{Rezension} Picking Daisies on Sundays

Picking Daisies on Sundays
von Liana Cincotti

Ravensburger Buchverlag
Paperback
Romance
432 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-473-58727-8
Ersterscheinung: 28.04.2026

Daisies bloom in fields. 
True love blooms in hearts.

Inhalt:
Daisy hat immer an die große Liebe geglaubt. An dieses eine Gefühl, das bleibt, egal was passiert. Doch als sie sich ausgerechnet in ihren besten Freund Levi verliebt, zerbricht diese Vorstellung. Seine fehlenden Gefühle treffen sie so tief, dass sie ihn aus ihrem Leben streicht und vier Jahre lang alles daransetzt, ihr Herz zu schützen. Als sie Levi plötzlich wieder gegenübersteht, ist nichts so abgeschlossen, wie sie dachte. Er ist noch immer der Mensch, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Und als er sie bittet, für die Hochzeit seiner Schwester Sarah und die Wochen der Vorbereitung seine Freundin zu spielen, sagt sie ja, obwohl sie genau weiß, wie gefährlich das für sie ist. Während sie gemeinsam Zeit verbringen, Erinnerungen aufleben und Nähe vorspielen, verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was echt ist, und dem, was nur gespielt sein soll. Für Daisy wird jeder Tag zu einem leisen Ringen zwischen Hoffnung und Selbstschutz.

Meinung:
Dieses Buch hat mich auf eine ganz sanfte Art berührt. Es ist keine Geschichte, die laut sein muss, um Wirkung zu zeigen. Stattdessen entfaltet sie ihre Stärke in den leisen Momenten, in Blicken, in Gedanken, in diesem ständigen inneren Ziehen, das Daisy begleitet. Daisy war für mich eine unglaublich greifbare Protagonistin. Ihre Unsicherheiten, dieses Überdenken jeder Kleinigkeit, dieses Bedürfnis, sich selbst zu schützen und gleichzeitig so sehr zu fühlen, das wirkte nie übertrieben, sondern einfach ehrlich. Man versteht jede ihrer Entscheidungen, selbst dann, wenn man sich wünscht, sie würde anders handeln. Gerade dieses Hin- und Hergerissensein zwischen Herz und Verstand macht sie so menschlich. Levi hat bei mir ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er ist ruhig, aufmerksam und in vielen kleinen Gesten so liebevoll, dass man sofort versteht, warum Daisy sich nie ganz von ihm lösen konnte. Gleichzeitig bleibt er an manchen Stellen schwer zu durchschauen, was die Dynamik zwischen den beiden nur noch intensiver macht. Man fühlt diese Spannung, dieses Unausgesprochene, das ständig zwischen ihnen steht. Was ich besonders mochte, war die Entwicklung ihrer Beziehung. Durch die gemeinsame Zeit rund um die Hochzeitsvorbereitungen entsteht eine Nähe, die sich nicht plötzlich oder erzwungen anfühlt. Es ist ein langsames Annähern, ein vorsichtiges Wiederentdecken. Jede Berührung, jeder Blick bekommt Gewicht, weil so viel Vergangenheit mitschwingt. Diese Mischung aus Vertrautheit und Unsicherheit hat mich komplett abgeholt. Der Schreibstil ist dabei angenehm ruhig und stellenweise fast poetisch. Die Geschichte lässt sich leicht lesen, ohne jemals oberflächlich zu wirken. Sie gibt den Gefühlen Raum, sich zu entfalten, ohne sie künstlich zu dramatisieren. Auch wenn man an einigen Punkten erahnen kann, wohin die Reise geht, nimmt das der Geschichte nichts von ihrer Wirkung. Im Gegenteil, es verstärkt dieses warme, vertraute Gefühl, das einen durch das ganze Buch begleitet. Auch die Nebencharaktere, besonders Jia und Gabe, haben mir richtig gut gefallen. Sie bringen Leichtigkeit in die Geschichte und zeigen, wie wichtig ehrliche Freundschaften sind, gerade wenn man selbst ins Wanken gerät.

Fazit:
„Picking Daisies on Sundays“ von Liana Cincotti ist eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte, die vor allem durch ihre emotionalen Zwischentöne überzeugt. Die Beziehung zwischen Daisy und Levi entwickelt sich langsam und intensiv, wodurch jede Begegnung an Bedeutung gewinnt. Trotz bekannter Tropes schafft es die Geschichte, sich echt und nahbar anzufühlen. Ein warmes, berührendes Buch, das lange nachklingt und für mich ganz klar 5 von 5 Sternchen verdient hat.

{Rezension} Love Me Tomorrow
(Bd. 1 der „Love Me Tomorrow“-Dilogie)

Love Me Tomorrow
(Bd. 1 der „Love Me Tomorrow“-Dilogie)
von Emiko Jean

FISCHER Sauerländer
Paperback
Jugendbuch
416  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7373-7587_0
Ersterscheinung: 25.03.2026

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich dich vom ersten Moment an geliebt.

Inhalt:
Emma Nakamura-Thatcher hat nach der Scheidung ihrer Eltern den Glauben an die Liebe verloren. Beim Tanabata-Fest wünscht sie sich deshalb nichts sehnlicher als einen Beweis dafür, dass wahre Liebe überhaupt existiert. Kurz darauf erhält sie einen mysteriösen Brief von jemandem, der behauptet, ihre große Liebe aus der Zukunft zu sein. Zunächst hält Emma das Ganze für einen schlechten Scherz, doch die Nachrichten enthalten Details, die eigentlich niemand wissen kann. Während des Sommers versucht sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin Delia herauszufinden, wer hinter den Botschaften steckt. Dabei rücken drei Jungen in den Fokus: ihr Kindheitsfreund Theo, der sich plötzlich verändert hat, der talentierte und beliebte Musiker Ezra, für den sie schon lange schwärmt, und der reiche, zunächst unsympathisch wirkende Colin, der mehr Tiefe besitzt, als Emma erwartet hätte.

Meinung:
Dieses Buch hat mich auf eine ganz leise, aber unglaublich intensive Weise berührt. Emma ist keine typische Protagonistin, die kopfüber in romantische Gefühle stolpert – im Gegenteil: Sie hält Abstand, analysiert, zweifelt. Gerade das hat sie für mich so authentisch gemacht. Ihre Angst vor der Liebe ist greifbar, weil sie aus echten Erfahrungen stammt. Die Scheidung ihrer Eltern hat Spuren hinterlassen, und diese emotionale Grundlage zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte. Besonders gefallen hat mir, wie vielschichtig die Beziehungen dargestellt werden. Theo, Ezra und Colin sind keine bloßen „Optionen“, sondern jeweils eigenständige Charaktere mit Ecken, Kanten und echter Bedeutung für Emma. Theo steht für Vertrautheit und Vergangenheit, Ezra für Sehnsucht und vielleicht auch Idealisierung, während Colin eine überraschende Entwicklung durchmacht und zeigt, wie trügerisch erste Eindrücke sein können. Ich fand es spannend, dass es sich nicht wie ein klassisches Liebesdreieck angefühlt hat, sondern eher wie eine Reise zu der Frage: Was bedeutet Liebe eigentlich für mich? Die Briefe aus der Zukunft waren für mich das absolute Highlight. Sie verleihen der Geschichte eine sanfte, fast magische Komponente, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Stattdessen regen sie zum Nachdenken an: Wie sehr sollte man sich von einer möglichen Zukunft beeinflussen lassen? Und lebt man vielleicht am eigentlichen Leben vorbei, wenn man nur auf das „Was wird sein?“ fixiert ist? Neben der Romantik behandelt die Geschichte auch ernstere Themen wie finanzielle Sorgen, familiäre Verantwortung und Identität. Emma kümmert sich um ihre Mutter und ihren Großvater Jiji, arbeitet hart und stellt ihre eigenen Träume oft hinten an. Diese Bodenständigkeit hat der Geschichte eine Tiefe gegeben, die ich so nicht erwartet hätte. Gleichzeitig lockern Humor und charmante Dialoge die Handlung immer wieder auf, sodass sich das Buch trotz seiner emotionalen Themen leicht lesen lässt. Was mich besonders beeindruckt hat, ist Emmas Entwicklung. Sie bleibt nicht stehen, reflektiert ihr eigenes Verhalten, macht Fehler und wächst daran. Am Ende geht es nicht nur darum, wen sie liebt, sondern ob sie bereit ist, Liebe überhaupt wieder zuzulassen. Und genau das macht die Geschichte so besonders: Sie ist weniger eine klassische Liebesgeschichte als vielmehr eine über Selbstfindung, Mut und das Loslassen von Angst.

Fazit:
„Love Me Tomorrow“ von Emiko Jean ist eine gefühlvolle, kluge und zugleich leichte Young-Adult-Geschichte, die Romantik mit Selbstfindung und einer Prise Magie verbindet. Besonders die Briefe aus der Zukunft sorgen für Spannung und eine einzigartige Atmosphäre. Ein berührender Roman über Liebe, Zweifel und das Hier und Jetzt – von mir gibt es ganz klar 5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitat:
„Das Leben besteht aus einer Reihe von Entscheidungen. Aber manche trifft man nicht selbst.“ (S. 18)

{Rezension} Lucky – Was ich dir sagen will
(Bd. 2 der „Junos Bay“-Reihe)

Lucky – Was ich dir sagen will
(Bd. 2 der „Junos Bay“-Reihe)
von Dagmar Bach

Fischer Sauerländer
Paperback
Jugendbuch
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7373-4371-8
Ersterscheinung: 25.03.2025

Inhalt:
Die erfolgreiche Schauspielerin Bailey Harris führt eigentlich ein durchgeplantes Leben voller Erfolg und Aufmerksamkeit – bis ein Stalker beginnt, ihr immer näherzukommen und alles aus dem Gleichgewicht bringt. Zu ihrem Schutz wird ihr ausgerechnet Jackson als Bodyguard zugeteilt, mit dem sie bereits in der Vergangenheit ständig aneinandergeraten ist. Zwischen hitzigen Wortgefechten und unausgesprochener Anziehung müssen die beiden plötzlich eng zusammenarbeiten. Als die Situation eskaliert, fliehen Bailey und Jackson nach Junos Bay, einem besonderen Küstenort mit einer ganz eigenen Magie. Doch dort wird Bailey nicht nur mit ihren Gefühlen konfrontiert, sondern auch mit einem Geheimnis aus Jacksons Vergangenheit, das alles verändert.

Meinung:
Ich habe mich unglaublich darauf gefreut, wieder nach Junos Bay zurückzukehren, und genau dieses Gefühl von „Nachhausekommen“ war auch sofort wieder da. Dieser Ort hat einfach eine ganz besondere Atmosphäre, die einen direkt einfängt und durch die gesamte Geschichte trägt. Auch diesmal schafft es die Autorin, dieses sommerliche, fast schon magische Setting lebendig werden zu lassen. Bailey Harris fand ich als Protagonistin sehr gelungen. Trotz ihres Ruhms wirkt sie greifbar und authentisch – sie ist ehrgeizig, manchmal impulsiv und gleichzeitig verletzlich. Gerade die Bedrohung durch den Stalker bringt eine neue Seite an ihr zum Vorschein, die sie deutlich nahbarer macht. Man merkt, wie sehr sie versucht, die Kontrolle zu behalten, obwohl ihr alles zu entgleiten droht. Jackson ist dagegen das komplette Gegenteil: verschlossen, mürrisch und schwer zu durchschauen. Genau diese „grumpy“-Art macht ihn aber auch so spannend. Hinter seiner Fassade steckt offensichtlich mehr, und dieses Geheimnis sorgt dafür, dass man ständig weiterlesen möchte. Ich mochte besonders, dass seine Geschichte nicht sofort offengelegt wird, sondern sich nach und nach entfaltet – auch wenn ich mir stellenweise ein etwas früheres Aufbrechen gewünscht hätte. Die Chemie zwischen Bailey und Jackson ist für mich eines der größten Highlights. Was mir ein kleines bisschen gefehlt hat, war die stärker ausgeprägte Magie von Junos Bay, die im ersten Band noch präsenter war. Hier rückt stattdessen die Stalker-Thematik stärker in den Vordergrund. Das sorgt für zusätzliche Spannung, auch wenn dieser Handlungsstrang anfangs eher im Hintergrund bleibt und sich erst später richtig entfaltet. Der Showdown hat mich dafür umso mehr überrascht, denn der war deutlich packender und intensiver, als ich erwartet hatte. Der Schreibstil ist wieder wunderbar leicht und flüssig. Man kommt schnell durch die Seiten, ohne dass es oberflächlich wirkt. Die Mischung aus Romantik und Spannung ist insgesamt sehr stimmig, auch wenn die Geschichte zwischendurch etwas ruhiger und fast schon zu unbeschwert wirkt – was die späteren dramatischen Momente aber umso stärker hervorhebt.

Fazit:
„Lucky – Was ich dir sagen will“ von Dagmar Bach überzeugt als gefühlvolle und unterhaltsame Fortsetzung rund um Bailey Harris und Jackson. Die beiden Protagonisten tragen die Geschichte mit ihrer lebendigen Dynamik und sorgen für viele emotionale und spannende Momente. Auch wenn die magischen Elemente etwas in den Hintergrund treten, bleibt Junos Bay ein besonderer Schauplatz. Insgesamt eine gelungene Mischung aus Romance und Spannung, weshalb ich gerne 4 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Fake Skating

Fake Skating
von Lynn Painter
übersetzt von Bettina Hengesbach

Goldmann Verlag
Paperback
480 Seiten
ISBN: 978-3-442-49702-7
Ersterscheinung: 22.10.2025

Inhalt:
Dani kehrt nach zehn Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter nach Minnesota zurück. Früher war sie mit Alec unzertrennlich, doch aus dem schüchternen, nerdigen Jungen von damals ist inzwischen ein gefeierter Eishockey-Star geworden. Während Dani versucht, sich in ihrer alten Heimat wieder einzuleben, kreuzen sich ihre Wege erneut und schnell merkt sie, dass zwischen den beiden längst nicht mehr nur freundschaftliche Gefühle im Spiel sind. Als Dani Alec aus einer schwierigen Situation hilft und sich auf eine Fake-Beziehung mit ihm einlässt, kommen sich die beiden wieder näher und müssen sich schließlich fragen, ob aus dem vorgetäuschten Zusammensein vielleicht doch echte Gefühle entstanden sind.

Meinung:
Lynn Painter schafft es auch hier wieder, eine Geschichte mit viel Humor, Herzklopfen und süßen Momenten zu erzählen, bei der man einfach gerne weiterlesen möchte. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass das Buch im Vergleich zu ihren anderen Geschichten für mich deutlich schwächer war. Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen Dani und Alec. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und waren damals beste Freunde, bevor sie sich aus den Augen verloren haben. Umso schöner fand ich es, ihre erneute Annäherung mitzuerleben. Dani muss erst einmal damit klarkommen, dass aus ihrem nerdigen besten Freund von früher mittlerweile ein gefeierter Eishockey-Star geworden ist. Dass sie davon gleichzeitig genervt und ein bisschen beeindruckt ist, fand ich ziemlich amüsant. Alec mochte ich überraschend gerne. Hinter seiner selbstbewussten Fassade steckt deutlich mehr, und gerade seine Unsicherheiten und der Druck, der auf ihm lastet, haben ihm etwas mehr Tiefe gegeben. Auch die Beziehung zwischen ihm und Dani hat mir gefallen, weil sie nicht einfach aus dem Nichts entsteht. Durch das Fake Dating finden die beiden langsam wieder zueinander und entdecken dabei auch ihre alte Freundschaft neu. Das Eishockey-Setting hat für mich ebenfalls sehr gut funktioniert. Die Kleinstadtatmosphäre in Minnesota hatte einen richtig gemütlichen Wohlfühlfaktor und hat der Geschichte ihren eigenen Charme verliehen. Besonders schön fand ich außerdem die Nebenfiguren. Mein persönliches Highlight war definitiv Danis Großvater Mick. Seine Gespräche mit Dani haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und waren für mich einige der besten Szenen im Buch. Auch Lynn Painters Schreibstil hat wieder dafür gesorgt, dass sich das Buch sehr schnell und leicht lesen lässt. Die Dialoge sind witzig, die Geschichte hat viele süße Momente und insgesamt bekommt man genau das, was man von einer RomCom erwartet. Gleichzeitig war mir vieles etwas zu vorhersehbar. Gerade bei den Konflikten und der Entwicklung zwischen Dani und Alec hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht. Auch die beiden Protagonisten konnten mich nicht ganz so sehr begeistern wie die Figuren aus anderen Büchern der Autorin. Ich mochte Dani und Alec, habe aber nicht ganz so intensiv mit ihnen mitgefiebert. Manche Charakterzüge und Entwicklungen wirkten auf mich etwas stereotyp, wodurch mir stellenweise das gewisse Etwas gefehlt hat. Trotzdem hatte ich eine wirklich schöne Lesezeit. Die Geschichte ist süß, humorvoll, romantisch und hat mit dem Eishockey-Thema und dem Kleinstadtsetting eine tolle Atmosphäre. Es war für mich definitiv kein schlechtes Buch. Ganz im Gegenteil. Es hat mir Spaß gemacht und mich gut unterhalten, konnte mich emotional aber einfach nicht so sehr erreichen wie andere Bücher der Autorin.

Fazit:
„Fake Skating“ von Lynn Painter ist eine süße und unterhaltsame Young-Adult-Romance mit Eishockey, Fake Dating und einer schönen Friends-to-Lovers-Dynamik. Dani und Alec mochte ich als Paar sehr gerne, auch wenn mir manche Entwicklungen etwas zu vorhersehbar waren. Besonders das gemütliche Setting und Danis Großvater Mick haben die Geschichte für mich zu etwas Besonderem gemacht. Insgesamt vergebe ich 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
von Lynn Painter

Penguin Verlag
Hardcover
Kinderbuch
320 Seiten
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Originaltitel: The Wish Switch
ISBN: 978-3-328-30429-6
Ersterscheinung: 25.03.2026

Inhalt:
Emma fiebert seit Monaten auf den Moment hin, an dem sich endlich ihre größten Wünsche erfüllen sollen. Die Hinweise ihrer verstorbenen Oma haben sie zu einem magischen Ritual geführt, das angeblich vier Wünsche wahr werden lässt. Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen setzt sie alles daran, dass dieses Schuljahr das beste ihres Lebens wird. Doch statt bei ihr scheinen die Wünsche ausgerechnet bei Jackson anzukommen – dem neuen Mitschüler, der Emma von Anfang an auf die Nerven geht. Um herauszufinden, was schiefgelaufen ist und wie sich das magische Durcheinander wieder beheben lässt, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als zusammenzuarbeiten.

Meinung:
Als ich von der Grundidee des Buches gelesen habe, war ich sofort neugierig. Vier Wünsche, ein bisschen Magie und ein Sommer voller Chaos – das klang nach einer Geschichte, die nicht nur Kinder begeistern kann. Und tatsächlich hat mich das Buch positiv überrascht. Der Schreibstil von Lynn Painter ist wunderbar leicht, locker und humorvoll. Die Geschichte liest sich unglaublich schnell weg und schafft es, genau die richtige Mischung aus Abenteuer, Witz und Emotionen zu bieten. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin ihre Figuren so lebendig gestaltet. Emma wirkt authentisch und altersgerecht. Ihre Wünsche nach mehr Selbstbewusstsein, Beliebtheit und einem glücklicheren Leben für ihre Mutter sind nachvollziehbar und spiegeln viele Gedanken wider, die Kinder und Jugendliche in diesem Alter beschäftigen. Am meisten Spaß gemacht hat mir jedoch die Dynamik zwischen Emma und Jackson. Anfangs begegnen sich die beiden mit einer ordentlichen Portion Skepsis, doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr entwickelt sich eine sehr schöne Freundschaft. Jackson war mir schnell sympathisch, weil er deutlich mehr Tiefgang besitzt, als Emma ihm zunächst zugestehen möchte. Die gemeinsamen Szenen sorgen für viele unterhaltsame Momente und treiben die Handlung angenehm voran. Besonders gelungen fand ich, dass die Geschichte trotz ihrer magischen Grundlage eigentlich von ganz anderen Themen erzählt. Es geht um Freundschaft, Verlust, Familie, Veränderungen und darum, herauszufinden, wer man eigentlich sein möchte. Immer wieder wird deutlich, dass manche Wünsche zwar verlockend erscheinen, aber nicht zwangsläufig das sind, was einen wirklich glücklich macht. Diese Botschaft wird nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern auf eine natürliche und kindgerechte Weise in die Handlung eingebunden. Auch Emmas Trauer um ihre verstorbene Oma hat mich berührt. Die Erinnerungen an sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und verleihen dem Buch eine emotionale Ebene, die über das reine magische Abenteuer hinausgeht. Gleichzeitig bleibt der Ton stets warmherzig und hoffnungsvoll. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, insbesondere bei einigen Nebenfiguren. Emmas Freundinnen bleiben für mein Empfinden etwas blass und hätten gerne mehr Raum bekommen dürfen. Zudem bleiben am Ende ein paar Fragen offen, bei denen ich mir noch einen kleinen Epilog oder ein paar zusätzliche Seiten gewünscht hätte. Das hat meinen Lesespaß zwar nicht geschmälert, aber ich hätte die Figuren gerne noch ein wenig länger begleitet. Insgesamt ist es aber genau die Art von Kinderbuch, die man mit einem Lächeln zuschlägt. Es ist witzig, fantasievoll, emotional und vermittelt ganz nebenbei einige schöne Botschaften über das Erwachsenwerden. Vor allem junge Leserinnen und Leser dürften Emma und Jackson schnell ins Herz schließen.

Fazit:
„Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden“ von Lynn Painter ist ein warmherziges, humorvolles und magisches Kinderbuch, das weit mehr bietet als eine Geschichte über erfüllte Wünsche. Für mich ist es eine bezaubernde Coming-of-Age-Geschichte mit viel Herz und verdient 4,5 von 5 Sternchen.