{Rezension} Romeo und Julia
Die Graphic Novel nach William Shakespeare

Romeo und Julia
Die Graphic Novel nach William Shakespeare
adaptiert von Steve Barlow und Steve Skidmore
mit Illustrationen von Wendy Tan Shiau Wei

LOEWE Verlag
Hardcover
Kinder- / Jugendbuch
112  Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-7432-1963-2
Ersterscheinung: 15.01.2026

Inhalt:
Zwei verfeindete Familien, eine verbotene Liebe und ein Schicksal, das nicht aufzuhalten ist: Romeo Montague und Julia Capulet verlieben sich unsterblich ineinander, obwohl ihre Familien erbitterte Feinde sind. Heimlich treffen sie sich, schmieden Pläne für eine gemeinsame Zukunft und stellen sich gegen den Hass ihrer Umgebung. Doch Intrigen, Missverständnisse und unglückliche Zufälle treiben die Geschichte unaufhaltsam auf ein tragisches Ende zu. Die weltberühmte Liebestragödie von William Shakespeare wird hier in moderner Sprache und eindrucksvollen Bildern neu erzählt.

Meinung:
Diese Graphic Novel, adaptiert von Steve Barlow und Steve Skidmore, schafft es, einen der bekanntesten Klassiker der Weltliteratur auf eine zugängliche und gleichzeitig beeindruckende Weise neu zu interpretieren. Besonders gelungen ist die Balance zwischen vereinfachter, moderner Sprache und dem Erhalt zentraler Elemente des Originals. Wichtige Szenen und berühmte Zitate bleiben erhalten, sodass trotz der Kürzung ein authentisches Shakespeare-Gefühl entsteht. Die Illustrationen von Wendy Tan Shiau Wei sind ausdrucksstark, atmosphärisch und tragen maßgeblich zur Wirkung der Geschichte bei. Farben und Bildkomposition unterstreichen die Emotionen und die zunehmende Dramatik der Handlung, sodass man regelrecht in die Welt von Verona eintaucht. Besonders gelungen ist die Darstellung der Figuren, deren Gefühle sich klar in Mimik und Gestik widerspiegeln. Ein weiterer großer Pluspunkt sind die zusätzlichen Informationsseiten, die sowohl vor als auch nach der eigentlichen Geschichte zu finden sind. Sie bieten spannende Einblicke in das Leben Shakespeares, die Entstehungszeit des Werkes sowie zentrale Motive und sprachliche Besonderheiten. Gerade für Jugendliche, die sich bislang nicht an klassische Literatur herangetraut haben, bietet diese Umsetzung einen niedrigschwelligen und motivierenden Einstieg. Gleichzeitig lädt sie dazu ein, sich intensiver mit dem Original auseinanderzusetzen.

Fazit:
Mit „Romeo und Julia – Die Graphic Novel nach William Shakespeare“ ist den Autoren Steve Barlow und Steve Skidmore eine eindrucksvolle und zeitgemäße Adaption eines weltberühmten Klassikers gelungen. Die gelungene Kombination aus moderner Sprache, starken Illustrationen und informativen Zusatzmaterialien macht dieses Buch zu einer perfekten Einführung in Shakespeares Werk. Eine klare Empfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren, Comicfans und alle, die klassische Literatur neu entdecken möchten. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Beste Freunde küsst man nicht

Beste Freunde küsst man nicht
von G. F. Miller

FISCHER Sauerländer
Hardcover
Jugendbuch
320  Seiten
Altersempfehlung: ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-7373-7395-1
Ersterscheinung: 06.11.2025

Wie es wirklich ist, 13 zu sein:
kompliziert – und ziemlich lustig!

Inhalt:
Eve und Andrew sind seit Ewigkeiten beste Freunde und gehen gemeinsam auf die Schulparty ihrer achten Klasse – ganz ohne Hintergedanken. Doch plötzlich denkt die ganze Schule, die beiden wären ein Paar. Ehe sie sich versehen, stecken Eve und Andrew mitten in einer „Beziehung“, die eigentlich gar keine ist. Beide haben Angst, dass das ihre Freundschaft ruiniert, wollen aber auch nicht die Person sein, die Schluss macht und alles unangenehm werden lässt. Also verfolgen sie unabhängig voneinander denselben Plan: Sie wollen sich so schrecklich wie möglich als Freundin oder Freund verhalten, damit der jeweils andere die Sache beendet. Blöd nur, dass beide exakt gleich denken – und das Gefühlschaos damit erst richtig losgeht.

Meinung:
Ich mochte das Buch insgesamt wirklich gern, auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war. Was mir besonders gefallen hat, war der sehr flüssige, leichte Schreibstil, denn man fliegt regelrecht durch die Seiten, was gerade für die Zielgruppe perfekt ist. Eve und Andrew sind authentisch, manchmal herrlich unbeholfen und genau so unsicher, wie man es mit 13 bzw. 14 eben ist. Ihre Gedanken, Missverständnisse und kleinen inneren Dramen haben sich erstaunlich echt angefühlt und oft musste ich schmunzeln, weil vieles so typisch „Pre-Teen“ ist. Die zwei Perspektiven fand ich besonders gelungen, weil man somit immer einen Wissensvorsprung hat und genau sieht, wie sehr die beiden aneinander vorbeidenken. Das sorgt für viel Situationskomik, aber auch für diese leise Frustration, wenn man sich wünscht, sie würden einfach ehrlich miteinander reden. Gleichzeitig transportiert die Geschichte sehr schön, wie kompliziert Freundschaft werden kann, sobald romantische Erwartungen von außen dazukommen. Was mir persönlich nicht ganz gefallen hat, war das Ende. Ich bin einfach eine absolute Romantikerin und hätte mir emotional noch ein bisschen mehr gewünscht – für meinen Geschmack war es zu realistisch und zu wenig Herzklopfen. Das ist allerdings kein objektiver Kritikpunkt, sondern reine Geschmackssache. Und da es einen Folgeband gibt (bisher nur im Englischen), habe ich durchaus Hoffnung, dass die Geschichte dort ein Ende findet, das eher meinen romantischen Vorstellungen entspricht. Insgesamt war es ein süßes, ehrliches und sehr unterhaltsames Buch, das genau weiß, für wen es geschrieben ist.

Fazit:
„Beste Freunde küsst man nicht“ von G. F. Miller ist eine charmante, humorvolle Middle-Grade-RomCom über Freundschaft, erste Gefühle und das Chaos, das entsteht, wenn alle plötzlich mehr erwarten. Das Buch punktet mit authentischen Figuren, einer flüssigen Erzählweise und viel Situationskomik. Auch wenn das Ende nicht ganz meinen romantischen Vorstellungen entsprach, hat mich die Geschichte gut unterhalten, weshalb ich 4,5 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} Fjolla, Hüterin der Schneelande

Fjolla, Hüterin der Schneelande
von Kristina Scharmacher-Schreiber
mit Illustrationen von Mareike Ammersken

Coppenrath Verlag
Hardcover
Kinderbuch / Fantasy
320 Seiten
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-649-64817-8
Ersterscheinung: 01.09.2025

Inhalt:
In einem kleinen, abgelegenen Ort im hohen Norden lebt ein Mädchen mit schneeweißem Haar, das sich in der eisigen Natur zu Hause fühlt. Zusammen mit ihrem Großvater und ihrer zahmen Polarfüchsin führt sie ein ruhiges, naturnahes Leben. Doch als sich das Wetter dramatisch verändert, die Erde bebt und immer mehr Eisbären sich dem Dorf nähern, beginnt ein geheimnisvolles Abenteuer. Gemeinsam mit zwei Freunden kommt das Mädchen einem alten Geheimnis auf die Spur – einem, das tief mit ihrer Familie und der Magie des Nordens verknüpft ist.

Meinung:
Manchmal begegnet man einem Buch, das sich sofort wie eine Schneeflocke auf der Haut anfühlt: still, klar und irgendwie magisch. Genau so war es hier. Dieser Roman kommt leise daher, aber wirkt stark. Es ist eine poetische Erzählung über Natur, Magie und Selbstvertrauen. Fjolla ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Sie ist wild, frei, warmherzig. Ich mochte sofort ihre tiefe Verbundenheit zur Natur und ihre Fähigkeit, auf ihr Bauchgefühl zu hören – besonders in einer Welt, die immer unberechenbarer wird. Dass sie nicht allein ist, sondern mit der mutigen Drifa, dem liebevollen Großvater und später auch mit Yuki und Aubin an ihrer Seite, gibt der Geschichte eine besondere emotionale Tiefe. Die Freundschaft der drei Kinder ist ehrlich, unaufgeregt und dennoch stark – ein wunderschönes Beispiel für Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen. Der Schreibstil ist bildlich und angenehm ruhig. Ich habe die Schneelandschaft regelrecht gespürt, die Stille des Winters gehört und Fjollas Welt vor Augen gehabt. Es ist diese Mischung aus geheimnisvoller Atmosphäre und zarter Sprache, die mich komplett in die Geschichte gezogen hat. Auch emotional hat das Buch mich überrascht, denn manche Szenen gingen wirklich ans Herz, ohne je kitschig zu sein. Ein absolutes Highlight sind die Illustrationen von Mareike Ammersken. Sie ergänzen die Geschichte perfekt und machen das Buch zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Auch gestalterisch ist alles stimmig – die blaue Schrift, die Ahnen-Galerie, die Karte und die Kapitelgestaltung zeigen, wie viel Liebe in diesem Buch steckt.

Fazit:
„Fjolla, Hüterin der Schneelande“ von Kristina Scharmacher-Schreiber ist ein zartes, atmosphärisches Wintermärchen voller Magie, Naturverbundenheit und starker Charaktere. Es erzählt von Freundschaft, Familie und der Kraft, sich selbst treu zu bleiben. Die Illustrationen und die durchdachte Gestaltung runden das Erlebnis ab. Ein echtes Herzensbuch für kalte Tage und deshalb gibt es 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Sportstars erzählen
Mein Weg zur Fußball-Nationalspielerin (Bd. 2)

Sportstars erzählen
Mein Weg zur Fußball-Nationalspielerin (Bd. 2)
von Klara Bühl
mit Illustrationen von Kaja Reinki

Coppenrath Verlag
Hardcover
Kinderbuch
72 Seiten
Altersempfehlung: 6 – 8 Jahre
ISBN: 978-3-649-65136-9
Ersterscheinung: 17.06.2025

Inhalt:
Klara Bühl entdeckt früh ihre Leidenschaft für Fußball, als sie ihrem älteren Bruder beim Spielen zusieht. Schnell ist für sie klar: Sie will nicht nur zuschauen, sondern selbst mitspielen – und zwar richtig gut. Ihr Weg führt sie vom Kicken mit Jungs in der Freizeit bis zur Aufnahme in die Frauen-Nationalmannschaft. Auf dem Weg dorthin begegnet sie Herausforderungen, erlebt viele Glücksmomente, muss Ausdauer zeigen und findet stets Rückhalt bei ihrer Familie.

Meinung:
Was mich an diesem Buch besonders berührt hat, ist die ehrliche, unkomplizierte Art, in der die Geschichte erzählt wird. Klara Bühl vermittelt authentisch und ganz ohne Allüren, was es bedeutet, für etwas zu brennen und wie viel Durchhaltevermögen hinter jedem Erfolg steckt. Es geht nicht nur um Siege und Tore, sondern auch um die kleinen, wichtigen Etappen: die ersten Trainings, die Unsicherheit, das Anderssein als einziges Mädchen im Team, der wachsende Ehrgeiz, aber auch die Bedeutung von Familie, Freundschaft und Selbstvertrauen. Die Sprache ist angenehm einfach, aber nie banal. Man merkt, dass hier wirklich die Perspektive eines Kindes eingenommen wird – und gerade das macht die Geschichte so nahbar. Die Struktur des Buches, gegliedert nach Alter und Lebensabschnitten, sorgt dafür, dass Kinder leicht folgen können. Die Illustrationen von Kaja Reinki sind lebendig, bunt und tragen sehr zur positiven Grundstimmung des Buches bei. Besonders schön: Die kleinen Rätsel und Mitmachideen am Ende jedes Kapitels. Sie machen das Lesen aktiver, kindgerechter und fördern zusätzlich das Verständnis. Toll finde ich auch, dass die Geschichte einer Fußballerin erzählt wird – ein Thema, das im Kinderbuchbereich lange unterrepräsentiert war. Gerade in Zeiten, in denen Mädchenfußball immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist dieses Buch ein starkes, motivierendes Zeichen. Es zeigt Kindern: Du kannst alles schaffen – egal, welches Geschlecht du hast. Ein paar kleinere Kritikpunkte habe ich dennoch: Gegen Ende hin verliert die Erzählung ein wenig an Tempo, und manche Passagen – etwa zum Trainingsalltag – wiederholen sich inhaltlich leicht. Auch wäre es schön gewesen, am Ende ein paar echte Fotos von Klara bei Turnieren oder im Trikot der Nationalmannschaft zu sehen, um die Verbindung zwischen Realität und Geschichte noch greifbarer zu machen. Aber das sind Kleinigkeiten, die dem Gesamteindruck kaum schaden.

Fazit:
„Sportstars erzählen: Mein Weg zur Fußball-Nationalspielerin“ von Klara Bühl ist ein rundum gelungenes Buch für fußballbegeisterte Kinder. Es ist inspirierend, leicht verständlich, visuell ansprechend und ermutigt Kinder dazu, an ihre Träume zu glauben – unabhängig davon, wie groß sie erscheinen mögen. Die Mischung aus ehrlicher Biografie, sportlichem Werdegang und liebevoller Gestaltung macht das Buch zu einer echten Empfehlung. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Lulu, der verrückte Superbus auf Opa-Rettungsmission (Bd. 1)

Lulu, der verrückte Superbus auf Opa-Rettungsmission (Bd. 1)
von Sibylle Wenzel
mit Illustrationen von Phine Wolff

Coppenrath Verlag
Hardcover
Kinderbuch
176 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-649-65127-7
Ersterscheinung: 01.08.2025

Inhalt:
Ein vermeintlich langweiliger Ferientag wird für Nelli plötzlich zum Abenteuer, als sie im alten Campingbus ihrer Oma einen geheimen Hebel betätigt. Der Bus, ausgestattet mit allerlei verrückten Funktionen, verwandelt sich in ein U-Boot und nimmt sie, ihren Nachbarn Floh und dessen Katze mit auf eine rasante Rettungsmission. Denn Nellis Opa ist auf einer Forschungsreise verschollen. Die Kinder geraten in ein unterirdisches Höhlensystem, stoßen auf seltsame Wesen und lernen, dass Technik, Mut und Freundschaft ein ziemlich starkes Team sein können.

Meinung:
Ich habe dieses Buch mit einem breiten Grinsen gelesen – und das blieb auch bis zur letzten Seite. Die Idee eines sprechenden Superbusses, der sich in ein U-Boot verwandelt, ist nicht nur kreativ, sondern wunderbar schräg umgesetzt. Besonders gefallen hat mir die Mischung aus kindlichem Entdeckergeist und witzigen Dialogen. Man merkt, dass die Geschichte mit viel Liebe zum Detail erzählt wird. Die Figuren sind sympathisch und eigenwillig, die Sprache lebendig und klug. Auch die Illustrationen sind ein echtes Highlight: verspielt, aber nie überladen, und immer mit einem Augenzwinkern.

Fazit:
„Lulu, der verrückte Superbus auf Opa-Rettungsmission“ von Sibylle Wenzel ist ein herrlich fantasievolles Kinderbuch voller Tempo, Humor und Herz. Mit einer ungewöhnlichen Heldin, einem noch ungewöhnlicheren Bus und einer spannenden Mission gelingt der Autorin ein großartiger Auftakt für junge Lesende ab 8 Jahren. Absolut lesenswert! Von mir gibt es 5 von 5 Sternchen.