{Rezension} Grumpy Darling
(Bd. 2 der „Darling Devils“-Reihe)

Grumpy Darling
(Bd. 2 der „Darling Devils“-Reihe)
von Alexandra Moody

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene / Sports Romance
464 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0299-7
Ersterscheinung: 19.03.2026

Inhalt:
Paige hat für ihr letztes Highschool-Jahr eine Bucket List erstellt und fast alle Punkte erfolgreich abgehakt. Nur eine Sache fehlt noch: Sie wurde noch nie geküsst. Für sie ist schnell klar, dass sich das endlich ändern muss. Allerdings gestaltet sich die Partnersuche schwieriger als gedacht, denn ihr bester Freund Grayson Darling sorgt mit seinem einschüchternden Ruf als Eishockeyspieler ungewollt dafür, dass sich kaum jemand traut, Paige näherzukommen. Also bittet sie ausgerechnet ihn um Hilfe bei ihren ersten Schritten in die Datingwelt. Was Paige jedoch nicht ahnt: Grayson ist längst nicht so unbeteiligt, wie er vorgibt zu sein, denn hinter seiner grimmigen Fassade verbergen sich Gefühle, die er seit Jahren für sie hegt.

Meinung:
Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe vollkommen begeistern konnte, war ich unglaublich gespannt auf die Geschichte von Paige und Grayson. Schon in „Rival Darling“ haben die beiden als Nebenfiguren mein Interesse geweckt, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, endlich mehr über sie zu erfahren. Und was soll ich sagen? Alexandra Moody hat es erneut geschafft, mich vollkommen in ihre Geschichte hineinzuziehen. Besonders begeistert hat mich die Dynamik zwischen Paige und Grayson. Ihre jahrelange Freundschaft bildet ein wunderschönes Fundament für die Liebesgeschichte. Man spürt von der ersten Seite an, wie sehr die beiden einander vertrauen und wie selbstverständlich sie Teil des Lebens des jeweils anderen geworden sind. Genau deshalb funktioniert die Entwicklung von Freundschaft zu Liebe hier so hervorragend. Paige war für mich eine unglaublich sympathische Protagonistin. Sie ist lebensfroh, herzlich, manchmal etwas chaotisch und gleichzeitig sehr authentisch. Besonders ihre Unsicherheit bezüglich ihrer Zukunft nach der Schule macht sie greifbar und nahbar. Während ihre Mutter von ihr erwartet, längst einen konkreten Lebensplan zu haben, versucht Paige zunächst herauszufinden, wer sie eigentlich sein möchte. Diese Selbstfindung verleiht der Geschichte zusätzlich Tiefe und sorgt dafür, dass sie weit mehr ist als nur eine romantische Liebesgeschichte. Grayson Darling hat mein Herz allerdings komplett erobert. Nach außen wirkt er verschlossen, mürrisch und teilweise sogar einschüchternd. Doch hinter dieser grummeligen Fassade verbirgt sich ein unglaublich loyaler, fürsorglicher und liebevoller Charakter. Besonders sein Beschützerinstinkt gegenüber Paige war einfach zum Dahinschmelzen. Jede Szene, in der er Paige dabei helfen soll, einen anderen Jungen näher kennenzulernen, war gleichermaßen süß, schmerzhaft und unterhaltsam. Der Slow-Burn-Aspekt wurde meiner Meinung nach nahezu perfekt umgesetzt. Alexandra Moody nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Gefühle und setzt dabei auf viele kleine Momente, Blicke, Gespräche und Gesten. Gerade diese scheinbar unspektakulären Szenen haben bei mir für das meiste Herzklopfen gesorgt. Die Spannung zwischen Paige und Grayson ist durchgehend spürbar, ohne dass die Geschichte künstlich dramatisch wirken muss. Auch das Eishockey-Setting hat mir wieder sehr gefallen. Der Sport bleibt zwar eher ein ergänzender Bestandteil der Handlung, sorgt aber dennoch für eine tolle Atmosphäre und stärkt vor allem die Dynamik innerhalb der Darling-Familie. Genau wie schon im ersten Band habe ich die Szenen mit den Darling-Brüdern geliebt. Ihr Zusammenhalt, ihre Neckereien und ihre Loyalität füreinander bringen unglaublich viel Wärme und Humor in die Geschichte. Besonders hervorheben möchte ich außerdem, dass das Buch komplett ohne Spice auskommt. Stattdessen stehen die emotionale Entwicklung, die Freundschaft und die Gefühle der Figuren im Mittelpunkt. Für mich hat das perfekt funktioniert, weil es wunderbar zur Geschichte und zum Alter der Charaktere passt. Die Liebesgeschichte lebt von ihrer emotionalen Intensität und hätte durch explizite Szenen nichts gewonnen. Ein kleiner Kritikpunkt wäre höchstens, dass sich einige innere Konflikte – insbesondere Grays Angst, Paige durch ein Geständnis zu verlieren – stellenweise etwas wiederholen. Wirklich gestört hat mich das jedoch kaum, da ich seine Sorgen durchaus nachvollziehen konnte. Insgesamt überwogen die emotionalen und humorvollen Momente für mich deutlich.

Fazit:
Mit „Grumpy Darling“ ist Alexandra Moody eine wundervolle Friends-to-Lovers Sports Romance gelungen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Besonders die liebevolle Freundschaft der beiden und Grays heimliche Gefühle haben mein Herz im Sturm erobert. Für mich ist dieser Roman ein absolutes Wohlfühlbuch und erhält daher verdiente 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Hold Me Tight
(Bd. 3 der „Richmond Deers“-Reihe)

Hold Me Tight
(Bd. 3 der „Richmond Deers“-Reihe)
von Maike Voß

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
448 Seiten
ISBN: 978-3-453-44261-0
Ersterscheinung: 16.04.2026

Sie will sich nie wieder verlieben.
Doch er ist fest entschlossen, um ihr Herz zu kämpfen.

Inhalt:
Allie Weston ist die Managerin der Richmond Deers und hat ihr Leben normalerweise fest im Griff. Doch nachdem sie ihren Ehemann Owen beim Fremdgehen erwischt hat, steht plötzlich alles auf dem Kopf. Während sie mitten in der Scheidung steckt, kommt sie dem Fußballspieler Neilan Scott näher. Was für Allie zunächst nur eine einmalige Ablenkung sein soll, bedeutet für Neilan deutlich mehr. Er ist schon seit langer Zeit in sie verliebt und nutzt die Chance, ihr endlich näherzukommen. Doch während Neilan offen zu seinen Gefühlen steht, kämpft Allie noch mit den Verletzungen ihrer Vergangenheit und der Frage, ob sie bereit ist, ihr Herz erneut zu öffnen.

Meinung:
Mit diesem Band endet die „Richmond Deers“-Reihe, und obwohl mich die Geschichte nicht ganz so begeistern konnte, war es dennoch ein schöner und emotionaler Abschluss. Besonders Neilan hat für mich das Buch getragen. Er ist vermutlich die größte Green Flag der gesamten Reihe: loyal, geduldig, aufmerksam und immer darauf bedacht, Allie den Raum zu geben, den sie braucht. Gleichzeitig konnte ich allerdings nie ganz nachvollziehen, wie er sich auf eine Situation einlassen konnte, in der er von Anfang an deutlich mehr Gefühle investiert als sie. Seine Hoffnung, dass Allie ihn irgendwann vielleicht ebenfalls lieben könnte, wirkte auf mich stellenweise fast schon unrealistisch selbstlos. Umso mehr habe ich ihm sein Happy End gegönnt. Mit Allie hatte ich dagegen immer wieder meine Schwierigkeiten. Ihre Verletzungen und Ängste nach dem Ende ihrer Ehe waren nachvollziehbar, und ich konnte verstehen, warum sie sich emotional nur langsam auf etwas Neues einlassen wollte. Trotzdem machte sie mir das ständige Hin und Her rund um Owen nicht immer leicht. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sie dadurch unfair gegenüber Neilan handelte, obwohl dieser ihr durchgehend mit Verständnis begegnete. Dadurch blieb sie für mich stellenweise etwas weniger sympathisch, als ich es mir gewünscht hätte. Positiv hervorheben möchte ich erneut das Fußball-Setting. Wie schon in den Vorgängern ist der Sport nicht bloß Kulisse, sondern fest in die Handlung eingebunden. Das Mannschaftsgefühl, die bekannten Figuren aus den vorherigen Bänden und die Dynamik innerhalb des Teams haben dafür gesorgt, dass sich die Geschichte wie eine Rückkehr zu alten Bekannten angefühlt hat. Gerade als Fan der Reihe war es schön, die vertrauten Charaktere noch einmal begleiten zu dürfen. Weniger überzeugen konnte mich die Handlung rund um das Thema Kinderwunsch. Dieser Aspekt wirkte auf mich etwas zu gewollt und wurde für mein Empfinden nicht ganz so natürlich in die Geschichte integriert wie andere Konflikte. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich selbst aktuell keinen persönlichen Bezug zu diesem Thema habe, dennoch fühlte es sich stellenweise etwas aufgesetzt an. Emotional hat mich die Geschichte dennoch erreicht. Vor allem die Nebenfiguren, die familiären Themen und die Entwicklung von Neilan haben dafür gesorgt, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Gleichzeitig fehlte mir manchmal etwas mehr Tiefe in der eigentlichen Liebesgeschichte, da einige Entwicklungen recht schnell gingen und manche Konflikte sich etwas zu lange im Kreis drehten. Trotzdem war ich bis zum Schluss gerne Teil der „Richmond Deers“-Welt und habe mit den Figuren mitgefiebert.

Fazit:
„Hold Me Tight“ von Maike Voß ist ein gefühlvoller Abschluss der „Richmond Deers“-Reihe, der vor allem durch den liebenswerten Neilan Scott und das vertraute Fußball-Setting punktet. Während mich Allies ständiges Schwanken und einige Handlungsaspekte nicht vollständig überzeugen konnten, bietet die Geschichte dennoch viele emotionale Momente und einen gelungenen Abschied von den Deers. Nicht mein Lieblingsband der Reihe, aber ein schöner Abschluss mit viel Herz und liebenswerten Figuren. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Rowing for Love
Im Strom der Gefühle (Bd. 2)

Rowing for Love
Im Strom der Gefühle (Bd. 2)
von Lulu Moore

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
368 Seiten
ISBN: 978-3-453-44258-0
Ersterscheinung: 13.05.2026

Wenn die Liebe hohe Wellen schlägt

Inhalt:
Charlie hat eigentlich nur ein Ziel vor Augen: sein Studium in Oxford erfolgreich abzuschließen und sich voll auf das Rudern zu konzentrieren. Doch dann taucht plötzlich seine Ex-Freundin Evie wieder auf und bringt seine mühsam aufgebaute Ordnung komplett durcheinander. Um sich vor alten Gefühlen und neuem Chaos zu schützen, trifft Charlie eine spontane Entscheidung: Er bittet Violet, die Schwester seines besten Freundes, seine Fake-Freundin zu spielen. Für Violet, die schon lange heimlich Gefühle für Charlie hat, ist das allerdings leichter gesagt als getan. Während gemeinsame Auftritte, gespielte Nähe und kleine Momente immer echter werden, verschwimmen die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität zunehmend. Gleichzeitig müssen beide lernen, ehrlich mit ihren Gefühlen umzugehen und sich zu fragen, ob aus einer gespielten Beziehung vielleicht längst etwas Echtes geworden ist.

Meinung:
Nachdem ich den ersten Band wirklich geliebt habe, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an Charlies Geschichte. Und auch wenn mich dieses Buch nicht ganz so sehr begeistern konnte wie der erste Band, hatte es trotzdem unglaublich viele Momente, die mein Herz weich gemacht haben. Vor allem Charlie und Violet zusammen waren einfach unfassbar süß. Was ich an der Geschichte besonders mochte, war die Dynamik zwischen den beiden. Violet ist keine typische zurückhaltende New-Adult-Heldin, sondern wirkt lebendig, leicht chaotisch und gleichzeitig sehr herzlich. Man spürt von Anfang an, wie lange sie Charlie schon liebt, ohne dass es jemals verzweifelt oder übertrieben wirkt. Ihre Gefühle sind leise, aber konstant, und genau das hat sie für mich so sympathisch gemacht. Charlie dagegen ist deutlich kontrollierter, strukturierter und in vieler Hinsicht das komplette Gegenteil von Violet. Gerade deshalb funktionieren sie zusammen aber so gut. Sie bringen gegenseitig Seiten im anderen hervor, die alleine vielleicht verborgen geblieben wären. Besonders Charlie hat mich überrascht. Ich mochte ihn schon im ersten Band, aber hier lernt man ihn noch einmal ganz anders kennen. Hinter seiner disziplinierten und manchmal etwas verschlossenen Art steckt ein unglaublich aufmerksamer und liebevoller Mensch. Diese kleinen Gesten waren es, die für mich die Beziehung getragen haben. Dass er backt, Shakespeare-Rehearsals besucht oder einfach präsent ist, ohne daraus eine große Sache zu machen, hat ihn unglaublich greifbar gemacht. Er ist keiner dieser übertrieben perfekten Book Boyfriends, sondern eher die Sorte Charakter, die durch Ruhe, Geduld und Ehrlichkeit überzeugt. Und genau das fand ich wunderschön. Generell lebt das Buch viel mehr von Atmosphäre und emotionaler Entwicklung als von großen dramatischen Wendungen. Die Fake-Dating-Thematik steht klar im Mittelpunkt und entwickelt sich langsam zu echten Gefühlen. Gerade dieser Slow-Burn-Aspekt hat mir sehr gefallen, weil sich nichts überstürzt anfühlt. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass sich die Geschichte in der Mitte teilweise etwas gezogen hat. Es passiert nicht wahnsinnig viel außerhalb der Beziehung zwischen Charlie und Violet, weshalb dem Buch stellenweise ein wenig Spannung gefehlt hat. Trotzdem hatte ich nie das Bedürfnis aufzuhören zu lesen, weil die beiden zusammen einfach so angenehm waren. Das Oxford-Setting hat mich wieder komplett abgeholt. Diese Mischung aus Elite-Uni, Traditionen, Rudersport und Theaterwelt erzeugt einfach eine besondere Atmosphäre. Gerade die Verbindung zwischen Charlies Welt im Ruderteam und Violets Leidenschaft fürs Schauspiel hat der Geschichte nochmal etwas Eigenes gegeben. Außerdem liebe ich die Freundesgruppe weiterhin sehr. Dass bekannte Figuren aus Band eins wieder auftauchen, hat sich wie ein kleines Wiedersehen angefühlt und die Reihe noch vertrauter gemacht. Das Buch verzichtet größtenteils auf übertriebenes Drama. Konflikte entstehen zwar, wirken aber nachvollziehbar und nicht künstlich in die Länge gezogen. Auch die Reaktionen von Hugo als Violets Bruder fand ich überraschend emotional, weil dahinter einfach echte Sorge und Freundschaft steckt. Dadurch fühlen sich die Beziehungen untereinander glaubwürdig an. Trotzdem hat mir im Vergleich zum ersten Band ein kleines bisschen dieses besondere Etwas gefehlt. Kate und Oz hatten für mich damals noch mehr emotionale Intensität und Spannung. Charlie und Violet sind dafür ruhiger, softer und deutlich mehr Wohlfühlroman als große emotionale Achterbahn. Und manchmal war mir genau das fast schon ein bisschen zu harmonisch.

Fazit:
„Rowing for Love – Im Strom der Gefühle“ von Lulu Moore ist eine charmante und emotionale College Sports Romance mit viel Herz, einem wunderschönen Oxford-Setting und zwei Hauptfiguren, die perfekt miteinander harmonieren. Besonders die ruhige Entwicklung zwischen Charlie und Violet, die vielen kleinen Gesten und die angenehme Wohlfühlatmosphäre machen das Buch zu einer wirklich schönen Slow-Burn-Liebesgeschichte. Auch wenn der Handlung stellenweise etwas Spannung fehlt und mich Band eins emotional noch stärker packen konnte, habe ich das Lesen sehr genossen. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Last Kiss of Summer

Last Kiss of Summer
von Jessice M. Felleman

One Verlag
Paperback
Junge Erwachsene
352 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0304-8
Ersterscheinung: 15.05.2026

Bittersüß wie die erste Liebe, die man nicht vergisst

Inhalt:
Sera Watkins kehrt nach zwei Jahren zurück nach Cape Cod – an den Ort, der für sie nach Zuhause riecht, schmeckt und sich anfühlt. Nach gesundheitlich schweren Jahren möchte sie diesen Sommer endlich wieder richtig leben, malen und die Zeit mit ihrer Familie und ihrer besten Freundin Maddy genießen. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen, ihrem ehemaligen besten Freund Luke aus dem Weg zu gehen, nachdem zwischen ihnen damals alles zerbrochen ist. Doch die Verbindung zwischen ihnen ist noch immer da – stärker als je zuvor. Während alte Gefühle wieder an die Oberfläche kommen, wird Sera gleichzeitig immer bewusster, wie zerbrechlich Zeit, Zukunft und das eigene Leben sein können.

Meinung:
Dieses Buch hat mich emotional viel stärker getroffen, als ich erwartet hätte. Anfangs wirkt die Geschichte fast wie eine typische sommerliche Young-Adult-Romance: Cape Cod, Strandtage, Kunstcamp, erste Liebe, alte Gefühle und dieses nostalgische Kleinstadtfeeling, bei dem man sich sofort wohlfühlt. Gerade die erste Hälfte liest sich angenehm leicht und warmherzig. Man begleitet Sera durch einen Sommer voller kleiner Momente, Hoffnung und dem Versuch, nach schweren Jahren endlich wieder zu leben statt nur zu überleben. Doch genau diese Leichtigkeit macht die zweite Hälfte später umso schmerzhafter. Die Geschichte verändert sich Stück für Stück. Erst ganz unterschwellig, dann immer intensiver. Irgendwann hatte ich beim Lesen dauerhaft dieses mulmige Gefühl, dass nicht alles gut ausgehen wird – und trotzdem wollte ich unbedingt weiterlesen. Genau das hat das Buch für mich so besonders gemacht: Dieses ständige Hoffen, obwohl die Angst schon längst zwischen den Zeilen mitschwingt. Sera war für mich eine unglaublich starke Protagonistin. Ich mochte besonders, dass ihre Krankheit zwar ein zentraler Bestandteil der Geschichte ist, sie aber nie darauf reduziert wird. Sie ist kreativ, lebenshungrig, emotional und manchmal auch widersprüchlich. Gerade ihre Sehnsucht, den Sommer auszukosten und jeden Moment festzuhalten, hat mich sehr berührt. Luke mochte ich ebenfalls unglaublich gern. Zwischen den beiden war von Anfang an diese intensive Verbindung spürbar, die weit über eine typische Teenagerromanze hinausgeht. Ihre gemeinsamen Szenen fühlten sich oft gleichzeitig leicht und schmerzhaft an, weil immer dieses Wissen im Hintergrund stand, dass ihre Zeit vielleicht begrenzt ist. Besonders gelungen fand ich außerdem die Atmosphäre. Cape Cod wurde so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hatte, selbst dort zu sein – mit dem kleinen Küstenort, den Sommerabenden, dem Strand und den kreativen Momenten im Kunstcamp. Der Schreibstil ließ sich unglaublich schnell lesen und gleichzeitig transportierte er die Emotionen so intensiv, dass manche Szenen richtig wehgetan haben. Auch die Themen Organ- und Blutspende sowie Krankheit und Verlust wurden sehr sensibel eingebunden. Nichts wirkte künstlich dramatisch oder überzogen. Stattdessen fühlte sich vieles erschreckend real an, gerade weil die Geschichte sich Zeit für die ruhigen Momente nimmt. Dadurch trifft einen die emotionale Wucht der zweiten Hälfte umso stärker. Und dieses Ende… Ich habe selten erlebt, dass sich ein Buch emotional so langsam anschleicht. Irgendwann beginnt man zu ahnen, dass das kein klassisches Happy End wird, hält aber trotzdem bis zuletzt an der Hoffnung fest. Genau dieses bittersüße Gefühl macht die Geschichte so besonders. Das Buch entscheidet sich bewusst gegen eine einfache Wohlfühlauflösung und gerade deshalb bleibt es so lange im Kopf und im Herzen. Ein kleiner Kritikpunkt für mich war allerdings, dass manche Nebenfiguren im zweiten Teil etwas in den Hintergrund geraten sind. Vor allem Maddy hätte für meinen Geschmack noch mehr Raum bekommen dürfen, weil sie so eine warme und wichtige Präsenz in Seras Leben war. Auch einige familiäre Konflikte hätten gerne etwas früher oder ausführlicher behandelt werden können. Emotional hat mich die Geschichte aber trotzdem vollkommen abgeholt.

Fazit:
„Last Kiss of Summer“ von Jessica M. Felleman ist eine emotionale YA-Romance voller Sommerfeeling, Hoffnung, Schmerz und bittersüßer Liebe. Besonders die Entwicklung von der leichten Sommergeschichte hin zu einer tief berührenden und herzzerreißenden zweiten Hälfte macht das Buch so besonders. Wer emotionale Liebesgeschichten mit Tiefgang und Taschentuchalarm liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Picking Daisies on Sundays

Picking Daisies on Sundays
von Liana Cincotti

Ravensburger Buchverlag
Paperback
Romance
432 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-473-58727-8
Ersterscheinung: 28.04.2026

Daisies bloom in fields. 
True love blooms in hearts.

Inhalt:
Daisy hat immer an die große Liebe geglaubt. An dieses eine Gefühl, das bleibt, egal was passiert. Doch als sie sich ausgerechnet in ihren besten Freund Levi verliebt, zerbricht diese Vorstellung. Seine fehlenden Gefühle treffen sie so tief, dass sie ihn aus ihrem Leben streicht und vier Jahre lang alles daransetzt, ihr Herz zu schützen. Als sie Levi plötzlich wieder gegenübersteht, ist nichts so abgeschlossen, wie sie dachte. Er ist noch immer der Mensch, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Und als er sie bittet, für die Hochzeit seiner Schwester Sarah und die Wochen der Vorbereitung seine Freundin zu spielen, sagt sie ja, obwohl sie genau weiß, wie gefährlich das für sie ist. Während sie gemeinsam Zeit verbringen, Erinnerungen aufleben und Nähe vorspielen, verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was echt ist, und dem, was nur gespielt sein soll. Für Daisy wird jeder Tag zu einem leisen Ringen zwischen Hoffnung und Selbstschutz.

Meinung:
Dieses Buch hat mich auf eine ganz sanfte Art berührt. Es ist keine Geschichte, die laut sein muss, um Wirkung zu zeigen. Stattdessen entfaltet sie ihre Stärke in den leisen Momenten, in Blicken, in Gedanken, in diesem ständigen inneren Ziehen, das Daisy begleitet. Daisy war für mich eine unglaublich greifbare Protagonistin. Ihre Unsicherheiten, dieses Überdenken jeder Kleinigkeit, dieses Bedürfnis, sich selbst zu schützen und gleichzeitig so sehr zu fühlen, das wirkte nie übertrieben, sondern einfach ehrlich. Man versteht jede ihrer Entscheidungen, selbst dann, wenn man sich wünscht, sie würde anders handeln. Gerade dieses Hin- und Hergerissensein zwischen Herz und Verstand macht sie so menschlich. Levi hat bei mir ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er ist ruhig, aufmerksam und in vielen kleinen Gesten so liebevoll, dass man sofort versteht, warum Daisy sich nie ganz von ihm lösen konnte. Gleichzeitig bleibt er an manchen Stellen schwer zu durchschauen, was die Dynamik zwischen den beiden nur noch intensiver macht. Man fühlt diese Spannung, dieses Unausgesprochene, das ständig zwischen ihnen steht. Was ich besonders mochte, war die Entwicklung ihrer Beziehung. Durch die gemeinsame Zeit rund um die Hochzeitsvorbereitungen entsteht eine Nähe, die sich nicht plötzlich oder erzwungen anfühlt. Es ist ein langsames Annähern, ein vorsichtiges Wiederentdecken. Jede Berührung, jeder Blick bekommt Gewicht, weil so viel Vergangenheit mitschwingt. Diese Mischung aus Vertrautheit und Unsicherheit hat mich komplett abgeholt. Der Schreibstil ist dabei angenehm ruhig und stellenweise fast poetisch. Die Geschichte lässt sich leicht lesen, ohne jemals oberflächlich zu wirken. Sie gibt den Gefühlen Raum, sich zu entfalten, ohne sie künstlich zu dramatisieren. Auch wenn man an einigen Punkten erahnen kann, wohin die Reise geht, nimmt das der Geschichte nichts von ihrer Wirkung. Im Gegenteil, es verstärkt dieses warme, vertraute Gefühl, das einen durch das ganze Buch begleitet. Auch die Nebencharaktere, besonders Jia und Gabe, haben mir richtig gut gefallen. Sie bringen Leichtigkeit in die Geschichte und zeigen, wie wichtig ehrliche Freundschaften sind, gerade wenn man selbst ins Wanken gerät.

Fazit:
„Picking Daisies on Sundays“ von Liana Cincotti ist eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte, die vor allem durch ihre emotionalen Zwischentöne überzeugt. Die Beziehung zwischen Daisy und Levi entwickelt sich langsam und intensiv, wodurch jede Begegnung an Bedeutung gewinnt. Trotz bekannter Tropes schafft es die Geschichte, sich echt und nahbar anzufühlen. Ein warmes, berührendes Buch, das lange nachklingt und für mich ganz klar 5 von 5 Sternchen verdient hat.