{Rezension} Das Leben fing im Sommer an

Das Leben fing im Sommer an
von Christoph Kramer

KiWi (Kiepenheuer & Witsch)
Hardcover mit Schutzumschlag
Comig-of-Age
256 Seiten
Meine persönliche Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-462-00798-5
Ersterscheinung: 13.03.2025

Inhalt:
Es ist Sommer 2006, und der 15-jährige Chris steht vor einer der prägendsten Phasen seines Lebens. Nachdem er aus der Nachwuchsmannschaft von Bayer Leverkusen geflogen ist, steht seine Fußballzukunft in Frage – ein Rückschlag für den Jungen, der davon träumt, Profifußballer zu werden. Doch im Mittelpunkt seines Lebens stehen nicht nur der Sport, sondern auch seine erste große Liebe: Debbie, das schönste Mädchen der Schule. Mit seinen Freunden verbringt er die heißen Sommertage auf dem Dach der alten Scheune und erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Was er anfangs für einen gewöhnlichen Sommer hält, wird zu einer Reise der Selbstfindung, bei der er zwischen Freundschaft, Liebe und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens hin- und hergerissen ist.

Meinung:
2006? Das war noch vor meiner Zeit. Daher kann ich Kommentare wie „weckt Erinnerungen an meine Jugend“ nicht teilen. Prägend für mich war allerdings der Sommer 2014 und somit Fußballprofis wie Christoph Kramer. Die fünfjährige Leo stand vor dem Fernseher – ja, sie stand, vor lauter Aufregung konnte sie nicht sitzen (es gibt zahlreiche Beweisvideos). Ich kann mich wirklich noch an Szenen wie das glorreiche 7:1 gegen Brasilien oder auch Kramers Last-Minute-Einsatz im Finale mit Bodycheck & Gedächtnisverlust erinnern. Wenn ich daran denke, blüht mir das Herz auf. Das war nämlich der Beginn meiner eigenen „Fußballkarriere“. Schon ein halbes Jahr zuvor begann mein Interesse an Fußball, aber meine Eltern waren nicht ganz so überzeugt von der Idee, dass ich nun Fußballerin werden wollte. Immer wieder wurde ich vertröstet, es gäbe keine Fußballmannschaft für Mädchen in der näheren Umgebung. Nun denn, nach der WM ließ ich mich nicht mehr abwimmeln. „Dann spiele ich halt mit Jungs!“ Gesagt, getan. Das einzige Mädchen in einer Jungsmannschaft zu sein, war nicht immer leicht. Für mich aber eine prägende und lehrreiche Zeit. Ich bin ehrlich, ich war nicht gar so talentiert wie Christoph Kramer, aber ich spielte voller Stolz und Leidenschaft. Und das ist es doch, was guten Sport ausmacht. Das ist es auch, was gute Autoren und Autorinnen ausmacht. Der Ehrgeiz, die eigenen Träume zu verfolgen und nicht aufzugeben. Genau hier knüpft der Roman von Christoph Kramer an, der uns in seinem Debüt mitnimmt auf eine Reise in die Jugend, in der die Suche nach Identität und das Streben nach dem Unmöglichen ebenso präsent sind wie das große Ziel, einfach nur zu „leben“. Und genau dieser Ehrgeiz und die Fähigkeit, sich selbst nicht aufzugeben, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Erzählung, die uns so nahe an die ersten großen, echten Erfahrungen heranführt. Die Geschichte hat mich persönlich sehr berührt, weil sie all die Unsicherheiten und Freuden des Jugendalters so gut einfängt. Man wird direkt in die Welt des 15-jährigen Chris gezogen und erlebt mit ihm die intensiven Gefühlswirren, die viele von uns in dieser Zeit durchgemacht haben. Die Sommerferien, das erste Verliebtsein, die Freundschaften, die einen durch alle Höhen und Tiefen begleiten – all das wird auf eine authentische Weise erzählt. Besonders schön finde ich die Kombination von großen, emotionalen Momenten und den kleinen, unbeschwerten Alltagsdetails: die verführerischen Freibadpommes, die aufregenden Nächte und das Kribbeln, das man nur in der Jugend kennt. Die Erzählweise von Christoph Kramer ist dabei angenehm und direkt, ohne zu viel Pathos. Man spürt, dass er viel von seinen eigenen Erlebnissen hat einfließen lassen, was die Geschichte noch glaubwürdiger macht. Zwar sind einige der Erlebnisse vielleicht etwas überspitzt oder idealisiert, doch gerade diese Mischung aus Realität und Fiktion schafft eine nostalgische Atmosphäre, die die 2000er Jahre lebendig werden lässt. Die Themen, die Kramer anspricht – von Selbstzweifeln über den Drang, „cool“ zu sein, bis hin zu den ersten zaghaften Schritten in die Unabhängigkeit – kommen sehr gut zur Geltung. Ich, gerade 16 Jahre alt und verliebt bis über beide Ohren, habe mich immer wieder in den Szenen selbst erkannt, vor allem in den Momenten, die von Unsicherheit und dem Wunsch nach Zugehörigkeit handeln. Gleichzeitig sorgt der Humor, den Christoph Kramer immer wieder in die Erzählung einfließen lässt, für eine Leichtigkeit, die der Geschichte gut tut.

Fazit:
„Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer ist eine herzliche und nachvollziehbare Coming-of-Age-Geschichte, die uns in die Sommerferien 2006 zurückversetzt. Mit einer Mischung aus persönlichen Erinnerungen und fiktionalen Erlebnissen erzählt der Autor von der ersten Liebe, Freundschaft und dem Erwachsenwerden. Die Erzählweise ist unaufdringlich, jedoch voller Wärme und Nostalgie. Es ist ein Buch, das besonders für diejenigen interessant ist, die eine ähnliche Jugend erlebt haben, aber auch jüngeren Lesenden einen Einblick in diese Zeit bieten kann. Alles in allem ein schöner Roman über die Herausforderungen und Freuden des Erwachsenwerdens. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitat:
„Wir guckten oft in die Sterne und träumten von großen Stadien, Weltmeisterschaften und Trikots mit unseren Namen. Salvo und ich teilten diesen Traum. Wir spielten Fußball, das war unser Leben. Wir spielten immer Fußball. Fußball, bis wir reingerufen wurden. Zwischen einem mit Kreide aufgemalten Tor und einer Garage.“ (S. 21)

{Rezension} Frontrunners – Liebe auf der Überholspur (Bd. 1 der „Frontrunners“-Reihe)

Frontrunners – Liebe auf der Überholspur
(Bd. 1 der „Frontrunners“-Reihe)
von Josie Juniper

Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Hardcover mit Schutzumschlag
384 Seiten
ISBN: 978-3-7341-1407-6
Ersterscheinung: 18.12.2024

Inhalt:
Phaedra Morgan, eine brillante Renningenieurin, arbeitet für ein aufstrebendes Formel-1-Team. Sie hat sich in einer von Männern dominierten Branche ihren Platz erkämpft und beweist täglich ihre Kompetenz. Doch als der talentierte Fahrer Cosmin Ardelean ins Team kommt, wird ihr Leben auf der Rennstrecke und abseits davon durcheinandergebracht. Cosmin ist nicht nur ein erfolgreicher Fahrer, sondern auch berüchtigt für seine zahlreichen Affären. Die beiden geraten immer wieder aneinander, was ihre Zusammenarbeit erschwert. Doch je mehr sie miteinander arbeiten, desto stärker wird die Anziehung zwischen ihnen, und schließlich entwickeln sie Gefühle füreinander – Gefühle, die geheim bleiben müssen, um das Team und ihre Karrieren nicht zu gefährden. Ihre Beziehung ist von ständigen Konflikten, intensiven Momenten und gefährlichen Geheimnissen geprägt.

Meinung:
Dieser Roman bietet ein klassisches Enemies-to-Lovers-Szenario, das mir grundsätzlich gut gefallen hat, jedoch mit einigen Schwächen behaftet ist. Die Grundidee, die Formel 1 als Hintergrund für eine Liebesgeschichte zu wählen, ist erfrischend und bietet ein gutes Potenzial für spannende Momente und Drama. Besonders als Formel-1-Fan fand ich die Umsetzung der Rennstrecken und die Einblicke in den Motorsport durchaus gelungen – hier merkt man, dass die Autorin sich mit dem Thema gut auskennt. Die Protagonisten, Phaedra und Cosmin, sind zunächst eher flach und klischeehaft. Phaedra wirkt zu Beginn wie eine typische starke, unabhängige Frau, die sich in einer Männerwelt behaupten muss, was zwar nachvollziehbar ist, aber emotional zu wenig greift. Cosmin, der charmante Frauenheld, ist ebenfalls ein etwas zu sehr überzeichnetes Klischee, was ihm die nötige Tiefe und Authentizität nimmt. Im Laufe des Buches entwickeln sich die beiden zwar weiter, aber der emotionale Tiefgang, den ich mir gewünscht hätte, bleibt aus. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist zwar stürmisch und leidenschaftlich, aber sie wirkt stellenweise zu überhastet und wenig glaubwürdig, besonders in Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der sich ihre Gefühle entwickeln. Ein weiteres Manko für mich war das Fehlen von wirklicher Spannung – weder auf der Rennstrecke noch in der Beziehung zwischen den Hauptfiguren. Die Konflikte zwischen Phaedra und Cosmin, die anfangs vielversprechend wirken, verlieren schnell an Biss, da die Handlung oft ins Kitschige abdriftet. Besonders das Drama um die beiden wird nicht wirklich emotional ausgebaut, was die Ereignisse eher oberflächlich wirken lässt.

Fazit:
„Frontrunners – Liebe auf der Überholspur“ von Josie Juniper bietet eine unterhaltsame und leichte Lektüre, die vor allem Fans des Enemies-to-Lovers-Tropes ansprechen dürfte. Trotz eines interessanten Hintergrunds im Motorsport und eines flüssigen Schreibstils bleibt die Geschichte insgesamt leider flach und klischeehaft. Die Protagonisten hätten mehr Tiefe vertragen, und auch die Beziehung zwischen ihnen wirkt häufig zu überstürzt. Wer auf Kitsch, schnelle Romantik und Formel-1-Flair steht, wird trotzdem auf seine Kosten kommen, aber wer nach mehr Tiefe und emotionaler Authentizität sucht, wird wohl enttäuscht. Insgesamt eine unterhaltsame, aber nicht ganz überzeugende Geschichte. Daher gibt es von mir leider nur 3 von 5 Sternchen.

{Rezension} Mismatch
(Bd. 1 der „Hopeville Dragons“-Dilogie)

Mismatch
(Bd. 1 der „Hopeville Dragons“-Dilogie)
von Laura Willud

Kyss (Rowohlt Taschenbuch Verlag)
Paperback
Romance
400 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-499-01702-5
Ersterscheinung: 18.02.2025

Er will einfach nur vergessen.
Ihr Job ist es, all seine Geheimnisse zu lüften.

Inhalt:
Austin Fields, ein talentierter Basketballspieler, wechselt von einer größeren Liga in die kleinere Hopeville University, um einen Neuanfang zu wagen. Hier möchte er nicht nur sportlich glänzen, sondern vor allem auch sein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit in Chicago verbergen. Doch die Sportjournalistin Joyce Reed, die sich in einer von Männern dominierten Branche einen Namen machen will, ist fest entschlossen, hinter Austins Geheimnis zu kommen. Ihre ständige Neugier und das Spannungsverhältnis zwischen den beiden entfalten sich zu einer emotionalen Geschichte, die sich rund um Vertrauen, Geheimnisse und die Entwicklung einer unerwarteten Beziehung dreht.

Meinung:
Ich muss sagen, die Geschichte hat mich auf eine angenehme Weise mitgenommen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Beziehung zwischen Austin und Joyce sehr langsam und behutsam aufgebaut wurde. Es gab kein übertriebenes Drama, was ich sehr erfrischend fand. Austin ist als Protagonist sehr vielschichtig. Anfangs wirkt er ein bisschen verschlossen und grumpy, doch im Laufe der Geschichte merkt man, wie sehr er von seiner Vergangenheit gezeichnet ist. Ich fand es wirklich berührend zu sehen, wie er sich mehr und mehr öffnete, besonders Joyce gegenüber. Es war auch spannend, wie er sich nicht nur mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss, sondern auch mit seinen Gefühlen für sie. Seine Entwicklung hin zu einem verletzlicheren Charakter war authentisch und gut nachvollziehbar. Joyce war dagegen eine sehr starke, ehrgeizige Frau. Anfangs fand ich sie jedoch ein wenig zu verbissen. Sie war fast schon zu sehr auf das Aufdecken von Austins Geheimnis fixiert, was manchmal ein wenig aufgesetzt wirkte. Doch das änderte sich mit der Zeit, als sie mehr und mehr von ihren eigenen Unsicherheiten und ihrer inneren Stärke zeigte. Was mich jedoch ein wenig gestört hat, war die wiederholte Betonung von Joyces Unsicherheit als Sportjournalistin. Sie wird von den anderen Charakteren immer wieder auf ihre Position in einer männerdominierten Welt angesprochen, aber dieser Konflikt bleibt für mich zu oberflächlich. Die Geschichte hätte hier noch mehr Potenzial gehabt, tiefer in diese Thematik einzutauchen, gerade weil Joyce eine sehr interessante Figur ist, die mehr als nur ein Nebenstrang in der Geschichte verdient hätte. Stattdessen wurde dieser Punkt eher als Randnotiz behandelt. Auch die wiederholte Auseinandersetzung mit Austins Geheimnis und die daraus entstehenden Spannungen waren mir ein wenig zu früh und zu schnell gelöst. Das Geheimnis selbst war nicht das, was ich erwartet hatte, und ich fand, es hätte etwas dramatischer und komplexer sein können. Als es dann endlich gelüftet wurde, war der Spannungsbogen leider ein Stück weit verpufft. Statt dass es die ganze Geschichte vorantrieb, wirkte der Rest der Handlung nach der Enthüllung etwas vorhersehbar und wenig überraschend. Trotz dieser kleineren Mängel war das Buch insgesamt eine angenehme Lektüre. Die Chemie zwischen Austin und Joyce war gut, und es gab genug emotionale Momente, die die Geschichte trotz ihrer Vorhersehbarkeit lebendig hielten. Es gab auch eine schöne Atmosphäre durch die kleine College-Stadt und das Basketball-Team, die ich besonders zu schätzen wusste. Die Dynamik zwischen den Teammitgliedern und das langsame Wachstum von Austin und Joyce haben die Geschichte für mich abgerundet und sie zu einer unterhaltsamen Lektüre gemacht. Die Art und Weise, wie die Autorin die Geschichte erzählt, trägt viel zu dem Wohlfühlfaktor bei, der das Buch ausmacht. Es lässt sich leicht und flüssig lesen, und die Dialoge zwischen den Charakteren sind natürlich und locker, was dem Buch eine angenehme Leichtigkeit verleiht.

Fazit:
„Mismatch“ von Laura Willud ist der erste Band der „Hopeville Dragons“-Reihe und bietet eine süße und teilweise spannende Sports-Romance. Der Fokus liegt mehr auf der emotionalen Entwicklung der Charaktere als auf dem Sport selbst, was die Geschichte angenehm zugänglich macht. Auch wenn das Geheimnis um Austins Vergangenheit früh gelüftet wird und das Buch dadurch etwas vorhersehbar wirkt, ist es dennoch eine unterhaltsame Lektüre für Fans von leichten, romantischen Geschichten. Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} The Striker
(Bd. 1 der „Gods of the Game“-Dilogie)

The Striker
(Bd. 1 der „Gods of the Game“-Dilogie)
von Ana Huang

LYX Verlag
Paperback
New Adult / Sports Romance
656  Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2360-5
Ersterscheinung: 16.12.2024

Sie ist die Einizige, die er will.
Und die Einzige, die er nicht haben kann.

Inhalt:
Asher Donovan, gefeierter Fußballstar und Liebling der Premier League, sieht sich mit einer Krise konfrontiert: Sein Ruf leidet durch Skandale, und sein neues Team verliert die Meisterschaft wegen eines Streits zwischen ihm und seinem Rivalen Vincent DuBois. Die beiden werden zu einem gemeinsamen Sommertraining verdonnert – ausgerechnet unter der Leitung von Scarlett DuBois, Vincents Schwester und einer faszinierenden Frau, die Asher zuvor in einer Bar getroffen hat. Zwischen Trainingseinheiten, Geheimnissen und der wachsenden Anziehung zwischen Asher und Scarlett stehen jedoch nicht nur familiäre Bande, sondern auch die Presse im Weg.

Meinung:
Diese Sports Romance hat mich auf mehreren Ebenen positiv überrascht, auch wenn es nicht ganz meinen Erwartungen entsprach. Ana Huang versteht es hervorragend, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Asher Donovan ist mehr als nur der typische heiße Sportler, denn er hat Ecken und Kanten, die ihn interessant machen. Seine verletzliche Seite, die unter der Fassade des unantastbaren Fußballstars verborgen liegt, verleiht ihm Tiefe. Scarlett ist eine Protagonistin, die Stärke und Verletzlichkeit gleichermaßen verkörpert. Ihre Schlagfertigkeit und ihre Unabhängigkeit machen sie sympathisch, während ihre körperlichen und emotionalen Wunden sie sehr menschlich wirken lassen. Die Chemie zwischen den beiden ist unbestreitbar. Von den ersten Begegnungen in der Bar bis zu den intensiven Momenten während des Trainings konnte ich die wachsende Anziehung und die Spannung zwischen ihnen deutlich spüren. Ana Huang beschreibt diese Dynamik mit einer solchen Intensität, dass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Besonders gefallen hat mir, wie die Beziehung nicht nur auf körperlicher Anziehung basiert, sondern auch auf einer emotionalen Verbindung, die durch gemeinsame Erlebnisse und gegenseitiges Verständnis entsteht. Trotzdem hatte ich auch ein paar Schwierigkeiten mit dem Buch. Als großer Fan von Sports Romance hatte ich erwartet, dass der Fußball stärker in die Handlung eingebunden wird. Zwar wird Asher als weltbekannter Spieler beschrieben, und sein Konflikt mit Vincent bringt ein wenig von der Dynamik des Sports ein, doch darüber hinaus fehlt die Präsenz von Spielen, Trainingseinheiten oder allgemein der Sportwelt. Es fühlte sich fast so an, als wäre das Fußballthema eher ein Hintergrundelement, um die Liebesgeschichte zu rahmen, statt ein integraler Bestandteil der Handlung zu sein. Das war enttäuschend, vor allem weil das Genre „Sports Romance“ genau dies impliziert. Ein weiterer Aspekt, der mich etwas gestört hat, waren die vielen erotischen Szenen. Zwar waren diese gut geschrieben und fügten sich nahtlos in die Geschichte ein, doch sie nahmen so viel Raum ein, dass andere Aspekte der Handlung – wie die Entwicklung der Nebenfiguren oder die Konflikte rund um Scarletts Vergangenheit – in den Hintergrund rückten. Weniger Szenen dieser Art hätten die Geschichte meiner Meinung nach stärker gemacht, weil so mehr Platz für emotionale Tiefe und die sportliche Komponente geblieben wäre. Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch genossen. Der Schreibstil von Ana Huang ist leicht und fesselnd, sodass die über 600 Seiten schnell verflogen sind. Auch die Nebenfiguren wie Vincent oder Carina und Brooklyn wurden gut genug charakterisiert, um die Geschichte zu bereichern, ohne die Hauptfiguren zu überstrahlen. Besonders neugierig bin ich auf Vincents Geschichte im zweiten Teil der Reihe, da er als Nebenfigur viel Potenzial zeigt. Insgesamt ist „The Striker“ ein Buch, das seine Stärken vor allem in der intensiven Liebesgeschichte und den gelungenen Charakteren hat. Für Lesende, die sich von einer prickelnden Romanze begeistern lassen können, ist es absolut empfehlenswert. Wer allerdings auf eine starke Integration des Sportthemas hofft, könnte wie ich ein wenig enttäuscht werden.

Fazit:
„The Striker“ von Ana Huang überzeugt mit einer fesselnden Liebesgeschichte, charmanten Charakteren und einem lockeren Schreibstil. Für mich als Fan von Sports Romance war jedoch der fehlende Fokus auf den Sport eine Schwäche, die das Lesevergnügen etwas geschmälert hat. Wer erotische Romane mit intensiven Beziehungen und dynamischen Figuren mag, wird hier gut unterhalten. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

Lieblingszitate:
»Eine DuBois sagt etwas Nettes über meinen Charakter? Jemand sollte mal nachsehen, ob es in der Hölle immer noch heiß ist.« (S. 118)
und
„Wenn ihr Lächeln ein Einbrecher war, dann war ihr Lachen ein verdammter Dieb, denn ich war mir ziemlich sicher, das sie mir gerade vor meinen Augen ein Stück von meinem Herzen gestohlen hatte.“ (S. 128)
und
„»Ich denke, dass du weit mehr kannst, als du dir selbst zutraust«, sagte ich. »Aber am Ende des Tages musst du selbst entscheiden, was du mehr bereust – es versucht und versagt zu haben oder es gar nicht erst versucht zu haben.« (S. 135)

{Rezension} If only I had told her

If only I had told her
(Bd. 2 der „Friends-to-Lovers“-Reihe)
von Laura Nowlin
übersetzt von Bettina Hengesbach

Penguin Verlag
Paperback
432 Seiten
Meine persönliche Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-328-11110-8
Ersterscheinung: 14.02.2024

Inhalt:
Autumn und Finn sind seit ihrer Kindheit beste Freunde, bis Finn eines Tages feststellt, dass seine Gefühle für sie mehr als nur Freundschaft sind. Verwirrt und unsicher, ob Autumn dasselbe empfindet, kämpft er mit seiner Zuneigung und der Angst, ihre Freundschaft zu gefährden. Doch das Schicksal nimmt eine tragische Wendung, als Finn stirbt. In der Fortsetzung wird die Geschichte nun aus Finns Perspektive erzählt, jedoch nicht nur aus der Zeit, in der er lebt. Ein großer Teil des Buches widmet sich auch seiner besten Freundin Autumn und seinem Freund Jack, die mit dem Verlust kämpfen und ihre Trauer auf unterschiedliche Weise bewältigen.

Meinung:
Es passiert mir wirklich selten, dass ein Buch mich komplett aus der Bahn wirft, aber das hier hat es geschafft. Keine Ahnung, wohin mit all den Gefühlen im Moment… „If only I had told her“ hat mich, ähnlich wie der erste Band, emotional sehr mitgenommen. Laura Nowlin gelingt es, die komplexen Gefühle der Protagonisten authentisch und eindrucksvoll darzustellen. Finns Perspektive bietet neue Einblicke in die Gefühle und Gedanken, die im ersten Band nur angedeutet wurden. Gerade die Passagen, in denen er von seiner Liebe zu Autumn erzählt, sind besonders berührend, weil sie so unglaublich echt wirken – Finn ist ein liebenswerter, unsicherer junger Mann, dessen Gedankenflüsse voller Süße und Unschuld sind. Der Wechsel der Perspektiven im weiteren Verlauf des Buches – von Jack und Autumn – bringt zwar Abwechslung, aber auch eine gewisse Wehmut. Besonders Jack, Finns bester Freund, ist ein faszinierender Charakter. Seine Trauer und seine Versuche, mit dem Verlust klarzukommen, spiegeln eine Realität wider, die vielen Jugendlichen vielleicht noch unbekannt oder zu schmerzhaft ist. Auch Autumns Entwicklung nach Finns Tod, ihre tiefgreifende Trauer und der Kampf, mit der Leere umzugehen, sind beeindruckend und sehr berührend. Trotz der Tiefe der Charaktere und der emotionsgeladenen Themen habe ich manchmal das Gefühl, dass die Geschichte nicht genügend Raum bekommt, um wirklich zu atmen. Im Vergleich zum ersten Band, der mich völlig in seinen Bann gezogen hat, fehlt diesem Buch etwas die Leichtigkeit und die Nähe zur Entwicklung der Beziehung zwischen Finn und Autumn. Während im ersten Band die aufkeimende Liebe der beiden die Handlung trug, wird in der Fortsetzung vor allem die Trauer behandelt – was natürlich sehr realistisch und ernst ist, jedoch für mich etwas zu schwerfällig daherkommt.

Fazit:
„If only I had told her“ von Laura Nowlin ist eine gelungene Fortsetzung der tragischen Liebesgeschichte von Finn und Autumn, die mich erneut in die Abgründe der Trauer und des Verlusts führte. Die Erzählweise aus Finns Sicht sowie die Perspektiven von Jack und Autumn bringen zusätzliche Tiefe und Emotion in die Geschichte, auch wenn der Fokus stärker auf der Trauer und weniger auf der Liebe liegt. Trotz kleinerer Schwächen im Vergleich zum ersten Band, hat mich das Buch emotional abgeholt und die Geschichte berührt. Wer den ersten Band mochte und bereit ist, sich auf die schwere Thematik einzulassen, wird auch in dieser Fortsetzung nicht enttäuscht werden. Von mir gibt es sehr gute 4,5 von 5 Sternchen.