{Rezension} Jonah Goes Off Script

Jonah Goes Off Script 
von Robyn Green

LYX Verlag
Paperback
New Adult / queere Romance
400 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2563-0
Ersterscheinung: 02.02.2026

Was passiert, wenn der Vorhang fällt?

Inhalt:
Jonah Penrose steht nach seiner preisgekrönten Darstellung des Achilles auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Londoner West End. Doch während er beruflich gefeiert wird, zerbricht privat vieles: Seine Beziehung endet überraschend und familiäre Sorgen lasten auf ihm. Als dann auch noch Dexter Ellis, ehemaliger Publikumsliebling und einstiger Star der Rolle, neu ins Ensemble kommt, gerät Jonahs ohnehin wackeliges Gleichgewicht ins Wanken. Auf der Bühne sollen Jonah und Dexter ein Liebespaar spielen, hinter den Kulissen liefern sie sich jedoch einen erbitterten Konkurrenzkampf. Zwischen scharfem Schlagabtausch und wachsender Anziehung verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen gespielten Gefühlen und echter Nähe, besonders als persönliche Krisen alles verändern.

Meinung:
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht. Die ersten Kapitel fühlten sich etwas zäh an, ich musste mich erst in Jonahs Gedankenwelt einfinden. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr gewann die Geschichte an Tempo und emotionaler Tiefe – und irgendwann war ich komplett drin. Was mich von Anfang an begeistert hat, war das Setting. Als absoluter London-Mensch habe ich jede einzelne Beschreibung geliebt. Das West End, die Probenräume, die Enge hinter der Bühne, die Social-Media-Hypes, selbst die leicht muffige Northern Line – all das fühlte sich so authentisch und lebendig an, dass ich beim Lesen regelrecht „Heimweh“ bekam. Man merkt auf jeder Seite, wie sehr hier für das Theater gebrannt wird. Es ist keine bloße Kulisse, sondern pulsiert, fordert, verschlingt und schenkt zugleich Halt und Identität. Jonah selbst habe ich schnell ins Herz geschlossen. Seine Selbstzweifel trotz Erfolg, diese nagende Angst, nicht gut genug zu sein, das war so greifbar und ehrlich. Besonders die Szenen rund um seinen Vater haben mich tief berührt. Diese leisen, schmerzhaften Momente hatten eine Wucht, die weit über eine klassische Romance hinausgeht. Die nächtliche Autofahrt, das Hoffen, rechtzeitig anzukommen, dieses Gefühl zwischen Taubheit und Panik – das ging mir unglaublich nah. Die Dynamik zwischen Jonah und Dexter lebt stark von Reibung. Wortgefechte, spitze Kommentare, dieses unterschwellige Knistern, das hat Spaß gemacht. Gleichzeitig muss ich sagen: Dadurch, dass wir alles ausschließlich aus Jonahs Perspektive erleben, bleibt Dexter lange schwer greifbar. Ich hätte mir früher mehr Einblicke in seine Gedanken gewünscht. Der Übergang von Rivalität zu echter Nähe fühlte sich stellenweise etwas abrupt an. Im letzten Drittel gewinnt die Beziehung jedoch deutlich an emotionaler Tiefe, und genau dort zeigt das Buch sein größtes Potenzial. Insgesamt ist es eine sehr gefühlvolle, atmosphärische queere Romance über Ehrgeiz, Verlust, Identität und die Frage, wer man ist, wenn der Applaus verstummt. Es gibt kleine Längen und der Anfang hätte straffer sein dürfen, aber die emotionale Intensität und das großartige Setting haben für mich alles wettgemacht.

Fazit:
„Jonah Goes Off Script“ von Robyn Green ist eine atmosphärische, emotionale Enemies-to-Lovers-Geschichte vor der glamourösen und zugleich gnadenlosen Kulisse des Londoner Theaters. Trotz eines etwas holprigen Einstiegs und kleiner Schwächen in der Ausarbeitung der Liebesentwicklung überzeugt der Roman mit einem starken Protagonisten, berührenden Familienthemen und einem lebendigen Setting. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Strike Me Right
(Bd. 2 der „Richmond Deers“-Reihe)

Strike Me Right
(Bd. 2 der „Richmond Deers“-Reihe)
von Maike Voß

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
464 Seiten
ISBN: 978-3-453-44260-3
Ersterscheinung: 14.01.2026

Er lässt ihr Herz höher schlagen.
Doch sie hat nie gelernt, es zu verschenken.

Inhalt:
Rowan arbeitet als Physiotherapeutin beim Fußballverein Richmond Deers und hat sich geschworen, ihr Herz nicht noch einmal aufs Spiel zu setzen. Als sich jedoch Stürmer Silvano Bianchi verletzt und auf ihre Unterstützung angewiesen ist, geraten ihre Vorsätze ins Wanken. Zwischen Reha und hitzigen Wortwechseln entsteht eine intensive Anziehung. Rowan verbirgt, dass sie in Liebesdingen völlig unerfahren ist – ein Umstand, der Silvano zu einem gewagten Vorschlag verleitet. Was als kontrollierter Deal beginnt, entwickelt sich schneller als gedacht zu etwas Emotionalem. Doch Gefühle passen weder in Rowans Sicherheitsdenken noch in Silvanos ursprüngliche Pläne.

Meinung:
Nach dem gelungenen ersten Band war meine Erwartungshaltung natürlich hoch – vielleicht sogar ein kleines bisschen zu hoch. Der Schreibstil von Maike Voß ist auch hier wieder wunderbar flüssig, modern und angenehm zu lesen. Bis auf einige Schreibfehler, die nicht hätten sein müssen (Cliffhänger statt Cliffhanger oder dum statt dumm), machte der Text dennoch einen insgesamt soliden Eindruck. Ich kam schnell in die Geschichte hinein, die Dialoge fühlten sich lebendig an und das Setting rund um den Verein kam mir wieder sehr vertraut vor. Dieses Wiedersehen mit den Richmond Deers hatte definitiv seinen Reiz. Silvano mochte ich als Figur wirklich gerne. Seine fürsorgliche, respektvolle Art, gerade im Umgang mit Rowan, hebt ihn positiv von vielen typischen Sports-Romance-Bookboyfriends ab. Er ist aufmerksam, geduldig und emotional greifbar. Dennoch hatte ich gerade bei ihm das Gefühl, dass enormes Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Im ersten Band wurde seine Verletzung bereits thematisiert, und ich hatte gehofft, dass seine Selbstzweifel, seine mentale Belastung und vor allem seine Therapie hier mehr Raum bekommen würden. Stattdessen wurde dieser Aspekt für mein Empfinden zu schnell abgehandelt. Gerade im Profisport – und besonders im Fußball – sind mentale Prozesse nach Verletzungen so entscheidend. Da hätte ich mir mehr Tiefe, mehr innere Kämpfe, mehr echte Auseinandersetzung gewünscht. Ein weiterer Punkt, der mich persönlich beschäftigt hat: Es ist eine Sports Romance – doch der Sport rückte für mein Gefühl zu sehr in den Hintergrund. Natürlich steht die Beziehung im Fokus, aber der Fußball wirkte stellenweise wie Kulisse statt wie Herzstück. Gerade nach dem Auftaktband hatte ich gehofft, dass beides stärker miteinander verwoben wird. Und ja, ich muss ehrlich sein, mir war es stellenweise zu spicy. Manche Szenen hätten für mich nicht diese Ausführlichkeit gebraucht. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wären, sondern weil sie für mein Empfinden die emotionale Entwicklung eher ersetzt als vertieft haben. Ich hätte mir gewünscht, dass stattdessen mehr Raum für Gespräche, für innere Prozesse und für langsames, glaubwürdiges Zusammenwachsen genutzt wird. Apropos Glaubwürdigkeit: Drei Wochen Beziehung und dann schon das Gefühl, die Liebe des Lebens gefunden zu haben? Das ging mir persönlich etwas zu schnell. Ich hätte mir hier eine längere Entwicklung gewünscht, vielleicht mehr Zweifel, mehr Hürden – einfach mehr Zeit. Was mich außerdem ein wenig enttäuscht hat, war der Umgang mit Allie. *Achtung! Kleiner Spoiler.* Wir erfahren quasi nebenbei, dass sie sich von Owen hat scheiden lassen. Aber was ist in der Aussprache passiert? Was wurde gesagt? Wie kam es emotional zu diesem endgültigen Schritt? Zwischen Gespräch und Scheidung klafft für mich eine spürbare Lücke. Gerade weil Nebenfiguren in dieser Reihe so viel Potenzial haben, hätte ich mir hier mehr Einblicke gewünscht. Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich durchaus schöne Lesemomente. Die Chemie zwischen Rowan und Silvano ist spürbar, manche Szenen sind zärtlich und liebevoll, und das italienische Familienflair bringt Wärme in die Geschichte. Emotional hätte ich mir insgesamt mehr Tiefgang gewünscht – weniger Tempo, mehr Nachhall.

Fazit:
„Strike Me Right“ von Maike Voß ist eine gefühlvolle Fortsetzung der „Richmond Deers“-Reihe mit einem charmanten, respektvollen Love Interest und einer spürbaren Anziehung zwischen den Hauptfiguren. Der Schreibstil überzeugt erneut durch Leichtigkeit und angenehmen Lesefluss. Dennoch hätte ich mir mehr sportliche Tiefe, eine intensivere Auseinandersetzung mit Silvanos Selbstzweifeln und eine langsamere, glaubwürdigere Beziehungsentwicklung gewünscht. Insgesamt eine schöne, unterhaltsame Sports Romance mit kleinen Schwächen, weshalb ich 4 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Romeo und Julia (Mini-Schmuckausgabe)

Romeo und Julia
(Mini-Schmuckausgabe)
von William Shakespeare

Coppenrath Verlag
Hardcover
Schmuckausgabe
224 Seiten
ISBN: 978-3-649-65298-4
Ersterscheinung: 02.02.2026

A forbidden love

Inhalt:
Als sich Romeo und Julia, die Kinder zweier verfeindeter Familien, begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick – eine Liebe, die nicht sein darf und doch alles überstrahlt. Heimliche Treffen, mutige Entscheidungen und riskante Pläne bestimmen ihren Weg, während sie sich gegen die Erwartungen ihrer Familien stellen. Doch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse und Missverständnisse führt dazu, dass ihre Geschichte eine tragische Wendung nimmt und ihre Liebe für immer unvergessen bleibt.

Meinung:
Diese wunderschöne Schmuckausgabe ist nicht nur ein literarischer Klassiker, sondern auch ein echtes Highlight fürs Bücherregal. Schon auf den ersten Blick überzeugt das Buch durch seine hochwertige Gestaltung mit edler Goldfolie, Farbschnitt und liebevoll gestalteten Extras, die das Lesen zu einem besonderen Erlebnis machen. Die kleinen Beilagen zwischen den Seiten laden dazu ein, die Geschichte nicht nur zu lesen, sondern regelrecht zu entdecken. Auch inhaltlich hat William Shakespeare mit dieser Tragödie ein Werk geschaffen, das bis heute nichts von seiner Intensität verloren hat. Die poetische Sprache mag anfangs etwas ungewohnt sein, entfaltet aber schnell ihren ganz eigenen Zauber und verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe. Die Liebe zwischen Romeo und Julia ist leidenschaftlich, impulsiv und zugleich von einer Tragik geprägt, die einen beim Lesen unweigerlich mitfühlen lässt. Besonders beeindruckend ist, wie zeitlos die zentralen Themen sind: Liebe, Hass, Familie, gesellschaftliche Zwänge und das Aufbegehren gegen festgefahrene Strukturen. Auch heute noch wirkt die Geschichte aktuell und regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig zeigt sie, wie intensiv und unüberlegt junge Liebe sein kann: voller Emotionen, aber auch voller Konsequenzen. Diese Ausgabe schafft es, den Klassiker nicht nur zugänglich, sondern auch besonders erlebbar zu machen. Sie eignet sich sowohl für Lesende, die die Geschichte neu entdecken möchten, als auch für alle, die bereits mit Romeo und Julia vertraut sind und sich eine besonders schöne Edition wünschen.

Fazit:
„Romeo und Julia“ von William Shakespeare ist ein zeitloser Klassiker der Weltliteratur, der in dieser liebevoll gestalteten Schmuckausgabe noch einmal ganz neu erstrahlt. Die Kombination aus großer Gefühlstiefe, poetischer Sprache und hochwertiger Aufmachung macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Ob als Geschenk oder für die eigene Sammlung ist diese Edition ein echtes Schmuckstück. Von mir gibt es 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Romeo und Julia
Die Graphic Novel nach William Shakespeare

Romeo und Julia
Die Graphic Novel nach William Shakespeare
adaptiert von Steve Barlow und Steve Skidmore
mit Illustrationen von Wendy Tan Shiau Wei

LOEWE Verlag
Hardcover
Kinder- / Jugendbuch
112  Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-7432-1963-2
Ersterscheinung: 15.01.2026

Inhalt:
Zwei verfeindete Familien, eine verbotene Liebe und ein Schicksal, das nicht aufzuhalten ist: Romeo Montague und Julia Capulet verlieben sich unsterblich ineinander, obwohl ihre Familien erbitterte Feinde sind. Heimlich treffen sie sich, schmieden Pläne für eine gemeinsame Zukunft und stellen sich gegen den Hass ihrer Umgebung. Doch Intrigen, Missverständnisse und unglückliche Zufälle treiben die Geschichte unaufhaltsam auf ein tragisches Ende zu. Die weltberühmte Liebestragödie von William Shakespeare wird hier in moderner Sprache und eindrucksvollen Bildern neu erzählt.

Meinung:
Diese Graphic Novel, adaptiert von Steve Barlow und Steve Skidmore, schafft es, einen der bekanntesten Klassiker der Weltliteratur auf eine zugängliche und gleichzeitig beeindruckende Weise neu zu interpretieren. Besonders gelungen ist die Balance zwischen vereinfachter, moderner Sprache und dem Erhalt zentraler Elemente des Originals. Wichtige Szenen und berühmte Zitate bleiben erhalten, sodass trotz der Kürzung ein authentisches Shakespeare-Gefühl entsteht. Die Illustrationen von Wendy Tan Shiau Wei sind ausdrucksstark, atmosphärisch und tragen maßgeblich zur Wirkung der Geschichte bei. Farben und Bildkomposition unterstreichen die Emotionen und die zunehmende Dramatik der Handlung, sodass man regelrecht in die Welt von Verona eintaucht. Besonders gelungen ist die Darstellung der Figuren, deren Gefühle sich klar in Mimik und Gestik widerspiegeln. Ein weiterer großer Pluspunkt sind die zusätzlichen Informationsseiten, die sowohl vor als auch nach der eigentlichen Geschichte zu finden sind. Sie bieten spannende Einblicke in das Leben Shakespeares, die Entstehungszeit des Werkes sowie zentrale Motive und sprachliche Besonderheiten. Gerade für Jugendliche, die sich bislang nicht an klassische Literatur herangetraut haben, bietet diese Umsetzung einen niedrigschwelligen und motivierenden Einstieg. Gleichzeitig lädt sie dazu ein, sich intensiver mit dem Original auseinanderzusetzen.

Fazit:
Mit „Romeo und Julia – Die Graphic Novel nach William Shakespeare“ ist den Autoren Steve Barlow und Steve Skidmore eine eindrucksvolle und zeitgemäße Adaption eines weltberühmten Klassikers gelungen. Die gelungene Kombination aus moderner Sprache, starken Illustrationen und informativen Zusatzmaterialien macht dieses Buch zu einer perfekten Einführung in Shakespeares Werk. Eine klare Empfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren, Comicfans und alle, die klassische Literatur neu entdecken möchten. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} We used to be MAGIC

We used to be MAGIC
von Bea Ingalls

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
400 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31740-2
Ersterscheinung: 14.01.2026

Das Schicksal hat sie zusammengeführt.
Aber es könnte sie auch wieder auseinanderreißen…

Inhalt:
Die 18-jährige Audrey, ein Nachwuchsmodel aus der britischen Provinz, findet sich zum ersten Mal im schillernden und überwältigenden New York wieder. Fernab von Zuhause versucht sie, in der Modewelt Fuß zu fassen, als sie Ezra begegnet. Ezra ist ebenfalls 18 Jahre alt und kehrt nach einer schwierigen Zeit in England nach New York zurück – mit einer gebrochenen Nase und einem gebrochenen Herzen. Obwohl Ezra eine schwierige Vergangenheit mit sich trägt, fühlen sich Audrey und Ezra sofort zueinander hingezogen. Alles zwischen ihnen wirkt leicht, intensiv und fast magisch. Doch während Audrey mit den dunklen Seiten der Modeindustrie konfrontiert wird und Ezra von seiner Vergangenheit eingeholt wird, steht ihre junge Liebe vor der Frage, ob Gefühle allein ausreichen, um all das zu überstehen.

Meinung:
Diese Geschichte hat mich leiser gepackt, als ich erwartet hatte – und dafür umso nachhaltiger. Diese Romance lebt nicht von großen, dramatischen Plot-Twists, sondern von Atmosphäre, Emotionen und Figuren, die sich echt anfühlen. Audrey und Ezra sind beide erst 18, und genau das merkt man ihren Gedanken, Entscheidungen und Unsicherheiten an – aber auf eine sehr ehrliche, nachvollziehbare Weise. Audrey ist eine Protagonistin, die ich sofort mochte. Sie ist ehrgeizig, neugierig und sensibel, ohne dabei naiv zu wirken. Besonders stark fand ich, wie ihre anfängliche Faszination für die Modewelt langsam Risse bekommt. Die Konfrontation mit den Schattenseiten der Branche wirkt nicht sensationsheischend, sondern ruhig, fast beiläufig – und gerade deshalb umso eindringlicher. Ezra ist für mich das emotionale Zentrum des Romans. Seine Geschichte, nach dem Tod seiner Mutter aus seinem vertrauten Leben gerissen und von seinem Vater nach England abgeschoben worden zu sein, erklärt seine innere Zerrissenheit auf schmerzhafte Weise. Er wirkt oft verloren, beobachtend, manchmal verschlossen – und genau das macht ihn so greifbar. Seine Rückkehr nach New York fühlt sich nicht wie Heimkommen an, sondern wie ein vorsichtiges Annähern an etwas, das er eigentlich nie richtig verarbeiten durfte. Die Liebesgeschichte zwischen Audrey und Ezra ist ein klassischer Slow Burn. Sehr langsam, sehr ruhig, manchmal fast schmerzhaft zögerlich. Wer Action oder schnelle Eskalation erwartet, wird hier nicht fündig. Aber ich mochte genau dieses vorsichtige Annähern, diese Gespräche, Blicke und das ständige Gefühl, dass beide mehr fühlen, als sie auszusprechen wagen. Ja, manche Kommunikationsprobleme wiederholen sich, und stellenweise hätte ich mir etwas mehr Leichtigkeit oder Dynamik gewünscht. Trotzdem hat mich ihre Verbindung überzeugt, weil sie sich nicht perfekt, sondern verletzlich und echt anfühlt. Was besonders hängen bleibt, ist dieses Gefühl von Übergang: vom Teenagersein ins Erwachsenwerden, von Träumen zu Realität, von Magie zu Verantwortung. Und genau darin liegt für mich die Stärke dieses Romans.

Fazit:
„We used to be MAGIC“ von Bea Ingalls ist eine gefühlvolle Coming-of-Age-Romance, die mit leisen Tönen, intensiver Atmosphäre und glaubwürdigen Figuren überzeugt. Audrey und Ezra sind zwei junge Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens, deren Liebe ebenso zart wie kompliziert ist. Das glamouröse New York trifft hier auf emotionale Tiefe und echte Verletzlichkeit. Von mir gibt es daher verdiente 4 von 5 Sternchen.