Be Right Back
(Bd. 2 der „Let‘s split up“-Reihe)
von Bill Wood
One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene / YA-Thriller
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0323-9
Ersterscheinung: 28.09.2028
Inhalt:
Ein Jahr nach den schrecklichen Ereignissen auf Carrington Manor versucht Cam, endlich wieder in seinen gewohnten Alltag zurückzufinden. In der Kleinstadt Sanera hofft er auf etwas Normalität und freut sich darauf, seine Freunde Jonesy, Buffy und Amber wieder um sich zuhaben. Doch die ersehnte Ruhe hält nicht lange an. Während des Halloweenfestes, bei dem zahlreiche Touristen verkleidet und maskiert durch die Straßen ziehen, kommt es zu grausamen Todesfällen. Schnell wird klar, dass hinter den Morden mehr steckt als ein zufälliges Verbrechen: Jemand scheint die örtlichen Horrorlegenden auf schreckliche Weise nachzustellen. Cam und seine Freunde geraten erneut in einen gefährlichen Fall und müssen gemeinsam herausfinden, wer hinter den Taten steckt, bevor der Mörder erneut zuschlägt.
Meinung:
Eine Mordserie an Halloween, unheimliche Horrorlegenden und vier Jugendliche, die plötzlich wieder mitten in einem gefährlichen Fall stecken – das klang für mich nach einer spannenden Mischung aus Thriller, Horror und Mystery. Und tatsächlich hatte ich beim Lesen viel Spaß, auch wenn mich nicht alle Aspekte gleichermaßen überzeugen konnten. Besonders gut gefallen hat mir der flüssige, lockere Schreibstil von Bill Wood. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen und konnte mich dank der kurzen Kapitel und der wechselnden Perspektiven gut durch die Handlung lesen. Die Geschichte ist angenehm jugendlich erzählt und eignet sich meiner Meinung nach auch für alle, die sich erst langsam an das Thriller-Genre herantasten möchten. Auch die Tätersuche fand ich spannend. Es gibt immer wieder neue Hinweise und falsche Fährten, sodass man selbst miträtseln und eigene Vermutungen anstellen kann. Ich mag es sehr, wenn ich beim Lesen versuchen kann, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Zwar konnte ich manche Entwicklungen bereits erahnen, trotzdem blieb die Suche nach der Wahrheit unterhaltsam. Besonders die Idee, örtliche Horrorlegenden aufzugreifen und die Morde damit in Verbindung zu bringen, fand ich gelungen. Das Halloween-Setting hätte für meinen Geschmack allerdings noch etwas stärker genutzt werden können. Überall Masken und Kostüme, dazu eine Mordserie, die auf alten Schauergeschichten basiert – eigentlich perfekte Voraussetzungen für eine richtig unheimliche Atmosphäre. Leider empfand ich die Geschichte eher als geheimnisvoll und spannend denn als wirklich gruselig. Hier hätte ich mir stellenweise mehr Nervenkitzel und eine bedrohlichere Stimmung gewünscht. Auch das Erzähltempo war nicht immer gleichmäßig, denn zwischendurch gab es ein paar Passagen, die sich etwas gezogen haben. Bei den Figuren hatte ich ebenfalls gemischte Gefühle. Cam, Jonesy, Buffy und Amber bilden eine interessante Gruppe, deren gemeinsame Vergangenheit die Handlung bereichert. Besonders Cam und Buffy waren für mich greifbar und ich konnte ihre Gedanken und Reaktionen gut nachvollziehen. Jonesy und Amber blieben dagegen etwas blasser, weshalb ich mir insgesamt mehr Tiefe bei den vier Freunden gewünscht hätte. Auch manche Entscheidungen konnte ich nicht ganz nachvollziehen, was mich gelegentlich aus der Geschichte herausgerissen hat. Etwas mehr erwartet hatte ich außerdem vom Ende. Zwar werden viele Zusammenhänge aufgeklärt, doch die Auflösung konnte mich nicht vollständig überraschen. Ich hatte auf einen größeren Wow-Moment gehofft, der für mich leider ausblieb. Zudem bleibt eine wichtige Frage offen, was zwar neugierig auf eine mögliche Fortsetzung macht, mich aber auch ein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat. Trotz dieser Kritikpunkte wurde ich insgesamt gut unterhalten. Die Mischung aus Mordermittlung, Horrorlegenden und jugendlichem Erzählstil funktioniert, und ich habe Cam, Jonesy, Buffy und Amber gerne bei ihrer Suche nach dem Täter begleitet. „Be Right Back“ ist für mich kein Thriller, der mich restlos begeistert hat, aber eine kurzweilige Lektüre mit einer interessanten Grundidee und genügend Spannung, um wissen zu wollen, wie alles zusammenhängt. Wer gerne miträtselt und einen nicht allzu düsteren YA-Thriller für zwischendurch sucht, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
Fazit:
„Be Right Back“ von Bill Wood ist ein unterhaltsamer YA-Thriller, der mit einer spannenden Mordserie, düsteren Kleinstadtlegenden und einer interessanten Tätersuche überzeugt. Von mir gibt es 4von 5 Sternchen.

