auf dem Thron sitzen?

Meinung:
Wüstensand im Haar, Sonne im Nacken und ein Kopf voller Magie – genau so hat sich dieses Buch für mich angefühlt. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in der Welt von Khetara versunken. Das ägyptisch inspirierte Setting ist unglaublich atmosphärisch und wirkt durch Karten, Glossar und viele Details lebendig und gut durchdacht. Beim Lesen hatte ich ständig Bilder im Kopf: Tempel, Paläste, Wüste, Hitze und das Gefühl, dass überall Geheimnisse lauern. Der Einstieg ist durch die vier Perspektiven etwas anspruchsvoller, aber sobald ich mich an die Wechsel gewöhnt hatte, fand ich genau das richtig spannend. Jede Figur bringt ihre eigene Sicht auf das Königreich mit. Besonders Neff und Karim haben mich am meisten berührt – ihre Zweifel, Ängste und Entwicklungen wirkten sehr echt. Sita hat mich im Laufe der Geschichte positiv überrascht, während Rai für mich den wachsenden Zorn und die Hoffnung des Volkes verkörpert. Nicht jede Figur war mir sofort sympathisch, aber genau das hat sie glaubwürdig gemacht. Die Geschichte nimmt sich viel Zeit für den Aufbau von Welt und Charakteren, weshalb sich der Band stellenweise wie eine lange Einführung anfühlt. Mich hat das größtenteils nicht gestört, weil die Spannung langsam, aber konstant wächst. Überall gibt es Andeutungen, Prophezeiungen und kleine Hinweise, sodass ich ständig mitgerätselt habe. Manche Wendungen konnte ich erahnen, andere haben mich überrascht – und genau diese Mischung hat mich ans Buch gefesselt. Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu sein. Besonders gut gefallen hat mir, dass die romantischen Momente sehr dezent gehalten sind: ein Knistern, ein Blick, eine kurze Nähe – nie zu viel, aber genau richtig. Auch die ungewöhnlichen Perspektivwechsel, zum Beispiel aus der Sicht einer Katze, haben der Geschichte etwas Besonderes gegeben und sind mir im Gedächtnis geblieben.

Fazit:
„His Face Is The Sun – Der Thron von Khetara“ von Michelle Jabès Corpora ist ein atmosphärischer und vielversprechender Auftakt, der mit ägyptischer Mythologie, starken Figuren und einem langsamen, aber wirkungsvollen Spannungsaufbau überzeugt. Die Geschichte braucht etwas Geduld, belohnt diese aber mit Tiefe, Emotionen und einer faszinierenden Welt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Handlung und die Charaktere in den nächsten Bänden weiterentwickeln und vergebe liebend gerne 4,5 von 5 Sternchen für diesen ersten Band der Reihe.

{Rezension} Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)

Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31735-8
Ersterscheinung: 12.11.2025

Ein Geheimbund.
Eine Leiche im See.
Ein schockierendes Geheimnis.

Inhalt:
Sawyer Taft lebt weiterhin bei ihrer Tante und ihrer Großmutter und ist Teil der High Society geworden, zu der auch ihre neu gefundene Familie gehört – allerdings nur widerwillig. Noch immer treibt sie die Frage nach ihrer Herkunft um, denn Sawyer will endlich wissen, wer ihr Vater ist und was sich vor etwa 25 Jahren wirklich zugetragen hat. Als sie gemeinsam mit ihrer Cousine Lily in den exklusiven Debütantinnen-Geheimbund der White Gloves aufgenommen wird, nehmen die Ereignisse eine düstere Wendung. Ein schockierender Fund bei einem Initiationsritual am See bringt lange verdrängte Geheimnisse ans Licht. Zusammen mit Lily, Campbell und Sadie-Grace gerät Sawyer immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Intrigen und familiären Verstrickungen, das droht, die gesamte High Society zu erschüttern.

Meinung:
Sawyer Taft war für mich schon im ersten Band eine starke Protagonistin, doch in diesem zweiten Teil ist sie mir noch nähergekommen. Ihre zynische, scharfzüngige Art, ihr trockener Humor und ihre konsequente Weigerung, sich vollständig den Regeln der Reichen und Mächtigen zu unterwerfen, machen sie unglaublich authentisch. Besonders gefallen hat mir ihre Entwicklung, die nicht laut oder dramatisch daherkommt, sondern eher leise und subtil verläuft – in ihren Entscheidungen, in ihrem Umgang mit anderen und darin, wie sie langsam ihren eigenen Platz in dieser Welt findet. Die Dynamik zwischen Sawyer, Lily, Campbell und Sadie-Grace ist erneut ein großes Highlight. Ihre Freundschaft wirkt chaotisch, lebendig und ehrlich, und man spürt deutlich, wie sie im Laufe der Geschichte enger zusammenwachsen. Zwar bleiben einige der Charaktere eher stereotypisch, doch genau das funktioniert erstaunlich gut für diese Art von Story und verleiht ihr einen gewissen Gossip-Girl-Charme. Der Schreibstil von Jennifer Lynn Barnes ist wieder äußerst flüssig, humorvoll und präzise – ein Stil, der es leicht macht, komplett in die Geschichte einzutauchen und Seite um Seite zu verschlingen. Die zahlreichen Plottwists und Enthüllungen sorgen für durchgehende Spannung, auch wenn die vielen Theorien zu den Verwandtschaftsverhältnissen zeitweise etwas unübersichtlich werden. Immer wieder wird man bewusst in die Irre geführt, nur um kurz darauf festzustellen, dass man sich seiner Sache doch nicht so sicher war. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit steigern die Spannung zusätzlich, auch wenn sie stellenweise zur Verwirrung beitragen. Der Geheimbund der White Gloves bringt eine starke, düstere Atmosphäre mit sich, hätte für meinen Geschmack zum Ende hin jedoch noch etwas mehr narrative Relevanz haben dürfen. Das Finale selbst ist schlüssig, emotional und konsequent erzählt – weniger ein lauter Knall, dafür eine stimmige Auflösung, die rückblickend Sinn ergibt.

Fazit:
„Deadly Little Scandals“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein würdiger und spannender Abschluss der „Little-White-Lies“-Dilogie, der mit Intrigen, Freundschaft und dunklen Familiengeheimnissen überzeugt. Sawyer Taft trägt die Geschichte mit viel Charisma und einer gelungenen, subtilen Charakterentwicklung. Trotz kleiner Schwächen in der Übersicht bleibt das Buch fesselnd und atmosphärisch, weshalb ich sehr gerne 4,5 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Hope in Action
Die Zukunft gehört uns:
Inspiration und Impulse von Finnlands jüngster Ministerpräsidentin

Hope in Action
Die Zukunft gehört uns
Inspiration und Impulse von Finnlands jüngster Ministerpräsidentin
von Sanna Marin

Ariston Verlag (ein Verlag der Penguin Random House Verlagsgruppe)
Hardcover mit Schutzumschlag
Biografie
320 Seiten
ISBN: 978-3-424-20313-4
Ersterscheinung: 05.11.2025

Inhalt:
In ihrer Autobiografie erzählt Sanna Marin von ihrem Weg aus einfachen familiären Verhältnissen bis an die Spitze der finnischen Regierung. Sie beschreibt, wie Werte wie Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung ihr politisches Handeln geprägt haben – lange bevor sie Ministerpräsidentin wurde. Persönliche Erfahrungen werden mit zentralen politischen Herausforderungen unserer Zeit verknüpft: Klimaschutz, soziale Sicherheit, Demokratie, internationale Krisen und der Umgang mit öffentlichem Druck. Dabei geht es nicht nur um politische Entscheidungen, sondern auch um die Frage, wie Haltung entsteht und warum es entscheidend ist, sich nicht mit dem Status quo abzufinden. Das Buch versteht sich bewusst nicht nur als Rückblick, sondern als Einladung, selbst aktiv zu werden und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Meinung:
Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt – nicht, weil es laut oder spektakulär ist, sondern weil es ruhig, klar und konsequent wirkt. Sanna Marin schreibt mit einer bemerkenswerten Mischung aus Entschlossenheit und Nachdenklichkeit. Man spürt auf jeder Seite, dass hier keine Karriereerzählung um ihrer selbst willen entsteht, sondern ein ehrlicher Versuch, politische Arbeit verständlich, menschlich und wertebasiert zu erklären. Besonders überzeugend fand ich die Authentizität. Sanna Marin stilisiert sich nicht zur Heldin, sondern reflektiert offen über Unsicherheiten, Druck und Fehler. Gerade dadurch wirkt ihre Haltung umso stärker. Sie zeigt, dass Führung nicht bedeutet, keine Zweifel zu haben, sondern trotz dieser Zweifel Entscheidungen zu treffen und sie zu verantworten. Das hebt das Buch deutlich von vielen politischen Memoiren ab, die oft glatt, strategisch oder selbstverliebt wirken. Sehr eindrücklich sind die Passagen über soziale Herkunft und Chancengleichheit. Dass Sanna Marin ihren eigenen Weg klar mit einem funktionierenden Sozialstaat verknüpft, verleiht dem Buch Glaubwürdigkeit und Tiefe. Erfolg wird hier nicht als individuelles Wunder dargestellt, sondern als Ergebnis gesellschaftlicher Strukturen, die Menschen tragen können, wenn man sie schützt und weiterentwickelt. Auch der Umgang mit öffentlicher Kritik und medialen Angriffen wird reflektiert, ohne in Opferrollen oder Abwehrhaltungen zu kippen. Stattdessen bleibt ein Eindruck von innerer Stabilität und einer konsequenten Weigerung, sich verbiegen zu lassen. Genau das macht das Buch so inspirierend: Es ermutigt dazu, sichtbar zu sein, Haltung zu zeigen und nicht auf Zustimmung zu warten, bevor man handelt. Für mich ist diese Autobiografie vor allem ein Buch für junge Menschen – insbesondere für junge Frauen –, die sich fragen, ob Engagement, Politik oder gesellschaftliche Verantwortung für sie überhaupt möglich sind. Nach der Lektüre bleibt kein distanziertes Staunen zurück, sondern ein leiser, aber bestimmter Impuls: Man darf anfangen. Jetzt.

Fazit:
„Hope in Action – Die Zukunft gehört uns: Inspiration und Impulse von Finnlands jüngster Ministerpräsidentin“ von Sanna Marin ist eine kluge, ehrliche und zutiefst ermutigende Lektüre. Das Buch verbindet persönliche Geschichte mit politischer Vision und zeigt, dass Werte kein Hindernis, sondern eine Kraftquelle sind. Es inspiriert, ohne zu idealisieren, und motiviert, ohne zu belehren. Von mir gibt es daher 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Very Dangerous Things
Mord nach Plan

Very Dangerous Things
Mord nach Plan
von Lauren Muñoz
übersetzt von Svantje Volkens

One Verlag
Paperback
YA-Krimi / Jugendbuch
464 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0277-5
Ersterscheinung: 31.10.2025

Inhalt:
Dulce Castillo besucht die J. Everett High, eine außergewöhnliche Schule, an der Jugendliche zu angehenden Kriminologen ausgebildet werden. Jedes Jahr findet dort ein großes Mörderspiel statt, bei dem anhand von Autopsieberichten, Zeugenaussagen und Beweisen ein fingierter Mord aufgeklärt werden muss. Dulce will dieses Jahr unbedingt gewinnen – gemeinsam mit ihrer besten Freundin Emi und dem neuen Mitschüler Zane. Doch als der Wettbewerb beginnt, wird schnell klar: Der tote Schüler im Gewächshaus ist kein Schauspiel. Xavier Torres wurde tatsächlich vergiftet. Während die Polizei ermittelt, gerät ausgerechnet Sierra Fox, Dulces ehemalige beste Freundin, unter Verdacht. Trotz ihrer belasteten Vergangenheit beschließt Dulce, selbst nach dem wahren Täter zu suchen – und begibt sich damit in ein gefährliches Spiel voller Geheimnisse, falscher Fährten und Verdächtiger.

Meinung:
Mich hat dieses Buch vor allem durch sein Setting sofort gepackt. Eine Highschool, an der Kriminologie unterrichtet wird, kombiniert mit einem Mörderspiel, das eskaliert – das ist einfach eine geniale Ausgangsidee. Besonders gefallen hat mir, wie aktiv man selbst beim Lesen ins Miträtseln eingebunden wird. Ich habe im Laufe der Geschichte gefühlt jede Figur mindestens einmal verdächtigt und meine Theorie ständig über den Haufen geworfen. Dulce als Protagonistin fand ich sehr gelungen. Sie ist klug, ehrgeizig und aufmerksam, trägt aber auch viel emotionale Last mit sich herum – vor allem durch den ungeklärten Tod ihrer Mutter und den Bruch mit Sierra. Gerade diese innere Zerrissenheit hat sie für mich sehr menschlich gemacht, auch wenn sie manche offensichtliche Hinweise übersieht oder sich in riskante Situationen manövriert. Die Dynamik zwischen Dulce, Emi und Zane ist spannend, manchmal auch konfliktreich, und fühlt sich angenehm authentisch für Teenager an. Besonders die Rückblicke in die Vergangenheit haben viel zur emotionalen Tiefe beigetragen. Der Schreibstil ist flüssig, modern und leicht zu lesen, was perfekt zum YA-Genre passt. Der Einstieg war für mich etwas ruhiger, fast schon zäh, doch sobald die Ermittlungen richtig Fahrt aufnehmen, entwickelt das Buch eine starke Sogwirkung. Die vielen Wendungen, falschen Spuren und Enthüllungen haben mich konstant bei Laune gehalten. Das Finale hat mich ehrlich überrascht, denn der Plot Twist kam für mich völlig unerwartet und hat die Geschichte im Nachhinein deutlich aufgewertet. Kleinere Längen im Mittelteil und einzelne nicht ganz logische Entscheidungen der Figuren konnte ich dafür gut verzeihen.

Fazit:
„Suddenly a Murder – Mord auf Ashwood Manor“ von Lauren Muñoz ist ein spannender, wendungsreicher YA-Krimi mit einem originellen Highschool-Setting und hohem Miträtsel-Faktor. Die Mischung aus Mordermittlung, Freundschaftsdrama und persönlicher Vergangenheit funktioniert insgesamt sehr gut und führen zu einem starken, überraschenden Ende. Trotz kleiner Schwächen im Tempo hat mich das Buch bestens unterhalten und lange gefesselt. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternchen.