{Rezension} Last Kiss of Summer

Last Kiss of Summer
von Jessice M. Felleman

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene
352 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0304-8
Ersterscheinung: 15.05.2026

Bittersüß wie die erste Liebe, die man nicht vergisst

Inhalt:
Sera Watkins kehrt nach zwei Jahren zurück nach Cape Cod – an den Ort, der für sie nach Zuhause riecht, schmeckt und sich anfühlt. Nach gesundheitlich schweren Jahren möchte sie diesen Sommer endlich wieder richtig leben, malen und die Zeit mit ihrer Familie und ihrer besten Freundin Maddy genießen. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen, ihrem ehemaligen besten Freund Luke aus dem Weg zu gehen, nachdem zwischen ihnen damals alles zerbrochen ist. Doch die Verbindung zwischen ihnen ist noch immer da – stärker als je zuvor. Während alte Gefühle wieder an die Oberfläche kommen, wird Sera gleichzeitig immer bewusster, wie zerbrechlich Zeit, Zukunft und das eigene Leben sein können.

Meinung:
Dieses Buch hat mich emotional viel stärker getroffen, als ich erwartet hätte. Anfangs wirkt die Geschichte fast wie eine typische sommerliche Young-Adult-Romance: Cape Cod, Strandtage, Kunstcamp, erste Liebe, alte Gefühle und dieses nostalgische Kleinstadtfeeling, bei dem man sich sofort wohlfühlt. Gerade die erste Hälfte liest sich angenehm leicht und warmherzig. Man begleitet Sera durch einen Sommer voller kleiner Momente, Hoffnung und dem Versuch, nach schweren Jahren endlich wieder zu leben statt nur zu überleben. Doch genau diese Leichtigkeit macht die zweite Hälfte später umso schmerzhafter. Die Geschichte verändert sich Stück für Stück. Erst ganz unterschwellig, dann immer intensiver. Irgendwann hatte ich beim Lesen dauerhaft dieses mulmige Gefühl, dass nicht alles gut ausgehen wird – und trotzdem wollte ich unbedingt weiterlesen. Genau das hat das Buch für mich so besonders gemacht: Dieses ständige Hoffen, obwohl die Angst schon längst zwischen den Zeilen mitschwingt. Sera war für mich eine unglaublich starke Protagonistin. Ich mochte besonders, dass ihre Krankheit zwar ein zentraler Bestandteil der Geschichte ist, sie aber nie darauf reduziert wird. Sie ist kreativ, lebenshungrig, emotional und manchmal auch widersprüchlich. Gerade ihre Sehnsucht, den Sommer auszukosten und jeden Moment festzuhalten, hat mich sehr berührt. Luke mochte ich ebenfalls unglaublich gern. Zwischen den beiden war von Anfang an diese intensive Verbindung spürbar, die weit über eine typische Teenagerromanze hinausgeht. Ihre gemeinsamen Szenen fühlten sich oft gleichzeitig leicht und schmerzhaft an, weil immer dieses Wissen im Hintergrund stand, dass ihre Zeit vielleicht begrenzt ist. Besonders gelungen fand ich außerdem die Atmosphäre. Cape Cod wurde so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hatte, selbst dort zu sein – mit dem kleinen Küstenort, den Sommerabenden, dem Strand und den kreativen Momenten im Kunstcamp. Der Schreibstil ließ sich unglaublich schnell lesen und gleichzeitig transportierte er die Emotionen so intensiv, dass manche Szenen richtig wehgetan haben. Auch die Themen Organ- und Blutspende sowie Krankheit und Verlust wurden sehr sensibel eingebunden. Nichts wirkte künstlich dramatisch oder überzogen. Stattdessen fühlte sich vieles erschreckend real an, gerade weil die Geschichte sich Zeit für die ruhigen Momente nimmt. Dadurch trifft einen die emotionale Wucht der zweiten Hälfte umso stärker. Und dieses Ende… Ich habe selten erlebt, dass sich ein Buch emotional so langsam anschleicht. Irgendwann beginnt man zu ahnen, dass das kein klassisches Happy End wird, hält aber trotzdem bis zuletzt an der Hoffnung fest. Genau dieses bittersüße Gefühl macht die Geschichte so besonders. Das Buch entscheidet sich bewusst gegen eine einfache Wohlfühlauflösung und gerade deshalb bleibt es so lange im Kopf und im Herzen. Ein kleiner Kritikpunkt für mich war allerdings, dass manche Nebenfiguren im zweiten Teil etwas in den Hintergrund geraten sind. Vor allem Maddy hätte für meinen Geschmack noch mehr Raum bekommen dürfen, weil sie so eine warme und wichtige Präsenz in Seras Leben war. Auch einige familiäre Konflikte hätten gerne etwas früher oder ausführlicher behandelt werden können. Emotional hat mich die Geschichte aber trotzdem vollkommen abgeholt.

Fazit:
„Last Kiss of Summer“ von Jessica M. Felleman ist eine emotionale YA-Romance voller Sommerfeeling, Hoffnung, Schmerz und bittersüßer Liebe. Besonders die Entwicklung von der leichten Sommergeschichte hin zu einer tief berührenden und herzzerreißenden zweiten Hälfte macht das Buch so besonders. Wer emotionale Liebesgeschichten mit Tiefgang und Taschentuchalarm liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Der Zauber der Schokomagie (Bd. 4)

Der Zauber der Schokomagie
(Bd. 4)
von Mareike Allnoch

arsEdition
Hardcover
Kinder- / Jugendbuch
272  Seiten
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-8458-6953–7
Ersterscheinung: 23.04.2026

„Wer braucht schon Superkräfte, wenn man die Welt mit Schokolade retten kann?“

Inhalt:
Mila steht plötzlich vor einem riesigen Problem: Ihre besondere Fähigkeit als Duftseherin ist wie vom Erdboden verschluckt. Stattdessen sind es nun ausgerechnet ihre Freunde Liz, Louis und Cem, die mit magischen Kräften klarkommen müssen – und dabei läuft natürlich nicht alles glatt. Um diesen seltsamen Tausch rückgängig zu machen, braucht es eine geheimnisvolle und äußerst mächtige Kakaobohne. Doch diese ist heiß begehrt, und ein zwielichtiger Wissenschaftler ist ebenfalls hinter ihr her. Gemeinsam machen sich Mila und ihre Freunde in Paris auf die Suche und geraten dabei in ein turbulentes Abenteuer voller schokoladiger Pannen, unerwarteter Gefahren und gut gehüteter Geheimnisse.

Meinung:
Auch im vierten Band hat mich diese Reihe wieder vollkommen abgeholt und ich hätte ehrlich gesagt nichts anderes erwartet. Es fühlt sich ein bisschen an, wie nach Hause zu kommen, wenn man wieder mit Mila, Liz, Louis und Cem durch die Straßen von Paris stolpert. Nur dass diesmal alles ein kleines bisschen chaotischer ist. Aber genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus. Besonders gut gefallen hat mir die Idee, die magischen Fähigkeiten zu „vertauschen“. Dadurch entsteht eine ganz neue Dynamik innerhalb der Gruppe. Mila, die sonst immer diejenige mit der besonderen Gabe ist, muss plötzlich ohne sie klarkommen, während Liz, Louis und Cem eher unfreiwillig in diese Rolle hineinwachsen. Das sorgt nicht nur für viele lustige Momente, sondern bringt auch eine schöne Botschaft mit sich: Jeder hat seine Stärken, auch wenn man sie manchmal erst entdecken muss. Der Humor ist wieder absolut on point. Diese kleinen Missgeschicke, die schokoladigen Katastrophen und die oft herrlich chaotischen Situationen haben mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht. Gleichzeitig schafft es die Autorin aber auch, eine gewisse Spannung aufzubauen. Für die Zielgruppe ist das genau die richtige Mischung aus Abenteuer und Nervenkitzel. Was ich besonders liebe, ist die Atmosphäre. Paris wird erneut so lebendig und detailreich beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die Straßen zu laufen. Dazu kommt dieser ganz eigene „Schokomagie“-Zauber, der sich durch die gesamte Geschichte zieht und einfach gute Laune macht. Die Charaktere sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Mila bleibt eine unglaublich sympathische Protagonistin, die man gerne begleitet – gerade weil sie nicht perfekt ist. Liz, Louis und Cem bringen jeweils ihre ganz eigenen Eigenschaften mit ein, sodass die Gruppe wunderbar harmoniert, auch wenn es mal drunter und drüber geht. Ihre Freundschaft wirkt authentisch und ist das emotionale Herz der Geschichte. Klar, auch hier gilt wieder: Die Handlung ist nicht komplett unvorhersehbar. Aber das ist in diesem Fall überhaupt kein Kritikpunkt. Diese Reihe lebt von ihrem Charme, ihrem Humor und diesem warmen Gefühl, das sie beim Lesen hinterlässt. Und genau das funktioniert auch im vierten Band wieder hervorragend.

Fazit:
Mit „Der Zauber der Schokomagie“ hat Mareike Allnoch eine zauberhafte und durchweg unterhaltsame Fortsetzung geschaffen. Die neue Dynamik innerhalb der Freundesgruppe sorgt für frischen Wind und viele humorvolle Momente. Gleichzeitig bleibt die Geschichte ihrer magischen Atmosphäre und ihren wichtigen Botschaften treu. Ein wundervolles Leseerlebnis für Jung und Alt, weshalb ich gerne 5 von 5 zuckersüßen Sternchen vergebe.