{Rezension} Autumn Secrets
(Bd. 2 der „Seasons by the Sea“-Reihe)

Autumn Secrets
(Bd. 2 der „Seasons by the Sea“-Reihe)
von Sarah Fulmar

Lübbe
Paperback
Slow Burn Romance
320 Seiten
ISBN: 978-3-757-70229-8
Ersterscheinung: 31.08.2026

Inhalt:
Penelope Anderson lebt und arbeitet als ehrgeizige Unternehmensberaterin in London und hat ihren beruflichen Weg fest im Blick. Nach einer besonders stressigen Zeit nimmt sie sich jedoch eine Auszeit und kehrt dafür nach St. Ives in Cornwall zurück. Dort übernimmt sie die Organisation der traditionellen Herbstwanderung und trifft dabei ausgerechnet auf Nathan Reeve, ihren ehemaligen Jugendschwarm und den besten Freund ihres Bruders. Nathan ist Farmer, dreizehn Jahre älter als Penelope und fest in St. Ives verwurzelt. Die beiden geraten zunächst immer wieder aneinander, doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto schwieriger wird es, die gegenseitige Anziehung zu ignorieren. Während zwischen ihnen langsam alte Gefühle und neue Nähe entstehen, stellt sich allerdings die Frage, ob ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe überhaupt miteinander vereinbar sind. Denn während Penelope ihre Zukunft in London sieht, hängt Nathans Herz an Cornwall.

Meinung:
Auf diesen zweiten Band der Reihe hatte ich mich bereits im Vorfeld vor allem deshalb gefreut, weil mich die Kombination aus Cornwall, Herbst, einer Cozy Romance und einer langsamen Annäherung sofort angesprochen hat. Das Setting in St. Ives hat auch diesmal wieder etwas sehr Wohliges an sich. Ich konnte mir die Küste, die Landschaft und die kleinen Wege rund um den Ort gut vorstellen und hatte beim Lesen durchaus dieses Gefühl, gedanklich für eine Weile nach Cornwall zu reisen. Gerade die Szenen rund um die Herbstwanderung haben mir dabei besonders gut gefallen, weil hier das Setting und die Geschichte schön miteinander verbunden wurden. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass bei mir das große Herbstgefühl, das ich mir aufgrund des Titels und der Aufmachung erhofft hatte, nicht ganz angekommen ist. Es gibt natürlich herbstliche Elemente, aber ich hatte mir insgesamt noch mehr davon gewünscht. Für mich stand tatsächlich St. Ives als Küstenort stärker im Vordergrund als der Herbst selbst. Das fand ich ein bisschen schade, weil ich gerade bei einer Cozy Romance mit diesem Thema auf ganz viel Herbststimmung gehofft hatte: Auf Spaziergänge durch buntes Laub, kalte Herbsttage, gemütliche Abende, warme Getränke und dieses typische Gefühl, das man bekommt, wenn man sich am liebsten mit einem Buch und einer Decke einkuscheln möchte. Penelope und Nathan waren für mich dabei eine interessante, aber nicht ganz unkomplizierte Kombination. Nathan mochte ich insgesamt sehr gerne. Seine eher verschlossene, grummelige Art, sein trockener Humor und seine kurzen Bemerkungen haben mir gut gefallen. Hinter seiner zunächst etwas abweisenden Fassade steckt deutlich mehr, und je besser man ihn kennenlernt, desto nachvollziehbarer wird, warum er Menschen lieber auf Abstand hält. Gerade seine Vergangenheit und die Verantwortung, die er trägt, machen ihn zu einer Figur, die für mich etwas mehr Tiefe bekommen hat. Auch seine Hündin Mopey fand ich einfach sympathisch. Mit Penelope hatte ich dagegen so meine Schwierigkeiten. Ich konnte ihren Ehrgeiz und ihren Wunsch nach einer erfolgreichen Karriere grundsätzlich nachvollziehen. Auch der Gedanke, das eigene Leben nicht für eine Beziehung komplett aufgeben zu wollen, ist für mich absolut verständlich und eigentlich ein interessanter Konflikt. Trotzdem hat mich ihre Art an einigen Stellen ziemlich genervt. Gerade ihre teilweise bissige und sture Art Nathan gegenüber konnte ich nicht immer nachvollziehen. Es gab Momente, in denen ich mir gewünscht hätte, dass sie etwas mehr über ihre eigenen Wünsche und Motive nachdenkt, anstatt sich so sehr an ihrem bisherigen Lebensplan festzuhalten. Genau dieser Konflikt zwischen Penelope und Nathan war für mich gleichzeitig eine der interessantesten Seiten der Geschichte. Denn eigentlich geht es gar nicht nur um die Frage, ob die beiden Gefühle füreinander haben. Viel spannender ist die Frage, ob zwei Menschen mit so unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben überhaupt einen gemeinsamen Weg finden können, ohne dass einer von beiden sich selbst aufgeben muss. Penelope gehört nach London, zu ihrer Karriere und ihrem bisherigen Leben, während Nathan in St. Ives verwurzelt ist. Das hätte meiner Meinung nach sehr viel emotionales Potenzial gehabt. Leider wurde dieses Potenzial für mich nicht immer vollständig ausgeschöpft. Besonders bei der Liebesgeschichte hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Die Entwicklung zwischen Penelope und Nathan ging teilweise schneller voran, als es für eine Slow-Burn-Romance für mich passend gewesen wäre. Ich hätte gerne mehr von den kleinen Momenten zwischen ihnen gelesen, mehr Gespräche, mehr gegenseitiges Kennenlernen und vor allem mehr von dem Gefühl, warum ausgerechnet diese beiden füreinander wichtig werden. Es gab durchaus schöne Szenen, aber emotional hat mir an einigen Stellen einfach noch etwas gefehlt. Auch die Kommunikation zwischen den beiden hätte für mich besser funktionieren dürfen. Es gab Situationen, in denen ich beide am liebsten einmal ordentlich geschüttelt hätte. Gerade weil sie an anderen Stellen durchaus vernünftig miteinander sprechen konnten, fand ich es manchmal schade, dass sie sich ihre Probleme unnötig schwer gemacht haben. Der Schreibstil hat mir dagegen wieder gut gefallen. Die Geschichte liest sich flüssig, locker und angenehm. Die eher kurzen Kapitel haben zusätzlich dafür gesorgt, dass ich immer wieder schnell weiterlesen konnte. Ich mag es, wenn ein Buch sich so unkompliziert lesen lässt und man ohne große Anstrengung in die Geschichte zurückfindet. Dadurch war „Autumn Secrets“ für mich trotz meiner Kritik ein richtig guter Roman für gemütliche Lesestunden. Was mir ebenfalls gefallen hat, war die Entwicklung der Figuren. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung nachvollziehen konnte, fand ich den Gedanken schön, dass Penelope und Nathan im Laufe der Geschichte ihre bisherigen Vorstellungen hinterfragen müssen. Beide beginnen zu erkennen, dass das Leben nicht unbedingt nach dem Plan verlaufen muss, den man sich irgendwann einmal zurechtgelegt hat. Gerade diese Botschaft hat für mich gut zur Geschichte gepasst. Das Ende war für mich allerdings wieder etwas zu schnell. Nachdem vorher vieles relativ ausführlich aufgebaut wurde, ging mir gerade zum Schluss einiges zu plötzlich. Ich hätte mir gewünscht, dass bestimmte Entscheidungen und Veränderungen noch etwas mehr Raum bekommen und man stärker miterlebt, wie Penelope und Nathan zu ihren jeweiligen Entscheidungen kommen. Dadurch hätte die Geschichte für mich emotional noch einmal deutlich gewinnen können. Insgesamt hatte ich also durchaus schöne Lesestunden in St. Ives. „Autumn Secrets“ ist für mich kein schlechtes Buch – ganz im Gegenteil. Es ist eine angenehme, locker zu lesende Romance mit einem tollen Schauplatz, sympathischen Nebenfiguren und einem interessanten Konflikt rund um Liebe, Karriere und unterschiedliche Lebensentwürfe. Allerdings haben mir an einigen Stellen die Tiefe, die Intensität der Gefühle und das ganz besondere Herbstgefühl gefehlt. Nach dem Lesen bleibt bei mir deshalb vor allem das Gefühl zurück, dass die Geschichte wirklich nett war, aber mit etwas mehr emotionaler Ausarbeitung noch viel stärker hätte sein können.

Fazit:
„Autumn Secrets“ von Sarah Fulmar ist eine gemütliche Cornwall-Romance mit einem schönen Setting, sympathischem Kleinstadtflair und einer interessanten Geschichte über unterschiedliche Lebensentwürfe. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Mistakes were made
(Bd. 2 der „Story Lake“-Reihe)

Mistakes were made
(Bd. 2 der „Story Lake“-Reihe)
von Lucy Score

Forever by Ullstein
Paperback
624 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-98978-014-9
Ersterscheinung: 25.06.2026

Inhalt:
Nach ihrem beruflichen Absturz in New York verschlägt es die Literaturagentin Zoey Moody in die beschauliche Kleinstadt Story Lake. Während sie eigentlich nur darauf wartet, mit ihrer einzigen verbliebenen Klientin Hazel wieder erfolgreich durchzustarten, muss sie sich langsam damit arrangieren, vorerst in der Kleinstadt festzusitzen. Ausgerechnet ihr neuer Vermieter Gage Bishop macht ihr das allerdings nicht gerade leichter. Denn während Gage sich nach einer festen Beziehung und der großen Liebe sehnt, möchte Zoey eigentlich nur etwas Unverbindliches. Zwischen den beiden liegen also nicht nur ihre völlig unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben, sondern auch eine gehörige Portion Anziehung, der sie irgendwann nicht mehr ausweichen können.

Meinung:
Ich habe mich wirklich sehr darauf gefreut, nach Story Lake zurückzukehren. Schon im ersten Band fand ich Zoey als beste Freundin von Hazel unglaublich interessant, weil sie so anders ist als Hazel. Ihre chaotische, schlagfertige und manchmal etwas impulsive Art hat mich schon damals neugierig gemacht, und deshalb war ich sehr gespannt darauf, endlich ihre Geschichte kennenzulernen. Und was soll ich sagen? Story Lake hat mich auch diesmal wieder sofort abgeholt. Ich liebe dieses schrullige Kleinstadt-Setting einfach! Die Bewohner, bei denen gefühlt jeder über alles Bescheid weiß, die Rivalität mit Dominion, die Bishop-Familie und die ganzen kleinen Eigenheiten der Stadt sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. Es fühlt sich beim Lesen ein bisschen wie nach Hause kommen an. Besonders schön fand ich, dass viele bekannte Figuren aus dem ersten Band wieder auftauchen und man sie noch einmal aus einer anderen Perspektive erleben darf. Zoey mochte ich richtig gerne. Sie ist chaotisch, verplant und manchmal ein bisschen drüber, gleichzeitig aber unglaublich loyal, herzlich und zielstrebig. Hinter ihrer selbstbewussten Fassade steckt deutlich mehr, als man zunächst vermutet. Besonders ihre persönliche Entwicklung hat mir gefallen. Sie setzt sich mit Dingen auseinander, die sie lange nicht verstanden hat, und bekommt dadurch auch die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen. Die Thematik rund um ihre Neurodivergenz beziehungsweise ihre Diagnose fand ich interessant und einfühlsam eingebaut. Gerade weil Zoey lange nicht wusste, warum bestimmte Dinge für sie schwieriger sind als für andere, konnte ich viele ihrer Gedanken und Unsicherheiten gut nachvollziehen. An manchen Stellen hätte ich mir hierzu allerdings noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Gage war für mich der perfekte Gegenpol zu Zoey. Er ist strukturiert, verantwortungsbewusst und hat sein Leben scheinbar komplett im Griff, während Zoey eher das Chaos persönlich zu sein scheint. Genau diese Gegensätze haben für viele unterhaltsame Situationen gesorgt. Ich mochte seine ruhige und fürsorgliche Art unglaublich gerne und fand es schön, wie sehr er Zoey unterstützt, ohne sie verändern zu wollen. Gleichzeitig bringt Zoey ihn dazu, spontaner zu werden und nicht immer alles bis ins kleinste Detail zu planen. Die beiden ergänzen sich dadurch richtig gut. Besonders die Chemie zwischen Zoey und Gage hat mir gefallen. Die beiden wissen eigentlich von Anfang an, dass sie völlig unterschiedliche Dinge wollen: Gage sucht die Frau fürs Leben, während Zoey sich auf keinen Fall auf eine feste Beziehung einlassen möchte. Und natürlich funktioniert der Plan, sich voneinander fernzuhalten, überhaupt nicht. Ich mochte die Spannung zwischen ihnen, die witzigen Schlagabtausche und vor allem, dass sich ihre Beziehung nicht einfach von heute auf morgen verändert. Es macht Spaß zu beobachten, wie aus der anfänglichen körperlichen Anziehung langsam mehr entsteht. Auch der Humor war für mich wieder ein großes Highlight. Lucy Score schreibt unglaublich locker und hat ein tolles Gespür für witzige Dialoge. Einige Gespräche zwischen Zoey und Gage haben mich wirklich zum Schmunzeln gebracht, und auch die Nebenfiguren sorgen immer wieder für herrlich schräge Situationen. Teilweise ist der Humor schon ziemlich überspitzt, aber genau das gehört für mich zum typischen Lucy Score-Stil dazu. Wenn man sich darauf einlässt, kann man mit diesem Buch definitiv sehr viel Spaß haben. Trotz der Leichtigkeit bringt die Geschichte auch ernstere Themen mit. Neben Zoeys persönlicher Entwicklung fand ich besonders schön, dass es nicht ausschließlich um die Liebesgeschichte geht. Auch familiäre Themen, Vergebung, persönliche Ziele und der Umgang mit schwierigen Situationen bekommen ihren Raum. Dadurch hatte die Geschichte für mich mehr Tiefe, als man bei einer humorvollen Kleinstadt-RomCom vielleicht zunächst erwarten würde. Die wechselnden Perspektiven von Zoey und Gage haben mir ebenfalls gut gefallen. Gerade bei Gage fand ich es schön, seine Gedanken und Beweggründe kennenzulernen und dadurch besser zu verstehen, was hinter seiner ruhigen Fassade steckt. Beide Figuren wirken dadurch greifbarer und ihre Entwicklung lässt sich gut nachvollziehen. Auch der Spice hat für mich gut funktioniert. Es gibt definitiv einige spicy Szenen, aber im Vergleich zu manch anderen Büchern der Autorin empfand ich die Menge als deutlich besser dosiert. Für mich haben die Szenen die Geschichte nicht überlagert, sondern sich insgesamt gut in die Romance eingefügt. Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings die Länge. Das Buch hat über 600 Seiten und meiner Meinung nach hätte die Geschichte diese Länge nicht unbedingt gebraucht. Gerade am Anfang hat es für mich ein wenig gedauert, bis ich wirklich komplett in der Handlung angekommen bin, und zwischendurch gab es immer wieder Passagen, bei denen ich dachte, dass man sie etwas hätte kürzen können. Einige Situationen und Gespräche wiederholen sich, wodurch sich die Geschichte stellenweise etwas zieht. Das ist schade, denn eigentlich hat die Handlung genug Charme, dass sie auch mit weniger Seiten wunderbar funktioniert hätte. Auch mit der Entwicklung am Ende hatte ich ein kleines Problem. Zoey und Gage haben zunächst sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was sie vom Leben und von einer Beziehung wollen. Dass sie letztendlich einen gemeinsamen Weg finden, hat mir natürlich gefallen, aber mit dem Kompromiss war ich nicht ganz glücklich. Für mich fühlte es sich an manchen Stellen ein wenig zu sehr danach an, als müsste einer von beiden seine Vorstellungen anpassen. Genau deshalb hat mir am Ende noch ein kleines bisschen etwas zu den fünf Sternen gefehlt. Und dann muss ich noch kurz über das Cover sprechen, denn leider passt es für mich überhaupt nicht zur Geschichte. Zoey wird als rothaariger Lockenkopf mit grünen Augen beschrieben und ist außerdem ziemlich modebewusst. Auf dem Cover sehe ich dagegen eine Brünette mit Brille und eher schlichtem Outfit. Auch Gage erkenne ich darin nicht wirklich wieder. Dazu kommt das Fahrrad, das für mich keinen wirklichen Bezug zur Geschichte hat. Ich finde es einfach schade, wenn ein Cover so wenig mit den beschriebenen Figuren und der Handlung übereinstimmt. Gerade weil ich das englische Cover deutlich passender finde, hätte ich mir hier eine stimmigere Gestaltung gewünscht. Insgesamt hatte ich aber wirklich viel Spaß mit dem Buch. Ich liebe diese Mischung aus Kleinstadtchaos, Humor, Romance und Found-Family-Feeling einfach. Zoey und Gage waren für mich ein tolles Paar, Story Lake hat wieder absolutes Wohlfühlpotenzial und die Nebenfiguren machen definitiv Lust darauf, noch länger in dieser Welt zu bleiben. Jetzt bin ich sehr gespannt auf Levis Geschichte und darauf, welche Überraschungen Story Lake noch bereithält.

Fazit:
„Mistakes were made“ von Lucy Score ist eine humorvolle und Kleinstadt-RomCom mit viel Herz, tollen Figuren und einer richtig schönen Chemie zwischen Zoey und Gage. Besonders Story Lake und seine liebenswert-schrulligen Bewohner haben es mir wieder angetan. Trotz einiger Längen und eines kleinen Kritikpunkts bei der Entwicklung von Zoeys und Gages gemeinsamen Zukunftsplänen konnte mich die Geschichte insgesamt sehr gut unterhalten. Dafür gibt es von mir sehr gute 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Summer Tides
(Bd. 1 der „Seasons by the Sea“-Reihe)

Summer Tides
(Bd. 1 der „Seasons by the Sea“-Reihe)
von Sarah Fulmar

Lübbe
Paperback
Slow Burn Romance
320 Seiten
ISBN: 978-3-757-70223-6
Ersterscheinung: 30.03.2026

Inhalt:
Scarlett hat genug von ihrem bisherigen Leben. Ihre Beziehung zu Eric gibt ihr längst nicht mehr das Gefühl, wirklich gesehen oder geschätzt zu werden, und auch beruflich tritt sie seit Jahren auf der Stelle. Deshalb wagt sie einen mutigen Schritt: In St. Ives in Cornwall möchte sie sich mit einem Strandkiosk einen Neuanfang aufbauen. Doch kaum angekommen, läuft alles anders als geplant und ihre Zukunftspläne geraten ins Wanken. Ausgerechnet in dieser schwierigen Situation begegnet sie Jonah wieder, dem Bruder ihrer ehemaligen Ferienfreundin. Jonah arbeitet als Rettungsschwimmer und trägt selbst einige ungelöste Konflikte mit sich herum. Während Scarlett versucht, ihren Platz im Leben zu finden, und Jonah von einem Leben ohne feste Bindungen träumt, entwickelt sich zwischen ihnen eine immer stärker werdende Anziehung. Doch Scarlett hat noch immer eine Verbindung zu ihrem Leben in London und Jonah kämpft mit seiner Angst, jemanden wirklich an sich heranzulassen.

Meinung:
Dieses Buch hat für mich genau das verkörpert, was ich mir von einer sommerlichen Cozy Romance wünsche. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, selbst in Cornwall zu sein, das Meeresrauschen zu hören und die salzige Luft zu spüren. Die Atmosphäre ist unglaublich gelungen und trägt die Geschichte von Anfang bis Ende. Besonders begeistert hat mich der Schreibstil von Sarah Fulmar. Er ist harmonisch, leicht und gleichzeitig sehr gefühlvoll. Die Seiten fliegen förmlich dahin, ohne dass die Geschichte gehetzt wirkt. Im Gegenteil: Die Autorin nimmt sich bewusst Zeit für ihre Figuren, ihre Gedanken und ihre Entwicklung. Gerade dadurch entfaltet die Slow-Burn-Romance ihre Wirkung besonders gut. Scarlett ist eine Protagonistin, die nicht immer perfekte Entscheidungen trifft. Manchmal wirkte sie auf mich etwas naiv oder impulsiv, doch genau das machte sie auch menschlich. Ihre Unsicherheiten, ihre Zweifel und ihr Wunsch nach einem echten Neuanfang waren für mich sehr nachvollziehbar. Besonders schön fand ich ihre persönliche Entwicklung. Sie lernt im Laufe der Geschichte, für sich selbst einzustehen und ihren eigenen Wert zu erkennen, was für mich fast noch wichtiger war als die eigentliche Liebesgeschichte. Jonah habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Hinter seiner ruhigen und oft zurückhaltenden Art verbirgt sich ein Mann, der mit seiner Vergangenheit hadert und sich selbst immer wieder im Weg steht. Seine innere Zerrissenheit wirkte glaubwürdig und verlieh seiner Figur zusätzliche Tiefe. Die Dynamik zwischen ihm und Scarlett hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Gefühle entwickeln sich langsam, ohne künstlich hinausgezögert zu wirken, und jede Begegnung zwischen den beiden hatte dieses angenehme Knistern, das eine gute Slow Burn Romance ausmacht. Ein weiteres Highlight waren für mich die Nebenfiguren. Die Bewohner von St. Ives, Jonahs Familie, Emily und die vielen kleinen zwischenmenschlichen Momente sorgen für ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl. Genau diese Herzlichkeit macht die Geschichte so gemütlich und warm. Man hat das Gefühl, Teil einer kleinen Küstengemeinschaft zu werden, in der man willkommen ist. Die Handlung selbst überrascht zwar nicht ständig mit unerwarteten Wendungen und folgt teilweise bekannten Romance-Mustern, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Der Fokus liegt hier vielmehr auf Atmosphäre, Emotionen und persönlicher Entwicklung. Wer eine tiefgründige, dramatische Handlung sucht, wird vielleicht etwas vermissen. Wer jedoch Lust auf eine gefühlvolle Sommergeschichte mit Wohlfühlcharakter hat, wird hier definitiv fündig.

Fazit:
Mit Summer Tides“ gelingt Sarah Fulmar ein wunderschöner Auftakt ihrer „Seasons by the Sea“-Reihe. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihren grandiosen, harmonischen Schreibstil, das traumhafte Cornwall-Setting und die sympathischen Figuren. Kleine Schwächen bei der Tiefe der Handlung ändern nichts daran, dass dieser Roman wunderbar unterhält und Lust auf die Folgebände macht. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Till Summer Do Us Part
Urlaub mit dem Fake-Ehemann

Till Summer Do Us Part
Urlaub mit dem Fake-Ehemann
von Meghan Quinn

Heyne Verlag
Paperback
Romance
496 Seiten
ISBN: 978-3-453-44434-8
Ersterscheinung: 10.06.2026

Inhalt:
Scottie Price steckt nach einer schmerzhaften Trennung in einem neuen Job fest, in dem sie als einzige Frau von scheinbar perfekt verheirateten Männern umgeben ist. Um nicht ständig als Außenseiterin dazustehen, erfindet sie kurzerhand einen Ehemann. Was als kleine Notlüge beginnt, entwickelt sich jedoch zu einem riesigen Problem, als ihre Chefin ihr eine Sitzung bei einem renommierten Eheberater empfiehlt. Um ihre Geschichte aufrechtzuerhalten, braucht Scottie innerhalb kürzester Zeit einen Fake-Ehemann. Die Lösung kommt in Form von Wilder, dem jüngeren Bruder ihres besten Freundes. Gemeinsam spielen sie das glückliche Ehepaar, doch nach dem Beratungsgespräch wartet eine unerwartete Überraschung auf sie: ein einwöchiges Ehe-Camp mit gemeinsamen Aktivitäten, vielen neugierigen Blicken und nur einem Bett für das angebliche Paar.

Meinung:
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an unglaublich gut unterhalten. Die Grundidee ist schon herrlich verrückt, aber die Autorin schafft es, daraus eine romantische Komödie zu machen, die weit mehr bietet als nur lustige Missverständnisse und prickelnde Momente. Besonders begeistert haben mich Scottie und Wilder. Scottie ist eine Protagonistin, mit der man schnell mitfühlt. Sie wirkt authentisch, verletzlich und manchmal herrlich chaotisch. Ihre Unsicherheiten und die Folgen ihrer vergangenen Beziehung machen sie greifbar und sympathisch. Gleichzeitig ist sie keineswegs schwach, sondern entwickelt sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Wilder war für mich über weite Strecken ein echtes Highlight. Er besitzt diese unbeschwerte, lebensfrohe Art, die sofort gute Laune verbreitet. Seine Schlagfertigkeit, sein Humor und seine Geduld im Umgang mit Scottie machen ihn zu einem sehr liebenswerten Charakter. Besonders gefallen hat mir, dass er nicht nur als attraktiver Love Interest fungiert, sondern auch emotionale Tiefe mitbringt. Seine Beziehung zu seinem Bruder und einige persönliche Themen verleihen ihm zusätzliche Facetten. Auch wenn ich im späteren Verlauf nicht jede Entwicklung seiner Figur gleichermaßen mochte, blieb er für mich dennoch ein wichtiger und insgesamt gelungener Bestandteil der Geschichte. Die Dynamik zwischen den beiden hat hervorragend funktioniert. Die Wortgefechte sind witzig, die Dialoge sprühen vor Charme und die Chemie ist von Anfang an spürbar. Gerade das Fake-Marriage-Trope wurde hier besonders unterhaltsam umgesetzt, weil die beiden nicht nur eine Beziehung, sondern direkt eine Ehe vorspielen müssen. Dadurch entstehen unzählige peinliche, absurde und gleichzeitig unglaublich romantische Situationen. Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, ist die Balance zwischen Humor und ernsteren Themen. Während ich an manchen Stellen wirklich laut lachen musste, gibt es immer wieder Momente, die emotionaler werden und den Figuren mehr Tiefe verleihen. Themen wie Selbstzweifel, Vergangenheitsbewältigung und Selbstliebe werden angenehm in die Handlung integriert, ohne die Leichtigkeit der Geschichte zu zerstören. Der Schreibstil liest sich dabei wunderbar flüssig. Meghan Quinn versteht es einfach, Dialoge lebendig und humorvoll zu gestalten, sodass kaum Längen entstehen. Ein größerer Kritikpunkt für mich war jedoch die Entwicklung der romantischen und insbesondere der sexuellen Dynamik im späteren Verlauf. Der Spice-Anteil nimmt sehr viel Raum ein und wirkte auf mich stellenweise deutlich übertrieben. Viele der expliziten Szenen hätten für meinen Geschmack keinen wirklichen Mehrwert für die Handlung oder die Figurenentwicklung geboten, sondern schienen vor allem darauf ausgelegt zu sein, die Intensität immer weiter zu steigern. Dadurch veränderte sich auch mein Eindruck von Wilder ein wenig. Einige Verhaltensweisen wirkten auf mich später stellenweise zu besitzergreifend, wodurch ein Teil seines anfänglichen Charmes für mich verloren ging. Auch bei manchen intimen Situationen hätte ich mir eine ausgewogenere Dynamik gewünscht, in der Scotties Wünsche und Perspektive noch stärker im Vordergrund stehen. Zwar stimmt sie den Situationen zu, dennoch fühlte sich das Zusammenspiel der beiden für mich nicht immer vollkommen ausgeglichen an.

Fazit:
„Till Summer Do Us Part – Urlaub mit dem Fake-Ehemann“ von Meghan Quinn ist eine herrlich unterhaltsame Romantic Comedy mit jeder Menge Sommerfeeling, großartigem Humor und einer wundervollen Fake-Marriage-Geschichte. Scottie und Wilder sorgen für zahlreiche lustige, romantische und emotionale Momente, und besonders die humorvolle Dynamik der beiden konnte mich begeistern. Abzüge gibt es für den sehr dominanten Spice-Anteil, der für meinen Geschmack oft über das Ziel hinausschoss und teilweise zulasten der eigentlichen Liebesgeschichte ging. Zudem wirkte Wilder in manchen Situationen unnötig besitzergreifend, was nicht immer angenehm zu lesen war. Ich vergebe deshalb nur 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} The French Escape – Love & Lavender(Bd. 1 der „Love & Lavender“-Dilogie)

The French Escape
Love & Lavender
(Bd. 1 der „Love & Lavender“-Dilogie)
von Sarah Fleury

Ravensburger Buchverlag
Paperback
New Adult Romance
544 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-473-58700-1
Ersterscheinung: 24.02.2026

Eine Parfümdynastie.
Ein charmanter Erbe.
Und ein längst vergessener Duft.

Inhalt:
Timothée Colinard ist der Erbe einer berühmten französischen Parfümdynastie. Nach einem folgenschweren Misserfolg bei seiner Ausbildung zum Parfümeur versucht er, den Erwartungen seiner Familie zu entkommen, und flüchtet nach Cannes. Dort trifft er während der Filmfestspiele auf Amber Green, einen gefeierten Hollywoodstar, die trotz ihres Erfolgs mit Einsamkeit und den Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Als die beiden sich näherkommen, entsteht zunächst eine Zweckgemeinschaft, die ihnen jeweils Vorteile bringen soll. Doch zwischen glamourösen Veranstaltungen, dem Duft der Côte d’Azur und ungelösten Familiengeheimnissen entwickeln sich Gefühle, die schon bald nicht mehr gespielt sind.

Meinung:
Dieses Buch hat mich vor allem mit seinem Schreibstil begeistert. Sarah Fleury schreibt unglaublich atmosphärisch, bildhaft und fesselnd. Die Beschreibungen der Côte d’Azur, der Lavendelfelder, der luxuriösen Villen und vor allem der Welt der Düfte haben dafür gesorgt, dass ich völlig in die Geschichte eintauchen konnte. Man spürt förmlich die warme Mittelmeerluft und meint manchmal sogar, die beschriebenen Parfums riechen zu können. Besonders gut gefallen hat mir das ungewöhnliche Setting rund um die Parfümerie. Das hebt die Geschichte angenehm von vielen anderen New-Adult-Romanen ab. Timothées Leidenschaft für Düfte verleiht der Handlung eine besondere Note, und auch die Einblicke in die traditionsreiche Familiengeschichte der Colinards fand ich sehr spannend. Timothée und Amber mochte ich als Protagonisten ebenfalls sehr. Beide tragen ihr eigenes Päckchen mit sich herum und wirken trotz ihres glamourösen Lebens erstaunlich nahbar. Timothées Kampf mit den Erwartungen seiner Familie und seinem Wunsch nach Selbstbestimmung war für mich besonders greifbar. Amber konnte mich ebenfalls überzeugen, da hinter ihrer erfolgreichen Hollywood-Fassade viele Unsicherheiten und Verletzungen verborgen liegen. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig, was hervorragend zum Slow-Burn-Charakter der Geschichte passt. Allerdings ist genau dieses langsame Erzähltempo gleichzeitig auch mein größter Kritikpunkt. Obwohl ich die ruhige Entwicklung der Beziehung grundsätzlich mochte, hatte das Buch für meinen Geschmack einige deutliche Längen. Gerade im Mittelteil ziehen sich manche Szenen, ohne dass die Handlung wirklich voranschreitet. Dadurch wirkte die Geschichte stellenweise etwas langatmig. Hinzu kommt, dass viele der aufgebauten Geheimnisse und Konflikte am Ende noch gar nicht aufgelöst werden. Während des Lesens wächst die Spannung rund um die Familiengeschichte, die Parfümdynastie und verschiedene offene Fragen immer weiter an. Umso enttäuschender fand ich es, dass der Roman schließlich mit einem Cliffhanger endet und viele Antworten bewusst zurückhält. Nach den zahlreichen Andeutungen hatte ich mir zumindest etwas mehr Aufklärung im ersten Band gewünscht. Trotzdem konnte mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten. Der wunderschöne Schreibstil, die besondere Atmosphäre und die sympathischen Figuren haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte gerne gelesen habe und nun natürlich wissen möchte, wie es weitergeht.

Fazit:
„The French Escape – Love & Lavender“ von Sarah Fleury ist ein atmosphärischer und gefühlvoller Auftakt, der mit einem grandiosen Schreibstil, einem außergewöhnlichen Parfüm-Setting und einer glaubwürdigen Slow-Burn-Romance punktet. Besonders die Entwicklung von Amber und Timothée sowie das sommerliche Flair der Côte d’Azur machen das Buch zu einem echten Wohlfühlroman. Aufgrund einiger Längen und des recht offenen Cliffhanger-Endes blieb bei mir jedoch ein kleiner Wermutstropfen zurück. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.