{Rezension} Beste Freunde küsst man nicht

Beste Freunde küsst man nicht
von G. F. Miller

FISCHER Sauerländer
Hardcover
Jugendbuch
320  Seiten
Altersempfehlung: ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-7373-7395-1
Ersterscheinung: 06.11.2025

Wie es wirklich ist, 13 zu sein:
kompliziert – und ziemlich lustig!

Inhalt:
Eve und Andrew sind seit Ewigkeiten beste Freunde und gehen gemeinsam auf die Schulparty ihrer achten Klasse – ganz ohne Hintergedanken. Doch plötzlich denkt die ganze Schule, die beiden wären ein Paar. Ehe sie sich versehen, stecken Eve und Andrew mitten in einer „Beziehung“, die eigentlich gar keine ist. Beide haben Angst, dass das ihre Freundschaft ruiniert, wollen aber auch nicht die Person sein, die Schluss macht und alles unangenehm werden lässt. Also verfolgen sie unabhängig voneinander denselben Plan: Sie wollen sich so schrecklich wie möglich als Freundin oder Freund verhalten, damit der jeweils andere die Sache beendet. Blöd nur, dass beide exakt gleich denken – und das Gefühlschaos damit erst richtig losgeht.

Meinung:
Ich mochte das Buch insgesamt wirklich gern, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war. Was mir besonders gefallen hat, war der sehr flüssige, leichte Schreibstil, denn man fliegt regelrecht durch die Seiten, was gerade für die Zielgruppe perfekt ist. Eve und Andrew sind authentisch, manchmal herrlich unbeholfen und genau so unsicher, wie man es mit 13 bzw. 14 eben ist. Ihre Gedanken, Missverständnisse und kleinen inneren Dramen haben sich erstaunlich echt angefühlt und oft musste ich schmunzeln, weil vieles so typisch „Pre-Teen“ ist. Die zwei Perspektiven fand ich besonders gelungen, weil man somit immer einen Wissensvorsprung hat und genau sieht, wie sehr die beiden aneinander vorbeidenken. Das sorgt für viel Situationskomik, aber auch für diese leise Frustration, wenn man sich wünscht, sie würden einfach ehrlich miteinander reden. Gleichzeitig transportiert die Geschichte sehr schön, wie kompliziert Freundschaft werden kann, sobald romantische Erwartungen von außen dazukommen. Was mir persönlich nicht ganz gefallen hat, war das Ende. Ich bin einfach eine absolute Romantikerin und hätte mir emotional noch ein bisschen mehr gewünscht – für meinen Geschmack war es zu realistisch und zu wenig Herzklopfen. Das ist allerdings kein objektiver Kritikpunkt, sondern reine Geschmackssache. Und da es einen Folgeband gibt (bisher nur im Englischen), habe ich durchaus Hoffnung, dass die Geschichte dort ein Ende findet, das eher meinen romantischen Vorstellungen entspricht. Insgesamt war es ein süßes, ehrliches und sehr unterhaltsames Buch, das genau weiß, für wen es geschrieben ist.

Fazit:
„Beste Freunde küsst man nicht“ von G. F. Miller ist eine charmante, humorvolle Middle-Grade-RomCom über Freundschaft, erste Gefühle und das Chaos, das entsteht, wenn alle plötzlich mehr erwarten. Das Buch punktet mit authentischen Figuren, einer flüssigen Erzählweise und viel Situationskomik. Auch wenn das Ende nicht ganz meinen romantischen Vorstellungen entsprach, hat mich die Geschichte gut unterhalten, weshalb ich 4,5 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} His Face Is The Sun
Der Thron von Khetara (Bd. 1)

His Face Is The Sun
Der Thron von Khetara (Bd. 1)
von Michelle Jabès Corpora

Karibu (ein Verlag der Edel Verlagsgruppe)
Hardcover
Jugendbuch
608 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-96129-501-2
Ersterscheinung: 08.10.2025

Aus Staub geformt, durch Blut erweckt

Inhalt:
Im Königreich Khetara liegt der Duft von Sand, Macht und Verrat in der Luft. Während der Pharao an einer geheimnisvollen Krankheit zugrunde geht, vertiefen sich die Gräben zwischen Arm und Reich, Palast und Volk. Intrigen blühen, Rebellion formiert sich, und fernab der Städte regt sich ein uraltes Übel, das alles zu verschlingen droht.
Vier junge Menschen werden aus völlig unterschiedlichen Leben gerissen und durch ein altes Orakel miteinander verbunden: Sita, eine Prinzessin, die den Luxus des Palastes kennt, aber nicht dessen Wahrheit; Neff, eine junge Priesterin, deren Visionen mehr verbergen, als der Tempel zulassen will; Rai, die den Schmerz des Volkes aus erster Hand erlebt und sich der Rebellion anschließt; und Karim, ein Grabräuber, der zwischen Pyramiden und Toten lebt – bis etwas erwacht, das niemals hätte gestört werden dürfen. Ihre Wege sind zunächst getrennt, doch ihr Schicksal ist es nicht. Nur gemeinsam könnten sie Khetara retten. Die Frage ist nur: Wer von ihnen ist bereit, den Preis dafür zu zahlen und wer wird am Ende auf dem Thron sitzen?

Meinung:
Wüstensand im Haar, Sonne im Nacken und ein Kopf voller Magie – genau so hat sich dieses Buch für mich angefühlt. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in der Welt von Khetara versunken. Das ägyptisch inspirierte Setting ist unglaublich atmosphärisch und wirkt durch Karten, Glossar und viele Details lebendig und gut durchdacht. Beim Lesen hatte ich ständig Bilder im Kopf: Tempel, Paläste, Wüste, Hitze und das Gefühl, dass überall Geheimnisse lauern. Der Einstieg ist durch die vier Perspektiven etwas anspruchsvoller, aber sobald ich mich an die Wechsel gewöhnt hatte, fand ich genau das richtig spannend. Jede Figur bringt ihre eigene Sicht auf das Königreich mit. Besonders Neff und Karim haben mich am meisten berührt, denn ihre Zweifel, Ängste und Entwicklungen wirkten sehr echt. Sita hat mich im Laufe der Geschichte positiv überrascht, während Rai für mich den wachsenden Zorn und die Hoffnung des Volkes verkörpert. Nicht jede Figur war mir sofort sympathisch, aber genau das hat sie glaubwürdig gemacht. Die Geschichte nimmt sich viel Zeit für den Aufbau von Welt und Charakteren, weshalb sich der Band stellenweise wie eine lange Einführung anfühlt. Mich hat das größtenteils nicht gestört, weil die Spannung langsam, aber konstant wächst. Überall gibt es Andeutungen, Prophezeiungen und kleine Hinweise, sodass ich ständig mitgerätselt habe. Manche Wendungen konnte ich erahnen, andere haben mich überrascht – und genau diese Mischung hat mich ans Buch gefesselt. Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu sein. Besonders gut gefallen hat mir, dass die romantischen Momente sehr dezent gehalten sind: ein Knistern, ein Blick, eine kurze Nähe – nie zu viel, aber genau richtig.

Fazit:
„His Face Is The Sun – Der Thron von Khetara“ von Michelle Jabès Corpora ist ein atmosphärischer und vielversprechender Auftakt, der mit ägyptischer Mythologie, starken Figuren und einem langsamen, aber wirkungsvollen Spannungsaufbau überzeugt. Die Geschichte braucht etwas Geduld, belohnt diese aber mit Tiefe, Emotionen und einer faszinierenden Welt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Handlung und die Charaktere in den nächsten Bänden weiterentwickeln und vergebe liebend gerne 4,5 von 5 Sternchen für diesen ersten Band der Reihe.

{Rezension} Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)

Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31735-8
Ersterscheinung: 12.11.2025

Ein Geheimbund.
Eine Leiche im See.
Ein schockierendes Geheimnis.

Inhalt:
Sawyer Taft lebt weiterhin bei ihrer Tante und ihrer Großmutter und ist Teil der High Society geworden, zu der auch ihre neu gefundene Familie gehört – allerdings nur widerwillig. Noch immer treibt sie die Frage nach ihrer Herkunft um, denn Sawyer will endlich wissen, wer ihr Vater ist und was sich vor etwa 25 Jahren wirklich zugetragen hat. Als sie gemeinsam mit ihrer Cousine Lily in den exklusiven Debütantinnen-Geheimbund der White Gloves aufgenommen wird, nehmen die Ereignisse eine düstere Wendung. Ein schockierender Fund bei einem Initiationsritual am See bringt lange verdrängte Geheimnisse ans Licht. Zusammen mit Lily, Campbell und Sadie-Grace gerät Sawyer immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Intrigen und familiären Verstrickungen, das droht, die gesamte High Society zu erschüttern.

Meinung:
Sawyer Taft war für mich schon im ersten Band eine starke Protagonistin, doch in diesem zweiten Teil ist sie mir noch nähergekommen. Ihre zynische, scharfzüngige Art, ihr trockener Humor und ihre konsequente Weigerung, sich vollständig den Regeln der Reichen und Mächtigen zu unterwerfen, machen sie unglaublich authentisch. Besonders gefallen hat mir ihre Entwicklung, die nicht laut oder dramatisch daherkommt, sondern eher leise und subtil verläuft – in ihren Entscheidungen, in ihrem Umgang mit anderen und darin, wie sie langsam ihren eigenen Platz in dieser Welt findet. Die Dynamik zwischen Sawyer, Lily, Campbell und Sadie-Grace ist erneut ein großes Highlight. Ihre Freundschaft wirkt chaotisch, lebendig und ehrlich, und man spürt deutlich, wie sie im Laufe der Geschichte enger zusammenwachsen. Zwar bleiben einige der Charaktere eher stereotypisch, doch genau das funktioniert erstaunlich gut für diese Art von Story und verleiht ihr einen gewissen Gossip-Girl-Charme. Der Schreibstil von Jennifer Lynn Barnes ist wieder äußerst flüssig, humorvoll und präzise – ein Stil, der es leicht macht, komplett in die Geschichte einzutauchen und Seite um Seite zu verschlingen. Die zahlreichen Plottwists und Enthüllungen sorgen für durchgehende Spannung, auch wenn die vielen Theorien zu den Verwandtschaftsverhältnissen zeitweise etwas unübersichtlich werden. Immer wieder wird man bewusst in die Irre geführt, nur um kurz darauf festzustellen, dass man sich seiner Sache doch nicht so sicher war. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit steigern die Spannung zusätzlich, auch wenn sie stellenweise zur Verwirrung beitragen. Der Geheimbund der White Gloves bringt eine starke, düstere Atmosphäre mit sich, hätte für meinen Geschmack zum Ende hin jedoch noch etwas mehr narrative Relevanz haben dürfen. Das Finale selbst ist schlüssig, emotional und konsequent erzählt – weniger ein lauter Knall, dafür eine stimmige Auflösung, die rückblickend Sinn ergibt.

Fazit:
„Deadly Little Scandals“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein würdiger und spannender Abschluss der „Little-White-Lies“-Dilogie, der mit Intrigen, Freundschaft und dunklen Familiengeheimnissen überzeugt. Sawyer Taft trägt die Geschichte mit viel Charisma und einer gelungenen, subtilen Charakterentwicklung. Trotz kleiner Schwächen in der Übersicht bleibt das Buch fesselnd und atmosphärisch, weshalb ich sehr gerne 4,5 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Very Dangerous Things
Mord nach Plan

Very Dangerous Things
Mord nach Plan
von Lauren Muñoz
übersetzt von Svantje Volkens

One Verlag
Paperback
YA-Krimi / Jugendbuch
464 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0277-5
Ersterscheinung: 31.10.2025

Inhalt:
Dulce Castillo besucht die J. Everett High, eine außergewöhnliche Schule, an der Jugendliche zu angehenden Kriminologen ausgebildet werden. Jedes Jahr findet dort ein großes Mörderspiel statt, bei dem anhand von Autopsieberichten, Zeugenaussagen und Beweisen ein fingierter Mord aufgeklärt werden muss. Dulce will dieses Jahr unbedingt gewinnen – gemeinsam mit ihrer besten Freundin Emi und dem neuen Mitschüler Zane. Doch als der Wettbewerb beginnt, wird schnell klar: Der tote Schüler im Gewächshaus ist kein Schauspiel. Xavier Torres wurde tatsächlich vergiftet. Während die Polizei ermittelt, gerät ausgerechnet Sierra Fox, Dulces ehemalige beste Freundin, unter Verdacht. Trotz ihrer belasteten Vergangenheit beschließt Dulce, selbst nach dem wahren Täter zu suchen – und begibt sich damit in ein gefährliches Spiel voller Geheimnisse, falscher Fährten und Verdächtiger.

Meinung:
Mich hat dieses Buch vor allem durch sein Setting sofort gepackt. Eine Highschool, an der Kriminologie unterrichtet wird, kombiniert mit einem Mörderspiel, das eskaliert – das ist einfach eine geniale Ausgangsidee. Besonders gefallen hat mir, wie aktiv man selbst beim Lesen ins Miträtseln eingebunden wird. Ich habe im Laufe der Geschichte gefühlt jede Figur mindestens einmal verdächtigt und meine Theorie ständig über den Haufen geworfen. Dulce als Protagonistin fand ich sehr gelungen. Sie ist klug, ehrgeizig und aufmerksam, trägt aber auch viel emotionale Last mit sich herum – vor allem durch den ungeklärten Tod ihrer Mutter und den Bruch mit Sierra. Gerade diese innere Zerrissenheit hat sie für mich sehr menschlich gemacht, auch wenn sie manche offensichtliche Hinweise übersieht oder sich in riskante Situationen manövriert. Die Dynamik zwischen Dulce, Emi und Zane ist spannend, manchmal auch konfliktreich, und fühlt sich angenehm authentisch für Teenager an. Besonders die Rückblicke in die Vergangenheit haben viel zur emotionalen Tiefe beigetragen. Der Schreibstil ist flüssig, modern und leicht zu lesen, was perfekt zum YA-Genre passt. Der Einstieg war für mich etwas ruhiger, fast schon zäh, doch sobald die Ermittlungen richtig Fahrt aufnehmen, entwickelt das Buch eine starke Sogwirkung. Die vielen Wendungen, falschen Spuren und Enthüllungen haben mich konstant bei Laune gehalten. Das Finale hat mich ehrlich überrascht, denn der Plot Twist kam für mich völlig unerwartet und hat die Geschichte im Nachhinein deutlich aufgewertet. Kleinere Längen im Mittelteil und einzelne nicht ganz logische Entscheidungen der Figuren konnte ich dafür gut verzeihen.

Fazit:
„Suddenly a Murder – Mord auf Ashwood Manor“ von Lauren Muñoz ist ein spannender, wendungsreicher YA-Krimi mit einem originellen Highschool-Setting und hohem Miträtsel-Faktor. Die Mischung aus Mordermittlung, Freundschaftsdrama und persönlicher Vergangenheit funktioniert insgesamt sehr gut und führen zu einem starken, überraschenden Ende. Trotz kleiner Schwächen im Tempo hat mich das Buch bestens unterhalten und lange gefesselt. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Rival Darling
(Bd. 1 der „Darling Devils“-Reihe)

Rival Darling
(Bd. 1 der „Darling Devils“-Reihe)
von Alexandra Moody

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene / Sports Romance
448 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0297-3
Ersterscheinung: 17.12.2025

Inhalt:
Nach dem schmerzhaften Betrug durch ihren Freund Jeremy, den Kapitän des Eishockey-Teams ihrer Highschool, fasst die 17-jährige Violet Sinclair einen klaren Entschluss: Nie wieder einen Sportler daten. Um Jeremy zu zeigen, dass sie über ihn hinweg ist, lässt sie sich auf einen riskanten Plan ein. Durch Zufall begegnet sie Reed Darling, dem gefürchteten Kapitän der Ransom Devils und gleichzeitig Jeremys größtem Rivalen. Spontan bittet sie ihn, ihren Fake-Freund zu spielen. Was als Zweckgemeinschaft mit festen Regeln beginnt, wird jedoch zunehmend kompliziert, denn hinter Reeds geheimnisvollem Ruf verbirgt sich ein ganz anderer Mensch. Während Violet versucht, emotionale Distanz zu wahren, geraten echte Gefühle immer mehr außer Kontrolle.

Meinung:
Dieses Buch hat mich von den ersten Seiten an vollkommen abgeholt. Der Schreibstil von Alexandra Moody ist unglaublich flüssig und angenehm, sodass man förmlich durch die Seiten gleitet und ständig „nur noch ein Kapitel“ lesen möchte. Obwohl die Handlung insgesamt eher ruhig bleibt, fühlt sich nichts zäh an, da der Fokus klar auf den Figuren und ihren Emotionen liegt – und genau das funktioniert hier hervorragend. Violet Sinclair ist für mich eine große Stärke der Geschichte. Sie ist impulsiv, emotional, manchmal widersprüchlich und gerade deshalb so authentisch. Ihre Unsicherheit nach dem Betrug durch Jeremy ist jederzeit spürbar, ebenso wie ihr innerer Konflikt zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst vor erneuter Verletzung. Ihre strikte Regel, keine Sportler mehr zu daten, wirkt dabei weniger wie Sturheit, sondern vielmehr wie ein Schutzmechanismus. Auch das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter verleiht Violet zusätzliche Tiefe und lässt erahnen, dass sie schon länger mit emotionaler Distanz und ungelösten Konflikten kämpft. Reed Darling hat sich still und leise in mein Herz geschlichen. Nach außen wirkt er ruhig, reserviert und einschüchternd – ein Ruf, der durch zahlreiche Gerüchte noch verstärkt wird. Doch hinter dieser Fassade steckt ein unglaublich aufmerksamer, loyaler und sensibler Charakter. Besonders seine kleinen Gesten, wie seine Rücksichtnahme auf Violets Grenzen oder seine stille Unterstützung, zeigen, wie ernst es ihm ist. Man merkt deutlich, dass ihm die Fake-Beziehung emotional nähergeht, als er zugeben möchte. Dass er seine Gefühle dennoch nicht in den Vordergrund drängt, macht ihn für mich zu einer echten Green Flag. Ein absolutes Highlight ist Reeds Familie, insbesondere die Dynamik zwischen den Darling-Brüdern. Ihr starker Zusammenhalt bringt Wärme, Humor und Leichtigkeit in die Geschichte und bildet einen schönen Kontrast zu den Vorurteilen, die ihnen in Sunshine Hills entgegengebracht werden. Szenen wie das Abendessen bei den Darlings zeigen eindrucksvoll, wie sehr Violet sich nach genau dieser Art von Geborgenheit sehnt und wie gut sie eigentlich in Reeds Welt passen würde. Jeremy entwickelt sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einer unangenehmen und belastenden Präsenz. Sein Verhalten wirkt kontrollierend, egozentrisch und zunehmend beängstigend, was ihn zu einem glaubwürdigen Gegenspieler macht. Die Enthüllungen über seine Vergangenheit und seine Verbindung zu Reed verstärken den Eindruck, dass von ihm noch entscheidendes Drama ausgehen wird. Auch die Nebenfiguren – allen voran Mia – fügen sich stimmig ein und verleihen der Geschichte zusätzliche emotionale Tiefe. Ja, die Liebesgeschichte zwischen Violet und Reed entwickelt sich stellenweise recht schnell und intensiv, doch das hat meinen Lesespaß kaum geschmälert. Der Reiz liegt weniger in überraschenden Wendungen als vielmehr im emotionalen Weg dorthin. Dieser erste Band der „Darling Devils“-Reihe ist eine gefühlvolle, cozy Sportsromance ohne Spice, die stattdessen auf Nähe, Vertrauen und innere Konflikte setzt. Und genau das macht sie so wirkungsvoll.

Fazit:
„Rival Darling“ von Alexandra Moody ist eine Sports Romance, die leise unter die Haut geht und lange im Herzen bleibt. Die Geschichte von Violet Sinclair und Reed Darling lebt von ehrlichen Gefühlen, starken Charakteren und einem emotionalen Knistern, das ganz ohne Spice auskommt. Trotz bekannter Tropes fühlt sich alles authentisch und nahbar an. Für mich ein absolutes Wohlfühl-Highlight, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.