Besuch beim Tigerenten Club
Sei kein Frosch!

(Fotos: © SWR)

Bereits am Montag, den 25. März 2019 hieß es für die Klassen 6 b und 6 a und deren Klassenlehrerinnen „Holt uns endlich den Pokal nach Hause!“. Denn nach unzähligen erfolglosen Versuchen des Lessing-Gymnasiums sollte der Ausflug zum Tigerenten Club ins Studio des SWR in Göppingen diesmal siegreich enden. Die drei Spielkinder Leonie, Mara und David waren äußerst gut vorbereitet. Leonie hüpfte bereits seit Tagen hin und her für das Spiel Froschhüpfen, bei dem man sich die Reihenfolge blinkender Felder merken muss. David trainierte seinen Wurfarm fürs WissQuiz und Mara ölte ihre Stimme für die Gesangseinlage beim Club Star. Theo, Emmi, Georgia und Maren studierten zusätzlich noch eine atemberaubende Choreografie ein, um fürs Tanzen noch ein paar Extrapunkte sammeln zu können. Eigentlich konnte gar nichts schiefgehen. Dennoch waren alle aufgeregt und angespannt.

In Göppingen angekommen, wurden wir sehr herzlich von den Kinderbetreuerinnen empfangen, die uns den Ablauf der Sendung und die Spiele erklärten. Die Aufregung war allen beim Betreten des Studios anzumerken. Während alle anderen Schülerinnen und Schüler im Aufenthaltsraum des Studios auf die Show eingestimmt wurden, wurden die Spiel- und Tanzkinder sowie die Lehrerinnen zur Generalprobe mitgenommen.

In der Show spielen zwei Teams, die Tigerenten und die Frösche, um einen Pokal und um einen Gewinn von 600 Euro, der gespendet werden soll. Der Verlierer geht selbstverständlich nicht leer aus, denn der zweite Gewinner erhält 400 Euro für einen guten Zweck und das einmalige Vergnügen, den Lehrer ins Wasserfass zu befördern.

Seit mehr als 20 Jahren und über 1.000 Folgen ist der Tigerenten Club noch immer eine äußerst beliebte Fernsehunterhaltungssendung für Kinder. Einen kleinen Beitrag zu diesem Erfolg muss man natürlich den Moderatoren zuschreiben, denn diese sollten selbstverständlich auch für jeden Quatsch zu haben sein und über sich selbst lachen können. Johannes Zenglein, der sich selbst als bodenständig, ehrgeizig und chaotisch bezeichnet, ist seit genau 2 Jahren Moderator des Tigerenten Clubs und verpackt interessante und wichtige Themen mit einer Portion Humor und einer kleinen Prise Selbstironie. Denn zu einer erfolgreichen Sendung gehören nicht nur Fleiß und Vorbereitung, sondern auch Spaß und gute Laune. So kommt es auch ab und an vor, dass der Moderator in Sendungen wie beim Thema „Harry Potter“ eine gelbe Hose anzieht, aus der am Hintern ein kleiner Goldener Schnatz baumelt, um den Kindern das Spiel Quidditch zu erklären. Angst und Panik vor den Sendungen hat er zwar nicht mehr, aber ein wenig Aufregung gehört noch immer dazu, denn der bei Kindern sehr beliebte Moderator ist sehr darauf bedacht, die Namen der Spielkinder nicht zu verwechseln und auch immer die richtigen Fragen zu stellen. Schön finde ich seine Umschreibung der Aufregung. Denn hatte er noch vor 2 Jahren „Flugzeuge im Bauch“, fliegen die Flugzeuge nun „Formation“. Beruhigend, dass es einem Profi nicht anders geht, als den Spielkindern.

Nach einer gelungenen Generalprobe und einer kurzen Pause hieß es dann endlich „Los geht‘s!“. Lustige Lehrer- und Teamspiele wie Apfelfischen, Fliegender Teppich, Froschhüpfen, Club Star, Lehrer Duell, Team Check und Lehrer Check ließen das Publikum toben. Von der Aufregung war kaum noch etwas zu spüren, denn wir hatten das große Ziel vor Augen, genug Notbremsen zu sammeln. Es wurde mitgefiebert, gejubelt und geklatscht. Zu guter Letzt folgte das alles entscheidende Spiel – das Tigerenten Rodeo. Bei diesem Spiel geht es einzig und allein darum, länger als der Gegner auf der Tigerente sitzen zu bleiben. Wer beim Rodeo reiten zuerst runterfällt, hat verloren.

Ob die Klassenlehrerin am Ende der Show baden gehen musste oder ob der Ausflug zum Tigerenten Club tatsächlich siegreich war, darf vor Ausstrahlung der Sendung leider noch nicht verraten werden. Auf jeden Fall war es ein wunderschönes und unvergessliches Erlebnis.

(Foto: © SWR)

Interview mit Selina Mour

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen der Kinderzeitung
Skype-Interview mit Selina Mour

Am 14. März 2019 kommt der Film „Misfit“ in die deutschen Kinos. Die Hauptrolle hat der Internetstar Selina Mour ergattert. Auch wenn der Film definitiv keine Chance hat, den Oscar zu gewinnen, hat er dennoch eine wichtige Botschaft: Sei, wie du bist, bleib dir selbst treu, verstell dich nicht und sei stolz darauf!
Ein äußerst oberflächlicher Film mit tiefgründiger Botschaft, der auf Grund der zahlreichen Jungschauspieler und Influencer eine recht große Zielgruppe erreichen könnte.
Ich konnte mir den Film mit meinen Freundinnen noch vor Kinostart anschauen und freue mich sehr, dass ich mit Selina mein erstes Skype-Interview führen durfte.

Leo: Du hast in 2 Tagen Geburtstag und wirst 19 Jahre alt. Was erwartest du von deinem neuen Lebensjahr?

Selina: Ich freue mich besonders auf meine Tour im Mai. Und vielleicht spiele ich mal wieder in einem Film mit. Ich wünsche mir einfach, weiterhin das zu machen, was mir Spaß macht.

Leo: Der Regisseur ist Holländer, wie habt ihr euch beim Drehen verständigt?

Selina: Er spricht ein bisschen Deutsch, aber vor allem haben wir uns auf Englisch miteinander verständigt. Ich habe jedenfalls immer verstanden, was er wollte.

Leo: Wie lange hast du für den Film geprobt. Und wie lange habt ihr gedreht?

Selina: Ich habe einige Monate lang mit einem Schauspiellehrer geübt. Mit dem Film waren wir sehr schnell fertig – nach 16 Drehtagen. Dafür haben wir am Tag sehr viele Szenen gemacht. Ich bin jeden Tag gegen 4 Uhr aufgestanden, gedreht wurde meistens von 8 bis 18 Uhr.

Leo: Wirst du auf der Straße erkannt?

Selina: Ja, es passiert ziemlich oft, dass Fans mich nach einem Foto oder Autogramm fragen. Das finde ich richtig schön. Ich liebe es, Fans zu treffen. Nur wenn mich jemand fotografiert, ohne zu fragen, finde ich das nicht so toll.

Leo: Kannst du in der Öffentlichkeit überhaupt du selbst sein?

Selina: Ich bin immer ich selbst! Das ist auch das Schöne an Instagram: Durch Fotos und Livestreams können die Leute mich kennenlernen.

Leo: In „Misfit“ geht es darum, dass es okay ist, anders zu sein. Was ist an dir nicht perfekt?

Selina: Meine Schüchternheit. Wegen ihr werde ich oft als arrogant abgestempelt. Mit meinem Schauspiellehrer habe ich daran gearbeitet und gelernt, die Schüchternheit nicht als Schwäche zu sehen. Jeder Mensch ist anders, sonst wär’s ja langweilig.

Interview mit Katrin Adt

(Fotos: © Lichtgut/A. Zweygarth)

Katrin Adt ist Leiterin des Produktbereichs smart bei der Daimler AG. Eine Frau, die wahrscheinlich außerhalb der Autobranche kaum einer kennt. Dennoch war ich sofort fasziniert von ihr und ihrer Vita. Beeindruckend, was diese Frau alles erreicht hat. Ich war sehr erfreut, dass sie sich tatsächlich eine ganze Stunde Zeit genommen und uns Kinderreportern erklärt hat, dass Elektroautos die Zukunft der Autos in der Stadt sind.

Leonie: Gibt es eigentlich genug Ladestationen für Elektroautos?

Katrin Adt: Es gibt schon viele öffentliche Ladestationen in den Städten. Und wenn die Kunden das haben wollen, dann wird es diese auch geben. Zu Beginn des Autofahrens hat man in der Apotheke getankt, es gab keine Tankstellen, die entstanden erst mit der Nachfrage.

Leonie: Fahren Sie selbst einen smart?

Katrin Adt: Draußen steht ein blauer smart, das ist mein Schlumpf! Ich liebe dieses Auto, denn es ist ein Cabrio, und ich fahre gerne offen. Ich bin auch schon sehr viel früher smart gefahren. Schwierig ist es nur, wenn meine Kinder noch Freunde irgendwohin mitnehmen wollen. Dann wird es zu eng. Manchmal braucht man auch ein größeres Auto, aberim Stadtverkehr reicht ein smart normalerweise. Aber es gibt ja auch noch die größere Variante, die fourfours.

Leonie: Sie haben beruflich schon viel gemacht und auch jetzt einen Fulltimejob. Wie geht das denn mit dem Familienleben?

Katrin Adt: Mein Mann kann sich seine Zeit ein bisschen besser einteilen, und wir konnten uns gemeinsam um die Kinder kümmern. Wenn man alles gut plant, geht das – auch wenn nicht jeden Nachmittag ein frisch gebackener Kuchen auf dem Tisch steht. Hauptsache, alle fühlen sich wohl. Mittlerweile sind meine Kinder 14 und 16 Jahre alt, da brauchen sie nicht mehr so viel Betreuung.

Leonie: Als Kind waren Sie viel im Ausland, wie war das?

Katrin Adt: Das ist einerseits sehr spannend, andererseits musste ich als Kind häufig umziehen und Freunde zurücklassen. Das war anstrengen. Meine Kinder sollen in Stuttgart ihre Heimat haben und an einem Ort aufwachsen.

Interview mit Andreas Hinkel

Als Ferienreporterin habe ich diesen Sommer bereits über einige meiner Hobbys geschrieben: übers Tanzen und über meine Leidenschaft zum Lesen und Schreiben, so dass eigentlich nur noch der Fußball fehlt. Ja, ich bin ein Mädchen und spiele Fußball. Vielleicht mögen einige sagen, dass mir hierzu das Talent fehlt. Das mag wohl sein. Aber ich liebe den Fußball und das wichtigste im Leben ist doch nicht, dass man in allen Dingen perfekt ist, sondern dass man Spaß hat. Und den habe ich. Schon mit 5 Jahren war ich ein großer Fan des Fußballs und so gab es nach der WM 2014 kein Halten mehr – ich musste unbedingt selbst spielen.

Also habe ich mir überlegt, dass ich mal etwas ganz besonderes zum Thema Fußball mache. Ich habe mich mit dem ehemaligen Fußballprofi Andreas Hinkel getroffen und mich mit ihm so von Fußballerin zu Fußballer unterhalten.

Leonie: Herr Hinkel, wann haben Sie mit dem Fußballspielen angefangen?

Andreas Hinkel: Das war, glaube ich, so mit vier oder fünf.

Leonie: Haben Sie schon immer gewusst, dass Sie mal Profi-Fußballer werden wollen?

Andreas Hinkel: Nein, das natürlich nicht, aber Fußball hat mir einfach so viel Spaß gemacht. Erst als ich 15 oder 16 war, hat man dann tatsächlich realisiert, dass ich Profi werden könnte.

Leonie: Hatten Sie auch einen Plan B, falls das mit dem Fußball nicht klappen würde?

Andreas Hinkel: Ja, ich habe eine Ausbildung noch nebenher gemacht und diese habe ich auch abgeschlossen. Das ist heute gar nicht mehr so üblich für die Spieler.

Leonie: Wer war Ihr Fußball-Vorbild, als Sie noch ein kleiner Junge waren?

Andreas Hinkel: Mit der Zeit gab es mehrere Vorbilder. Ganz früher, als ich klein war, da waren das die Spieler von der WM 1990, z.B. Pierre Littbarski. Beim VfB war es Ludwig Kögl. Später, als ich älter war, da habe ich dann nach Spielern gesucht, die auf meiner Position gespielt haben. Da war es dann Lilian Thuram, der hat für Frankreich gespielt. Das war so ungefähr 1998.

Leonie: An welches Tor erinnern Sie sich besonders gerne?

Andreas Hinkel: Tore habe ich ja nicht besonders viele geschossen in meiner Karriere. Aber dadurch kann ich mich an jedes ziemlich gut erinnern. Natürlich ist das erste Bundesligator etwas Besonderes, das war zuhause in Stuttgart gegen Dortmund. Ein ganz wichtiges Tor war auch mein allererstes Tor, das war in der Champions League und sicherte dem VfB das Weiterkommen in die nächste Runde.

Leonie: Was war das spannendste Erlebnis in Ihrer Karriere?

Andreas Hinkel: Es gab sicherlich ein paar Highlights. Eins davon war hier beim VfB, bei einem Champions League-Spiel gegen Manchester United. Das war das erste Champions League-Spiel für den VfB Stuttgart. Wir waren der Außenseiter und haben das Spiel aber 2:1 gewonnen. Das war was ganz besonderes.

Leonie: Gab es ein besonders trauriges Erlebnis in Ihrer Karriere?

Andreas Hinkel: Bei einem Rückspiel in Sevilla in Spanien ist während dem Spiel ein Mitspieler von mir zusammengebrochen. Er hatte mit dem Herzen Probleme und ist dann im Krankenhaus verstorben. Das war ein ganz schlimmes Erlebnis.

Leonie: Wie geht es jetzt in Ihrer Trainer-Karriere weiter? Haben Sie schon irgendwelche Pläne?

Andreas Hinkel: Momentan mach ich den Fußballlehrer. Das ist die höchste Lizenz, die man als Trainer erwerben kann und wenn ich es schaffe, die zu erwerben, dann darf ich alles trainieren, was man trainieren kann. Dann darf ich in der Bundesliga, in der zweiten Liga oder in der dritten Liga trainieren. Ich habe mir aber noch nicht Gedanken gemacht, wen oder was ich trainieren will, ob ich dann Bundesligatrainer werde oder einfach mit Kindern arbeiten möchte. Ich habe auch in der Jugendabteilung beim VfB in unterschiedlichen Altersklassen gearbeitet – also mit Jungs, Jugendlichen und Erwachsenen. Das hat Spaß gemacht, alles kennenzulernen.

Leonie: Gibt es noch Freundschaften zwischen Ihnen und alten Kollegen, treffen Sie sich vielleicht auch noch mit manchen?

Andreas Hinkel: Ja, Freundschaft ist ein großes Wort. Mit manchen bin ich noch in Kontakt, aber es fehlt einfach auch die Zeit dazu. Unter einer Freundschaft stellt man sich vor, dass man viel Zeit miteinander verbringt. Freundschaft ist vielleicht aber auch etwas, wo man weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann. Ich habe aber immer noch Kontakt zu dem ein oder anderen Spieler von früher. Aber ich habe ja auch vier Kinder, von daher verbringe sehr viel Zeit mit meiner Familie. 

Leonie: Ihre Kinder spielen auch Fußball. Wenn Sie dann mal am Feldrand stehen und zugucken, wie reagieren die anderen Eltern dann?

Andreas Hinkel: Ganz normal eigentlich. Wir kennen uns mittlerweile und ich würde auch nie zum Trainer hingehen und sagen, wie er was machen soll.

Leonie: Haben Sie einen Tipp an alle kleinen Kinder da draußen, die auch Profi-Fußballer werden wollen? 

Andreas Hinkel: Die Grundvoraussetzung sollte für jeden sein, dass man Spaß hat. Man sollte auch eine gewisse Motivation haben. Wichtig ist, dass man Freude zum Fußball hat.

Leonie: Fühlen Sie sich hier im Umkreis Winnenden oder allgemein im Schwabenland wohl? Können Sie hier ein Familienmensch sein oder werden Sie oft auf der Straße angesprochen und nach Autogrammen und Fotos gefragt?

Andreas Hinkel: Das geht eigentlich. Ich denke, dass ich schon erkannt werde – immer wieder auch. Und ab und zu kommt dann auch einer auf mich zu und sagt, wie präsent ich im Schwabenland bin. Es ist eigentlich ziemlich unmöglich nicht erkannt zu werden. Aber viele Kinder und Jugendliche kennen mich gar nicht mehr, weil ich früher Fußball gespielt habe. Die Erwachsenen, die kennen mich teilweise noch. Aber dadurch, dass ich fast tagtäglich hier in Winnenden unterwegs bin, glaube ich, ist es nicht mehr außergewöhnlich, mich zu treffen. Das ist aber auch ganz gut so. Ich war zwar ein guter Fußballer, aber ich bin ja auch ein ganz normaler Mensch. 

Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe in den letzten Jahren als Kinderreporterin einige bekannte Musiker, Schriftsteller und Fußballer interviewen dürfen und dabei einiges erlebt. Dankbar bin ich vor allem denen, die sich für Kinder Zeit nehmen und Kinder in ihrem Tun ernst nehmen, so wie Andreas Hinkel.