{Rezension} Knights & Heirs
Der Ruf der Schlange (Bd. 1)

Knights & Heirs
Der Ruf der Schlange (Bd. 1)
von Rena Fischer

Oetinger Verlag
Paperback
Jugendbuch
464  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7512-0538-2
Ersterscheinung: 13.02.2025

Zwei Geheimlogen, eine erbitterte Rivalität – und sie zwischen den Fronten.

Inhalt:
Die siebzehnjährige Mags führt ein eher unspektakuläres Leben in einer süddeutschen Kleinstadt, geprägt von ihrer überfürsorglichen Mutter und ständigen Umzügen. Doch als der geheimnisvolle Austauschschüler Cyrus in ihre Schule kommt, verändert sich alles. Mags fühlt sich sofort zu ihm hingezogen, ohne zu wissen, dass Cyrus Teil einer uralten Geheimloge ist. Er ist hier, um sie zu finden – und ihre entdeckten übernatürlichen Kräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Bald gerät Mags zwischen zwei rivalisierende Geheimbünde, die weitreichende Machtspiele und Intrigen spinnen. Während sie versucht, ihre eigenen Kräfte zu verstehen, wird sie immer mehr von Geheimnissen umgeben, die ihr Leben bedrohen.

Meinung:
Der erste Band der „Knights & Heirs“-Reihe hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die Mischung aus Romantik, Spannung und übernatürlichen Elementen ist meisterhaft inszeniert, wobei der Fokus besonders auf der sich entwickelnden Beziehung zwischen Mags und Cyrus liegt. Ihre Chemie ist spürbar, und obwohl die romantische Spannung langsam aufbaut, hält die Geschichte viele überraschende Wendungen bereit. Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen den Perspektiven von Mags und Cyrus, was es mir ermöglichte, beide Charaktere besser zu verstehen und ihre inneren Konflikte nachzuvollziehen. Mags ist eine starke, aber gleichzeitig verletzliche Protagonistin, die sich in einer Welt wiederfindet, die sie nicht versteht. Ihre Entwicklung und der Umgang mit den plötzlich aufkommenden übernatürlichen Kräften sind spannend und glaubwürdig erzählt. Cyrus ist von Anfang an eine mysteriöse Figur, dessen innere Zerrissenheit und Loyalitätskonflikte den Leser dazu bringen, ständig zu hinterfragen, ob er wirklich derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Der Schreibstil von Rena Fischer ist flüssig und zugänglich, aber auch tiefgründig genug, um die düstere Atmosphäre der Geschichte zu unterstreichen. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, vor allem durch die Vielzahl an Geheimnissen, die nach und nach gelüftet werden, und die Frage, wem Mags und Cyrus wirklich trauen können. Die rivalisierenden Geheimbünde und die verschlungene Handlung halten die Leser konstant auf Trab, während die Fragen über Macht, Loyalität und Verrat die Spannung hochhalten. Besonders gut gefiel mir auch die ständige Unsicherheit, wer hier wirklich „gut“ oder „böse“ ist – die Grenzen sind verschwommen, was die Geschichte noch interessanter macht.

Fazit:
„Knights & Heirs: Der Ruf der Schlange“ von Rena Fischer ist ein packender Auftakt einer Urban-Romantasy-Reihe, die mit einer fesselnden Mischung aus Magie, Intrigen und einer langsam aufkeimenden Liebesgeschichte überzeugt. Die Charaktere sind vielschichtig und entwickeln sich im Laufe der Geschichte auf eine Weise, die die Leserin oder den Leser immer tiefer in den Bann zieht. Das düstere Academy-Setting und die mysteriösen Geheimlogen machen die Geschichte zu einem wahren Leseabenteuer. Für alle Fans von Magie, verbotener Liebe und spannungsgeladenen Geheimnissen ist dieses Buch ein absolutes Muss. Ich bin begeistert und vergebe 5 von 5 Sternchen.

Liebe Rena, vielen Dank für deine herzlichen Worte! Ich bin sicher, du wirst noch viele Menschen mit deinen Geschichten begeistern. Ich freue mich auf jeden Fall auf alles, was noch kommt!

{Rezension} Diviners
Die dunklen Schatten der Träume (Bd. 2)

Diviners
Die dunklen Schatten der Träume (Bd. 2)
von Libba Bray

dtv
Paperback
Jugendbuch / historische Romantasy
752 Seiten
Originaltitel: Lair of Dreams
ISBN: 978-3-423-74117-0
Ersterscheinung: 13.02.2025

Inhalt:
Im Jahr 1927 hat die junge Evie O’Neill, die durch ihre besondere Gabe, Geheimnisse von Gegenständen zu entlocken, berühmt geworden ist, eine eigene Radioshow und genießt die Aufmerksamkeit als America’s Sweetheart. Doch während sie das Rampenlicht und ihre neugewonnene Berühmtheit auskostet, geht in New York ein geheimnisvolles Unheil um. Eine rätselhafte Schlafkrankheit befällt immer mehr Menschen, und niemand kann die Ursache finden. Die einzige Hoffnung ruht auf den „Diviners“, einer Gruppe mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Um die Krankheit zu stoppen, müssen sie in die Träume der Menschen eindringen, doch was sie dort entdecken, ist weit grausiger als erwartet.

Meinung:
Die Geschichte rund um Evie O’Neill und ihre Freunde geht in diesem Band deutlich tiefer. Anfangs war ich etwas unsicher, weil der Einstieg nicht so rasant war, wie ich es mir erhofft hatte. Doch sobald ich mich wieder in die Welt der Diviners hineingefunden hatte, wurde ich von der Atmosphäre und den Entwicklungen regelrecht gefesselt. Evie selbst bleibt eine komplexe, nicht immer sympathische Protagonistin. Ihre Unreife und der Egoismus, den sie im Umgang mit ihren Freunden an den Tag legt, sorgen für interessante, aber auch zermürbende Momente. Trotz ihres Ruhms und Erfolgs scheint sie zunehmend isoliert zu werden, was die Geschichte emotional intensiviert. Die mysteriöse Schlafkrankheit ist ein faszinierendes und gruseliges Element, das sich durch die ganze Geschichte zieht und zu einer wahrhaft düsteren und spannungsgeladenen Atmosphäre beiträgt. Die Idee, dass die Diviners in die Träume der Betroffenen eindringen müssen, öffnet Türen zu traumhaften und zugleich alptraumhaften Welten, in denen die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Das bringt eine ganz neue Dimension in die Erzählung und macht die Reise für mich als Leserin noch packender. Was mir besonders gefallen hat, ist die weiterentwickelte Charakterzeichnung. Figuren wie Theta und Henry, die im ersten Band eher Randfiguren waren, treten nun stärker in den Vordergrund. Ihre Geschichten sind bewegend und bringen eine tiefere, oft traurige Note in die Erzählung. Auch die Beziehung zwischen den Charakteren wird zunehmend komplizierter und zeigt, wie viel der Ruhm von Evie und die Geheimnisse der anderen zu zerreißen drohen. Die Mischung aus historischer Genauigkeit, übernatürlichen Elementen und tiefgründigen, oft auch dunklen Themen macht das Buch zu einer Lesereise, die mehr zu bieten hat als nur die eigentliche Krimihandlung. Natürlich ist es nicht immer einfach, die verschiedenen Erzählstränge und Charaktere zu verfolgen, aber der Schreibstil von Libba Bray – langsam, atmosphärisch und von einer fast filmischen Qualität – lässt einen dennoch nie den Faden verlieren.

Fazit:
„Die dunklen Schatten der Träume“ ist eine gelungene Fortsetzung der „Diviners“-Reihe, die mit einer spannenden, geheimnisvollen Handlung und einer tiefergehenden Charakterentwicklung überzeugt. Die Atmosphäre der 1920er Jahre wird meisterhaft eingefangen, und die übernatürlichen Elemente fügen sich nahtlos in die düstere Geschichte ein. Zwar gibt es an einigen Stellen längere Passagen, in denen die Handlung etwas stockt, doch der packende Verlauf und die emotionalen Momente machen das wieder wett. Eine klare Empfehlung für alle, die historische Fantasie mit düsteren Geheimnissen und komplexen Charakteren mögen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Diviners
Aller Anfang ist böse

Diviners
Aller Anfang ist böse (Bd. 1)
von Libba Bray

dtv
Paperback
Jugendbuch / historische Romantasy
656 Seiten
Originaltitel: The Diviners
ISBN: 978-3-423-74111-8
Ersterscheinung: 15.08.2024

Etwas Dunkles, Böses ist erwacht…

Inhalt:
New York im Jahr 1926: Die siebzehnjährige Evie O’Neill ist eine lebensfrohe junge Frau, die es liebt, das pulsierende Nachtleben der Metropole zu genießen. Doch nach einer Reihe grausamer Ritualmorde, die die Stadt erschüttern, wird sie gemeinsam mit ihrem Onkel Will, einem Experten für Okkultismus, in die Ermittlungen hineingezogen. Evie besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann durch die Berührung von Gegenständen die Geheimnisse ihrer Besitzer enthüllen. Diese Fähigkeit führt sie in die düstere Welt des Verbrechens, wo sie zusammen mit weiteren unheimlich begabten Mitstreitern, darunter der charmante Dieb Sam und der geheimnisvolle Jericho, dem Mörder auf die Spur kommt. Doch neben der Jagd nach dem Verbrecher entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die Evie in eine Gefühlswirrwarr stürzt.

Meinung:
Diese historische Romantasy hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Zunächst hatte ich ein typisches Jugendbuch erwartet – eine Mischung aus leichtfüßiger Romantik und ein wenig Magie. Doch das Buch entpuppte sich als düsterer Thriller mit übernatürlichen Elementen, der in der aufregenden, aber auch grausamen Welt der 1920er Jahre spielt. Was mir besonders gefallen hat, war die Atmosphäre, die Libba Bray mit ihrem detailreichen Schreibstil meisterhaft erschafft. Sie taucht tief in die schillernde und zugleich abgründige Welt von New York ein, von den geheimen Kneipen und dem verbotenen Alkohol bis hin zu den dunklen Gassen, in denen das Böse lauert. Evie, die Protagonistin, ist eine herrlich komplexe Figur. Sie ist frech, selbstbewusst und lässt sich gerne ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellen, doch ihre inneren Konflikte und Ängste machen sie zu einer zutiefst menschlichen und liebenswerten Figur. Besonders gefallen hat mir, wie ihre Gabe nicht nur zur Lösung des Mordfalls beiträgt, sondern auch ihre eigene Entwicklung vorantreibt. Es ist spannend zu sehen, wie sie von einer eher oberflächlichen Partygängerin zu einer entschlossenen jungen Frau wird, die sich ihren Ängsten stellt. Die Geschichte ist jedoch nicht ohne Schwächen. Besonders zu Beginn zieht sich die Handlung manchmal, vor allem in den Szenen, die sich mit Evies Ankunft in New York und ihrer Eingewöhnung bei ihrem Onkel beschäftigen. Diese Passagen wirken stellenweise unnötig lang und führen die Handlung nicht immer effizient voran. Auch einige der übernatürlichen Elemente und die Wendungen am Ende wirkten für mich etwas überzogen und zu sehr auf Action ausgelegt. Trotzdem konnte mich die fesselnde Spannung und die düstere Atmosphäre größtenteils in ihren Bann ziehen.

Fazit:
„Diviners – Aller Anfang ist böse“ von Libba Bray ist ein packender Auftakt einer Serie, die eine gelungene Mischung aus historischem Thriller, Fantasy und düsterer Magie bietet. Die 1920er Jahre werden mit all ihrem Glanz und ihren Schatten lebendig, und die Charaktere sind facettenreich und interessant. Die Kombination aus übernatürlichen Kräften, geheimen Morden und einer sich anbahnenden Liebesgeschichte sorgt für eine spannende Lektüre. Trotz kleinerer Längen und einigen übertriebenen Wendungen ist das Buch ein fesselnder Einstieg in eine mysteriöse Welt. Ich vergebe 4 von 5 Sternchen und freue mich auf die Fortsetzung.

{Rezension} Ever & After
Die dunkle Hochzeit
(Bd. 2 der „Ever & After“-Reihe)

Ever & After: Die dunkle Hochzeit
(Bd. 2 der „Ever & After“-Reihe)
von Stella Tack

Ravensburger Buchverlag
Paperback
Romantasy
704 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-473-58614-1
Ersterscheinung: 28.11.2024

Wahre Märchen enden nicht mit „…so leben sie noch heute”, sondern mit dem Tod.

Inhalt:
Nachdem Rain White, die Nachfahrin von Schneewittchen, mit einem einzigen Kuss den dunklen Prinzen erweckt hat, stürzt ihr Land in Chaos. Doch das ist nicht das einzige Problem, mit dem Rain zu kämpfen hat. Als Erbin einer tragischen Prophezeiung, die sie zur Ehe mit dem Prinzen verpflichtet, steht ihr Schicksal auf dem Spiel. Doch sie weigert sich, das düstere Erbe anzutreten, und findet einen verzweifelten Ausweg – einen Pakt mit Rumpelstilzchen. Doch wie viel Vertrauen kann man in einen Märchenzauberer setzen, der mit allen Mitteln seine eigenen Ziele verfolgt?

Meinung:
Dieser Roman ist die fesselnde Fortsetzung von Stella Tacks Reihe, die bereits im ersten Band durch ihre düstere Atmosphäre und die geschickte Verknüpfung von Märchen und Fantasy punkten konnte. Rain, die im ersten Teil mit ihrem Mut und ihrem scharfsinnigen Humor glänzte, geht hier noch einen Schritt weiter. Sie muss sich nicht nur gegen den düsteren Prinzen Black behaupten, sondern auch die Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen übernehmen, die weitaus schwerwiegender sind, als sie zunächst dachte. Ihre Entwicklung ist bemerkenswert – auch wenn sie zwischendurch als impulsiv und übermütig wahrgenommen wird, zeigt sie immer wieder ihre Stärke und ihren Überlebenswillen. Ihre Gefährten, wie der geheimnisvolle, mit Schicksal behaftete Cousin Avery, oder die treue Holly, die bereit ist, Rain zu unterstützen, bereichern die Erzählung und machen das Abenteuer zu einem echten emotionalen Erlebnis. Die Atmosphäre in diesem zweiten Band ist noch düsterer als im Vorgänger. Das Land ist von Dunkelheit und Magie überzogen, und die Welt, in der Rain lebt, fühlt sich gefährlich und verloren an. Man spürt das drohende Unheil, das Black über das Königreich bringen will, und das Gefühl, dass nichts mehr so ist, wie es einmal war, ist greifbar. Stella Tack versteht es meisterhaft, diese düstere Stimmung durch ihre bildhafte Sprache und die präzisen Beschreibungen der Welt zu transportieren. Ich fühlte mich fast selbst in das düstere, magische Chaos hineingezogen. Neben der düsteren Atmosphäre liefert die Geschichte konstant Spannung. Die unerwarteten Wendungen, die die Handlung nimmt, halten den Lesenden auf Trab und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Besonders interessant ist die wiederkehrende Präsenz bekannter Märchenfiguren, deren düstere und oft unheimliche Erben uns auf Schritt und Tritt begleiten. Diese Fantasiegestalten sind nicht nur nostalgisch, sondern erhalten in Stella Tacks Erzählung eine ganz neue, erschreckende Dimension. Rumpelstilzchen, der als undurchsichtiger Verbündeter auftritt, fügt der Geschichte eine gefährliche Komplexität hinzu, die es einem schwer macht, ihn als bloßen „Helfer“ abzutun. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind von intensiven Emotionen und Konflikten geprägt. Besonders die Dynamik zwischen Rain und Black sticht hervor. Ihre Auseinandersetzungen und die immer wieder aufkeimenden Spannungen zwischen ihnen bringen die Geschichte voran, während der Prinz trotz seiner dunklen Natur eine merkwürdige Faszination auf mich ausübt. Es ist diese Mischung aus Hass, Faszination und der ständigen Frage, ob sich in ihm noch ein Funken Menschlichkeit verbirgt, die seine Figur so spannend macht.

Fazit:
Stella Tack gelingt mit „Ever & After: Die dunkle Hochzeit“ eine packende Fortsetzung ihrer Reihe. Die düstere Atmosphäre, gepaart mit schwarzem Humor und schockierenden Momenten, lässt das Buch zu einem wahren Pageturner werden. Obwohl es mit knapp 700 Seiten eine beachtliche Länge hat, verliert die Geschichte nie an Spannung und wird bis zum Ende hin nicht langweilig. Ich bin gespannt, wie es im dritten und finalen Band weitergeht und wie Rain und ihre Freunde das drohende Unheil abwenden können. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Froststerne
Erinnere dich (Bd. 1)

Froststerne
Erinnere dich (Bd. 1)
von Anna Fleck
Covergestaltung: Carolin Liepins

Coppenrath Verlag
Hardcover
Jugendbuch / Romantasy
496 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-649-64495-8
Ersterscheinung: 16.10.2023

Inhalt:
Elvy, die längst nicht mehr an Märchen glaubt, wird eines Abends mit einer erschütternden Realität konfrontiert, als ihr bester Freund und heimlicher Schwarm, Erik, in einem mysteriösen Schneesturm verschwindet. Sie entdeckt, dass die Schneekönigin, eine mächtige Figur aus alten Legenden, zurückgekehrt ist und auf Rache sinnt. Um Erik zu retten und die drohende Gefahr abzuwenden, begibt sich Elvy auf eine Reise in den hohen Norden. Dort trifft sie auf magische Wesen, darunter Elfen und Wichtel, und erfährt von einer Prophezeiung, die das Schicksal zweier Welten bestimmt. Auf ihrem Abenteuer muss sie nicht nur ihre Gefühle für Erik und ihre neu gewonnenen Freunde hinterfragen, sondern auch lernen, ihrer eigenen Kraft zu vertrauen.

Meinung:
Anna Fleck hat eine atemberaubende winterliche Welt erschaffen, die so lebendig beschrieben ist, dass man beinahe die Kälte auf der Haut spürt. Besonders gelungen sind die eindrucksvollen Beschreibungen der verschneiten Landschaften und die Atmosphäre der magischen Winterwelt. Elvy als Protagonistin ist ein Charakter, mit dem ich mich schnell identifizieren konnte. Ihre Entwicklung, vom unsicheren Mädchen zur selbstbewussten jungen Frau, die sich für ihre Freunde und ihre Überzeugungen einsetzt, ist durchweg glaubwürdig und berührend. Ihre Reise ist nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere, in der sie lernt, an sich selbst zu glauben und ihre Ängste zu überwinden. Auch die Dynamik zwischen Elvy und Erik ist von einer subtilen Spannung geprägt, die im Verlauf der Geschichte immer mehr an Tiefe gewinnt. Der Wechsel zwischen der Menschenwelt und der magischen Frostwelt sorgt für die nötige Abwechslung und steigert die Spannung der Geschichte kontinuierlich. Besonders die Verflechtung von Elvys Abenteuer mit der Geschichte der Schneekönigin ist spannend und lässt den Lesenden stets miträtseln, wie es weitergeht. Trotz des packenden Starts und der faszinierenden Welt gab es für mich im Mittelteil des Buches einige Momente, in denen die Handlung etwas ins Stocken geriet. Ein paar Abschnitte waren für meinen Geschmack etwas langatmig, was die Spannung leicht dämpfte. Dennoch gelingt es der Autorin am Ende, das Tempo wieder anzuziehen und mit einem fiesen Cliffhanger das Interesse an der Fortsetzung zu wecken.

Fazit:
„Froststerne. Erinnere dich“ von Anna Fleck ist eine fesselnde und magische Geschichte, die Märchenelemente mit einer modernen Erzählweise verbindet. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternchen und kann es allen empfehlen, die eine Mischung aus Romantasy, Magie und tiefgründigen Charakterentwicklungen mögen.