{Rezension} The Ruling Class
Mörderische Geheimnisse
(Bd. 1 der „The Ruling Class“-Reihe)

The Ruling Class
Mörderische Geheimnisse
(Bd. 1 der „The Ruling Class“-Reihe)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31792-1
Ersterscheinung: 16.04.2026

Jedes Problem hat seinen Preis…

Inhalt:
Als Tess nach Washington D.C. zu ihrer älteren Schwester Ivy zieht, wird sie plötzlich mit einer völlig neuen Welt konfrontiert. Während Tess bisher ein eher ruhiges Leben auf der Ranch ihres Großvaters geführt hat, bewegt sich Ivy in den Kreisen der politischen Elite und hat dort einen ungewöhnlichen Beruf: Sie ist eine Problemlöserin, die dafür sorgt, dass die Geheimnisse und Skandale einflussreicher Menschen verschwinden. An Tess‘ neuer, exklusiver Schule wird deshalb schon bald erwartet, dass auch sie diese Fähigkeit besitzt. Doch als Tess immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Mitschüler und die Machenschaften rund um ihre Schwester hineingezogen wird, merkt sie schnell, dass es hier um weitaus mehr als harmlose Schulprobleme geht. Und plötzlich muss sie herausfinden, wem sie überhaupt noch vertrauen kann, bevor sie selbst in Gefahr gerät.

Meinung:
Ich habe die Bücher von Jennifer Lynn Barnes bisher sehr gerne gelesen und war deshalb gespannt auf ihre neue Dilogie. Das Grundkonzept mit einer exklusiven Highschool, den Kindern der politischen Elite, jeder Menge Geheimnissen und einer Schwester, die als Problemlöserin für die Mächtigen arbeitet, hat mich direkt angesprochen. Mit Tess musste ich anfangs allerdings erst etwas warm werden. Sie ist ziemlich direkt, dickköpfig und handelt manchmal etwas impulsiv. Gleichzeitig mochte ich ihr starkes Gerechtigkeitsgefühl und ihre schlagfertige Art sehr gerne. Sie lässt sich nicht einschüchtern, hinterfragt die Dinge und versucht selbst herauszufinden, was hinter den Geheimnissen ihrer Schwester und ihrer Mitschüler steckt. Im Laufe der Geschichte wurde sie mir dadurch immer sympathischer. Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen Tess und Ivy. Ivy bleibt lange schwer einzuschätzen, und auch Tess weiß nicht so recht, ob sie ihrer Schwester vertrauen kann. Genau dieses Gefühl hat sich für mich auch auf die anderen Charaktere übertragen. Asher, Vivvie und Henry mochte ich sehr gerne, gleichzeitig habe ich immer wieder hinterfragt, wer welche Geheimnisse hat und wem Tess wirklich vertrauen kann. Vor allem Asher hat mit seiner humorvollen und lockeren Art für einige schöne und unterhaltsame Momente gesorgt. Das Miträtseln hat mir insgesamt richtig viel Spaß gemacht. Jennifer Lynn Barnes streut immer wieder neue Hinweise ein, sodass man ständig versucht, die Zusammenhänge zu erkennen. Einige Dinge konnte ich tatsächlich erahnen, bei einem anderen Twist lag ich dagegen komplett daneben. Einen bestimmten Plot-Twist fand ich allerdings etwas vorhersehbar, vor allem weil ich die Bücher der Autorin bereits kenne. Auch das Setting in Washington D.C. hat mir gut gefallen. Die Welt der politischen Elite und die exklusive Schule sorgen für eine spannende Atmosphäre, wobei ich mich gerade am Anfang erst einmal in den vielen Namen, Beziehungen und politischen Zusammenhängen zurechtfinden musste. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte an manchen Stellen außerdem etwas mehr Spannung vertragen. Deshalb würde ich das Buch eher als Jugendbuch mit Mystery-, Crime- und Thriller-Elementen bezeichnen und weniger als klassischen Thriller. Dafür hat mich der Schreibstil wieder einmal überzeugt. Die Geschichte liest sich unglaublich flüssig. Auch die Familiendynamik zwischen Tess, Ivy und ihrem Großvater hat mir gefallen, wobei ich mir gerade bei der Beziehung zu ihrem Großvater noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Insgesamt hatte ich aber wirklich viel Spaß mit der Geschichte. Sie verbindet Geheimnisse, Freundschaft, Familie, politische Intrigen und eine spannende Suche nach der Wahrheit auf eine unterhaltsame Weise. Da Band zwei gerade erst erschienen ist, habe ich mit dem Lesen bewusst gewartet, sodass ich beide Bände direkt hintereinander lesen kann. Nach diesem Ende bin ich deshalb umso gespannter, wie es mit Tess und Ivy weitergeht!

Fazit:
„The Ruling Class – Mörderische Geheimnisse“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein spannender Auftakt voller Geheimnisse, Intrigen, Machtspiele und interessanter Charaktere. Besonders Tess und ihre Entwicklung sowie die komplizierte Beziehung zu ihrer Schwester Ivy haben mir gefallen, während das politische Setting für eine besondere Atmosphäre sorgt. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternchen und bin schon sehr gespannt, wie es mit Tess und Ivy weitergeht.

{Rezension} Das Honeycrisp B&B
(Bd. 1 der „Harvest-Hollow“-Reihe)

Das Honeycrisp B&B
(Bd. 1 der „Harvest-Hollow“-Reihe)
von Valerie Bowman

Penguin Verlag
Paperback
New Adult
384 Seiten
Originaltitel: The Honeycrisp Orchard Inn
ISBN: 978-3-328-113463-5
Ersterscheinung: 12.08.2026

Liebe ist wie Cider: süß, prickelnd und manchmal überraschend stark

Inhalt:
Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Ende ihrer Beziehung steht die 29-jährige Eventplanerin Ellie Lawson plötzlich vor einem ziemlichen Scherbenhaufen. Als ihre Mutter sie anruft und sie bittet, bei den Vorbereitungen für das bevorstehende Harvest Festival in ihrer Heimatstadt Harvest Hollow auszuhelfen, kommt ihr die Gelegenheit gerade recht. Voller Ideen und Tatendrang stürzt sie sich in die Organisation. Allerdings nicht ganz zur Freude von Aiden, ihrem ehemaligen besten Freund aus Kindheitstagen. Die beiden haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie das Festival gestaltet werden sollte, und ausgerechnet dann müssen sie sich auch noch die Dachgeschosswohnung über dem B&B teilen. Zwischen gemeinsamer Arbeit, alten Erinnerungen, herbstlicher Kleinstadtidylle und neu entdeckten Gefühlen kommen sich Ellie und Aiden langsam wieder näher.

Meinung:
Was mich an der Geschichte von Anfang an besonders abgeholt hat, war die unglaublich gemütliche Atmosphäre. Schon die Kombination aus einer kleinen Stadt, einem familiengeführten B&B, einer Apfelplantage, Cider, frisch gebackenen Donuts und dem bevorstehenden Harvest Festival schreit für mich förmlich nach Herbst. Beim Lesen hatte ich direkt das Gefühl, mitten in dieser kleinen, charmanten Stadt zu stehen und den Herbst in vollen Zügen genießen zu können. Ich hatte beim Lesen direkt Bilder von bunten Blättern, warmen Pullovern, Kerzen und einem heißen Getränk in der Hand im Kopf. Harvest Hollow hat dadurch etwas unglaublich Heimeliges an sich und vermittelt genau dieses Gefühl von einem Ort, an den man am liebsten selbst reisen würde. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht, sondern auch die Gemeinschaft von Harvest Hollow. Die Bewohner halten zusammen, helfen einander und kümmern sich umeinander. Dadurch hatte die Geschichte für mich einenganz besonderen Wohlfühlfaktor. Auch die vielen Nebencharaktere konnten mich begeistern, weil sie der Handlung Leben eingehaucht haben. Manche von ihnen waren vielleicht ein wenig schrullig, aber genau das hat für mich wunderbar zu dieser Kleinstadt gepasst. Und natürlich darf auch Pumpkin nicht unerwähnt bleiben, denn der kleine tierische Star hat sich mit seinen Auftritten definitiv einen Platz in meinem Herzen gesichert. Ellie mochte ich als Protagonistin sehr gerne. Sie ist kreativ, ehrgeizig und voller Ideen, muss aber gleichzeitig erst einmal herausfinden, was sie eigentlich selbst vom Leben möchte. Gerade ihre Entwicklung hat mir gefallen, weil sie nicht plötzlich eine völlig andere Person wird, sondern nach und nach lernt, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche wieder ernst zu nehmen. Manchmal hätte ich sie zwar gerne ein kleines bisschen geschüttelt, weil sie sich meiner Meinung nach unnötig selbst im Weg stand, aber gerade dadurch wirkte sie für mich auch menschlich und greifbar. Auch Aiden hat mir gut gefallen. Besonders mochte ich, dass die Geschichte nicht einfach darauf setzt, dass die beiden als ehemalige beste Freunde plötzlich wieder dort weitermachen, wo sie als Kinder aufgehört haben. Stattdessen müssen Ellie und Aiden einander tatsächlich neu kennenlernen. Beide haben sich verändert und bringen ihre eigenen Vorstellungen und Erfahrungen mit. Dadurch entwickelt sich ihre Beziehung für mich wesentlich glaubwürdiger. Die Romance zwischen den beiden war für mich überhaupt ein großer Pluspunkt. Ich mochte es, dass sich ihre Gefühle langsam entwickeln und nicht alles sofort auf eine große Liebesgeschichte hinausläuft. Gerade die erzwungene Nähe sorgt für einige schöne und unterhaltsame Momente, während die beiden gleichzeitig lernen, wieder Vertrauen zueinander aufzubauen. Ihre Chemie war für mich gut spürbar, und ich fand es angenehm, dass nicht ständig künstliches Drama erzeugt wurde. Stattdessen entsteht die Beziehung vor allem durch gemeinsame Erlebnisse, Gespräche und die vielen kleinen Momente zwischendurch. Genau das hat für mich gut funktioniert. Gleichzeitig muss ich sagen, dass ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr emotionaleTiefe zwischen Ellie und Aiden gewünscht hätte. Obwohl die beiden grundsätzlich eine schöne Dynamik haben, war mir ihre Verbindung zwischendurch fast ein wenig zu zurückhaltend. Für mich hätte die Geschichte durchaus noch ein paar intensivere Momente vertragen können. Trotzdem hat der Slow Burn insgesamt gut zur gemütlichen und eher leichten Ausrichtung der Geschichte gepasst. Der Schreibstil von Valerie Bowman liest sich locker, flüssig und angenehm. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und konnte mir Harvest Hollow, das B&B und die Apfelplantage sehr gut vorstellen. Die Geschichte ist nicht besonders schwer oder dramatisch, sondern möchte vor allem unterhalten und ein gutes Gefühl vermitteln. Und genau das gelingt ihr meiner Meinung nach ziemlich gut. Für mich hatte das Buch stellenweise die Atmosphäre eines gemütlichen Wohlfühlfilms: Man weiß ungefähr, worauf alles hinausläuft, und genau deshalb kann man sich entspannt zurücklehnen und die Reise genießen. Es gibt Humor, Romantik, Kleinstadtchaos und jede Menge Herbststimmung, ohne dass die Handlung unnötig kompliziert wird. Wer Geschichten wie „Gilmore Girls“ mag und Gefallen an charmanten Small-Town-Romances findet, dürfte sich hier vermutlich sehr schnell wohlfühlen.

Fazit:
„Das Honeycrisp B&B“ von Valerie Bowman ist eine gemütliche Herbstromance mit sympathischen Charakteren, einer charmanten Kleinstadt und ganz viel Wohlfühlatmosphäre. Besonders Ellie und Aiden sowie ihre langsam entstehende Liebesgeschichte haben mir gut gefallen, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr emotionale Tiefe gewünschthätte. Apfelplantage, Cider, Harvest Festival und die liebevolle Gemeinschaft von Harvest Hollow machen das Buch zu einer perfekten Lektüre für gemütliche Herbsttage. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.