Till Summer Do Us Part
Urlaub mit dem Fake-Ehemann
von Meghan Quinn
Heyne Verlag
Paperback
Romance
496 Seiten
ISBN: 978-3-453-44434-8
Ersterscheinung: 10.06.2026
Inhalt:
Scottie Price steckt nach einer schmerzhaften Trennung in einem neuen Job fest, in dem sie als einzige Frau von scheinbar perfekt verheirateten Männern umgeben ist. Um nicht ständig als Außenseiterin dazustehen, erfindet sie kurzerhand einen Ehemann. Was als kleine Notlüge beginnt, entwickelt sich jedoch zu einem riesigen Problem, als ihre Chefin ihr eine Sitzung bei einem renommierten Eheberater empfiehlt. Um ihre Geschichte aufrechtzuerhalten, braucht Scottie innerhalb kürzester Zeit einen Fake-Ehemann. Die Lösung kommt in Form von Wilder, dem jüngeren Bruder ihres besten Freundes. Gemeinsam spielen sie das glückliche Ehepaar, doch nach dem Beratungsgespräch wartet eine unerwartete Überraschung auf sie: ein einwöchiges Ehe-Camp mit gemeinsamen Aktivitäten, vielen neugierigen Blicken und nur einem Bett für das angebliche Paar.
Meinung:
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an unglaublich gut unterhalten. Die Grundidee ist schon herrlich verrückt, aber die Autorin schafft es, daraus eine romantische Komödie zu machen, die weit mehr bietet als nur lustige Missverständnisse und prickelnde Momente. Besonders begeistert haben mich Scottie und Wilder. Scottie ist eine Protagonistin, mit der man schnell mitfühlt. Sie wirkt authentisch, verletzlich und manchmal herrlich chaotisch. Ihre Unsicherheiten und die Folgen ihrer vergangenen Beziehung machen sie greifbar und sympathisch. Gleichzeitig ist sie keineswegs schwach, sondern entwickelt sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Wilder war für mich über weite Strecken ein echtes Highlight. Er besitzt diese unbeschwerte, lebensfrohe Art, die sofort gute Laune verbreitet. Seine Schlagfertigkeit, sein Humor und seine Geduld im Umgang mit Scottie machen ihn zu einem sehr liebenswerten Charakter. Besonders gefallen hat mir, dass er nicht nur als attraktiver Love Interest fungiert, sondern auch emotionale Tiefe mitbringt. Seine Beziehung zu seinem Bruder und einige persönliche Themen verleihen ihm zusätzliche Facetten. Auch wenn ich im späteren Verlauf nicht jede Entwicklung seiner Figur gleichermaßen mochte, blieb er für mich dennoch ein wichtiger und insgesamt gelungener Bestandteil der Geschichte. Die Dynamik zwischen den beiden hat hervorragend funktioniert. Die Wortgefechte sind witzig, die Dialoge sprühen vor Charme und die Chemie ist von Anfang an spürbar. Gerade das Fake-Marriage-Trope wurde hier besonders unterhaltsam umgesetzt, weil die beiden nicht nur eine Beziehung, sondern direkt eine Ehe vorspielen müssen. Dadurch entstehen unzählige peinliche, absurde und gleichzeitig unglaublich romantische Situationen. Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, ist die Balance zwischen Humor und ernsteren Themen. Während ich an manchen Stellen wirklich laut lachen musste, gibt es immer wieder Momente, die emotionaler werden und den Figuren mehr Tiefe verleihen. Themen wie Selbstzweifel, Vergangenheitsbewältigung und Selbstliebe werden angenehm in die Handlung integriert, ohne die Leichtigkeit der Geschichte zu zerstören. Der Schreibstil liest sich dabei wunderbar flüssig. Meghan Quinn versteht es einfach, Dialoge lebendig und humorvoll zu gestalten, sodass kaum Längen entstehen. Ein größerer Kritikpunkt für mich war jedoch die Entwicklung der romantischen und insbesondere der sexuellen Dynamik im späteren Verlauf. Der Spice-Anteil nimmt sehr viel Raum ein und wirkte auf mich stellenweise deutlich übertrieben. Viele der expliziten Szenen hätten für meinen Geschmack keinen wirklichen Mehrwert für die Handlung oder die Figurenentwicklung geboten, sondern schienen vor allem darauf ausgelegt zu sein, die Intensität immer weiter zu steigern. Dadurch veränderte sich auch mein Eindruck von Wilder ein wenig. Einige Verhaltensweisen wirkten auf mich später stellenweise zu besitzergreifend, wodurch ein Teil seines anfänglichen Charmes für mich verloren ging. Auch bei manchen intimen Situationen hätte ich mir eine ausgewogenere Dynamik gewünscht, in der Scotties Wünsche und Perspektive noch stärker im Vordergrund stehen. Zwar stimmt sie den Situationen zu, dennoch fühlte sich das Zusammenspiel der beiden für mich nicht immer vollkommen ausgeglichen an.
Fazit:
„Till Summer Do Us Part – Urlaub mit dem Fake-Ehemann“ von Meghan Quinn ist eine herrlich unterhaltsame Romantic Comedy mit jeder Menge Sommerfeeling, großartigem Humor und einer wundervollen Fake-Marriage-Geschichte. Scottie und Wilder sorgen für zahlreiche lustige, romantische und emotionale Momente, und besonders die humorvolle Dynamik der beiden konnte mich begeistern. Abzüge gibt es für den sehr dominanten Spice-Anteil, der für meinen Geschmack oft über das Ziel hinausschoss und teilweise zulasten der eigentlichen Liebesgeschichte ging. Zudem wirkte Wilder in manchen Situationen unnötig besitzergreifend, was nicht immer angenehm zu lesen war. Ich vergebe deshalb nur 3,5 von 5 Sternchen.

