{Rezension} The French Escape – Love & Lavender(Bd. 1 der „Love & Lavender“-Dilogie)

The French Escape
Love & Lavender
(Bd. 1 der „Love & Lavender“-Dilogie)
von Sarah Fleury

Ravensburger Buchverlag
Paperback
New Adult Romance
544 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-473-58700-1
Ersterscheinung: 24.02.2026

Eine Parfümdynastie.
Ein charmanter Erbe.
Und ein längst vergessener Duft.

Inhalt:
Timothée Colinard ist der Erbe einer berühmten französischen Parfümdynastie. Nach einem folgenschweren Misserfolg bei seiner Ausbildung zum Parfümeur versucht er, den Erwartungen seiner Familie zu entkommen, und flüchtet nach Cannes. Dort trifft er während der Filmfestspiele auf Amber Green, einen gefeierten Hollywoodstar, die trotz ihres Erfolgs mit Einsamkeit und den Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Als die beiden sich näherkommen, entsteht zunächst eine Zweckgemeinschaft, die ihnen jeweils Vorteile bringen soll. Doch zwischen glamourösen Veranstaltungen, dem Duft der Côte d’Azur und ungelösten Familiengeheimnissen entwickeln sich Gefühle, die schon bald nicht mehr gespielt sind.

Meinung:
Dieses Buch hat mich vor allem mit seinem Schreibstil begeistert. Sarah Fleury schreibt unglaublich atmosphärisch, bildhaft und fesselnd. Die Beschreibungen der Côte d’Azur, der Lavendelfelder, der luxuriösen Villen und vor allem der Welt der Düfte haben dafür gesorgt, dass ich völlig in die Geschichte eintauchen konnte. Man spürt förmlich die warme Mittelmeerluft und meint manchmal sogar, die beschriebenen Parfums riechen zu können. Besonders gut gefallen hat mir das ungewöhnliche Setting rund um die Parfümerie. Das hebt die Geschichte angenehm von vielen anderen New-Adult-Romanen ab. Timothées Leidenschaft für Düfte verleiht der Handlung eine besondere Note, und auch die Einblicke in die traditionsreiche Familiengeschichte der Colinards fand ich sehr spannend. Timothée und Amber mochte ich als Protagonisten ebenfalls sehr. Beide tragen ihr eigenes Päckchen mit sich herum und wirken trotz ihres glamourösen Lebens erstaunlich nahbar. Timothées Kampf mit den Erwartungen seiner Familie und seinem Wunsch nach Selbstbestimmung war für mich besonders greifbar. Amber konnte mich ebenfalls überzeugen, da hinter ihrer erfolgreichen Hollywood-Fassade viele Unsicherheiten und Verletzungen verborgen liegen. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig, was hervorragend zum Slow-Burn-Charakter der Geschichte passt. Allerdings ist genau dieses langsame Erzähltempo gleichzeitig auch mein größter Kritikpunkt. Obwohl ich die ruhige Entwicklung der Beziehung grundsätzlich mochte, hatte das Buch für meinen Geschmack einige deutliche Längen. Gerade im Mittelteil ziehen sich manche Szenen, ohne dass die Handlung wirklich voranschreitet. Dadurch wirkte die Geschichte stellenweise etwas langatmig. Hinzu kommt, dass viele der aufgebauten Geheimnisse und Konflikte am Ende noch gar nicht aufgelöst werden. Während des Lesens wächst die Spannung rund um die Familiengeschichte, die Parfümdynastie und verschiedene offene Fragen immer weiter an. Umso enttäuschender fand ich es, dass der Roman schließlich mit einem Cliffhanger endet und viele Antworten bewusst zurückhält. Nach den zahlreichen Andeutungen hatte ich mir zumindest etwas mehr Aufklärung im ersten Band gewünscht. Trotzdem konnte mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten. Der wunderschöne Schreibstil, die besondere Atmosphäre und die sympathischen Figuren haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte gerne gelesen habe und nun natürlich wissen möchte, wie es weitergeht.

Fazit:
„The French Escape – Love & Lavender“ von Sarah Fleury ist ein atmosphärischer und gefühlvoller Auftakt, der mit einem grandiosen Schreibstil, einem außergewöhnlichen Parfüm-Setting und einer glaubwürdigen Slow-Burn-Romance punktet. Besonders die Entwicklung von Amber und Timothée sowie das sommerliche Flair der Côte d’Azur machen das Buch zu einem echten Wohlfühlroman. Aufgrund einiger Längen und des recht offenen Cliffhanger-Endes blieb bei mir jedoch ein kleiner Wermutstropfen zurück. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Worst Date Ever

Worst Date Ever
von Kasie West

Ravensburger Buchverlag
Paperback
New Adult Romance
416 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Originaltitel: We met like this
ISBN: 978-3-473-58688-2
Ersterscheinung: 26.05.2026

Inhalt:
Margot träumt nicht nur davon, als Literaturagentin den nächsten großen Liebesroman zu entdecken, sondern wünscht sich auch für ihr eigenes Leben eine romantische Liebesgeschichte wie aus einem Buch. Dating-Apps sind dabei eigentlich nicht ihr Ding, denn die große Liebe sollte ihrer Meinung nach auf eine viel romantischere Weise entstehen. Umso ärgerlicher, dass ausgerechnet Oliver, mit dem sie einst das schlimmste Date ihres Lebens hatte, immer wieder ihren Weg kreuzt. Obwohl die beiden unterschiedlicher kaum sein könnten und vieles gegen sie spricht, lässt sich die Anziehung zwischen ihnen nicht ignorieren. Zwischen chaotischen Gefühlen, beruflichen Herausforderungen und jeder Menge humorvoller Schlagabtausche müssen Margot und Oliver herausfinden, ob Gegensätze sich tatsächlich anziehen.

Meinung:
Ich habe Kasie Wests Jugendbücher schon immer geliebt und bin quasi mit ihren Geschichten aufgewachsen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie nun auch für ein erwachseneres Publikum schreibt. Und was soll ich sagen? Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen begeistert. Der Schreibstil ist einfach fantastisch. Locker, leicht, humorvoll und gleichzeitig voller Gefühl. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich hatte das Buch gefühlt in einem Atemzug durchgelesen. Genau diese Leichtigkeit gepaart mit emotionalen Momenten macht für mich den besonderen Charme von Kasie West aus. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Margot und Oliver. Die beiden könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Margot ist romantisch, etwas chaotisch, verträumt und oft von ihren eigenen Vorstellungen davon beeinflusst, wie die große Liebe auszusehen hat. Oliver dagegen wirkt bodenständig, ruhig und rational. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – harmonieren die beiden unglaublich gut miteinander. Ihre Dynamik war für mich das absolute Highlight der Geschichte. Vor allem die Dialoge und Nachrichten zwischen den beiden haben mich begeistert. Sie sind witzig, schlagfertig und voller Charme. Man spürt das Knistern von Anfang an und fiebert jeder neuen Unterhaltung entgegen. Gleichzeitig entwickeln die beiden eine Vertrautheit, die sich unglaublich authentisch anfühlt. Ihre Beziehung wirkt nie konstruiert, sondern wächst auf eine natürliche und glaubwürdige Weise. Auch die Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen. Besonders Sloane war eine wunderbare beste Freundin, die Margot unterstützt, ihr aber auch ehrlich die Meinung sagt. Solche Charaktere geben einer Geschichte noch mehr Tiefe und machen die Handlung lebendig. Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, ist, dass die Geschichte nicht ausschließlich von der Liebesgeschichte lebt. Margots berufliche Entwicklung, ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Chef und die Dynamik innerhalb ihrer Familie sorgen für zusätzliche emotionale Ebenen. Gerade Margots persönliches Wachstum fand ich sehr gelungen. Zu sehen, wie sie immer mehr für sich selbst einsteht und lernt, ihren eigenen Wert zu erkennen, war mindestens genauso schön wie die romantische Handlung. Für mich war dieses Buch ein absolutes Wohlfühlbuch. Es hat mich zum Lachen gebracht, zum Schwärmen und immer wieder mitfiebern lassen. Es erinnert daran, dass Liebe manchmal dort auftaucht, wo man sie am wenigsten erwartet, und dass nicht jede perfekte Liebesgeschichte einem perfekten Plan folgen muss. Wer den Glauben an die große Liebe noch nicht aufgegeben hat, wird dieses Buch wahrscheinlich genauso ins Herz schließen wie ich.

Fazit:
Mit „Worst Date Ever“ beweist Kasie West einmal mehr, warum sie zu meinen liebsten Romance-Autorinnen gehört. Die Geschichte von Margot und Oliver ist romantisch, humorvoll, herzerwärmend und voller liebenswerter Momente, die noch lange nach dem Lesen ein Lächeln hinterlassen. Dank des wunderbaren Schreibstils, der großartigen Chemie zwischen den Protagonisten und der perfekten Mischung aus Gefühl und Humor ist dieses Buch für mich ein absolutes Highlight und Wohlfühlbuch geworden. Von mir gibt es dafür ganz klar 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Grumpy Darling
(Bd. 2 der „Darling Devils“-Reihe)

Grumpy Darling
(Bd. 2 der „Darling Devils“-Reihe)
von Alexandra Moody

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene / Sports Romance
464 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0299-7
Ersterscheinung: 19.03.2026

Inhalt:
Paige hat für ihr letztes Highschool-Jahr eine Bucket List erstellt und fast alle Punkte erfolgreich abgehakt. Nur eine Sache fehlt noch: Sie wurde noch nie geküsst. Für sie ist schnell klar, dass sich das endlich ändern muss. Allerdings gestaltet sich die Partnersuche schwieriger als gedacht, denn ihr bester Freund Grayson Darling sorgt mit seinem einschüchternden Ruf als Eishockeyspieler ungewollt dafür, dass sich kaum jemand traut, Paige näherzukommen. Also bittet sie ausgerechnet ihn um Hilfe bei ihren ersten Schritten in die Datingwelt. Was Paige jedoch nicht ahnt: Grayson ist längst nicht so unbeteiligt, wie er vorgibt zu sein, denn hinter seiner grimmigen Fassade verbergen sich Gefühle, die er seit Jahren für sie hegt.

Meinung:
Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe vollkommen begeistern konnte, war ich unglaublich gespannt auf die Geschichte von Paige und Grayson. Schon in „Rival Darling“ haben die beiden als Nebenfiguren mein Interesse geweckt, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, endlich mehr über sie zu erfahren. Und was soll ich sagen? Alexandra Moody hat es erneut geschafft, mich vollkommen in ihre Geschichte hineinzuziehen. Besonders begeistert hat mich die Dynamik zwischen Paige und Grayson. Ihre jahrelange Freundschaft bildet ein wunderschönes Fundament für die Liebesgeschichte. Man spürt von der ersten Seite an, wie sehr die beiden einander vertrauen und wie selbstverständlich sie Teil des Lebens des jeweils anderen geworden sind. Genau deshalb funktioniert die Entwicklung von Freundschaft zu Liebe hier so hervorragend. Paige war für mich eine unglaublich sympathische Protagonistin. Sie ist lebensfroh, herzlich, manchmal etwas chaotisch und gleichzeitig sehr authentisch. Besonders ihre Unsicherheit bezüglich ihrer Zukunft nach der Schule macht sie greifbar und nahbar. Während ihre Mutter von ihr erwartet, längst einen konkreten Lebensplan zu haben, versucht Paige zunächst herauszufinden, wer sie eigentlich sein möchte. Diese Selbstfindung verleiht der Geschichte zusätzlich Tiefe und sorgt dafür, dass sie weit mehr ist als nur eine romantische Liebesgeschichte. Grayson Darling hat mein Herz allerdings komplett erobert. Nach außen wirkt er verschlossen, mürrisch und teilweise sogar einschüchternd. Doch hinter dieser grummeligen Fassade verbirgt sich ein unglaublich loyaler, fürsorglicher und liebevoller Charakter. Besonders sein Beschützerinstinkt gegenüber Paige war einfach zum Dahinschmelzen. Jede Szene, in der er Paige dabei helfen soll, einen anderen Jungen näher kennenzulernen, war gleichermaßen süß, schmerzhaft und unterhaltsam. Der Slow-Burn-Aspekt wurde meiner Meinung nach nahezu perfekt umgesetzt. Alexandra Moody nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Gefühle und setzt dabei auf viele kleine Momente, Blicke, Gespräche und Gesten. Gerade diese scheinbar unspektakulären Szenen haben bei mir für das meiste Herzklopfen gesorgt. Die Spannung zwischen Paige und Grayson ist durchgehend spürbar, ohne dass die Geschichte künstlich dramatisch wirken muss. Auch das Eishockey-Setting hat mir wieder sehr gefallen. Der Sport bleibt zwar eher ein ergänzender Bestandteil der Handlung, sorgt aber dennoch für eine tolle Atmosphäre und stärkt vor allem die Dynamik innerhalb der Darling-Familie. Genau wie schon im ersten Band habe ich die Szenen mit den Darling-Brüdern geliebt. Ihr Zusammenhalt, ihre Neckereien und ihre Loyalität füreinander bringen unglaublich viel Wärme und Humor in die Geschichte. Besonders hervorheben möchte ich außerdem, dass das Buch komplett ohne Spice auskommt. Stattdessen stehen die emotionale Entwicklung, die Freundschaft und die Gefühle der Figuren im Mittelpunkt. Für mich hat das perfekt funktioniert, weil es wunderbar zur Geschichte und zum Alter der Charaktere passt. Die Liebesgeschichte lebt von ihrer emotionalen Intensität und hätte durch explizite Szenen nichts gewonnen. Ein kleiner Kritikpunkt wäre höchstens, dass sich einige innere Konflikte – insbesondere Grays Angst, Paige durch ein Geständnis zu verlieren – stellenweise etwas wiederholen. Wirklich gestört hat mich das jedoch kaum, da ich seine Sorgen durchaus nachvollziehen konnte. Insgesamt überwogen die emotionalen und humorvollen Momente für mich deutlich.

Fazit:
Mit „Grumpy Darling“ ist Alexandra Moody eine wundervolle Friends-to-Lovers Sports Romance gelungen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Besonders die liebevolle Freundschaft der beiden und Grays heimliche Gefühle haben mein Herz im Sturm erobert. Für mich ist dieser Roman ein absolutes Wohlfühlbuch und erhält daher verdiente 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Hold Me Tight
(Bd. 3 der „Richmond Deers“-Reihe)

Hold Me Tight
(Bd. 3 der „Richmond Deers“-Reihe)
von Maike Voß

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
448 Seiten
ISBN: 978-3-453-44261-0
Ersterscheinung: 16.04.2026

Sie will sich nie wieder verlieben.
Doch er ist fest entschlossen, um ihr Herz zu kämpfen.

Inhalt:
Allie Weston ist die Managerin der Richmond Deers und hat ihr Leben normalerweise fest im Griff. Doch nachdem sie ihren Ehemann Owen beim Fremdgehen erwischt hat, steht plötzlich alles auf dem Kopf. Während sie mitten in der Scheidung steckt, kommt sie dem Fußballspieler Neilan Scott näher. Was für Allie zunächst nur eine einmalige Ablenkung sein soll, bedeutet für Neilan deutlich mehr. Er ist schon seit langer Zeit in sie verliebt und nutzt die Chance, ihr endlich näherzukommen. Doch während Neilan offen zu seinen Gefühlen steht, kämpft Allie noch mit den Verletzungen ihrer Vergangenheit und der Frage, ob sie bereit ist, ihr Herz erneut zu öffnen.

Meinung:
Mit diesem Band endet die „Richmond Deers“-Reihe, und obwohl mich die Geschichte nicht ganz so begeistern konnte, war es dennoch ein schöner und emotionaler Abschluss. Besonders Neilan hat für mich das Buch getragen. Er ist vermutlich die größte Green Flag der gesamten Reihe: loyal, geduldig, aufmerksam und immer darauf bedacht, Allie den Raum zu geben, den sie braucht. Gleichzeitig konnte ich allerdings nie ganz nachvollziehen, wie er sich auf eine Situation einlassen konnte, in der er von Anfang an deutlich mehr Gefühle investiert als sie. Seine Hoffnung, dass Allie ihn irgendwann vielleicht ebenfalls lieben könnte, wirkte auf mich stellenweise fast schon unrealistisch selbstlos. Umso mehr habe ich ihm sein Happy End gegönnt. Mit Allie hatte ich dagegen immer wieder meine Schwierigkeiten. Ihre Verletzungen und Ängste nach dem Ende ihrer Ehe waren nachvollziehbar, und ich konnte verstehen, warum sie sich emotional nur langsam auf etwas Neues einlassen wollte. Trotzdem machte sie mir das ständige Hin und Her rund um Owen nicht immer leicht. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sie dadurch unfair gegenüber Neilan handelte, obwohl dieser ihr durchgehend mit Verständnis begegnete. Dadurch blieb sie für mich stellenweise etwas weniger sympathisch, als ich es mir gewünscht hätte. Positiv hervorheben möchte ich erneut das Fußball-Setting. Wie schon in den Vorgängern ist der Sport nicht bloß Kulisse, sondern fest in die Handlung eingebunden. Das Mannschaftsgefühl, die bekannten Figuren aus den vorherigen Bänden und die Dynamik innerhalb des Teams haben dafür gesorgt, dass sich die Geschichte wie eine Rückkehr zu alten Bekannten angefühlt hat. Gerade als Fan der Reihe war es schön, die vertrauten Charaktere noch einmal begleiten zu dürfen. Weniger überzeugen konnte mich die Handlung rund um das Thema Kinderwunsch. Dieser Aspekt wirkte auf mich etwas zu gewollt und wurde für mein Empfinden nicht ganz so natürlich in die Geschichte integriert wie andere Konflikte. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich selbst aktuell keinen persönlichen Bezug zu diesem Thema habe, dennoch fühlte es sich stellenweise etwas aufgesetzt an. Emotional hat mich die Geschichte dennoch erreicht. Vor allem die Nebenfiguren, die familiären Themen und die Entwicklung von Neilan haben dafür gesorgt, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Gleichzeitig fehlte mir manchmal etwas mehr Tiefe in der eigentlichen Liebesgeschichte, da einige Entwicklungen recht schnell gingen und manche Konflikte sich etwas zu lange im Kreis drehten. Trotzdem war ich bis zum Schluss gerne Teil der „Richmond Deers“-Welt und habe mit den Figuren mitgefiebert.

Fazit:
„Hold Me Tight“ von Maike Voß ist ein gefühlvoller Abschluss der „Richmond Deers“-Reihe, der vor allem durch den liebenswerten Neilan Scott und das vertraute Fußball-Setting punktet. Während mich Allies ständiges Schwanken und einige Handlungsaspekte nicht vollständig überzeugen konnten, bietet die Geschichte dennoch viele emotionale Momente und einen gelungenen Abschied von den Deers. Nicht mein Lieblingsband der Reihe, aber ein schöner Abschluss mit viel Herz und liebenswerten Figuren. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Rowing for Love
Im Strom der Gefühle (Bd. 2)

Rowing for Love
Im Strom der Gefühle (Bd. 2)
von Lulu Moore

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
368 Seiten
ISBN: 978-3-453-44258-0
Ersterscheinung: 13.05.2026

Wenn die Liebe hohe Wellen schlägt

Inhalt:
Charlie hat eigentlich nur ein Ziel vor Augen: sein Studium in Oxford erfolgreich abzuschließen und sich voll auf das Rudern zu konzentrieren. Doch dann taucht plötzlich seine Ex-Freundin Evie wieder auf und bringt seine mühsam aufgebaute Ordnung komplett durcheinander. Um sich vor alten Gefühlen und neuem Chaos zu schützen, trifft Charlie eine spontane Entscheidung: Er bittet Violet, die Schwester seines besten Freundes, seine Fake-Freundin zu spielen. Für Violet, die schon lange heimlich Gefühle für Charlie hat, ist das allerdings leichter gesagt als getan. Während gemeinsame Auftritte, gespielte Nähe und kleine Momente immer echter werden, verschwimmen die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität zunehmend. Gleichzeitig müssen beide lernen, ehrlich mit ihren Gefühlen umzugehen und sich zu fragen, ob aus einer gespielten Beziehung vielleicht längst etwas Echtes geworden ist.

Meinung:
Nachdem ich den ersten Band wirklich geliebt habe, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an Charlies Geschichte. Und auch wenn mich dieses Buch nicht ganz so sehr begeistern konnte wie der erste Band, hatte es trotzdem unglaublich viele Momente, die mein Herz weich gemacht haben. Vor allem Charlie und Violet zusammen waren einfach unfassbar süß. Was ich an der Geschichte besonders mochte, war die Dynamik zwischen den beiden. Violet ist keine typische zurückhaltende New-Adult-Heldin, sondern wirkt lebendig, leicht chaotisch und gleichzeitig sehr herzlich. Man spürt von Anfang an, wie lange sie Charlie schon liebt, ohne dass es jemals verzweifelt oder übertrieben wirkt. Ihre Gefühle sind leise, aber konstant, und genau das hat sie für mich so sympathisch gemacht. Charlie dagegen ist deutlich kontrollierter, strukturierter und in vieler Hinsicht das komplette Gegenteil von Violet. Gerade deshalb funktionieren sie zusammen aber so gut. Sie bringen gegenseitig Seiten im anderen hervor, die alleine vielleicht verborgen geblieben wären. Besonders Charlie hat mich überrascht. Ich mochte ihn schon im ersten Band, aber hier lernt man ihn noch einmal ganz anders kennen. Hinter seiner disziplinierten und manchmal etwas verschlossenen Art steckt ein unglaublich aufmerksamer und liebevoller Mensch. Diese kleinen Gesten waren es, die für mich die Beziehung getragen haben. Dass er backt, Shakespeare-Rehearsals besucht oder einfach präsent ist, ohne daraus eine große Sache zu machen, hat ihn unglaublich greifbar gemacht. Er ist keiner dieser übertrieben perfekten Book Boyfriends, sondern eher die Sorte Charakter, die durch Ruhe, Geduld und Ehrlichkeit überzeugt. Und genau das fand ich wunderschön. Generell lebt das Buch viel mehr von Atmosphäre und emotionaler Entwicklung als von großen dramatischen Wendungen. Die Fake-Dating-Thematik steht klar im Mittelpunkt und entwickelt sich langsam zu echten Gefühlen. Gerade dieser Slow-Burn-Aspekt hat mir sehr gefallen, weil sich nichts überstürzt anfühlt. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass sich die Geschichte in der Mitte teilweise etwas gezogen hat. Es passiert nicht wahnsinnig viel außerhalb der Beziehung zwischen Charlie und Violet, weshalb dem Buch stellenweise ein wenig Spannung gefehlt hat. Trotzdem hatte ich nie das Bedürfnis aufzuhören zu lesen, weil die beiden zusammen einfach so angenehm waren. Das Oxford-Setting hat mich wieder komplett abgeholt. Diese Mischung aus Elite-Uni, Traditionen, Rudersport und Theaterwelt erzeugt einfach eine besondere Atmosphäre. Gerade die Verbindung zwischen Charlies Welt im Ruderteam und Violets Leidenschaft fürs Schauspiel hat der Geschichte nochmal etwas Eigenes gegeben. Außerdem liebe ich die Freundesgruppe weiterhin sehr. Dass bekannte Figuren aus Band eins wieder auftauchen, hat sich wie ein kleines Wiedersehen angefühlt und die Reihe noch vertrauter gemacht. Das Buch verzichtet größtenteils auf übertriebenes Drama. Konflikte entstehen zwar, wirken aber nachvollziehbar und nicht künstlich in die Länge gezogen. Auch die Reaktionen von Hugo als Violets Bruder fand ich überraschend emotional, weil dahinter einfach echte Sorge und Freundschaft steckt. Dadurch fühlen sich die Beziehungen untereinander glaubwürdig an. Trotzdem hat mir im Vergleich zum ersten Band ein kleines bisschen dieses besondere Etwas gefehlt. Kate und Oz hatten für mich damals noch mehr emotionale Intensität und Spannung. Charlie und Violet sind dafür ruhiger, softer und deutlich mehr Wohlfühlroman als große emotionale Achterbahn. Und manchmal war mir genau das fast schon ein bisschen zu harmonisch.

Fazit:
„Rowing for Love – Im Strom der Gefühle“ von Lulu Moore ist eine charmante und emotionale College Sports Romance mit viel Herz, einem wunderschönen Oxford-Setting und zwei Hauptfiguren, die perfekt miteinander harmonieren. Besonders die ruhige Entwicklung zwischen Charlie und Violet, die vielen kleinen Gesten und die angenehme Wohlfühlatmosphäre machen das Buch zu einer wirklich schönen Slow-Burn-Liebesgeschichte. Auch wenn der Handlung stellenweise etwas Spannung fehlt und mich Band eins emotional noch stärker packen konnte, habe ich das Lesen sehr genossen. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.