{Rezension}
Unheimlich perfekte Freunde

Unheimlich perfekte Freunde
von Simone Höft und Nora Lämmermann
Das Kinderbuch zum gleichnamigen Kinofilm
von Marcus H. Rosenmüller

dtv Junior
Hardcover
Kinderbuch
144 Seiten
Altersempfehlung: ab 9 Jahren
ISBN: 978-3-423-76250-2
Ersterscheinung: 28.02.2019

Inhalt:
Der 10-jährige Frido steht vor einem großen Problem: seine Noten könnten besser sein. Mit dieser schulischen Leistung wird der Viertklässler sicherlich nicht ans Gymnasium gehen können. Wie praktisch, dass Frido auf dem Jahrmarkt einen verzauberten Spiegel entdeckt, aus dem ein perfekter Doppelgänger entsteigt. Ein Frido, der ganz und gar das Gegenteil vom echten Frido ist. Ein Frido, auf den die Mutter stolz sein kann. Ein Frido, der alles kann, was Frido nicht kann. Obwohl Frido eigentlich niemandem das Geheimnis erzählen darf, erfährt sein bester Freund Emil davon, der umgehend auch ein zweites Ich erschaffen möchte. Emils Doppelgänger ist allerdings ganz anders als Fridos Doppelgänger. So langsam dämmert es Frido und er erkennt, dass für ihn schulische Bestleistungen wichtig waren, damit er seine Mutter zufrieden stellen kann, aber dass es für den schlauen Emil viel wichtiger ist, anderen zu gefallen. Frido erkennt zwar, dass große Gefahr seitens der Doppelgänger droht, doch Emil ist so begeistert von seinem neuen Ich, dass er sich dazu hinreißen lässt, den restlichen Klassenkameraden das Geheimnis zu verraten. Der anfängliche Traum entwickelt sich allerdings zu einem Albtraum, als die perfekten Doppelgänger die echten Kinder für immer in den magischen Spiegel verbannen wollen.

Meinung:
„Es gibt Tage, an denen sollte man einfach im Bett bleiben.“ Bereits mit diesem ersten Satz war mir klar, dass dieses Buch nicht nur spannend, sondern auch äußerst lustig werden könnte. Wer kennt denn diese Tage nicht? Tage, an denen alles schief läuft, alles irgendwie anders endet, als man es zuvor geplant hat. Die Erkenntnis, dass nichts perfekt sein kann, ereilt Frido dann allerdings sehr schnell und er muss feststellen, dass der perfekte Doppelgänger nicht nur für die Freundschaft zu Emil gefährlich werden könnte, sondern auch für sein eigenes Ich. Das Streben nach Perfektion entwickelt sich zu einem unheimlichen Abenteuer. Themen wie Freundschaft und Familie, Anpassung und eigene Identität, Leistungsdruck und alltägliche Schulprobleme werden in diesem Buch wunderschön zusammengefasst. Besonders gut gefallen hat mir die Wendung der Geschichte. Während anfangs die Doppelgänger noch die Rettung für die Kinder bedeuten, müssen sie erkennen, dass diese mehr Unheil und Schaden anrichten, als sie sich je ausgemalt hätten. Jeder einzelne Schüler der Klasse macht auf seine eigene Art eine sehr wichtige Entwicklung durch. Erwähnenswert wäre noch mein absolutes Highlight, das Daumenkino von Thilo Krapp. Einfach genial!

Fazit:
Die Drehbuchautorinnen Simone Höft und Nora Lämmermann haben mit ihrem ersten gemeinsamen Kinderbuch „Unheimlich perfekte Freunde“ ein lustiges und mitreißendes Abenteuer erschaffen. Von Anfang an sprüht die Geschichte nur so vor Spannung. Ein absolut lesenswertes Buch für junge Leser im Alter von 9-11 Jahren. Mich hat das Buch zum Nachdenken bewegt. Leistungsdruck und das Streben nach dem perfekten Ich sollten nicht unser Leben beherrschen. Ich kann das Buch daher auch älteren Lesern empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternchen.

Nun, da ich das Buch gelesen habe, bin ich gespannt auf das Kinoerlebnis.

Herzlichen Dank an LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar und die Kinokarten.

{Rezension}
Mia Magie
und die verrückten Hühner (Bd. 2)

Mia Magie
und die verrückten Hühner (Bd. 2)
von Julie Bender
mit 20 Farbzeichnungen von Alexandra Helm

Kosmos Verlag
Hardcover
Kinderbuch
176 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 9783440160657
Ersterscheinung: 14.03.2019

Inhalt:
Die 10-jährige Mia weiß noch nicht lange, dass sie eine Hexe ist. Um zu lernen, wie sie mit den neu erworbenen Zauberkräften umgehen soll, schickt ihre Mutter sie zu Tante Polly, die eine Hexe ist. Tante Polly besitzt aber nicht nur Zauberkräfte, sondern auch einen Gefühlsanzeiger – eine Warze auf der Nase, die je nach Gefühlslage die Farbe ändert. Mia hat auch so einen Gefühlsanzeiger, glücklicherweise aber nur ein Muttermal. Dennoch muss sie lernen damit umzugehen, dass andere ihre Gefühle an der Farbe des Muttermals erkennen können. Besonders schlimm ist es daher für Mia, als sich ihr Muttermal gelb vor Neid verfärbt, weil sie ihre Freundin Emily um deren Familie beneidet. Als Mia dann auch noch verdächtigt wird, eine Diebin zu sein, versucht sie mit Hilfe ihrer Freunde den Diebstahl aufzuklären. Kann sie vielleicht ihre neue Zauberkraft zur Klärung des Falls nutzen?

Meinung:
Nachdem ich vom ersten Band der Reihe bereits hellauf begeistert war, musste ich unbedingt auch Band 2 lesen. Das Cover ist wieder herrlich bunt und man kann schon erahnen, dass Mias zweite Zauberkraft irgendetwas mit Buchstaben oder Worten zu tun haben muss. Der Schreibstil der Autorin ist harmonisch, kindgerecht und gefällt mir unglaublich gut. Die Kapitel sind übersichtlich, die Schrift ist angenehm groß und der Textfluss wird durch zahlreiche Illustrationen aufgelockert. Im Vordergrund dieser Geschichte steht diesmal das Gefühl „Neid“ und die neue Zauberkraft. Mia merkt, dass sie ihren Vater vermisst, der sich nicht um sie kümmert und beneidet Emily um deren Vater, dabei färbt sich ihr Muttermal nilpferdpipigelb vor Neid. Außerdem ruckeln und zuckeln Mias Ohrläppchen, wenn sie jemanden beim Lügen erwischt. Es gelingt ihr, die ausgesprochenen Unwahrheiten dem Lügner im Mund zu verdrehen, sodass ein lustiger Wörtermix entsteht. Abgerundet wird die Geschichte durch ein spannendes Abenteuer, das sie wieder mit ihren Freunden erlebt.

Fazit:
Ich bin ganz verliebt in diese wunderschöne Reihe. Mädchen im Lesealter von 8-10 Jahren werden mit „Mia Magie und die verrückten Hühner“ nicht nur ein lustiges, sondern auch ein fantasiereiches Abenteuer erleben. Band 2 dieser zauberhaften Reihe ist eine lockere Geschichte mit Spannungselementen, die in sich abgeschlossen ist. Die detailreichen und farbenfrohen Illustrationen ergänzen die Geschichte perfekt. Liebend gerne vergebe ich 4,5 von 5 Sternchen und freue mich jetzt schon auf das nächste Abenteuer.

Herzlichen Dank an den KOSMOS Verlag und an LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension}
Tante Rotz
legt los (Bd. 1)

Tante Rotz
legt los (Bd. 1)
von Andrea Schütze

Boje Verlag
Hardcover
Erzählendes Kinderbuch
192 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-414-82519-3
Ersterscheinung: 27.07.2018

Inhalt:
Während andere Kinder in den Urlaub fahren und einfach nur Spaß haben, sollen die Zwillinge Kassandra und Zacharias ein straff durchorganisiertes Ferienkursprogramm durchziehen – ein Kinder-Beschäftigungs-Stress-pur-Plan. Glücklicherweise sind die Eltern beruflich eingespannt. Frau Wohlleben, die Richterin ist, und Herr Wohlleben, der gerade eine wichtige Vernissage in seiner Kunstgalerie eröffnen will, haben selbst keine Zeit für ihre Kinder, und da alle Nannys und Babysitter auch keine Zeit haben, muss wohl oder übel Tante Rotzinda angerufen werden. Gräfin Rotzinda Manulette Vinzenzia Sonnenrot zu Greiffenklau ist so ganz anders als die Eltern der Zwillinge, ein bunter Wirbelsturm, der im Nu die Herzen von Kassy und Zack erobert. Als dann auch noch kurz vor der Eröffnung der Vernissage ein Bild aus der Galerie gestohlen wird, beginnt für die Zwillinge ein spannendes Ferienabenteuer.

Meinung:
Das Cover ist ein wahrer Hingucker. Die Illustrationen von Larisa Lauber sind wunderschön, allerdings im Buch nicht farbig gestaltet. Der Schreibstil der Autorin ist äußerst erfrischend und die Erzählweise witzig und locker.
Protagonisten dieser Geschichte sind die Zwillinge Kassandra und Zacharias und ihre Tante Rotz, die die beiden bisher noch nicht kannten. Die außergewöhnliche Tante Rotz ist anders als andere Tanten, irgendwie schräg und dennoch verantwortungsvoll. Mit ihr dürfen Kassy und Zack endlich die Erziehungsmethoden der Familie Wohlleben hinterfragen. Tante Rotz hebt alle Verbote und Regeln auf und so erleben die Kinder die besten Ferien aller Zeiten.
Monsieur Renard, die sprechende Fuchsstola, war mein heimlicher Held dieses Buches, seine französischen Weisheiten und spitzen Bemerkungen waren grandios. Allerdings hatte ich etwas Schwierigkeiten bei der Aussprache der französischen Worte, da ich selbst nur die Sprachen Englisch, Latein und Spanisch in der Schule gewählt habe. Wer sich aber für das Hörbuch zu dieser Reihe entscheidet, wird sicherlich begeistert sein. Dank Annette Frier ist das Hörvergnügen einfach unbeschreiblich. Die bekannte Schauspielerin verleiht der Geschichte einen lebhaften Spaßfaktor. Ich freue mich schon auf die nächsten Abenteuer mit Tante Rotz und vermisse jetzt schon ihre Wallefluff-Klamotten, die Obst- und Gemüsehüte, die Klackertäschchen, die Stöckelschuhe und die feinen Handschuhe.

Fazit:
Der Autorin Andrea Schütze ist mit „Tante Rotz legt los“ ein unterhaltsamer Reihenauftakt gelungen. Junge Leser im Alter von 8-10 Jahren werden mit Tante Rotz und den Zwillingen Kassy und Zack nicht nur ein lustiges, sondern auch ein fantasiereiches und spannendes Abenteuer erleben. Band 1 ist eine lockere und amüsante Geschichte, die in sich abgeschlossen ist. Trotz klitzekleiner Schwächen hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen und kann das Buch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es daher 4,5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension}
Emma tanzt

Emma tanzt
von Ann Sophie Müller

BVK Buch Verlag Kempen
Hardcover
Kinderbuch
164 Seiten
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-86740-793-9
Ersterscheinung: 2019

Inhalt:
Die 13-jährige Emma träumt davon, eines Tages eine berühmte Balletttänzerin zu werden, eine Primaballerina. Um auf ein bekanntes Tanzinternat gehen zu können und Profitänzerin zu werden, gehören viel Fleiß und Ausdauer dazu. Zum Glück teilt ihr bester Freund Cons ihre Leidenschaft zum Tanzen. Sie üben heimlich bei Emma zu Hause, denn Cons Vater würde es nie erlauben, dass sein Sohn Ballett tanzt. In seinen Augen ist das kein Sport für „richtige“ Männer. Allerdings können die beiden das Geheimnis nicht lange vor ihm verbergen. Außerdem sind da noch einige Mitschüler, die Emma das Leben schwer machen. Wird sich Emma bei den vielen Problemen tatsächlich noch aufs Tanzen konzentrieren können, um die wichtige Ballettprüfung zu meistern?

Meinung:
Dieses Buch ist ganz und gar nicht das, was ich erwartet habe. Ich bin erstaunt, entzückt, überrascht und begeistert. Der Schreibstil der Autorin Ann Sophie Müller ist äußerst erfrischend und jugendlich und die Erzählweise ist ausgesprochen witzig und locker, teilweise sogar spannend. Die Protagonistin Emma ist ein Mädchen, das man einfach ins Herz schließen muss. Auf ihrem Weg zur Primaballerina stehen ihr Cons, der Nachbarsjunge, und ihre Freundin Nina zur Seite. Cons ist ein toller Typ, auf den man sich verlassen kann. Er teilt Emmas Leidenschaft zum Tanzen und hilft ihr, wenn Jeremy und Kathrin mal wieder gemein in der Schule sind.
Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch Mobbing, Vorurteile und alltägliche Schulprobleme werden in diesem Mitmachbuch wunderschön zusammengefasst. Außerdem ist das Buch mit zahlreichen Fotos und Informationsboxen zum Thema „Ballett“ versehen. Vor allem Seiten wie „Meine fünf Lieblingslieder“ oder „Meine schönste Klassenfahrt“, die die Leserinnen selbst ausfüllen können, sind äußerst schön gestaltet. Alles in allem hoffe ich inständig auf eine Fortsetzung. Gibt es ein Wiedersehen mit Emma und Cons auf Schloss Löwenberg?

Fazit:
Die gelungene Mischung aus Roman, Ratgeber und Mitmachbuch beschert nicht nur ballettbegeisterten Mädchen im Alter von 10 – 13 Jahren zauberhafte Lesestunden. Fans der Serien „Dance Academy“ oder „Find me in Paris“ werden dieses Lese-Info-Mitmachbuch lieben. Von mir gibt es ohne jegliche Einschränkung 5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an Ann Sophie Müller und den BVK Buch Verlag Kempen für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension}
Mit James auf Sylt

Mit James auf Sylt
von Claudia Thesenfitz

Ullstein Taschenbuch
Klappenbroschur
320 Seiten
ISBN: 978-3-548-29143-7
Ersterscheinung: 29.03.2019

Inhalt:
Die 43-jährige Jana ist arbeitslos, nach langjähriger Beziehung wieder Single und frustriert. Als ihre Schwester Nele sie darum bittet, zwei Monate auf deren Neufundländer James aufzupassen, fährt sie notgedrungen mit James in deren Ferienwohnung nach Sylt. Jana, die eigentlich kein Hundeliebhaber ist und von der Insel der Schönen und Reichen auch nicht sonderlich begeistert ist, gewöhnt sich zunehmend an ihren treuen und liebenswerten Begleiter. Immerhin verhilft der Neufundländer Jana zu einigen neuen Bekanntschaften…

Meinung:
Die Autorin Claudia Thesenfitz schreibt in einem lockeren und leicht lesbaren Stil, die Satzlänge ist angenehm. Allerdings haben mich die Rechtschreibfehler etwas gestört. Beim Anblick des Covers fühlt man sich direkt nach Sylt versetzt. Die Protagonistin Jana war mir von Anfang an sympathisch. Ich selbst bin kein großer Hundefreund, weil ich, um ehrlich zu sein, ein klein wenig Angst vor Hunden habe. Mit Jana die Welt der Hunde zu erkunden, war daher recht unterhaltsam. Mein Held der Geschichte ist selbstverständlich James. Der verzogene und nicht sonderlich gehorsame Neufundländer, der meistens seinen Willen durchsetzt, hat sich in mein Herz geschlichen. Ein humorvoller Glücksroman über Hunde, Freundschaft und Liebe gepaart mit der wunderschönen Urlaubskulisse von Sylt.

Fazit:
Das Buch „Mit James auf Sylt“ bietet genau das, was man von einem „Glücksroman“ erwartet. Es ist ein Gute-Laune-Buch zum Schmunzeln und Wohlfühlen. Eine ideale Lektüre ohne viel Tiefgang, amüsant und leicht für entspannte Lesestunden im Strandkorb. Ein unterhaltsamer Roman, der nicht nur für Hundeliebhaber geeignet ist, und von mir 4 von 5 Sternchen erhält.

Herzlichen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar.