{Rezension} Very Dangerous Things
Mord nach Plan

Very Dangerous Things
Mord nach Plan
von Lauren Muñoz
übersetzt von Svantje Volkens

One Verlag
Paperback
YA-Krimi / Jugendbuch
464 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0277-5
Ersterscheinung: 31.10.2025

Inhalt:
Dulce Castillo besucht die J. Everett High, eine außergewöhnliche Schule, an der Jugendliche zu angehenden Kriminologen ausgebildet werden. Jedes Jahr findet dort ein großes Mörderspiel statt, bei dem anhand von Autopsieberichten, Zeugenaussagen und Beweisen ein fingierter Mord aufgeklärt werden muss. Dulce will dieses Jahr unbedingt gewinnen – gemeinsam mit ihrer besten Freundin Emi und dem neuen Mitschüler Zane. Doch als der Wettbewerb beginnt, wird schnell klar: Der tote Schüler im Gewächshaus ist kein Schauspiel. Xavier Torres wurde tatsächlich vergiftet. Während die Polizei ermittelt, gerät ausgerechnet Sierra Fox, Dulces ehemalige beste Freundin, unter Verdacht. Trotz ihrer belasteten Vergangenheit beschließt Dulce, selbst nach dem wahren Täter zu suchen – und begibt sich damit in ein gefährliches Spiel voller Geheimnisse, falscher Fährten und Verdächtiger.

Meinung:
Mich hat dieses Buch vor allem durch sein Setting sofort gepackt. Eine Highschool, an der Kriminologie unterrichtet wird, kombiniert mit einem Mörderspiel, das eskaliert – das ist einfach eine geniale Ausgangsidee. Besonders gefallen hat mir, wie aktiv man selbst beim Lesen ins Miträtseln eingebunden wird. Ich habe im Laufe der Geschichte gefühlt jede Figur mindestens einmal verdächtigt und meine Theorie ständig über den Haufen geworfen. Dulce als Protagonistin fand ich sehr gelungen. Sie ist klug, ehrgeizig und aufmerksam, trägt aber auch viel emotionale Last mit sich herum – vor allem durch den ungeklärten Tod ihrer Mutter und den Bruch mit Sierra. Gerade diese innere Zerrissenheit hat sie für mich sehr menschlich gemacht, auch wenn sie manche offensichtliche Hinweise übersieht oder sich in riskante Situationen manövriert. Die Dynamik zwischen Dulce, Emi und Zane ist spannend, manchmal auch konfliktreich, und fühlt sich angenehm authentisch für Teenager an. Besonders die Rückblicke in die Vergangenheit haben viel zur emotionalen Tiefe beigetragen. Der Schreibstil ist flüssig, modern und leicht zu lesen, was perfekt zum YA-Genre passt. Der Einstieg war für mich etwas ruhiger, fast schon zäh, doch sobald die Ermittlungen richtig Fahrt aufnehmen, entwickelt das Buch eine starke Sogwirkung. Die vielen Wendungen, falschen Spuren und Enthüllungen haben mich konstant bei Laune gehalten. Das Finale hat mich ehrlich überrascht, denn der Plot Twist kam für mich völlig unerwartet und hat die Geschichte im Nachhinein deutlich aufgewertet. Kleinere Längen im Mittelteil und einzelne nicht ganz logische Entscheidungen der Figuren konnte ich dafür gut verzeihen.

Fazit:
„Suddenly a Murder – Mord auf Ashwood Manor“ von Lauren Muñoz ist ein spannender, wendungsreicher YA-Krimi mit einem originellen Highschool-Setting und hohem Miträtsel-Faktor. Die Mischung aus Mordermittlung, Freundschaftsdrama und persönlicher Vergangenheit funktioniert insgesamt sehr gut und führen zu einem starken, überraschenden Ende. Trotz kleiner Schwächen im Tempo hat mich das Buch bestens unterhalten und lange gefesselt. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Rival Darling
(Bd. 1 der „Darling Devils“-Reihe)

Rival Darling
(Bd. 1 der „Darling Devils“-Reihe)
von Alexandra Moody

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene / Sports Romance
448 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0297-3
Ersterscheinung: 17.12.2025

Inhalt:
Nach dem schmerzhaften Betrug durch ihren Freund Jeremy, den Kapitän des Eishockey-Teams ihrer Highschool, fasst die 17-jährige Violet Sinclair einen klaren Entschluss: Nie wieder einen Sportler daten. Um Jeremy zu zeigen, dass sie über ihn hinweg ist, lässt sie sich auf einen riskanten Plan ein. Durch Zufall begegnet sie Reed Darling, dem gefürchteten Kapitän der Ransom Devils und gleichzeitig Jeremys größtem Rivalen. Spontan bittet sie ihn, ihren Fake-Freund zu spielen. Was als Zweckgemeinschaft mit festen Regeln beginnt, wird jedoch zunehmend kompliziert, denn hinter Reeds geheimnisvollem Ruf verbirgt sich ein ganz anderer Mensch. Während Violet versucht, emotionale Distanz zu wahren, geraten echte Gefühle immer mehr außer Kontrolle.

Meinung:
Dieses Buch hat mich von den ersten Seiten an vollkommen abgeholt. Der Schreibstil von Alexandra Moody ist unglaublich flüssig und angenehm, sodass man förmlich durch die Seiten gleitet und ständig „nur noch ein Kapitel“ lesen möchte. Obwohl die Handlung insgesamt eher ruhig bleibt, fühlt sich nichts zäh an, da der Fokus klar auf den Figuren und ihren Emotionen liegt – und genau das funktioniert hier hervorragend. Violet Sinclair ist für mich eine große Stärke der Geschichte. Sie ist impulsiv, emotional, manchmal widersprüchlich und gerade deshalb so authentisch. Ihre Unsicherheit nach dem Betrug durch Jeremy ist jederzeit spürbar, ebenso wie ihr innerer Konflikt zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst vor erneuter Verletzung. Ihre strikte Regel, keine Sportler mehr zu daten, wirkt dabei weniger wie Sturheit, sondern vielmehr wie ein Schutzmechanismus. Auch das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter verleiht Violet zusätzliche Tiefe und lässt erahnen, dass sie schon länger mit emotionaler Distanz und ungelösten Konflikten kämpft. Reed Darling hat sich still und leise in mein Herz geschlichen. Nach außen wirkt er ruhig, reserviert und einschüchternd – ein Ruf, der durch zahlreiche Gerüchte noch verstärkt wird. Doch hinter dieser Fassade steckt ein unglaublich aufmerksamer, loyaler und sensibler Charakter. Besonders seine kleinen Gesten, wie seine Rücksichtnahme auf Violets Grenzen oder seine stille Unterstützung, zeigen, wie ernst es ihm ist. Man merkt deutlich, dass ihm die Fake-Beziehung emotional nähergeht, als er zugeben möchte. Dass er seine Gefühle dennoch nicht in den Vordergrund drängt, macht ihn für mich zu einer echten Green Flag. Ein absolutes Highlight ist Reeds Familie, insbesondere die Dynamik zwischen den Darling-Brüdern. Ihr starker Zusammenhalt bringt Wärme, Humor und Leichtigkeit in die Geschichte und bildet einen schönen Kontrast zu den Vorurteilen, die ihnen in Sunshine Hills entgegengebracht werden. Szenen wie das Abendessen bei den Darlings zeigen eindrucksvoll, wie sehr Violet sich nach genau dieser Art von Geborgenheit sehnt und wie gut sie eigentlich in Reeds Welt passen würde. Jeremy entwickelt sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einer unangenehmen und belastenden Präsenz. Sein Verhalten wirkt kontrollierend, egozentrisch und zunehmend beängstigend, was ihn zu einem glaubwürdigen Gegenspieler macht. Die Enthüllungen über seine Vergangenheit und seine Verbindung zu Reed verstärken den Eindruck, dass von ihm noch entscheidendes Drama ausgehen wird. Auch die Nebenfiguren – allen voran Mia – fügen sich stimmig ein und verleihen der Geschichte zusätzliche emotionale Tiefe. Ja, die Liebesgeschichte zwischen Violet und Reed entwickelt sich stellenweise recht schnell und intensiv, doch das hat meinen Lesespaß kaum geschmälert. Der Reiz liegt weniger in überraschenden Wendungen als vielmehr im emotionalen Weg dorthin. Dieser erste Band der „Darling Devils“-Reihe ist eine gefühlvolle, cozy Sportsromance ohne Spice, die stattdessen auf Nähe, Vertrauen und innere Konflikte setzt. Und genau das macht sie so wirkungsvoll.

Fazit:
„Rival Darling“ von Alexandra Moody ist eine Sports Romance, die leise unter die Haut geht und lange im Herzen bleibt. Die Geschichte von Violet Sinclair und Reed Darling lebt von ehrlichen Gefühlen, starken Charakteren und einem emotionalen Knistern, das ganz ohne Spice auskommt. Trotz bekannter Tropes fühlt sich alles authentisch und nahbar an. Für mich ein absolutes Wohlfühl-Highlight, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Herzglitzern und Mistelzweige

Herzglitzern und Mistelzweige
von Corinna Wieja

One Verlag
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene / Jugendbuch
336  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0274-4
Ersterscheinung: 29.08.2025

Inhalt:
Lins Leben ist im Moment ziemlich durcheinander. Ihre Beziehung ist zerbrochen, ihre Ausbildungsstelle steht plötzlich vor dem Aus und ihr bester Freund Jona lebt seit einiger Zeit nicht mehr in ihrer Nähe. Da kommt seine Einladung nach Schweden wie gerufen. In einem kleinen Bed & Breakfast, das seiner Mutter gehört, hofft Lin auf eine Pause vom Chaos, auf verschneite Landschaften, Polarlichter und gemütliche Filmabende mit Jona. Doch die Realität ist weniger romantisch. Jona wirkt abwesend, steckt voller Sorgen und hat kaum Zeit für Lin. Und dann ist da noch dieses Gefühl, das sich langsam zwischen ihnen aufbaut, obwohl sie sich jahrelang nur als beste Freunde gesehen haben.

Meinung:
Was für ein liebevolles Winterbuch. Beim Lesen des Romans hatte ich fast das Gefühl, selbst durch knirschenden Schnee zu stapfen, in dampfende Teetassen zu pusten und den Duft von Zimtschnecken in der Nase zu haben. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht und gemütlich, fast wie ein Kurzurlaub in einer Schneekugel. Besonders berührt haben mich Lin und Jona, die beide mit Unsicherheiten und inneren Konflikten ringen. Ihre Gefühle füreinander sind von Anfang an spürbar, aber statt lauter Liebesgesten gibt es viele kleine, stille Momente, die diese Geschichte so besonders machen. Es geht ums Hinhören, ums Verstehen und darum, den Mut zu finden, etwas zu riskieren, das vielleicht alles verändern könnte. Lin wirkt dabei herrlich nahbar. Sie kämpft mit ihrem Selbstwertgefühl und weiß nicht so recht, wohin mit sich, was nach dem Schulabschluss nicht ungewöhnlich ist. Ihre Gedanken wirken ehrlich, manchmal auch etwas verloren, aber immer nachvollziehbar. Und Jona? Der ist ein Ruhepol, sanft und aufmerksam, manchmal überfordert, aber immer aufrichtig. Ihre Verbindung ist spürbar tief, geprägt von vielen gemeinsamen Erinnerungen, aber auch unausgesprochenen Gefühlen. Neben den beiden Hauptfiguren gibt es eine ganze Reihe von Nebencharakteren, die mit ihrer Herzlichkeit und Eigenwilligkeit viel zur Stimmung beitragen. Besonders Emmi, Lins kleine Schwester, sorgt mit ihrer direkten Art immer wieder für frischen Wind. Auch das Bed & Breakfast, die schwedischen Bräuche und die kleinen Ausflüge tragen zur Tiefe der Geschichte bei. Zwar ist der Verlauf der Handlung vorhersehbar, aber das hat mich kein bisschen gestört. Im Gegenteil – es ist genau diese Art von Geschichte, bei der man weiß, was kommt, und sich trotzdem auf jedes Kapitel freut.

Fazit:
„Herzglitzern und Mistelzweige“ von Corinna Wieja ist ein zauberhaftes Winterbuch, das mit viel Gefühl, sympathischen Figuren und einer traumhaft verschneiten Kulisse punktet. Die leise, aber kraftvolle Friends-to-Lovers-Geschichte überzeugt durch Nähe, Wärme und charmante Details. Wer Lust auf eine romantische Auszeit in Schweden hat, wird hier fündig. Von mir gibt es 4 von 5 Schneeflöckchen.

Lieblingszitat:
„Ich mag dich, weil du mir das Gefühl gibst, ein Superheld zu sein.“ (S. 302)

{Rezension} One song apart
(Bd. 1 der „London Hearts“-Reihe)

One song apart
(Bd. 1 der „London Hearts“-Reihe)
von Lorena Schäfer

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene / Cozy Slowburn-Romance
416 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0276-8
Ersterscheinung: 26.09.2025

Inhalt:
Quinn ist ehrgeizig und voller Träume: Sie will Journalistin werden. Dafür zieht sie nach London, bekommt einen Ausbildungsplatz im renommierten Trinity Media House und landet in einer der charmantesten WGs der Stadt. Doch ihr Start ist alles andere als ideal. Statt tiefgründigen Recherchen muss sie im Gossip-Ressort arbeiten – und gleich ihr erster Artikel über den angesagten Popstar Milo Bricks geht furchtbar schief. Um ihren Fehler wiedergutzumachen, muss Quinn sich ausgerechnet diesem charismatischen Musiker annähern. Zwischen Karrierestress, WG-Chaos und unerwarteten Gefühlen nimmt ihr Leben eine Wendung, die sie so nie geplant hätte.

Meinung:
Quinns und Milos Lovestory ist für mich mehr als nur ein Cozy-Romance-Roman – es ist ein warmes, herbstliches Wohlfühlpaket. Der Einstieg fiel mir leicht, was vor allem dem flüssigen, modernen Schreibstil und der bildhaften Sprache zu verdanken ist. Man spürt regelrecht die Londoner Luft, hört das Prasseln des Regens auf den Straßen und möchte sich sofort mit einer Tasse Tee auf das WG-Sofa kuscheln. Besonders gefallen hat mir Quinn als Protagonistin: Sie ist klug, ambitioniert, aber auch verletzlich – eine Figur, in der ich mich als angehende Journalistin direkt wiedergefunden habe. Ihre Ausbildung in der Medienbranche wird nicht beschönigt, sondern mit all ihren Stolpersteinen, Machtverhältnissen und ethischen Dilemmata realistisch dargestellt. Der Moment, in dem sie merkt, dass hinter der Glamour-Fassade des Journalismus harte Realität steckt – das war für mich sehr greifbar und authentisch. Auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Fake News war subtil, aber wichtig eingebettet in die Handlung. Und dann ist da natürlich Milo. Seine Herkunft aus Zadar war für mich ein kleines Highlight – ich war selbst erst vor zwei Wochen dort, und die kleine Verbindung zwischen Realität und Roman hat mein Herz ein bisschen hüpfen lassen. Milo ist angenehm ruhig, reflektiert und ganz und gar keine überzeichnete Starfigur. Trotzdem blieb er für mich bis etwa zur Mitte des Buchs eher schemenhaft, was sicher auch daran liegt, dass die Geschichte hauptsächlich aus Quinns Perspektive erzählt wird. Doch mit der Zeit entwickelt er Tiefe, Verletzlichkeit und Charme – und das Slowburn-Konzept der Liebesgeschichte funktioniert hier wunderbar. Was das Buch wirklich besonders macht, ist die WG: Pippa, Gemma und Neve – sie alle haben sofort einen Platz in meinem Herzen eingenommen. Dieses “Found Family”-Gefühl ist so stark, dass ich beim Lesen wirklich das Gefühl hatte, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Diese zwischenmenschliche Wärme, das gemeinsame Kochen, die kleinen Gespräche über Männer, Träume und Lebensentscheidungen – das war für mich das Herzstück des Romans. Klar, manches wirkt idealisiert – die Wohnung, die Freundschaft, auch der Verlauf der Beziehung zwischen Milo und Quinn an manchen Stellen. Und ja, ein paar Konflikte hätten mehr Raum zur Entfaltung verdient, bevor sie wieder aufgelöst wurden. Aber ganz ehrlich? In diesem Buch geht es ums Gefühl. Um Hoffnung, zweite Chancen, Ankommen – und darum, wie man sich selbst findet, auch wenn alles erst einmal schiefläuft.

Fazit:
„One Song Apart“ von Lorena Schäfer ist ein gefühlvoller Auftakt, der mit herbstlicher Atmosphäre, authentischen Figuren und einer leisen, aber intensiven Liebesgeschichte begeistert. Besonders die Dynamik der WG und das London-Setting sorgen für ein echtes Wohlfühlgefühl. Die Mischung aus Coming-of-Age, Karrierefragen und Romantik macht das Buch zu einem idealen Begleiter für gemütliche Lesestunden. Ein Herzensbuch für alle, die Cozy-Romance mit echten Emotionen lieben. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und deshalb auch 5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitate:
„»Ich kann sehr gut verstehen, wenn man sich so fühlt, als würde man nirgends so richtig dazugehören. Das Gute ist: Es geht vorbei. Man muss nur die richtigen Menschen kennenlernen. Die, die einem ein Gefühl von zuhause geben.«“ (S. 236)
und
„»Wenn ich dir einen Rat geben darf: Vergleich dich nicht. Lass dir von der Geschwindigkeit, die die Welt vorgibt, nicht deine Träume kaputt machen. In etwas gut zu werden, braucht Zeit.«“ (S. 265)

{Rezension} Kill Joy

Kill Joy
von Holly Jackson

One Verlag
Schmuckausgabe
Erzählendes für junge Erwachsene / Jugendbuch
160  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0262-1
Ersterscheinung: 31.01.2025

Inhalt:
Pippa Fitz-Amobi ist eigentlich nicht wirklich begeistert, als sie zu einem Krimi-Dinner eingeladen wird. Statt an ihrem Schulprojekt zu arbeiten, nimmt sie widerwillig teil, doch schnell wird der fiktive Mordfall zu einer wahren Leidenschaft für sie. In den 1920er Jahren gekleidet und mit ihrer gewohnten Scharfsinnigkeit beginnt Pippa, den Mord aufzuklären. Doch während sie Hinweise sammelt und das Spiel immer mehr in den Vordergrund rückt, kommt sie auf eine Idee, die sie zu ihrem zukünftigen Projekt führen wird: die Untersuchung des Mordes an Andie Bell und die dunklen Geheimnisse rund um Sal Singh. Ein scheinbar harmloser Abend wird zu einem Wendepunkt in Pippas Leben.

Meinung:
Ich habe „Kill Joy“ vor allem als kleine, aber feine Entdeckung genossen. Die Geschichte ist so wunderbar leicht und dennoch fesselnd geschrieben, dass sie mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Besonders gut gefällt mir, wie Pippa als Charakter hier ihre Leidenschaft für das Ermitteln entdeckt. Es war fast wie ein „Aha-Moment“ zu sehen, wie ihr detektivischer Spürsinn zum Leben erwacht – etwas, das später die gesamte „A Good Girl’s Guide to Murder“-Reihe prägen wird. Die Atmosphäre des Krimi-Dinners ist perfekt eingefangen, mit einem Hauch von Spannung, Witz und Nostalgie der 1920er Jahre, was für mich als Leserin ein echtes Highlight war. Auch wenn die Geschichte natürlich keine großen Wendungen wie in der Hauptreihe bietet, so ist es dennoch sehr unterhaltsam, Pippa und ihre Freunde in einem so anderen Setting zu erleben. Ich liebe es, wie sie jeden Hinweis wie ein Puzzle zusammensetzt und dabei so viel Freude daran hat – ihre Leidenschaft für Details ist einfach ansteckend. Die Charaktere, die wir aus den anderen Büchern schon kennen, wirken auch hier wieder authentisch und liebenswert. Vor allem die Interaktionen zwischen Pippa und ihren Freunden haben mir gefallen. Und auch wenn wir nichts allzu Neues über sie erfahren, ist es schön, sie in einem weniger dramatischen, aber trotzdem spannungsgeladenen Kontext zu erleben. Das Krimi-Dinner ist die perfekte Bühne, um Pippas Begeisterung für Verbrechen und Rätsel zu zeigen, und ich konnte mit ihr mitfiebern, auch wenn die „Lösung“ des Spiels nicht wirklich überraschend war.

Fazit:
„Kill Joy“ von Holly Jackson ist eine Kurzgeschichte und das Prequel der „A Good Girl’s Guide to Murder“-Reihe. Hier erleben wir, wie Pippa Fitz-Amobi zu der leidenschaftlichen Ermittlerin wird, die wir in der Hauptreihe kennen und lieben. Das Krimi-Dinner und die 1920er-Jahre-Atmosphäre machen das Buch zu einem charmanten Leseerlebnis. Es gibt zwar keine großen Überraschungen, aber Fans der Reihe werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Eine nette und spannende Ergänzung zur Reihe mit einem kleinen, aber feinen Einblick in Pippas Anfänge als Detektivin. Ich gebe der Geschichte 4 von 5 Sternchen.