{Rezension} Like Hearts We Heal
(Bd. 6 der „Winter-Dreams“-Reihe)

Like Hearts We Heal
(Bd. 6 der „Winter-Dreams“-Reihe)
von Ayla Dade

Penguin Verlag
Paperback
New Adult
640 Seiten
ISBN: 978-3-328-11366-9
Ersterscheinung: 12.11.2025

Sie wünschte, sie könnte ihn aus ihrem Leben streichen. Doch das Herz vergisst nie.

Inhalt:
Im finalen Band der Reihe steht erneut die leidenschaftliche Eiskunstläuferin Paisley im Mittelpunkt. Nach der schmerzhaften Trennung von ihrer großen Liebe Knox versucht sie, sich ganz auf ihr großes Ziel zu konzentrieren: Olympisches Gold. Der Leistungssport fordert ihr alles ab – körperlich wie emotional – und doch verfolgt sie unbeirrt ihren Traum. Allerdings lässt sich die Vergangenheit nicht so leicht abschütteln. Ausgerechnet Knox, der ihr Herz gebrochen hat, wird zu einem unvermeidbaren Teil ihrer Zukunftspläne. Um ihren Traum von der Gründung eines Sportinternats nach ihrer aktiven Karriere zu verwirklichen, ist sie auf seine Unterstützung angewiesen. Die Zusammenarbeit zwingt beide dazu, sich mit unausgesprochenen Gefühlen, alten Verletzungen und dem verlorenen Vertrauen auseinanderzusetzen. Während Paisley auf dem Eis um Perfektion kämpft, ringt sie innerlich mit der Frage, ob sie Knox jemals wieder vertrauen kann oder ob manche Brüche nicht mehr zu kitten sind.

Meinung:
Dieser Band setzt stark auf das Motiv der zweiten Chance – und das spürbar ernster und schwerer als noch zu Beginn der Reihe. Die Atmosphäre ist geprägt von Verletzungen, Stolz und einer gewissen emotionalen Erschöpfung, die sich auch auf mich als Leserin übertragen hat. Paisleys kompromissloser Ehrgeiz wird sehr deutlich dargestellt. Ihr Fokus auf Olympia ist bewundernswert, wirkt aber zugleich selbstzerstörerisch. Manche ihrer Entscheidungen haben bei mir eher Kopfschütteln als Mitgefühl ausgelöst, weil sie sich immer wieder in Situationen bringt, die vermeidbar gewesen wären. Gleichzeitig passt dieses Verhalten zu ihrem Charakter: Sie definiert sich stark über Leistung und verliert dabei zeitweise den Blick für sich selbst. Knox bleibt ebenfalls ambivalent. Seine Zurückhaltung und seine Schwierigkeiten, offen zu kommunizieren, sorgen für viele Konflikte, die sich einfacher hätten lösen lassen. Die anhaltenden Missverständnisse und das Ausweichen vor klaren Gesprächen empfand ich stellenweise als anstrengend. Der emotionale Stillstand zwischen den beiden zieht sich teilweise etwas in die Länge. Positiv hervorzuheben ist jedoch das Setting in Aspen, das wieder eine vertraute Kulisse bietet. Auch der Einblick in den Leistungssport und den Druck vor Olympia wirkt authentisch und verleiht der Geschichte eine zusätzliche Ebene. Die Nebenfiguren sorgen für Momente der Auflockerung, auch wenn nicht jede Szene für den eigentlichen Handlungsverlauf zwingend notwendig erscheint. Das Finale ist insgesamt stimmig und schließt die Geschichte rund ab. Einige Entwicklungen sind vorhersehbar, dennoch wirkt der Abschluss verdient. Besonders die letzten Kapitel bündeln die Emotionen noch einmal und sorgen für einen versöhnlichen Ausklang.

Fazit:
Mit „Like Hearts We Heal“ von Ayla Dade erhält die Geschichte von Paisley und Knox einen emotionalen Abschluss, der vor allem vom Thema zweite Chancen lebt. Insgesamt ein solider letzter Band mit gefühlvollen Momenten und kleinen Schwächen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Fighting for Love
(Bd. 3 der „San Diego Lightnings“-Reihe)

Fighting for Love
(Bd. 3 der „San Diego Lightnings“-Reihe)
von Tracy Wolff

Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Paperback
Sports Romance
336 Seiten
Originaltitel: Rough & Ready
ISBN: 978-3-7341-1444-1
Ersterscheinung: 20.08.2025

Können zwei gebrochene Herzen trotz ihrer Narben zueinander finden?

Inhalt:
Elara Vance, ehemalige Basketballprofispielerin und engagierte Leiterin eines Jugend-Sportzentrums, sieht sich mit einem massiven Problem konfrontiert: Spendengelder bleiben aus, weil großzügige Förderer ihr Geld lieber in die prestigeträchtigen Projekte von Footballstar Tanner Green investieren. Für Elara fühlt sich das wie ein persönlicher Schlag an, denn ihr Zentrum ist auf jede Unterstützung angewiesen. Tanner wiederum ist sich der Tragweite seines Ruhms zunächst kaum bewusst. Als die Situation eskaliert, sucht er Elara auf, um die Fronten zu klären. Aus der angespannten Konfrontation entwickelt sich eine intensive Verbindung, bei der schnell deutlich wird, dass beide nicht nur ihre Leidenschaft für den Sport teilen, sondern auch tiefe emotionale Wunden aus der Vergangenheit.

Meinung:
Mich hat vor allem die Ausgangssituation der Geschichte überzeugt, weil sie moralisch interessant und ungewöhnlich für eine Sports Romance ist. Tanner ist kein klassischer „Schuldiger“, sondern jemand, der ungewollt von einem System profitiert, in dem Bekanntheit mehr zählt als tatsächlicher Bedarf. Das macht den Konflikt vielschichtig und glaubwürdig. Elara dagegen steht sinnbildlich für all jene, die mit Herzblut kämpfen, aber im Schatten großer Namen übersehen werden. Elara ist für mich eine starke, leidenschaftliche Protagonistin, deren Wut und Frustration absolut nachvollziehbar sind. Ihre Hingabe an das Jugendzentrum gibt der Geschichte emotionales Gewicht. Tanner hingegen ist ruhig, reflektiert und erstaunlich sensibel. Gerade seine Unsicherheit im Umgang mit seinem eigenen Einfluss hat ihn für mich sehr sympathisch gemacht. Dass er Elara nicht einfach mit Charme oder Geld „retten“ will, sondern wirklich zuhört und lernt, ist ein großer Pluspunkt. Die Beziehung zwischen Elara und Tanner entwickelt sich langsam und über Reibung, was ich sehr mochte. Ihre Dialoge sind schlagfertig, emotional und oft von unterschwelliger Spannung geprägt. Besonders gelungen fand ich, wie Tracy Wolff das Trope Shared Trauma einbindet: Beide Figuren tragen Verletzungen aus dem Profisport mit sich herum, gehen damit aber sehr unterschiedlich um. Auch hier hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe gewünscht, doch die emotionale Grundstimmung hat mich trotzdem erreicht. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, intensiv und mit genau der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit.

Fazit:
„Fighting for Love“ von Tracy Wolff ist eine emotionale Sports Romance, die zeigt, wie Macht, Ruhm und gute Absichten ungewollt Schaden anrichten können. Die Liebesgeschichte von Elara Vance und Tanner Green lebt von starken Charakteren, ehrlichen Konflikten und spürbarer Leidenschaft für den Sport. Auch wenn einige Themen noch mehr Raum verdient hätten, ist es ein berührender Abschluss der „San Diego Lightnings“-Reihe. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Scoring for Love
(Bd. 2 der „San Diego Lightnings“-Reihe)

Scoring for Love
(Bd. 2 der „San Diego Lightnings“-Reihe)
von Tracy Wolff

Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Paperback
Sports Romance
320 Seiten
Originaltitel: Hot & Heavy
ISBN: 978-3-7341-1437-3
Ersterscheinung: 19.06.2025

Gegensätze ziehen sich an… und können sich ergänzen!

Inhalt:
Shawn Wilson, Profi-Footballer und Adrenalinjunkie, kämpft noch immer mit den Nachwirkungen einer Tragödie, die sein Leben aus der Bahn geworfen hat. Als eine Verletzung ihn zum Yoga zwingt, steht er plötzlich wieder Sage gegenüber – der faszinierenden Frau, mit der er eine leidenschaftliche, ungeplante Nacht verbracht hat. Sage führt ein ruhiges, klar strukturiertes Leben und möchte eigentlich nichts mit Shawns chaotischer Welt zu tun haben. Doch während sie ihm helfen soll, Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht zu bringen, flammt ihre alte Anziehung stärker denn je auf…

Meinung:
Was mich an dieser Geschichte sofort eingenommen hat, ist der kraftvolle Kontrast zwischen Shawn und Sage. Shawn lebt, als würde jeder neue Adrenalinkick ihn ein Stück weiter von seinen inneren Dämonen entfernen. Er ist energiegeladen, manchmal kopflos, aber seine Verletzlichkeit schimmert immer wieder so deutlich durch, dass man ihn einfach nicht als bloßen „Risk-Taker“ abstempeln kann. Er ist ein Mensch, der versucht, Schmerz mit Geschwindigkeit zu überholen – und gerade deshalb berührt er. Sage dagegen strahlt eine Ruhe aus, die man in Romance-Büchern viel zu selten bekommt. Sie ist nicht naiv, nicht übervorsichtig, sondern schlicht jemand, der gelernt hat, Stabilität selbst zu schaffen, weil niemand sonst es für sie getan hat. Ich mochte ihre Balance aus Stärke und Selbstzweifel, aus Pflichtbewusstsein und dem vorsichtigen Mut, sich für Shawn zu öffnen. Ihre Dynamik hat für mich genau deshalb funktioniert, weil sie nicht auf Drama setzt, sondern auf ehrliche Entwicklung. Die hitzigen Dialoge, die humorvollen Spitzen und die vorsichtigen Annäherungen wirken lebendig und nachvollziehbar. Und da ich Tracy Wolff als Mensch unglaublich sympathisch finde – warmherzig, witzig, echt – spürt man für mich diesen Charakterzug auch eindeutig in der Art, wie sie ihre Figuren aufeinandertreffen lässt. Was ich allerdings sagen muss: Der Spice-Anteil ist wirklich nicht ohne. Für meinen Geschmack waren manche Szenen etwas zu explizit oder hätten auch reduziert gut funktioniert. Aber das ist eben typisch Tracy und man sollte wissen, dass man bei ihr immer eine gute Portion Hitze bekommt. Für Fans genau das Richtige, aber wer es etwas dezenter mag, wird hier definitiv merken, dass es stellenweise intensiver zur Sache geht, als es für die Handlung zwingend nötig wäre.

Fazit:
„Scoring for Love“ von Tracy Wolff ist eine prickelnde Opposites-Attract-Sports-Romance, die mit Charme, Emotion und einem gelungenen Mix aus Chaos und Ruhe überzeugt. Sage und Shawn haben mich als Duo absolut gepackt – mit ihren Wunden, ihrem Humor und ihrer Chemie. Auch wenn nicht jede Szene in die Tiefe geht, trägt die Geschichte viele liebevoll gesetzte Momente, die nachhallen. Für mich ist es eine leidenschaftliche, herzerwärmende Fortsetzung der San-Diego-Lightnings-Reihe. Deshalb vergebe ich liebend gerne 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Keep Me Close
(Bd. 1 der „Richmond Deers“-Reihe)

Keep Me Close
(Bd. 1 der „Richmond Deers“-Reihe)
von Maike Voß

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
352 Seiten
ISBN: 978-3-453-44259-7
Ersterscheinung: 15.10.2025

In der Hitze des Spiels wird jede Entscheidung zur Herzensangelegenheit

Inhalt:
Pepper Hunt hat endlich ihren Traumjob ergattert: Sie wird Social-Media-Managerin beim aufstrebenden Premier-League-Team der Richmond Deers. Alles läuft perfekt, bis Ridge Burton, der neue Torhüter der Mannschaft und Peppers erste große Liebe, plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht. Vor Jahren hatte Ridge sich für seine Fußballkarriere entschieden und Pepper mit gebrochenem Herzen zurückgelassen. Nun treffen sie im Trainingslager erneut aufeinander, und alte Gefühle flammen auf. Während Pepper versucht, professionell zu bleiben und ihre Karriere nicht zu gefährden, kämpft Ridge um eine zweite Chance…

Meinung:
Als Fußballfan durch und durch hat mich dieses Buch sofort angesprochen – allein schon, weil Maike Voß spürbar versteht, was dieses Spiel für so viele Menschen bedeutet. Der Satz aus ihrem Vorwort („Deshalb ist es nie nur Fußball“) hat mich direkt abgeholt, weil ich mich darin absolut wiederfinde. Fußball ist mehr als ein Sport – er ist Leidenschaft, Identität, manchmal auch Trost. Diese Stimmung transportiert das Buch wunderbar. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir unglaublich leicht. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, modern und hat genau das richtige Maß an Emotion, um einen von Anfang an mitzunehmen. Besonders gut gefiel mir, wie authentisch die Teamdynamik und der Alltag im Profifußball beschrieben werden. Man merkt, dass hier jemand mit echter Begeisterung und Verständnis für den Sport schreibt. Die Liebesgeschichte zwischen Pepper und Ridge ist süß, vertraut und von einer gewissen Reife geprägt. Ich mochte die Art, wie die beiden miteinander umgehen – vorsichtig, aber mit viel unausgesprochener Sehnsucht. Trotzdem fehlte mir an manchen Stellen ein wenig das Knistern, das bei einer Second-Chance-Romance normalerweise für Spannung sorgt. Einige Konflikte lösen sich zu schnell, und auch manche Szenen wirkten etwas vorhersehbar. Die spicy Passagen empfand ich persönlich als überflüssig. Sie nahmen mir eher Tempo und Emotionalität, statt sie zu verstärken. Was mich hingegen wirklich gestört hat, war der Umgang mit dem Thema Cybermobbing. Ich finde es großartig, dass es überhaupt aufgegriffen wurde – gerade weil es im Zusammenhang mit Social Media und öffentlicher Wahrnehmung im Sport so relevant ist. Aber die Art, wie das Problem gelöst wurde, fühlte sich zu einfach, fast schon oberflächlich an. Das Thema hätte so viel mehr Tiefe verdient, gerade weil es eine echte Chance für emotionale Wucht und Reflexion geboten hätte. So blieb es für mich ein Ansatz mit Potenzial, der aber zu schnell verpuffte. Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich sehr viel Freude beim Lesen. Das Buch ist leicht, unterhaltsam und schafft es, sowohl romantische als auch sportliche Elemente glaubwürdig zu verbinden. Es ist kein Roman, der emotional alles aufbricht, aber einer, der mit Herz, Leidenschaft und einem klaren Gespür für Atmosphäre überzeugt.

Fazit:
„Keep Me Close“ von Maike Voß ist ein gefühlvoller Auftakt der „Richmond Deers“-Reihe, der mit sympathischen Figuren, einem realistischen Fußball-Setting und einem tollen Schreibstil begeistert. Auch wenn manche Konflikte zu glatt gelöst sind und das ernste Thema Cybermobbing etwas zu kurz kommt, ist es eine herzerwärmende Second-Chance-Romance, die sich wunderbar weglesen lässt. Ein Wohlfühlroman mit Stadionflair und jeder Menge Herzblut. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Lessons in Falling
(Bd. 3 der „Hall Beck University“-Reihe)

Lessons in Falling 
(Bd. 3 der „Hall Beck University“-Reihe)
von Selina Mae

LYX Verlag
Paperback
New Adult
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-2475-6
Ersterscheinung: 25.07.2025

Inhalt:
Valentina Rhodes hat genug davon, sich ständig für andere zu verbiegen. Der alljährliche Sommerurlaub mit ihren engsten Freunden auf Oakport Island soll der Startschuss für einen neuen Lebensabschnitt werden – mit einer Bucketlist, die sie aus ihrer Komfortzone katapultieren soll. Doch ihr Plan wird auf eine harte Probe gestellt, als Caden Callahan, der charmante Fußballkapitän mit Vergangenheit, plötzlich nicht nur in ihrer Clique auftaucht, sondern auch in ihrem Gästezimmer einzieht. Dumm nur, dass sie mit ihm bereits die heißeste Nacht ihres Lebens geteilt hat und dass es in ihrer Freundesgruppe eine eiserne Regel gibt: keine Romanzen untereinander.

Meinung:
Schon vor dem ersten Kapitel war meine Neugier groß – besonders, weil dieser dritte Band der „Hall Beck University“-Reihe nicht am gewohnten Campus spielt, sondern auf einer abgelegenen Insel. Ich war gespannt, ob die Geschichte auch fernab des Uni-Alltags überzeugen kann. Und tatsächlich: Ich war sofort in der Handlung drin. Die Atmosphäre auf Oakport Island, das leise Knistern zwischen zwei Menschen, die sich eigentlich fernhalten sollten, und das spürbare Bedürfnis, endlich man selbst sein zu dürfen,all das hat mich unmittelbar gepackt. Valentina ist eine Protagonistin, die sich nicht sofort greifen lässt, was ich als besonders gelungen empfand. Ihre Ambivalenz, der innere Konflikt zwischen Loyalität gegenüber ihrer Clique und dem Wunsch nach Selbstbestimmung, wirken authentisch und nachvollziehbar. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung sofort verstanden habe, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Gerade das macht ihre Figur so glaubwürdig. Ihre Versuche, Caden zu widerstehen, bringen Leichtigkeit und feinen Humor in die Geschichte, ohne ins Alberne abzurutschen. Es war gleichzeitig süß und schmerzhaft mitanzusehen, wie sehr sie sich selbst im Weg steht und dennoch langsam den Mut findet, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen. Caden ist für mich eine der stärksten männlichen Figuren der Reihe. Er überzeugt nicht nur durch Charme und Witz, sondern vor allem durch seine Verletzlichkeit. Seine inneren Konflikte rund um Karriere, Selbstbild und Verantwortung geben ihm Tiefe, ohne die Geschichte zu beschweren. Die Dynamik zwischen ihm und Valentina funktioniert hervorragend. Es handelt sich nicht um eine überstürzte Romanze, sondern um eine glaubwürdige Annäherung zweier Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen und wirklich kennenlernen wollen. Was „Lessons in Falling“ besonders gut gelingt, ist die Balance zwischen romantischer Leichtigkeit, persönlicher Entwicklung und stiller Gesellschaftskritik. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um die Frage, wie viel Platz man sich selbst im eigenen Leben einräumt und was passiert, wenn man aus vertrauten Mustern ausbricht. Diese Botschaft verleiht der Geschichte Tiefe und macht sie deutlich vielschichtiger, als es das sommerliche Setting zunächst vermuten lässt. Einziger Kritikpunkt ist für mich der zentrale Konflikt rund um die „Keine-Dates“-Regel in der Clique. Zwar lässt sich Valentinas Zurückhaltung dadurch erklären, doch im Verhältnis zur tatsächlichen Reaktion ihrer Freunde wirkt das Drama im Nachhinein ein wenig konstruiert. Die Spannung hätte ohne diesen Kniff genauso gut funktioniert. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv. Die Emotionen sind stimmig, die Chemie zwischen den Figuren glaubhaft und der Schreibstil angenehm leicht, ohne belanglos zu sein.

Fazit:
Mit „Lessons in Falling“ liefert Selina Mae einen gefühlvollen, sommerlich-leichten Abschluss ihrer „Hall Beck University“-Reihe. Wer auf Cozy Summer Vibes mit einer Prise Forbidden Love steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.