Interview mit Fynn-Luca Nicolaus

Da ich selbst seit meinem fünften Lebensjahr Fußball spiele, gehört mein Herz natürlich dem Volkssport Nummer 1. Dennoch interessiere ich mich auch für andere Sportarten. Obwohl ich noch immer nicht alle Regeln des Handballs kenne, bin ich gerne bei Heimspielen des TVB Stuttgart in der Porsche-Arena dabei und lasse mich von der Stimmung mitreißen. Ich muss zugeben, dass Handballfans meist mit einem größeren Torspektakel belohnt werden, während ein Fußballspiel auch gut und gerne mit einem langweiligen 0:0 ausgehen kann. Wer wie ich am 1. Juni beim Relegationsspiel des VfB Stuttgart gegen den HSV in der Mercedes-Benz Arena war, weiß aber auch, wie grandios die Atmosphäre live sein kann – besonders bei so einem wichtigen Spiel. Ob nun Fußball oder Handball, wer den Sport liebt und lebt, weiß wie viel Herz und Leidenschaft nicht nur die Fans, sondern auch die Spieler und Spielerinnen in ihren Sport stecken. Ich finde es daher immer wieder interessant, wenn mir Profis ihre Geschichte erzählen. Deshalb habe ich mich kurz vor Saisonabschluss mit Fynn-Luca Nicolaus zu einem Interview getroffen. Er zählt im Moment zu den besten deutschen Handballspielern. Außerdem ist er der jüngste Spieler in der Bundesligageschichte und derzeit auch noch im Elitekader des DHB.

Leo: Als du das erste Mal im Alter von 16 Jahren eingewechselt wurdest, warst du da nervös oder eher gechillt, weil du wusstest, was du kannst?

Fynn: Als der Trainer gesagt hat: „Du kommst jetzt gleich rein!“, war ich schon nervös. Der Moment, als ich draußen an der Bank stand und gewartet habe, dass ich reinkomme. Aber man muss ja auch sagen, dass es die letzte Minute im Spiel war. Das Spiel war bereits entschieden. Als ich dann aufs Feld gerannt bin, habe ich eigentlich gar nicht mehr nachgedacht. Da war ich dann nicht mehr nervös. 

Leo: Im Zuge meiner Recherche habe ich nach Informationen zu deiner Person gesucht – aber du machst es einem nicht gerade leicht. Nun denn, ich habe dennoch einen für mich interessanten Eintrag gefunden. Die Stuttgarter Nachrichten haben am 27.12.2019 geschrieben: „Nicolaus’ Vertrag läuft bis 2022, das korrespondiert mit der Schule – wobei der strebsame Handballer seine Pläne geändert hat und nun schon ein Jahr früher sein Abitur machen will…“ Heißt das, dass du neben dem Handball noch dein Abitur vorgezogen hast? Also die Oberstufe nicht in zwei Jahren, sondern in einem Jahr gemacht hast?

Fynn: Nein, das war so, dass ich damals von dem Gymnasium, auf dem ich in meinem Heimatort war, nach Stuttgart auf das Sportgymnasium gewechselt bin. Ich hatte damals ein G9-Gymnasium und das Gymnasium, auf das ich gewechselt bin, war ein G8-Gymnasium. Das habe ich aber tatsächlich bis kurz davor, als meine Mutter mich anmelden wollte, nicht gewusst. Dann wäre es ja so gewesen, dass ich ein Jahr weniger Schule habe. Es gab aber auch die Möglichkeit, das war so ein Sportlerprogramm, das doch auf drei Jahre zu strecken, also das Abitur anstatt in zwei Jahren in drei Jahren zu machen. Das wollte ich eigentlich machen, habe dann aber kurz nach Schuljahresbeginn gesagt, dass ich es doch lieber in zwei Jahren durchziehen will.

Leo: Du bist zwar nicht der jüngste Spieler im Team, aber es gibt bei euch ja schon ein paar, die deutlich älter sind. Wie ist allgemein die Situation im Team? Geben dir die gestandenen Mitspieler da vielleicht auch Tipps und nehmen dich manchmal an die „Hand“? Oder spielt das Alter gar keine Rolle und das Einzige, was zählt, ist die Leistung auf dem Platz?

Fynn: Doch, natürlich spielt das eine Rolle. Es gibt schon eine gewisse Hierarchie und vor allem in meinem ersten Jahr bzw. in den ersten zwei Jahren, als ich wirklich noch ganz neu in der Bundesliga war, da habe ich natürlich schon sehr viele Tipps von den erfahrenen Spielern bekommen und auch angenommen. Inzwischen würde ich jetzt sagen, dass ich mir ein ganz gutes Standing in der Mannschaft erarbeitet habe, aber es gibt trotz allem so eine gewisse Hierarchie. Also auch neben dem Feld und zwischenmenschlich und so lässt man sich natürlich auch was von den „Alten“ sagen…ab und zu mal. (lacht)

Leo: Du hast vorletztes Jahr Abitur gemacht und wolltest ein Jahr Auszeit nehmen und eventuell danach studieren. Was ist aus diesen Plänen geworden?

Fynn: Ich habe im ersten Jahr nichts gemacht, da kam dann ja auch noch meine Schulterverletzung rein und dann habe ich angefangen, in Präsenz zu studieren. Das hat aber nicht ganz so gut funktioniert, weil ich dann doch nicht so oft dort sein konnte, wie gedacht. Das war mir eigentlich von vorne hinein klar, aber mein Plan war, zuhause dann so viel wie möglich nachzuarbeiten. Das Angebot von der Uni war da aber nicht ganz so gut, weil nicht alle Unterlagen hochgeladen wurden und mir hat es eigentlich fast nie in die Vorlesung gereicht, weshalb ich jetzt gerade aktuell umgeschwenkt bin auf ein Fernstudium. 

Leo: Interessant, und was studierst du?

Fynn: Psychologie.

Leo: Das ist aber sehr spannend!

Fynn: Ja, es ist nur zu empfehlen.

Leo: Psychologie steht bei mir tatsächlich auch ganz hoch im Kurs. Aber ich habe ja noch zwei Jahre Zeit, um mich dann endgültig zu entscheiden. Wolltest du schon immer Handball spielen? Ich meine gelesen zu haben, dass du auch Fußball gespielt hast. Wann hast du erkannt, also so richtig realisiert, dass dein Herz eher für den Handball schlägt und dass es wirklich was werden könnte mit dem Profisport?

Fynn: Ja, ich habe früher Fußball gespielt. Meine Eltern haben beide Handball gespielt und ich habe zu denen immer gesagt: „Ne, ich geh niemals zum Handball! Nur über meine Leiche!“ Das habe ich als kleiner Junge immer gesagt. Dann habe ich irgendwann angefangen, beides zu spielen – und dann hat mir der Handball irgendwie doch mehr Spaß gemacht. Es ist mir irgendwie ein bisschen besser gelegen und ich war im Handball auch besser als im Fußball. Dann habe ich irgendwann nur noch Handball gespielt und wie ich dann zum Profisport gekommen bin, das hat sich dann alles so ein bisschen entwickelt. Es gibt da Auswahlen, erst auf Bezirksebene, dann die württembergische Auswahl und da war ich überall drin. Dann war es kurz vor der DHB-Sichtung, also von der Jugendnationalmannschaft, dass es aufkam, dass ich vielleicht doch noch ein paar Trainingseinheiten pro Woche mehr machen müsste. Und dann ging es eben in Richtung DHB-Sichtung, wo es sich entschieden hat, ob ich in die Nationalmannschaft reinkomme, da bin ich dann auch zum TVB gewechselt und tatsächlich eben auch in die Jugendnationalmannschaft reingekommen. Ich habe auch die Schule gewechselt und bin aufs Sportgymnasium gegangen. So hat dann irgendwie alles seinen Lauf genommen.

Leo: Also war das dann der Moment, dass du realisiert hast, dass das mit dem Profisport das ist, was du machen möchtest?

Fynn: Naja, ich habe das, um ehrlich zu sein, nie wirklich hinterfragt und mir überlegt, ob ich das mit dem Profisport machen will oder nicht, sondern habe es einfach gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat und ich so erfolgreich sein wollte wie möglich. Ich habe mir aber nie wirklich gedacht: „Oh, ich werde jetzt Profi.“ Wie gesagt, dass hat sich dann alles so entwickelt. Als dann auch die ersten Angebote kamen, war es für mich schnell klar.

Leo: Wie sieht ein typischer Spieltag bei dir aus? Hast du bestimmte Rituale vor einem Spiel?

Fynn: Ich habe keine bestimmten Rituale und bin auch nicht wirklich abergläubisch oder sowas. Mir ist es aber wichtig, dass ich nicht zu nah vor dem Spiel esse. Ich würde sagen, dass ich so fast fünf Stunden davor nichts mehr esse. Dann gucke ich auch, dass ich sehr kohlenhydratreich esse und an dem Tag kein Fett zu mir nehme. Und was ich in letzter Zeit auch öfter mache, ist noch ein ganz kleines Krafttraining an dem Spieltagsmorgen. Für so 20-30 Minuten.

Leo: Das ist aber auch ein sehr straffes Programm! Und wie sieht so ein typischer Tag aus, wenn du spiel- bzw. trainingsfrei hast?

Fynn: Meistens natürlich ausschlafen, das ist ganz wichtig. Und dann Verschiedenes, das kommt auch ein bisschen darauf an. Wir haben meistens unter der Woche frei, das ist dann natürlich ein bisschen blöd, weil die meisten Freunde und Familienmitglieder arbeiten. Ansonsten wie gesagt ausschlafen, etwas zu Essen machen und dann etwas mit der Familie oder mit Freunden unternehmen. So verbringe ich dann meistens meine Zeit. Aber ich gehe auch gerne in die Sauna an einem freien Tag, einfach zum Regenerieren. 

Leo: Wenn du dich entscheiden müsstest, was für dich der wichtigste Moment in deiner bisherigen Karriere war, welcher wäre das? Die erste Einwechslung, dein erstes Tor? Oder doch was ganz anderes?

Fynn: Schwer zu sagen, ich würde nicht unbedingt sagen, dass es die erste Einwechslung war, weil das tatsächlich dann doch eher so ein Zuckerle vom Trainer war, etwas, was ich mir im Training verdient habe. Aber ich würde sagen, dass es eher dann die Zeit war, als ich dann auch wirklich was zum Team und zu den Siegen beigetragen habe, als ich dann merkte, dass ich der Mannschaft auch wirklich mit dem, was ich auf dem Feld mache, richtig helfe.

Leo: In die Porsche-Arena passen 6.000 Leute, bei einer ausverkauften Halle kommt also ganz schön gute Stimmung auf. Was ist das für ein Gefühl, wenn man gerade ein wichtiges Tor gemacht hat und dann alle Leute voll abgehen und einen bejubeln? Kannst du das eventuell in drei Worten beschreiben?

Fynn: Hm, schwierig, das in Worte zu fassen. Es geht alles sehr schnell. Im Handball geht‘s ja sofort zum Gegenstoß wieder in die Mitte, da greift der Gegner direkt wieder an und man muss schnell sein, zurückrennen und hat eigentlich kaum Zeit zum Jubeln. Natürlich schon ein bisschen und dann ist alles extrem laut. Da freut man sich natürlich, aber es ist schwer zu beschreiben, weil man versucht, schnell zurückzukommen. Aber es gibt auf jeden Fall so einen Push für die nächste Abwehraktion und es beflügelt einen, würde ich sagen.

Leo: Ja, das habe ich mitbekommen. Ich war ja bereits bei ein paar Spielen und es ist dann wirklich sehr, sehr laut, wenn alle jubeln. 

Fynn: Genau, das ist echt krass. Man hört eigentlich auch gar nicht so richtig, was die Mitspieler so schreien, weil es dann auf einen Schlag total laut wird. 

Leo: Du hast mit dem deutschen Nationalteam die U19-EM 2021 in Kroatien gewonnen. Wenn du daran zurückdenkst, was fällt dir als Erstes ein? Was ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Fynn: Tatsächlich fällt mir da nichts Positives ein, sondern eher was Negatives. Ich hab mich direkt im zweiten Spiel verletzt und mir die Schulter ausgekugelt. Das heißt, dass ich bereits nach dem zweiten Gruppenspiel abreisen musste. Ich bin dann zurück nach Deutschland, um mich operieren zu lassen und habe dann eben gar nicht mehr bei der Mannschaft sein können. 

Leo: Hast du dann alles vom Fernseher aus verfolgt?

Fynn: Nein, tatsächlich auch nicht. Ich war irgendwie einfach mit mir selbst und mit meiner Verletzung beschäftigt und lag stationär im Krankenhaus. Ich habe dann aber natürlich noch die Nachrichten in der Gruppe verfolgt.

Leo: Du musst auf diese Frage nicht antworten, wenn du nicht möchtest. Aber als angehende Sportjournalistin muss ich zumindest mal den Versuch wagen… Also, dein Vertrag beim TVB läuft jetzt nicht mehr so lang, was planst du danach? Würdest du gern hier in der Heimat bleiben oder könntest du dir vorstellen oder wünschst du dir sogar, zu einem anderen Verein zu wechseln?

Fynn: Nein, ich fühle mich auf jeden Fall wohl beim TVB und habe sowieso noch ein Jahr Vertrag. Ich habe mich tatsächlich auch nicht damit beschäftigt, weil ich einfach schaue, was jetzt kommt. Ich plane wie gesagt nichts, beim TVB bin ich schon seit vielen, vielen Jahren und es ist für mich auch ein sehr wichtiger Verein. Ich bin gerade eher damit beschäftigt, mit meinem Positionswechsel voranzukommen. Der TVB unterstützt mich auch dabei, deswegen ist alles gut. 

Leo: Du bist nun 19 Jahre alt und hast schon einiges erreicht in deiner Handballkarriere. Was steht noch so auf deiner persönlichen Liste der Lebensziele, die du in deiner Karriere oder auch privat erreichen möchtest?

Fynn: Schwere Frage, darüber habe ich mir noch gar nicht so viele Gedanken gemacht. (kurze Pause) Im Handball einfach, dass ich Spaß dran behalte, was ich jetzt im letzten halben Jahr auch wieder zurückgewonnen habe. Ich möchte allgemein einfach lang Handball spielen können und mir auch vor allem im Angriff und gerade im Rückraum, meine Position behaupten. Ansonsten einfach viel spielen dürfen und auch wirklich wichtig fürs Team zu sein. Und ansonsten im Leben habe ich auf jeden Fall als Ziel, dass ich mein Studium und meine duale Karriere nebenher auch gut vorantreibe, weil ich finde, dass man auch einen Ausgleich braucht. Nur Sport, Sport, Sport, da wirst du dann ja auch irgendwann verrückt. Damit ich auch irgendetwas habe, mit dem ich mich gern beschäftige und auch auseinandersetze, wenn es mit dem Handball vielleicht auch irgendwann vorbei ist. Sodass ich dann auf jeden Fall etwas habe, dass mich auch mit Leidenschaft erfüllt, so ähnlich oder genauso wie der Handball, wo ich mich dann auch richtig reinfuchsen kann. 

Leo: Du hast eben gesagt, dass du erst seit einem halben Jahr deinen Spaß am Handball zurückgewonnen hast. Woran lag das denn? Was war davor?

Fynn: Das ist jetzt vielleicht etwas hart gesagt, aber ich habe meine Energie, mein Feuer zurückbekommen durch den Positionswechsel. Vor dem Positionswechsel hat es mir auf jeden Fall zu schaffen gemacht und es hat mich auch sehr beschäftigt, weil mein Herz mir irgendwie immer gesagt hat, dass ich lieber im Rückraum spiele. Und seit ich diesen Schritt auch wirklich gewagt habe, habe ich irgendwie wieder sehr viel mehr Power.

Leo: Du spielst in der „stärksten Liga der Welt“ und bist somit ein Vorbild für viele junge Handballspieler und -spielerinnen. Wer war denn früher dein Vorbild?

Fynn: Ich würde jetzt mal zwei nennen. Einerseits meinen Papa, weil ich bei ihm die ersten Male bei den Jungseniorenspielen mitgegangen bin. Da bin ich dann oft mit ihm mitgereist und habe ihm zugeschaut. Der war auch Abwehrspezialist, deswegen auf jeden Fall mein Papa, ich eifere ihm auch immer noch hinterher. Von der Weltbühne war ich ein Fan von Nikola Karabatić. 

Leo: Was würdest du jungen Handballspielern und -spielerinnen raten, die selbst gerne Profi werden möchten?

Fynn: Dass sie auf jeden Fall auf ihr Gefühl hören und natürlich Kritik und Verbesserungsvorschläge annehmen sollten, sich aber nicht von anderen einreden lassen, dass sie etwas nicht können. Einfach auf sein Gefühl und auf sein Herz vertrauen!

Leo: Ein sehr guter Rat! Sag mal, was war eigentlich dein persönlicher Torrekord in einem Spiel?

Fynn: In einem Bundesligaspiel habe ich einmal vier Tore gemacht, aber ich glaube, dass es nie mehr waren. In der C-Jugend in einem Quali-Spiel waren es einmal aber sogar 16 Tore.

Leo: Okay… so viele Tore habe ich gefühlt in meiner ganzen Fußballkarriere insgesamt nicht geschossen. 

Fynn: Auf welcher Position spielst du?

Leo: Ich spiele in der Abwehr, da ist das okay, ich bin ja für andere Dinge als Tore schießen zuständig. Aber weißt du, obwohl mein ganzes Herz dem Fußball gehört, bin ich gegenüber anderen Sportarten nicht abgeneigt. Ich wäre beispielsweise gerne mal beim Super Bowl oder bei einem Basketballspiel der NBA dabei. Welches Sportevent, es muss nicht Handball sein, möchtest du unbedingt mal live erleben?

Fynn: Ich muss offen sagen, dass ich tatsächlich in meiner privaten Zeit recht wenig Sport schaue, weil ich einfach zum Abschalten einen Ausgleich brauche. 

Leo: Dann switchen wir um. An welchem Handballereignis würdest du gerne mal teilnehmen? Die Weltmeisterschaft?

Fynn: Ich glaube, dass die Champions League fast noch krasser wäre, weil es ja ein ganzjähriges Event ist. Aber um nochmal auf die Frage davor zurückzukommen, ich glaube, dass so ein Fußballspiel, wenn es komplett ausverkauft ist und richtig gute Stimmung herrscht, das schaue ich mir doch auch gern mal live an. Einfach aufgrund der Atmosphäre. Beim VfB waren wir tatsächlich auch schon mit dem TVB.

Leo: Das ist ja cool!

Fynn: Ja, ab und zu mal. Da waren wir zwar auf der Gegentribüne, aber ich glaube, dass es in der Kurve auch mal echt cool wäre.

So einen Besuch beim VfB mit der ganzen Mannschaft muss ich direkt meinem eigenen Trainer als Teambuildingmaßnahme vorschlagen. Oder eventuell einen Besuch bei einem Heimspiel des TVB in der Porsche-Arena in der kommenden Saison. Immerhin gibt es bei Spielen des TVB sehr viele Tore zu sehen. Mich hat es auf jeden Fall sehr gefreut, beim Saisonfinale dabei sein zu dürfen. Danke, lieber Fynn, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast und auch fürs handballerische Fachwissen. 😉🙈

Hier geht’s zum Mini Vlog vom Saisonfinale der HBL (TVB Stuttgart vs TSV Hannover-Burgdorf)!

Interview mit Christina Schollerer

Ich war auch dieses Jahr wieder beim größten Deutschen Kinder Medien Festival Goldener Spatz als Spatz Insiderin unterwegs. Beim Goldenen Spatz werden die beliebten Festivalpreise in zwei verschiedenen Wettbewerben vergeben, dem Wettbewerb Kino-TV und dem Wettbewerb Digital. Christina Schollerer leitet den Wettbewerb Digital, daher habe ich ihr als kleinen Abschluss des diesjährigen Festivals ein paar Fragen dazu gestellt.

Leo: Wie lange bist du schon beim Goldenen Spatz tätig?

Christina: Ich bin seit 2019 beim Spatz. Also direkt bevor Corona losging. Dieses Jahr ist also tatsächlich mein viertes Jahr. Es ist dennoch das allerallerallererste, in dem u.a. meine Paneldiskussionen für das Fachpublikum vor Ort stattfanden. Und auch unsere Ausstellung konnte dieses Jahr das erste Mal im Kino aufgebaut werden. 

Leo: Was ist für dich das Schönste am Festival?

Christina: Für mich ist es immer das Schönste am Festival, die Menschen zusammenzubringen. Sowohl Kinder als auch das Fachpublikum mit den Macherinnen und Machern der Werke zusammenzubringen. D.h., dass ich beim Panel die Möglichkeit habe, das Fachpublikum für Inhalte, die mir sehr, sehr wichtig sind, zu erreichen, und auch diese Bühne zu haben für diese Inhalte. Aber ich habe auch die Chance, die Menschen mit dem Thema „Digitales Erzählen“ zu vereinen und Diskussionen dazu anzuregen, das finde ich sehr wichtig und auch ganz toll.

Leo: Du leitest ja auch den Wettbewerb Digital – worauf freust du dich dieses Jahr beim Wettbewerb Digital besonders bzw. worauf hast du dich sehr gefreut?

Christina: Ich fand es dieses Jahr großartig, dass wir sowohl in Gera als auch in Erfurt eine echt tolle Ausstellung zum Wettbewerb Digital erschaffen konnten und dass dadurch sowohl Kinder als auch Erwachsene alle nominierten Beiträge vor Ort ausprobieren konnten. Und ich freue mich dieses Jahr vor allem darüber, dass die sechs ausgewählten Projekte qualitativ hochwertig sind und es toll ist, anderen Menschen zeigen zu können, was bei uns in Deutschland so Cooles entsteht, das man spielen, lesen oder gucken sollte. Für diesen Austausch zu den Projekten einen Ort zu haben, darauf freue ich mich und habe ich mich am meisten gefreut.

Leo: Du arbeitest ja nicht nur beim Goldenen Spatz. Insgesamt dreht sich aber alles ums digitale Storytelling, das Erschaffen neuer Welten zum Erzählen und Menschen-Zusammenbringen – was magst du an deinem Job im Allgemeinen am meisten?

Christina: Da wiederhole ich mich aber. (lacht) Mit Menschen zu arbeiten zu digitalem Storytelling, das ist eigentlich das, was ich am schönsten finde an meinem Job.

Leo: Also auch Menschen an das Thema heranzuführen?

Christina: Absolut. Ich unterrichte auch an einer Uni zu dem Thema, das finde ich auch super. Aber ich mag es auch, selbst Geschichten zu erzählen. Ich erschaffe selbst Geschichtenwelten für verschiedene Kunden oder auch direkt für Kinder. 

Leo: Du hast doch auch SpatzTopia mitdesignt, richtig?

Christina: Genau, konkret designt, also die wirkliche Gestaltung, habe ich nicht, das hat ein externes Team übernommen, aber das ganze Konzept, also dass wir eine virtuelle Ausstellung machen wollen und so, das habe ich produced. 

Leo: Dann wäre das also auch ein Beispiel für die Geschichtenwelten, die du erstellst.

Christina: Ja, absolut, das ist eine der Geschichtenwelten. Teilweise war das aber auch in Form von Buchmarketing, da habe ich davor auch ganz viel gemacht. Das waren große transmediale Kampagnen, wo man Fans zu ihren Lieblingsautorinnen oder -autoren auf die Reise schickt, z.B. Schnitzeljagden für Sebastian Fitzek.

Leo: Das ist ja cool!

Christina: Genau, oder auch für Kommissar Kluftinger, also alles ganz verschiedene Projekte, die aber immer gemein haben, dass sie möglichst im Inhalt was Schönes – auch wenn das wie bei Fitzek bedeutet, dass man sich gruselt bzw. man vor Angst fast stirbt, aber das wollen die Fans ja so (lacht) – beinhalten. Das ist für mich immer das Beste, zu schauen, dass man Leute mit den Formaten erreicht und ob das dann Unterricht, wo man über solche Inhalte wirklich so sprechen kann, ist oder ob das bedeutet, dass ich die Leute direkt mit Geschichten erreiche, das ist mir eigentlich fast egal. Ich finde es eher schön, diese mannigfaltigen Möglichkeiten zu haben und mit Leuten zu diesem Thema zu reden. Der Spatz ist eben eine ganz andere Form davon und so kommt diese Wettbewerb Digital-Leitung mit dem Unterricht, über die Stoffe zu reden und die Projekte selbst zu machen, zusammen. Und das ist einfach etwas, das mir der Wettbewerb Digital ermöglicht, weil ich hier eigentlich alles gleichzeitig machen kann. Insbesondere jetzt in den letzten Jahren, wo der Wettbewerb Digital eben auch stark digital war, war es im Prinzip nichts anderes, als wenn ich eine digitale Kampagne fahre und mir da beispielsweise rund um ein Buch digitale Welten ausdenke. Nur dass es hier eben im Kern um digitale Medienangebote geht.

Ich bin schon sehr gespannt, wer dieses Jahr einen Goldenen Spatz im Wettbewerb Digital mit nach Hause nehmen darf. Liebe Christina, vielen Dank für das Interview und bis zum nächsten Mal!

Interview mit Stefano Zarrella

In meiner Freizeit backe ich sehr gerne und mittlerweile beherrsche ich nicht nur einfache Desserts und Muffins, sondern auch schon aufwendigere Kreationen wie Motivtorten. Das Backen macht mir wahnsinnig viel Spaß und ich kann dabei sehr gut entspannen. Leider bezieht sich mein Talent nur auf den Süßkram in der Küche, denn als Köchin bin ich tatsächlich etwas unbeholfen. Ich bin daher immer wieder auf der Suche nach neuen Kochbüchern mit einfachen und leicht umsetzbaren Rezepten. Fündig geworden bin ich dann vor einiger Zeit auf TikTok und Instagram. Stefano Zarrella ist aktuell einer der angesagtesten deutschen Food-Shootingstars und mit seinen kurzen und lustigen Kochvideos unterhält er nicht nur seine Fans, sondern motiviert diese auch zum Selberkochen. Nun, da Stefano sein erstes Kochbuch veröffentlicht hat, liegt es nahe, dass ich ihn persönlich nach ein paar Tipps und Tricks fragen wollte, denn die Rezepte aus seinem Kochbuch „Unglaublich lecker“ sind alltagstauglich und somit auch für Küchenamateure wie mich bestens geeignet.

Leo: Im Jahre 2020 – während Corona – hast du mit dem Foodbloggen angefangen. Wenn du an die letzten Jahre zurückdenkst, was war das Krasseste, was du seit da an in der Zwischenzeit erlebt hast? Gibt es eventuell ein bestimmtes Event oder ein nennenswertes Ereignis?

Stefano: Das Krasseste, was ich erlebt habe, ist, dass ich mein Kochbuch rausgebracht und all die Liebe der Community vor Ort bei den Signierstunden gespürt habe. Was noch krasser ist, dass meine Bindung zu meiner Familie noch stärker wurde.

Leo: Die Rezepte in deinem Buch sind im Allgemeinen sehr einfach gehalten, sodass jeder die Gerichte nachkochen kann – auch diejenigen, die nicht so viele Erfahrungen in der Küche haben. Ich bin eher so die Baking Queen und eine etwas weniger talentierte Köchin – welches deiner Rezepte aus dem Buch würdest du mir ans Herz legen, was sollte ich unbedingt nachkochen?

Stefano: Das ist eine sehr gute Frage. Ich kann dir die No-bake-Rezepte sehr ans Herz legen, da du innerhalb kürzester Zeit einen Kuchen backen kannst, ohne einen Kuchen zu backen.

Leo: Mir persönlich liegt das Backen eher, wie sieht es bei dir aus? Kochst du lieber oder bereitest du lieber kleinere Snacks oder Desserts vor? Was macht dir mehr Spaß?

Stefano: Ich bin ein sehr abwechslungsreicher Typ und es kommt wirklich darauf an, was gerade benötigt wird. Manchmal passt eine One-Pot-Pasta eher, da ich weniger Zeit habe, manchmal aber auch ein Kuchen, weil ich Mama überraschen möchte. Ich liebe es einfach, für andere zu zaubern.

Leo: Wovon lässt du dich inspirieren? Woher nimmst du die Kreativität für deine vielen Rezepte?

Stefano: Ich lasse mich tatsächlich überall inspirieren. Sei es in Restaurants, Zeitschriften, auf Social Media oder (und das ist die größte Inspiration) bei Mama! Ich bin ganz einfach gestrickt und teste sehr vieles aus. 

Leo: Deine TikTok-Videos sind richtig gut. Da ich selbst auf TikTok unterwegs bin, weiß ich mittlerweile, dass hinter hochwertigen Videos auch Arbeit steckt. Kurz im Vorbeigehen gedrehte Videos sind einfach nicht high quality. Wie zeitaufwendig ist das bei dir? Wie viel Zeit benötigst du im Schnitt für so ein Video?

Stefano: Es kommt wirklich darauf an, was ich drehe: Ein ASMR Video kann bis zu vier Stunden gehen, aber ich hatte auch Rezepte, in die ich „nur“ eine Stunde investiert habe. Es sieht natürlich immer so einfach aus, allerdings steckt sehr viel Zeit und Leidenschaft dahinter.

Leo: Ich bin ein großer Disney-Fan und deshalb weiß ich auch, dass du im Film „Luca“ eine Synchronrolle hattest. Der Film spielt ja an der italienischen Riviera, deswegen passt das vom Thema her auch total gut zu dir. Du synchronisiert da im Prinzip die rechte Hand des Dorf-Rüpels, der wiederum von deinem Bruder synchronisiert wurde. Wie war das für dich? War es eine große Herausforderung?

Stefano: Das war mit die schönste Erfahrung, die ich gemacht habe! Ich liebe Disney und als ich diese Anfrage erhalten habe, konnte ich es erst mal nicht fassen. Die größte Herausforderung war: „Nicht ich selbst zu sein“, sondern den Charakter zu verkörpern. Mit der Zeit hat es sehr gut geklappt und es machte mir unfassbar viel Spaß. 

Leo: Wenn man so durch dein Kochbuch blättert, dann stellt man sehr schnell fest, dass du ein Familienmensch bist, denn hier steckt nicht nur viel von dir, sondern auch sehr viel von deiner Familie drin. Mit vielen Rezepten verbindest du wahrscheinlich besondere Ereignisse. Was ist denn eins der Gerichte, das bei euch auf jeden Fall auf den Tisch kommt, wenn die ganze Familie zusammenkommt?

Stefano: Ein sehr typisches Gericht ist natürlich die Pizza. Meine Eltern sind damals mit einem Koffer voller Hoffnung nach Deutschland gekommen und haben ihr Restaurant eröffnet. Die Pizza, die ebenfalls auf dem Cover meines Kochbuchs zu sehen ist, war der Einstieg in die Gastronomie. Im Prinzip hat die Pizza unser Leben verändert.

Leo: So wie ich das gesehen habe, sind die Zarrellas eine fußballbegeisterte Familie. Ich spiele selbst seit meinem 5. Lebensjahr Fußball und deshalb würde es mich sehr interessieren, welcher Verein denn dein Lieblingsverein bzw. wer dein Lieblingsspieler ist?

Stefano: Es gibt für mich nur einen Verein, nämlich AS Rom! Mein Lieblingsspieler ist definitiv Cristiano Ronaldo. Ich bewundere ihn für seine Leidenschaft, sein Mindset und für sein Durchhaltevermögen.

Leo: Zum Abschluss unseres Interviews möchte ich noch gerne von dir wissen, wenn du beispielsweise Freunde zu Besuch hast und ihr euch einen Film gemeinsam anschauen wollt oder aber einfach nur so zusammen abhängt, bist du dann immer fürs Essen zuständig? Und wenn ja, was würdest du an einem perfekten Filmabend mit Freunden kochen?

Stefano: Tatsächlich bin ich oft derjenige, der sich um das Essen kümmert. Vor Kurzem war ich bei dem Song Release von Pietro Lombardi dabei und er wollte unbedingt Chicken & Ramen. Somit habe ich beides kombiniert und ein cooles Rezept gezaubert. (Das Rezept und mehr findet ihr übrigens unter folgendem Link: https://www.instagram.com/p/Cp8ZNhhg0FI/)

Und wer nun Lust bekommen hat, einige seiner Rezepte nachzukochen, darf gern in Stefano Zarrellas Kochbuch „Unglaublich lecker“ oder auf seinen Social Media-Kanälen nachgucken. Ich werde jetzt auf jeden Fall die No-bake-Rezepte, die er mir empfohlen hat, ausprobieren!

Interview mit Doreen Köhler

Die junge Autorin Doreen Köhler begann bereits im Alter von vierzehn Jahren, ihr erstes Buch zu schreiben. Daraus entwickelte sich ungeplanter Weise die „Clarissa“-Trilogie. Neben Büchern schreibt sie auch Gedichte und Poetry Slams – genau wie ich selbst auch. Uns beide verbindet tatsächlich aber nicht nur die Liebe zum Schreiben, sondern auch ganz viel Mut. Neben Talent benötigt man nämlich eine Menge Mut, um bereits in jungen Jahren Geschichten oder wie Doreen Köhler sogar mehrere Bücher zu veröffentlichen. Und weil wir zwei nicht nur mutig sind, sondern auch Mut machen wollen, haben wir Geschichten geschrieben, die nun in der Spendenanthologie „Charlies Mutmach-Geschichten“ erschienen sind.

(Foto: © Doreen Köhler)

Leo: Doreen, deine Kurzgeschichte ist ebenso wie meine im blauen Jugendbuch der Spendenanthologie „Charlies Mutmach-Geschichten“ zu finden. Magst du vielleicht kurz erzählen, um was es geht?

Doreen: In meiner Geschichte „Eine kleine Reise auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“ geht es um einen Teenager, der sich mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt wie z.B. was nach dem Tod passiert und was der Sinn des Lebens ist. Sein Vater verwendet überwiegend die Sokratische Methode, um seinem Kind mehrere Denkanstöße zu geben.

Leo: Wie kamst du zum Schreiben? Gab es einen bestimmten Auslöser, ein bestimmtes Buch oder ein buchiges Erlebnis? Oder hat dir das Schreiben einfach schon immer Spaß gemacht?

Doreen: Schon in der Grundschule, als mir gerade die ersten Buchstaben beigebracht wurden, habe ich angefangen Kurzgeschichten zu schreiben. Dann waren circa 5 Jahre Pause, bis ich mit 14 meinen ersten Laptop bekam und dort das Schreibprogramm entdeckte. Die Seiten waren mir einfach zu weiß und leer. Der Drang entstand, sie zu füllen.

Leo: Kannst du dich noch an das erste Buch erinnern, dass du jemals gelesen hast? Welches Buch hat deine Kindheit geprägt?

Doreen: An das „erste“ Buch kann ich mich leider nicht erinnern, aber ein Buch, an das ich mich sehr gut erinnere, ist „Plötzlich Fee“ von Julie Kagawa. Die Reihe habe ich damals verschlungen. Als Kind in Deutsch und später dann auch noch mal in Englisch. Das Genre Romantasy war schon immer meins.

Leo: Ich habe den ersten Band deiner „Clarissa“-Trilogie gelesen und fand ihn unglaublich spannend. Was hat dich inspiriert? Woher kam die Idee?

Doreen: Das freut mich sehr, dass dir der erste Band gefallen hat! Die Idee kam lustiger Weise im H&M, als ich Klamotten shoppen war. Ein paar Tage zuvor hatte ich den oben erwähnten Laptop mit Open Office bekommen und mir grob Gedanken gemacht, kam aber zu keiner guten Idee. Im H&M kam mir dann die Grundidee. Beim Schreiben hat sich die Story dann mehr oder weniger von alleine entwickelt.

Leo: Im April und Mai sind die letzten beiden Bände deiner „Clarissa“-Trilogie erschienen. Hast du dich sehr auf diesen Abschluss gefreut oder warst du vielleicht auch ein wenig traurig, weil die Reihe somit endgültig abgeschlossen ist?

Doreen: Traurig war ich kein bisschen, denn es war ein langer Weg bis zu einem Buchvertrag. Deswegen habe ich große Freude und Dankbarkeit verspürt.

Leo: Wie lang hat es gedauert, bis die komplette Trilogie fertig war? Also von der allerersten Idee bis zur Veröffentlichung des letzten Bandes?

Doreen: Insgesamt waren es tatsächlich acht Jahre, von der ersten Idee hin bis zur Veröffentlichung des letzten Bandes. 2014 hatte ich angefangen, den ersten Band zu schreiben, 2015 den zweiten, 2016 dann den dritten. Um meinen 18. Geburtstag herum, der auch im Jahre 2018 war, habe ich den Vertrag bekommen, 2020 erschien dann der erste Teil, 2022 dann die letzten beiden.

Leo: Können wir in Zukunft weitere Projekte von dir erwarten? Ist vielleicht schon etwas in Planung, das du mir verraten möchtest?

Doreen: Tatsächlich bin ich vom Bücherschreiben auf das Drehbuchschreiben umgestiegen, deswegen wird es Bücher in naher Zukunft wahrscheinlich nicht geben. Ich habe allerdings noch zwei Manuskripte bei mir herumliegen, die ich noch mal überarbeiten und dann zum Verlag schicken möchte. Eventuell wird daraus ja noch etwas.

Hier findet ihr im BoD-Buchshop die beiden Spendenanthologien „Charlies Mutmach-Geschichten“. Alle Einnahmen werden an CancelCancer zugunsten der Stiftung Stern e.V. für die Kinderkrebsforschung Hamburg gespendet.

Gemeinsam für eine Kindheit ohne Krebs.

Interview mit Stefanie Hasse

Als ich hörte, dass die Premierenlesung zu Stefanie Hasses neuem Roman „Bad Influence. Reden ist Silber, Posten ist Gold“ in meiner Lieblingsbuchhandlung stattfinden würde, war ich sofort Feuer und Flamme. Zwischenzeitlich war ich bereits einige Male bei Wittwer-Thalia in Stuttgart zum Shoppen, aber schon recht lange nicht mehr bei einer Veranstaltung. Die letzten zwei Jahre war es pandemiebedingt einfach recht schwierig. Allerdings habe ich gemerkt, dass mir das tatsächlich irgendwie gefehlt hat. Ich gab mir also einen Ruck und orderte die Tickets – glücklicherweise früh genug, denn diese waren in Nullkommanix ausverkauft. Nach der Lesung stellte ich Stefanie dann meine Fragen und was sie mir geantwortet hat, erfahrt ihr nun im folgenden Interview.

Leo: Im Zuge meiner Recherche habe ich gelesen, dass du im Jahr 2011 mit dem Schreiben angefangen hast und es eigentlich nie geplant war. Wenn du jetzt zurückblickst, was war dein persönliches Highlight in den letzten 11 Jahren? Die Veröffentlichung des ersten Buches, eine Veranstaltung oder ein besonderes Ereignis, das dich als Autorin berührt hat?

Stefanie: Die Highlights werden irgendwie immer mehr, aber mein größtes Highlight ist jedes Mal die Buchmesse. Das ist einfach immer wieder krass, wie viele Leute da in den Signierschlangen stehen, das ist einfach Wahnsinn! Das hätte ich auch nie erwartet, aber es ist total genial!

Leo: Ich war bisher nur einmal auf der Buchmesse, 2019 war das. Da habe ich dich tatsächlich auch schon mal getroffen…auf dem Klo. Ich hab dir zugelächelt, aber ich dachte, es ist ein bisschen komisch, wenn ich dann auf der Toilette nach einem Selfie frage.

Stefanie: Ach, nein. Mich sprechen dort auch ganz viele auf dem Klo an. Buchmessen sind tatsächlich der einzige Ort, auf dem ich erkannt werde, bei mir zuhause beim Einkaufen ist das ja nicht so. Bei mir im Dorf kennt sich ja jeder, da spricht mich dann niemand darauf an. Das einzige, was mal echt schräg war, dass es bei mir zuhause an der Haustür geklingelt hat. Da standen plötzlich zwei Mädchen davor, ich schätze mal, so um die 12 Jahre alt, und haben gefragt, ob ich ihre Bücher signieren kann. Die waren irgendwie zu Besuch bei irgendeiner Cousine im Dorf und bei uns im Dorf weiß jeder, wer wo wohnt. Das war aber irgendwie seltsam, aber trotzdem auch niedlich.

Leo: Ich schaue ab und zu mal in deine Instagram-Story und ich gebe zu, dass ich das nicht regelmäßig mache, denn ich bekomme wirklich immer ein schlechtes Gewissen dabei. Du bist so diszipliniert und hast ein sagenhaftes Zeitmanagement. Da müsste ich mir eine riesengroße Scheibe davon abschneiden. Ich bin beispielsweise ein Mensch, der alles auf den letzten Drücker erledigt. Leider. Deshalb darf ich morgen von meinem Stipendium her an einem Online-Workshop teilnehmen, damit ich das alles lerne. Ich hoffe, es bringt was. Warst du schon immer so diszipliniert oder musstest du das auch erst lernen, weil man sonst das Schreiben und die Familie nicht unter einen Hut bringen kann?

Stefanie: Ich war früher definitiv flexibler und auch weniger verplant. Das ändert sich dann aber natürlich mit Kindern, das kann wahrscheinlich jede Mama bestätigen. Und Kinder, die immer alle Pläne durcheinander werfen, zeigen, dass man Pläne machen muss, um dann mal überhaupt irgendetwas zu Ende zu bringen. Beim Schreiben habe ich ganz am Anfang ohne Plan geschrieben, aber da hatte ich ja viel mehr Zeit. Jetzt habe ich Abgabetermine und muss zu diesem und jenen Zeitpunkt fertig sein. Wenn ich dann aus dem Bauch heraus schreiben und nach Dreiviertel der Story feststellen würde, dass das eine totale Sackgasse ist, müsste ich alles nochmal ändern. Das kann ich mir zeitlich gar nicht leisten. Deswegen plane ich lieber im Voraus. Manche Kleinigkeiten werden dann im Lektorat nochmal geändert, aber manche Dinge könnte ich einfach gar nicht so abgeben. Und deswegen: lieber vorher planen, das spart einem viel Arbeit. Bei mir ist es normalerweise so, dass ich bloß einen Lektoratsdurchlauf habe. Bei den meisten, die aus dem Bauch heraus schreiben oder sich nicht an ihr Exposé halten, die kriegen bloß die groben Änderungen aus dem Lektorat, bevor der Text geändert wird und Kleinigkeiten, also z.B. Wortdopplungen usw. Das ist bei mir eben nicht der Fall. Ich spare mir im Normalfall den ganzen Lektoratsdurchgang durch die Planung vorab und das ist viel angenehmer. Aber die Planung und das Zeitmanagement lernt man. Ich versuche, das meinen Kindern auch zu zeigen, aber… Ich war ja aber auch nicht immer so, man lernt das. Mein Großer ist da schon besser, der ist jetzt 17, aber mein Kleiner…keine Chance! Ich glaube, wenn ich nicht immer so wäre „mach das, mach das, mach das“, dann würde er gar nichts machen… Aber die Einsicht kommt irgendwann.

Leo: Ich gebe zu, als ich dein Bücherregal erblickt habe, bin ich echt vor Neid erblasst. Mir sagt man ja nach, ich hätte immens viele Bücher, aber dein Regal ist im Vergleich dazu gigantisch.

Stefanie: Und ich muss ständig aussortieren…

Leo: Das geht mir genauso. Ich habe meine 3 riesigen Billy-Regale, dann neben dem Schrank mehrere Stapel und überall im Haus liegen auch noch welche rum.

Stefanie: Ja, das ist bei mir auch so.

Leo: Weißt du, wie viele Bücher du besitzt?

Stefanie: Ich habe sie mal irgendwann gezählt, da waren es 450. Aber das ist ja dann immer wieder so ein Wechsel, wenn ich aussortieren muss, außerdem stapeln sich überall Bücher, bis ich dann eben mal wieder aussortiere.

Leo: Ich kann mich von meinen Büchern nur so schlecht trennen, ich habe mal vor anderthalb Jahren gezählt, da waren es ungefähr 600.

Stefanie: Ja, das sind ja auch nur die aus meinem Regal. In den Kinderzimmern stehen auch noch welche… Und gerade „Percy Jackson“ oder so, das kommt alles, wenn ich es dann gelesen habe, zu meinem Großen. Und der Kleine hat zwar eigentlich nur zwei Kallax-Regale, aber die Bücher stehen darin dreireihig. Alleine diese „Warrior Cats“ sind ja gefühlt tausend Bücher, die nehmen Platz weg ohne Ende, das ist nicht mehr normal.

Leo: Wie hoch ist dein SuB?

Stefanie: 3 Bücher.

Leo: *geschockt* 3?! Das nenne ich mal Disziplin!

Stefanie: Ja, aktuell sind es tatsächlich 3. Es war die ganze Zeit lang ein Buch, es sind dann mehrere dazugekommen, aber zwei davon habe ich im Januar nicht geschafft, deswegen liegen da jetzt aktuell drei.

Leo: Das ist echt krass. Ich habe mindestens 100, wenn nicht sogar fast 200 Bücher auf meinen SuB. Vor allem habe ich direkt etwas anderes in deinem Regal erblickt. Ich sammle ja auch Funkos und deshalb habe ich ein Auge für schöne Funkos. Und ich kann dir sagen, ich bin ich so richtig neidisch, denn du hast die Twilight-Funkos, die ich gerne hätte. Ich habe leider nur Jacob im letzten Sommer in Kroatien in einer Buchhandlung ergattern können. Aber Bella und Edward fehlen mir noch immer.

Stefanie: Gibt es die nicht mehr? Das ist immer das Dramatische, wenn die nach kürzester Zeit weg sind.

Leo: Die sind halt leider schon etwas älter, deswegen kosten die beispielsweise auf eBay bis zu 100€.

Stefanie: Ich habe nach einem Britney Spears Funko gesucht, den aus dem „Oops! … I did it again“-Video. Danach wollte ich suchen, aber den hatte es nicht, nur in anderen Versionen. Weiter unten habe ich dann gesehen, dass der Amy Winehouse-Funko 300€ kostet. Da dachte ich mir auch „Sind die nicht ganz dicht?!“. Alles, was limitiert ist, geht nachher irgendwann mal hoch. Das ist halt echt krass.

Leo: Wie viele Funkos besitzt du ungefähr?

Stefanie: Die habe ich tatsächlich noch nie gezählt… Aber allein von Disney sind es bestimmt über 20. Und ich habe ganz, ganz viele Aladdin-Funkos, ich mag den Disney-Film so sehr.

Leo: Welchen? Den Zeichentrick-Film oder den Live Action-Film?

Stefanie: Den Zeichentrick-Film. Ich glaube, ich habe allein 5 verschiedene Jasmins.

Leo: Ich habe so einen richtig schönen Funko aus dem Live Action-Film, wo Aladdin und Jasmin zusammen auf dem Teppich sitzen.

Stefanie: Den habe ich auch! Den habe ich letztes oder vorletztes Jahr von meinem Sohn zum Geburtstag geschenkt bekommen. Und ich habe aus dem Zeichentrick-Film noch Aladdin und Genie mit diesem Counter da. Ja, also Aladdin-Funkos habe ich einige.

Leo: Ich finde es ziemlich praktisch, dass dein Mann deine Buchbegeisterung teilt. Wie sieht es mit deinen Kindern aus? Sind die beiden auch lesebegeistert? Oder hält sich das eher in Grenzen. In meiner Klasse gibt es beispielsweise einige Mitschüler, die besitzen kein einziges Buch außer der Schullektüre.

Stefanie: Früher wahnsinnig viel. Aber der Große muss mittlerweile viel zu viele komische Sachen für die Schule lesen. Aber der Kleine liest im Prinzip noch die angefangenen Reihen: „Schule der magischen Tiere“, „Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien“ und die „Bitte nicht öffnen…“-Reihe. Diese Reihen liest er weiter, wenn da was Neues kommt. Aber ansonsten liest er meine, wenn er Korrektur liest. Einer von beiden liest immer Korrektur bei meinen Büchern, die Druckfahne dann. Vor allem der Kleine, der sieht jeden Fehler, die springen ihm irgendwie ins Auge. Es kommen, egal, wie viele es lesen, aber immer trotzdem welche durch, man findet nie alle. In „Bad Influence“ ist auch ein Namensfehler drin. Aber wenn ich meine Manuskripte abgebe, dann sind sie normalerweise fast fehlerfrei.

Leo: Wenn du eine Idee hast, von der du denkst, es könnte eine gute Story abgeben, wie funktioniert das dann weiter? Entscheidest du dann, dass du daraus ein Buch machen willst? Oder holst du dir Rat von deinem Mann oder deiner Agentur beispielsweise?

Stefanie: Also, wenn ich irgendwie so einen Ideenfunken habe, dann reift der normalerweise immer. Und erst, wenn es irgendwie irgendwelche Twists oder Besonderheiten hat, spreche ich es mit meiner Agentin ab. Vorher mache ich allein in die Richtung gar nichts. Und mein Mann darf dann das Exposé lesen, ob es in sich logisch ist, auch wenn man nicht in meinen Kopf gucken kann. Das ist bei mir häufig der Fehler, dass ich immer schreibe und schreibe und die Hälfte noch in meinem Kopf feststeckt und wenn das dann andere Leute lesen, gar nicht logisch ist.

Leo: Gibt es Momente, wo du denkst: „Mensch, die Idee ist der absolute Hammer!“, du dann aber merkst, dass die anderen es nicht so toll finden?

Stefanie: Bis jetzt hatte ich immer ein gutes Gespür und das Glück, dass wenn ich das gut fand, die anderen es auch gut fanden. Ich bin auch manchmal gehypt von irgendwelchen Sachen und finde die am Anfang ganz toll, aber wenn ich dann genauer darüber nachdenke, verliert sich die Begeisterung und dann ist es langweilig. Dadurch, dass ich das dann schon selber in meinem Kopf prüfe, kommt normalerweise alles gut an. Bisher zumindest, toi toi toi!

Leo: In „Bad Influence“ geht es hauptsächlich um Social Media. Tara Dawson hat beispielsweise negative Erfahrungen mit Instagram in der Vergangenheit gemacht. Mittlerweile gehören Instagram und TikTok aber zum Leben eines Jugendlichen. Du, als Mutter von zwei Kindern, machst du dir da auch Sorgen, dass vielleicht mal irgendwelche blöden Kommentare kommen könnten, die Auswirkungen auf deine Kinder haben könnten? Wie gehen die beiden damit um, dass du eine bekannte Autorin bist? Oder spielt das in deren Umfeld gar keine Rolle?

Stefanie: Also so privat um uns rum spielt das gar keine Rolle. Aber auf was ich halt viel sensibler bin, ist: stellt keine Fotos von euch ins Internet, ladet eure Daten nicht hoch! Ich zeige die beiden ja auch nicht. Ich frage selbst meinen Großen, ob er irgendwo sein will, der hat auch Instagram, aber komplett ohne Bilder und alles. Er ist 17, er könnte rein theoretisch schon alles machen, aber er kriegt vermutlich auch zu viel von mir mit, was bei irgendjemandem schiefläuft. Immer, wenn ich dann irgendwelche Posts oder Storys von irgendjemandem sehe, der oder die negative Erfahrungen gemacht hat, das erzähle ich ihm immer fleißig weiter. Deswegen sind die beiden ganz anders sensibilisiert als vermutlich alle anderen Kinder in ihrer Klasse.

Leo: Gibt es vielleicht so Situationen, wo deine Kinder aus der Schule kommen und dir erzählen, dass sie plötzlich neue Freunde haben, weil du nicht nur deren Mutter, sondern auch die Autorin Stefanie Hasse bist?

Stefanie: Gar nicht, wir haben eine einzige Freundin, die liest. Die kriegt auch immer meine ausgemisteten Bücher, das ist die Freundin von meinem Kleinen und die liest und findet das ganz toll. Die fragt mich immer ganz viele Sachen, aber alle anderen interessiert das gar nicht. Das ist für die nichts Besonderes. Für meine Kinder ist das auch nichts Besonderes. Da könnten tausend Bücher ankommen, die Mama signieren muss und die Kinder wären nur so „Hm. Okay.“. Das sind die eigenen Kinder, das ist echt schrecklich. *lacht*

Leo: Ich stelle mir das ganz lustig vor, wenn die Eltern beim Elternabend dann zu dir hinkommen und nach signierten Büchern fragen, aber das ist gar nicht der Fall, oder?

Stefanie: Nein. Ich habe von meinem Großen, das war noch vor der Kursstufe, Bücher mitbekommen und ich glaube, dem war das wahnsinnig peinlich, dass ihm irgendjemand aus seiner Klasse ein Buch mitgegeben hat, damit Mama das signiert.

Leo: Social Media ist manchmal eine schwere Last, aber als erfolgreiche Autorin gehört das einfach auch mit zum Job. Wie viel Zeit verbringst du mit Social Media?

Stefanie: Viel zu viel. *lacht* Viel zu viel!

Leo: Hast du ein Zeitlimit, dass du dann sagst: „Nun ist gut. Der Rest wird morgen kommentiert und beantwortet!“?

Stefanie: Ich habe kein Zeitlimit, ich will tatsächlich immer alles beantworten. Bis jetzt klappt‘s auch. Ich verbinde das aber so, dass ich sage „Im Sitzen gibt‘s kein Instagram.“. Also ich gehe entweder im Kreis, gehe spazieren oder bin auf dem Laufband, weil sonst verbummelt man erst recht seine Zeit. So hat‘s dann wenigstens was Produktives und ich bin in Bewegung. Aber vor allem jetzt gerade rund um die Veröffentlichung ist es zu viel. Normalerweise hält es sich in Grenzen und ich bin relativ schnell im Tippen, längere Nachrichten diktiere ich. Aber anderthalb bis zwei Stunden bin ich schon pro Tag am Handy, auch ohne Erscheinungstag-Chaos oder irgendwelche Vorbereitungen.

Leo: Das Setting deines neuen Romans befindet sich ja auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff. Warst du denn selbst schon mal auf einer Kreuzfahrt?

Stefanie: Nein. Ich wollte immer, aber mein Mann ist seekrank. Ich kann nicht gehen.

Leo: Das legt sich nach 3 Tagen.

Stefanie: Das sagen alle. Oder dass man es bei großen Schiffen nicht so ganz merkt. Seit ich dieses Buch jetzt geschrieben habe, bin ich am Überreden, dass er es mal probiert. Und jetzt neuerdings will sogar mein Großer, der schon seit einigen Jahren jammert, dass er nicht mit uns irgendwo hin will, dass er auch eine Kreuzfahrt machen würde. Der hat Korrektur gelesen bei „Bad Influence“. Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich mal, wenn Corona vorbei ist. Meine Freundin macht 3 bis 4mal pro Jahr eine Kreuzfahrt. Die war praktisch auf Dauerleitung, wenn ich wegen irgendwelchen Kleinigkeiten Fragen hatte, die YouTube mir nicht beantworten konnte.

Leo: In welcher Buchwelt fühlst du dich wohler? In der realistischen oder in der Fantasy-Welt?

Stefanie: Ich brauche beide. Wenn ich ein realistisches Buch beendet habe, bin ich so froh, wenn ich endlich wieder Fantasy schreiben darf. Ich brauche die Abwechslung. Nach kürzester Zeit fehlt mir das Übernatürliche. Nach so vielen menschlichen Verwirrungen und irgendwelchen bösen Intrigen, brauche ich dann wieder Fantasy. Und wenn ich dann aber Fantasy habe, dann ist mein Gehirn so verknotet, dass es sich dann wieder freut, einfach nur in unserer Welt zu sein und nicht an irgendwelche Logik-Sachen zu denken, aber da muss man halt echt mehr denken.

Leo: Ich lese gerne authentische und realistische Geschichten aus dem Leben, es darf aber auch gerne ein klein wenig Magie oder Fantasy im Spiel sein. Wenn du mir so ganz spontan ein Buch empfehlen würdest, welches wäre es denn? Was hast du in den letzten Wochen und Monaten gelesen, was ich unbedingt auch lesen sollte?

Stefanie: In den letzten Monaten…

Leo: Es kann auch allgemein ein Lieblingsbuch von dir sein.

Stefanie: Ich fand „Game Changer“ richtig gut. Das habe ich gerade drinnen in der Buchhandlung wieder gesehen. Es war halt anders und anders ist immer gut und überraschend, das macht dann viel Spaß. Hmm… Was habe ich denn alles gelesen? Was echt Spaß macht beim Lesen oder wo der Anfang auf jeden Fall echt faszinierend war, ist „American crown“. Das höre ich gerade und das finde ich total faszinierend. Da geht es darum, dass damals in den USA keine Demokratie bzw. Republik ausgerufen wurde, sondern ein Königreich. Und die Washingtons regieren dort noch immer. Von da an ist es eine süße Royal-Geschichte, aber eben immer mit diesem Hintergrund in der heutigen Zeit mit amerikanischer Monarchie. Das finde ich auch echt spannend. Das sind so die aktuellen Bücher, die ich empfehlen würde. Und „From Blood to Ash“, das fand ich mega.

Leo: Dein Hund heißt Loki. Wegen dem Loki aus der Mythologie oder wegen dem Marvel-Loki?

Stefanie: Wegen dem Marvel-Loki natürlich. Die Frage war, wie nennen wir ihn und dann kam gleich „Thor! Er sieht aber nicht aus wie ein Thor. Dann nennen wir ihn Loki!“ Und genauso verhält er sich auch. Total hinterlistig und macht dann solche Augen.

Leo: Ich liebe Loki aber wirklich!

Stefanie: Ja, ich auch! Thor hätte nicht gepasst, obwohl ich Thor auch mag.

Leo: Ich habe erst gestern wieder einen Thor-Film geguckt. Nun möchte ich zum Abschluss des Interviews noch von dir wissen, wie du dich selbst in drei Worten beschreiben würdest.

Stefanie: Offensichtlich sehr gesprächig. *lacht* Ich hasse sowas…

Leo: Ansonsten kannst du mir auch gerne deinen Lieblingswitz erzählen.

Stefanie: Im Witze erzählen bin ich noch schlechter als im Wörter finden. Nein, mal im Ernst. Sich selbst zu beschreiben ist immer ganz schrecklich. Mein Mann hatte neulich so ein Coaching, die haben so einen Workshop online gemacht, und da musste ich aus einer Liste von Adjektiven fünf für ihn raussuchen. Dann habe ich aber festgestellt, die passen auf mich auch. Das waren…*überlegt kurz* loyal, hoffentlich humorvoll – also ich habe ihn so beschrieben und mich dann eigentlich irgendwie auch *lacht* – und diszipliniert.

Leo: So, das war es von meiner Seite aus auch schon. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das Interview.

Und hier geht’s zu meiner Rezension zu „Bad Influence. Reden ist Silber, Posten ist Gold“.