{Rezension} The Ruling Class
Mörderische Geheimnisse
(Bd. 1 der „The Ruling Class“-Reihe)

The Ruling Class
Mörderische Geheimnisse
(Bd. 1 der „The Ruling Class“-Reihe)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31792-1
Ersterscheinung: 16.04.2026

Jedes Problem hat seinen Preis…

Inhalt:
Als Tess nach Washington D.C. zu ihrer älteren Schwester Ivy zieht, wird sie plötzlich mit einer völlig neuen Welt konfrontiert. Während Tess bisher ein eher ruhiges Leben auf der Ranch ihres Großvaters geführt hat, bewegt sich Ivy in den Kreisen der politischen Elite und hat dort einen ungewöhnlichen Beruf: Sie ist eine Problemlöserin, die dafür sorgt, dass die Geheimnisse und Skandale einflussreicher Menschen verschwinden. An Tess‘ neuer, exklusiver Schule wird deshalb schon bald erwartet, dass auch sie diese Fähigkeit besitzt. Doch als Tess immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Mitschüler und die Machenschaften rund um ihre Schwester hineingezogen wird, merkt sie schnell, dass es hier um weitaus mehr als harmlose Schulprobleme geht. Und plötzlich muss sie herausfinden, wem sie überhaupt noch vertrauen kann, bevor sie selbst in Gefahr gerät.

Meinung:
Ich habe die Bücher von Jennifer Lynn Barnes bisher sehr gerne gelesen und war deshalb gespannt auf ihre neue Dilogie. Das Grundkonzept mit einer exklusiven Highschool, den Kindern der politischen Elite, jeder Menge Geheimnissen und einer Schwester, die als Problemlöserin für die Mächtigen arbeitet, hat mich direkt angesprochen. Mit Tess musste ich anfangs allerdings erst etwas warm werden. Sie ist ziemlich direkt, dickköpfig und handelt manchmal etwas impulsiv. Gleichzeitig mochte ich ihr starkes Gerechtigkeitsgefühl und ihre schlagfertige Art sehr gerne. Sie lässt sich nicht einschüchtern, hinterfragt die Dinge und versucht selbst herauszufinden, was hinter den Geheimnissen ihrer Schwester und ihrer Mitschüler steckt. Im Laufe der Geschichte wurde sie mir dadurch immer sympathischer. Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen Tess und Ivy. Ivy bleibt lange schwer einzuschätzen, und auch Tess weiß nicht so recht, ob sie ihrer Schwester vertrauen kann. Genau dieses Gefühl hat sich für mich auch auf die anderen Charaktere übertragen. Asher, Vivvie und Henry mochte ich sehr gerne, gleichzeitig habe ich immer wieder hinterfragt, wer welche Geheimnisse hat und wem Tess wirklich vertrauen kann. Vor allem Asher hat mit seiner humorvollen und lockeren Art für einige schöne und unterhaltsame Momente gesorgt. Das Miträtseln hat mir insgesamt richtig viel Spaß gemacht. Jennifer Lynn Barnes streut immer wieder neue Hinweise ein, sodass man ständig versucht, die Zusammenhänge zu erkennen. Einige Dinge konnte ich tatsächlich erahnen, bei einem anderen Twist lag ich dagegen komplett daneben. Einen bestimmten Plot-Twist fand ich allerdings etwas vorhersehbar, vor allem weil ich die Bücher der Autorin bereits kenne. Auch das Setting in Washington D.C. hat mir gut gefallen. Die Welt der politischen Elite und die exklusive Schule sorgen für eine spannende Atmosphäre, wobei ich mich gerade am Anfang erst einmal in den vielen Namen, Beziehungen und politischen Zusammenhängen zurechtfinden musste. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte an manchen Stellen außerdem etwas mehr Spannung vertragen. Deshalb würde ich das Buch eher als Jugendbuch mit Mystery-, Crime- und Thriller-Elementen bezeichnen und weniger als klassischen Thriller. Dafür hat mich der Schreibstil wieder einmal überzeugt. Die Geschichte liest sich unglaublich flüssig. Auch die Familiendynamik zwischen Tess, Ivy und ihrem Großvater hat mir gefallen, wobei ich mir gerade bei der Beziehung zu ihrem Großvater noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Insgesamt hatte ich aber wirklich viel Spaß mit der Geschichte. Sie verbindet Geheimnisse, Freundschaft, Familie, politische Intrigen und eine spannende Suche nach der Wahrheit auf eine unterhaltsame Weise. Da Band zwei gerade erst erschienen ist, habe ich mit dem Lesen bewusst gewartet, sodass ich beide Bände direkt hintereinander lesen kann. Nach diesem Ende bin ich deshalb umso gespannter, wie es mit Tess und Ivy weitergeht!

Fazit:
„The Ruling Class – Mörderische Geheimnisse“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein spannender Auftakt voller Geheimnisse, Intrigen, Machtspiele und interessanter Charaktere. Besonders Tess und ihre Entwicklung sowie die komplizierte Beziehung zu ihrer Schwester Ivy haben mir gefallen, während das politische Setting für eine besondere Atmosphäre sorgt. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternchen und bin schon sehr gespannt, wie es mit Tess und Ivy weitergeht.

{Rezension} Das Honeycrisp B&B
(Bd. 1 der „Harvest-Hollow“-Reihe)

Das Honeycrisp B&B
(Bd. 1 der „Harvest-Hollow“-Reihe)
von Valerie Bowman

Penguin Verlag
Paperback
New Adult
384 Seiten
Originaltitel: The Honeycrisp Orchard Inn
ISBN: 978-3-328-113463-5
Ersterscheinung: 12.08.2026

Liebe ist wie Cider: süß, prickelnd und manchmal überraschend stark

Inhalt:
Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Ende ihrer Beziehung steht die 29-jährige Eventplanerin Ellie Lawson plötzlich vor einem ziemlichen Scherbenhaufen. Als ihre Mutter sie anruft und sie bittet, bei den Vorbereitungen für das bevorstehende Harvest Festival in ihrer Heimatstadt Harvest Hollow auszuhelfen, kommt ihr die Gelegenheit gerade recht. Voller Ideen und Tatendrang stürzt sie sich in die Organisation. Allerdings nicht ganz zur Freude von Aiden, ihrem ehemaligen besten Freund aus Kindheitstagen. Die beiden haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie das Festival gestaltet werden sollte, und ausgerechnet dann müssen sie sich auch noch die Dachgeschosswohnung über dem B&B teilen. Zwischen gemeinsamer Arbeit, alten Erinnerungen, herbstlicher Kleinstadtidylle und neu entdeckten Gefühlen kommen sich Ellie und Aiden langsam wieder näher.

Meinung:
Was mich an der Geschichte von Anfang an besonders abgeholt hat, war die unglaublich gemütliche Atmosphäre. Schon die Kombination aus einer kleinen Stadt, einem familiengeführten B&B, einer Apfelplantage, Cider, frisch gebackenen Donuts und dem bevorstehenden Harvest Festival schreit für mich förmlich nach Herbst. Beim Lesen hatte ich direkt das Gefühl, mitten in dieser kleinen, charmanten Stadt zu stehen und den Herbst in vollen Zügen genießen zu können. Ich hatte beim Lesen direkt Bilder von bunten Blättern, warmen Pullovern, Kerzen und einem heißen Getränk in der Hand im Kopf. Harvest Hollow hat dadurch etwas unglaublich Heimeliges an sich und vermittelt genau dieses Gefühl von einem Ort, an den man am liebsten selbst reisen würde. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht, sondern auch die Gemeinschaft von Harvest Hollow. Die Bewohner halten zusammen, helfen einander und kümmern sich umeinander. Dadurch hatte die Geschichte für mich einenganz besonderen Wohlfühlfaktor. Auch die vielen Nebencharaktere konnten mich begeistern, weil sie der Handlung Leben eingehaucht haben. Manche von ihnen waren vielleicht ein wenig schrullig, aber genau das hat für mich wunderbar zu dieser Kleinstadt gepasst. Und natürlich darf auch Pumpkin nicht unerwähnt bleiben, denn der kleine tierische Star hat sich mit seinen Auftritten definitiv einen Platz in meinem Herzen gesichert. Ellie mochte ich als Protagonistin sehr gerne. Sie ist kreativ, ehrgeizig und voller Ideen, muss aber gleichzeitig erst einmal herausfinden, was sie eigentlich selbst vom Leben möchte. Gerade ihre Entwicklung hat mir gefallen, weil sie nicht plötzlich eine völlig andere Person wird, sondern nach und nach lernt, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche wieder ernst zu nehmen. Manchmal hätte ich sie zwar gerne ein kleines bisschen geschüttelt, weil sie sich meiner Meinung nach unnötig selbst im Weg stand, aber gerade dadurch wirkte sie für mich auch menschlich und greifbar. Auch Aiden hat mir gut gefallen. Besonders mochte ich, dass die Geschichte nicht einfach darauf setzt, dass die beiden als ehemalige beste Freunde plötzlich wieder dort weitermachen, wo sie als Kinder aufgehört haben. Stattdessen müssen Ellie und Aiden einander tatsächlich neu kennenlernen. Beide haben sich verändert und bringen ihre eigenen Vorstellungen und Erfahrungen mit. Dadurch entwickelt sich ihre Beziehung für mich wesentlich glaubwürdiger. Die Romance zwischen den beiden war für mich überhaupt ein großer Pluspunkt. Ich mochte es, dass sich ihre Gefühle langsam entwickeln und nicht alles sofort auf eine große Liebesgeschichte hinausläuft. Gerade die erzwungene Nähe sorgt für einige schöne und unterhaltsame Momente, während die beiden gleichzeitig lernen, wieder Vertrauen zueinander aufzubauen. Ihre Chemie war für mich gut spürbar, und ich fand es angenehm, dass nicht ständig künstliches Drama erzeugt wurde. Stattdessen entsteht die Beziehung vor allem durch gemeinsame Erlebnisse, Gespräche und die vielen kleinen Momente zwischendurch. Genau das hat für mich gut funktioniert. Gleichzeitig muss ich sagen, dass ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr emotionaleTiefe zwischen Ellie und Aiden gewünscht hätte. Obwohl die beiden grundsätzlich eine schöne Dynamik haben, war mir ihre Verbindung zwischendurch fast ein wenig zu zurückhaltend. Für mich hätte die Geschichte durchaus noch ein paar intensivere Momente vertragen können. Trotzdem hat der Slow Burn insgesamt gut zur gemütlichen und eher leichten Ausrichtung der Geschichte gepasst. Der Schreibstil von Valerie Bowman liest sich locker, flüssig und angenehm. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und konnte mir Harvest Hollow, das B&B und die Apfelplantage sehr gut vorstellen. Die Geschichte ist nicht besonders schwer oder dramatisch, sondern möchte vor allem unterhalten und ein gutes Gefühl vermitteln. Und genau das gelingt ihr meiner Meinung nach ziemlich gut. Für mich hatte das Buch stellenweise die Atmosphäre eines gemütlichen Wohlfühlfilms: Man weiß ungefähr, worauf alles hinausläuft, und genau deshalb kann man sich entspannt zurücklehnen und die Reise genießen. Es gibt Humor, Romantik, Kleinstadtchaos und jede Menge Herbststimmung, ohne dass die Handlung unnötig kompliziert wird. Wer Geschichten wie „Gilmore Girls“ mag und Gefallen an charmanten Small-Town-Romances findet, dürfte sich hier vermutlich sehr schnell wohlfühlen.

Fazit:
„Das Honeycrisp B&B“ von Valerie Bowman ist eine gemütliche Herbstromance mit sympathischen Charakteren, einer charmanten Kleinstadt und ganz viel Wohlfühlatmosphäre. Besonders Ellie und Aiden sowie ihre langsam entstehende Liebesgeschichte haben mir gut gefallen, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr emotionale Tiefe gewünschthätte. Apfelplantage, Cider, Harvest Festival und die liebevolle Gemeinschaft von Harvest Hollow machen das Buch zu einer perfekten Lektüre für gemütliche Herbsttage. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Autumn Secrets
(Bd. 2 der „Seasons by the Sea“-Reihe)

Autumn Secrets
(Bd. 2 der „Seasons by the Sea“-Reihe)
von Sarah Fulmar

Lübbe
Paperback
Slow Burn Romance
320 Seiten
ISBN: 978-3-757-70229-8
Ersterscheinung: 31.08.2026

Inhalt:
Penelope Anderson lebt und arbeitet als ehrgeizige Unternehmensberaterin in London und hat ihren beruflichen Weg fest im Blick. Nach einer besonders stressigen Zeit nimmt sie sich jedoch eine Auszeit und kehrt dafür nach St. Ives in Cornwall zurück. Dort übernimmt sie die Organisation der traditionellen Herbstwanderung und trifft dabei ausgerechnet auf Nathan Reeve, ihren ehemaligen Jugendschwarm und den besten Freund ihres Bruders. Nathan ist Farmer, dreizehn Jahre älter als Penelope und fest in St. Ives verwurzelt. Die beiden geraten zunächst immer wieder aneinander, doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto schwieriger wird es, die gegenseitige Anziehung zu ignorieren. Während zwischen ihnen langsam alte Gefühle und neue Nähe entstehen, stellt sich allerdings die Frage, ob ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe überhaupt miteinander vereinbar sind. Denn während Penelope ihre Zukunft in London sieht, hängt Nathans Herz an Cornwall.

Meinung:
Auf diesen zweiten Band der Reihe hatte ich mich bereits im Vorfeld vor allem deshalb gefreut, weil mich die Kombination aus Cornwall, Herbst, einer Cozy Romance und einer langsamen Annäherung sofort angesprochen hat. Das Setting in St. Ives hat auch diesmal wieder etwas sehr Wohliges an sich. Ich konnte mir die Küste, die Landschaft und die kleinen Wege rund um den Ort gut vorstellen und hatte beim Lesen durchaus dieses Gefühl, gedanklich für eine Weile nach Cornwall zu reisen. Gerade die Szenen rund um die Herbstwanderung haben mir dabei besonders gut gefallen, weil hier das Setting und die Geschichte schön miteinander verbunden wurden. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass bei mir das große Herbstgefühl, das ich mir aufgrund des Titels und der Aufmachung erhofft hatte, nicht ganz angekommen ist. Es gibt natürlich herbstliche Elemente, aber ich hatte mir insgesamt noch mehr davon gewünscht. Für mich stand tatsächlich St. Ives als Küstenort stärker im Vordergrund als der Herbst selbst. Das fand ich ein bisschen schade, weil ich gerade bei einer Cozy Romance mit diesem Thema auf ganz viel Herbststimmung gehofft hatte: Auf Spaziergänge durch buntes Laub, kalte Herbsttage, gemütliche Abende, warme Getränke und dieses typische Gefühl, das man bekommt, wenn man sich am liebsten mit einem Buch und einer Decke einkuscheln möchte. Penelope und Nathan waren für mich dabei eine interessante, aber nicht ganz unkomplizierte Kombination. Nathan mochte ich insgesamt sehr gerne. Seine eher verschlossene, grummelige Art, sein trockener Humor und seine kurzen Bemerkungen haben mir gut gefallen. Hinter seiner zunächst etwas abweisenden Fassade steckt deutlich mehr, und je besser man ihn kennenlernt, desto nachvollziehbarer wird, warum er Menschen lieber auf Abstand hält. Gerade seine Vergangenheit und die Verantwortung, die er trägt, machen ihn zu einer Figur, die für mich etwas mehr Tiefe bekommen hat. Auch seine Hündin Mopey fand ich einfach sympathisch. Mit Penelope hatte ich dagegen so meine Schwierigkeiten. Ich konnte ihren Ehrgeiz und ihren Wunsch nach einer erfolgreichen Karriere grundsätzlich nachvollziehen. Auch der Gedanke, das eigene Leben nicht für eine Beziehung komplett aufgeben zu wollen, ist für mich absolut verständlich und eigentlich ein interessanter Konflikt. Trotzdem hat mich ihre Art an einigen Stellen ziemlich genervt. Gerade ihre teilweise bissige und sture Art Nathan gegenüber konnte ich nicht immer nachvollziehen. Es gab Momente, in denen ich mir gewünscht hätte, dass sie etwas mehr über ihre eigenen Wünsche und Motive nachdenkt, anstatt sich so sehr an ihrem bisherigen Lebensplan festzuhalten. Genau dieser Konflikt zwischen Penelope und Nathan war für mich gleichzeitig eine der interessantesten Seiten der Geschichte. Denn eigentlich geht es gar nicht nur um die Frage, ob die beiden Gefühle füreinander haben. Viel spannender ist die Frage, ob zwei Menschen mit so unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben überhaupt einen gemeinsamen Weg finden können, ohne dass einer von beiden sich selbst aufgeben muss. Penelope gehört nach London, zu ihrer Karriere und ihrem bisherigen Leben, während Nathan in St. Ives verwurzelt ist. Das hätte meiner Meinung nach sehr viel emotionales Potenzial gehabt. Leider wurde dieses Potenzial für mich nicht immer vollständig ausgeschöpft. Besonders bei der Liebesgeschichte hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Die Entwicklung zwischen Penelope und Nathan ging teilweise schneller voran, als es für eine Slow-Burn-Romance für mich passend gewesen wäre. Ich hätte gerne mehr von den kleinen Momenten zwischen ihnen gelesen, mehr Gespräche, mehr gegenseitiges Kennenlernen und vor allem mehr von dem Gefühl, warum ausgerechnet diese beiden füreinander wichtig werden. Es gab durchaus schöne Szenen, aber emotional hat mir an einigen Stellen einfach noch etwas gefehlt. Auch die Kommunikation zwischen den beiden hätte für mich besser funktionieren dürfen. Es gab Situationen, in denen ich beide am liebsten einmal ordentlich geschüttelt hätte. Gerade weil sie an anderen Stellen durchaus vernünftig miteinander sprechen konnten, fand ich es manchmal schade, dass sie sich ihre Probleme unnötig schwer gemacht haben. Der Schreibstil hat mir dagegen wieder gut gefallen. Die Geschichte liest sich flüssig, locker und angenehm. Die eher kurzen Kapitel haben zusätzlich dafür gesorgt, dass ich immer wieder schnell weiterlesen konnte. Ich mag es, wenn ein Buch sich so unkompliziert lesen lässt und man ohne große Anstrengung in die Geschichte zurückfindet. Dadurch war „Autumn Secrets“ für mich trotz meiner Kritik ein richtig guter Roman für gemütliche Lesestunden. Was mir ebenfalls gefallen hat, war die Entwicklung der Figuren. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung nachvollziehen konnte, fand ich den Gedanken schön, dass Penelope und Nathan im Laufe der Geschichte ihre bisherigen Vorstellungen hinterfragen müssen. Beide beginnen zu erkennen, dass das Leben nicht unbedingt nach dem Plan verlaufen muss, den man sich irgendwann einmal zurechtgelegt hat. Gerade diese Botschaft hat für mich gut zur Geschichte gepasst. Das Ende war für mich allerdings wieder etwas zu schnell. Nachdem vorher vieles relativ ausführlich aufgebaut wurde, ging mir gerade zum Schluss einiges zu plötzlich. Ich hätte mir gewünscht, dass bestimmte Entscheidungen und Veränderungen noch etwas mehr Raum bekommen und man stärker miterlebt, wie Penelope und Nathan zu ihren jeweiligen Entscheidungen kommen. Dadurch hätte die Geschichte für mich emotional noch einmal deutlich gewinnen können. Insgesamt hatte ich also durchaus schöne Lesestunden in St. Ives. „Autumn Secrets“ ist für mich kein schlechtes Buch – ganz im Gegenteil. Es ist eine angenehme, locker zu lesende Romance mit einem tollen Schauplatz, sympathischen Nebenfiguren und einem interessanten Konflikt rund um Liebe, Karriere und unterschiedliche Lebensentwürfe. Allerdings haben mir an einigen Stellen die Tiefe, die Intensität der Gefühle und das ganz besondere Herbstgefühl gefehlt. Nach dem Lesen bleibt bei mir deshalb vor allem das Gefühl zurück, dass die Geschichte wirklich nett war, aber mit etwas mehr emotionaler Ausarbeitung noch viel stärker hätte sein können.

Fazit:
„Autumn Secrets“ von Sarah Fulmar ist eine gemütliche Cornwall-Romance mit einem schönen Setting, sympathischem Kleinstadtflair und einer interessanten Geschichte über unterschiedliche Lebensentwürfe. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Mistakes were made
(Bd. 2 der „Story Lake“-Reihe)

Mistakes were made
(Bd. 2 der „Story Lake“-Reihe)
von Lucy Score

Forever by Ullstein
Paperback
624 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-98978-014-9
Ersterscheinung: 25.06.2026

Inhalt:
Nach ihrem beruflichen Absturz in New York verschlägt es die Literaturagentin Zoey Moody in die beschauliche Kleinstadt Story Lake. Während sie eigentlich nur darauf wartet, mit ihrer einzigen verbliebenen Klientin Hazel wieder erfolgreich durchzustarten, muss sie sich langsam damit arrangieren, vorerst in der Kleinstadt festzusitzen. Ausgerechnet ihr neuer Vermieter Gage Bishop macht ihr das allerdings nicht gerade leichter. Denn während Gage sich nach einer festen Beziehung und der großen Liebe sehnt, möchte Zoey eigentlich nur etwas Unverbindliches. Zwischen den beiden liegen also nicht nur ihre völlig unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben, sondern auch eine gehörige Portion Anziehung, der sie irgendwann nicht mehr ausweichen können.

Meinung:
Ich habe mich wirklich sehr darauf gefreut, nach Story Lake zurückzukehren. Schon im ersten Band fand ich Zoey als beste Freundin von Hazel unglaublich interessant, weil sie so anders ist als Hazel. Ihre chaotische, schlagfertige und manchmal etwas impulsive Art hat mich schon damals neugierig gemacht, und deshalb war ich sehr gespannt darauf, endlich ihre Geschichte kennenzulernen. Und was soll ich sagen? Story Lake hat mich auch diesmal wieder sofort abgeholt. Ich liebe dieses schrullige Kleinstadt-Setting einfach! Die Bewohner, bei denen gefühlt jeder über alles Bescheid weiß, die Rivalität mit Dominion, die Bishop-Familie und die ganzen kleinen Eigenheiten der Stadt sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. Es fühlt sich beim Lesen ein bisschen wie nach Hause kommen an. Besonders schön fand ich, dass viele bekannte Figuren aus dem ersten Band wieder auftauchen und man sie noch einmal aus einer anderen Perspektive erleben darf. Zoey mochte ich richtig gerne. Sie ist chaotisch, verplant und manchmal ein bisschen drüber, gleichzeitig aber unglaublich loyal, herzlich und zielstrebig. Hinter ihrer selbstbewussten Fassade steckt deutlich mehr, als man zunächst vermutet. Besonders ihre persönliche Entwicklung hat mir gefallen. Sie setzt sich mit Dingen auseinander, die sie lange nicht verstanden hat, und bekommt dadurch auch die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen. Die Thematik rund um ihre Neurodivergenz beziehungsweise ihre Diagnose fand ich interessant und einfühlsam eingebaut. Gerade weil Zoey lange nicht wusste, warum bestimmte Dinge für sie schwieriger sind als für andere, konnte ich viele ihrer Gedanken und Unsicherheiten gut nachvollziehen. An manchen Stellen hätte ich mir hierzu allerdings noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Gage war für mich der perfekte Gegenpol zu Zoey. Er ist strukturiert, verantwortungsbewusst und hat sein Leben scheinbar komplett im Griff, während Zoey eher das Chaos persönlich zu sein scheint. Genau diese Gegensätze haben für viele unterhaltsame Situationen gesorgt. Ich mochte seine ruhige und fürsorgliche Art unglaublich gerne und fand es schön, wie sehr er Zoey unterstützt, ohne sie verändern zu wollen. Gleichzeitig bringt Zoey ihn dazu, spontaner zu werden und nicht immer alles bis ins kleinste Detail zu planen. Die beiden ergänzen sich dadurch richtig gut. Besonders die Chemie zwischen Zoey und Gage hat mir gefallen. Die beiden wissen eigentlich von Anfang an, dass sie völlig unterschiedliche Dinge wollen: Gage sucht die Frau fürs Leben, während Zoey sich auf keinen Fall auf eine feste Beziehung einlassen möchte. Und natürlich funktioniert der Plan, sich voneinander fernzuhalten, überhaupt nicht. Ich mochte die Spannung zwischen ihnen, die witzigen Schlagabtausche und vor allem, dass sich ihre Beziehung nicht einfach von heute auf morgen verändert. Es macht Spaß zu beobachten, wie aus der anfänglichen körperlichen Anziehung langsam mehr entsteht. Auch der Humor war für mich wieder ein großes Highlight. Lucy Score schreibt unglaublich locker und hat ein tolles Gespür für witzige Dialoge. Einige Gespräche zwischen Zoey und Gage haben mich wirklich zum Schmunzeln gebracht, und auch die Nebenfiguren sorgen immer wieder für herrlich schräge Situationen. Teilweise ist der Humor schon ziemlich überspitzt, aber genau das gehört für mich zum typischen Lucy Score-Stil dazu. Wenn man sich darauf einlässt, kann man mit diesem Buch definitiv sehr viel Spaß haben. Trotz der Leichtigkeit bringt die Geschichte auch ernstere Themen mit. Neben Zoeys persönlicher Entwicklung fand ich besonders schön, dass es nicht ausschließlich um die Liebesgeschichte geht. Auch familiäre Themen, Vergebung, persönliche Ziele und der Umgang mit schwierigen Situationen bekommen ihren Raum. Dadurch hatte die Geschichte für mich mehr Tiefe, als man bei einer humorvollen Kleinstadt-RomCom vielleicht zunächst erwarten würde. Die wechselnden Perspektiven von Zoey und Gage haben mir ebenfalls gut gefallen. Gerade bei Gage fand ich es schön, seine Gedanken und Beweggründe kennenzulernen und dadurch besser zu verstehen, was hinter seiner ruhigen Fassade steckt. Beide Figuren wirken dadurch greifbarer und ihre Entwicklung lässt sich gut nachvollziehen. Auch der Spice hat für mich gut funktioniert. Es gibt definitiv einige spicy Szenen, aber im Vergleich zu manch anderen Büchern der Autorin empfand ich die Menge als deutlich besser dosiert. Für mich haben die Szenen die Geschichte nicht überlagert, sondern sich insgesamt gut in die Romance eingefügt. Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings die Länge. Das Buch hat über 600 Seiten und meiner Meinung nach hätte die Geschichte diese Länge nicht unbedingt gebraucht. Gerade am Anfang hat es für mich ein wenig gedauert, bis ich wirklich komplett in der Handlung angekommen bin, und zwischendurch gab es immer wieder Passagen, bei denen ich dachte, dass man sie etwas hätte kürzen können. Einige Situationen und Gespräche wiederholen sich, wodurch sich die Geschichte stellenweise etwas zieht. Das ist schade, denn eigentlich hat die Handlung genug Charme, dass sie auch mit weniger Seiten wunderbar funktioniert hätte. Auch mit der Entwicklung am Ende hatte ich ein kleines Problem. Zoey und Gage haben zunächst sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was sie vom Leben und von einer Beziehung wollen. Dass sie letztendlich einen gemeinsamen Weg finden, hat mir natürlich gefallen, aber mit dem Kompromiss war ich nicht ganz glücklich. Für mich fühlte es sich an manchen Stellen ein wenig zu sehr danach an, als müsste einer von beiden seine Vorstellungen anpassen. Genau deshalb hat mir am Ende noch ein kleines bisschen etwas zu den fünf Sternen gefehlt. Und dann muss ich noch kurz über das Cover sprechen, denn leider passt es für mich überhaupt nicht zur Geschichte. Zoey wird als rothaariger Lockenkopf mit grünen Augen beschrieben und ist außerdem ziemlich modebewusst. Auf dem Cover sehe ich dagegen eine Brünette mit Brille und eher schlichtem Outfit. Auch Gage erkenne ich darin nicht wirklich wieder. Dazu kommt das Fahrrad, das für mich keinen wirklichen Bezug zur Geschichte hat. Ich finde es einfach schade, wenn ein Cover so wenig mit den beschriebenen Figuren und der Handlung übereinstimmt. Gerade weil ich das englische Cover deutlich passender finde, hätte ich mir hier eine stimmigere Gestaltung gewünscht. Insgesamt hatte ich aber wirklich viel Spaß mit dem Buch. Ich liebe diese Mischung aus Kleinstadtchaos, Humor, Romance und Found-Family-Feeling einfach. Zoey und Gage waren für mich ein tolles Paar, Story Lake hat wieder absolutes Wohlfühlpotenzial und die Nebenfiguren machen definitiv Lust darauf, noch länger in dieser Welt zu bleiben. Jetzt bin ich sehr gespannt auf Levis Geschichte und darauf, welche Überraschungen Story Lake noch bereithält.

Fazit:
„Mistakes were made“ von Lucy Score ist eine humorvolle und Kleinstadt-RomCom mit viel Herz, tollen Figuren und einer richtig schönen Chemie zwischen Zoey und Gage. Besonders Story Lake und seine liebenswert-schrulligen Bewohner haben es mir wieder angetan. Trotz einiger Längen und eines kleinen Kritikpunkts bei der Entwicklung von Zoeys und Gages gemeinsamen Zukunftsplänen konnte mich die Geschichte insgesamt sehr gut unterhalten. Dafür gibt es von mir sehr gute 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Die gute Fee mit der schlechten Laune
Der Wunschperlen-Auftrag (Bd. 1)

Die gute Fee mit der schlechten Laune
Der Wunschperlen-Auftrag (Bd. 1)
von Emma Flint
mit Vignetten von Pernille Ørum

Arena Verlag
Hardcover
Kinderbuch
152  Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-401-60828-0
Ersterscheinung: 03.07.2026

Inhalt:
Molli ist eine Fee, die so gar nicht in das Bild einer perfekten guten Fee passen will. Während alle anderen fröhlich sind, Zuckerwatte lieben und sich brav an sämtliche Feenregeln halten, sehnt sie sich nach Abenteuern und findet den Alltag im Feenreich ziemlich langweilig. Als sie endlich die Chance erhält, ihren ersten Auftrag in der Menschenwelt zu übernehmen, geht für sie ein großer Traum in Erfüllung. Allerdings wird ihr mit dem überheblichen Wandelwicht Pepito, der sich in einen Königspudel verwandelt, ein strenger Aufpasser zur Seite gestellt. Gemeinsam geraten die beiden von einer chaotischen Situation in die nächste, während Molli beweisen möchte, dass sie ihren ganz eigenen Weg gehen kann.

Meinung:
Molli war mir vom ersten Moment an unglaublich sympathisch. Sie ist keine typische Bilderbuchfee, sondern herrlich eigensinnig, neugierig und voller Tatendrang. Gerade weil sie nicht perfekt ist, macht sie als Hauptfigur so viel Spaß. Ihre schlechte Laune entsteht nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Langeweile – und das macht sie sehr authentisch. Viele Kinder werden sich vermutlich genau darin wiederfinden, denn nicht jeder passt immer in vorgegebene Erwartungen. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte vermittelt, dass Anderssein nichts Schlechtes ist. Molli versucht zwar immer wieder, den Erwartungen gerecht zu werden, bleibt dabei aber ihrer eigenen Persönlichkeit treu. Diese Botschaft wird ganz natürlich in die Handlung eingebunden und wirkt nie belehrend. Stattdessen zeigt das Buch mit viel Humor, dass gerade die kleinen Ecken und Kanten einen Menschen (oder eben eine Fee) besonders machen. Die Dynamik zwischen Molli und Pepito sorgt immer wieder für witzige Wortgefechte. Pepito nimmt seine Aufgabe als Aufpasser sehr ernst, weiß scheinbar alles besser und bringt Molli damit regelmäßig auf die Palme. Genau dieser Gegensatz macht die beiden aber zu einem unterhaltsamen Gespann. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich ihre Zusammenarbeit glaubwürdig weiter, sodass man beide schnell ins Herz schließt. Auch die Menschenwelt sorgt für viele überraschende und turbulente Momente. Kaum glaubt man, Molli hätte eine Situation im Griff, geht schon wieder etwas schief. Dadurch bleibt die Handlung ständig in Bewegung und wird nie langweilig. Die Mischung aus Magie, Humor und kleinen Missgeschicken hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ein echtes Highlight sind außerdem die kreativen Wortschöpfungen, die immer wieder auftauchen. Sie verleihen der Geschichte ihren ganz eigenen Charme und bringen einen häufig zum Schmunzeln. Gerade beim Vorlesen dürften diese fantasievollen Begriffe für viele Lacher sorgen. Auch optisch ist das Buch wunderschön gestaltet. Das liebevoll gestaltete Cover macht sofort neugierig und die Vignetten von Pernille Ørum lockern den Text wunderbar auf. Die Illustrationen unterstreichen die märchenhafte Atmosphäre, ohne vom Lesen abzulenken. Zusammen mit den hervorgehobenen Wörtern entsteht ein sehr abwechslungsreiches Gesamtbild, das besonders für jüngere Lesende ansprechend ist. Die Geschichte richtet sich zwar an Kinder ab acht Jahren, konnte mich aber ebenfalls bestens unterhalten. Sie verbindet Spannung, Humor und liebenswerte Figuren mit einer wichtigen Botschaft über Individualität und Freundschaft. Gleichzeitig endet das Abenteuer so, dass sofort die Vorfreude auf den nächsten Band geweckt wird.

Fazit:
„Die gute Fee mit der schlechten Laune – Der Wunschperlen-Auftrag“ von Emma Flint ist ein zauberhafter Reihenauftakt mit einer herrlich unperfekten Heldin, die man sofort ins Herz schließt. Die Mischung aus Magie, Humor, Freundschaft und turbulenten Abenteuern sorgt für beste Unterhaltung und vermittelt ganz nebenbei eine schöne Botschaft über das Anderssein. Liebevolle Illustrationen und viele witzige Ideen machen das Buch zusätzlich zu einem echten Hingucker. Von mir gibt es 5 von 5 Sternchen und eine klare Empfehlung für alle, die humorvolle Fantasygeschichten mit starken Figuren lieben.