{Rezension} The Ruling Class
Mörderische Geheimnisse
(Bd. 1 der „The Ruling Class“-Reihe)

The Ruling Class
Mörderische Geheimnisse
(Bd. 1 der „The Ruling Class“-Reihe)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
368 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31792-1
Ersterscheinung: 16.04.2026

Jedes Problem hat seinen Preis…

Inhalt:
Als Tess nach Washington D.C. zu ihrer älteren Schwester Ivy zieht, wird sie plötzlich mit einer völlig neuen Welt konfrontiert. Während Tess bisher ein eher ruhiges Leben auf der Ranch ihres Großvaters geführt hat, bewegt sich Ivy in den Kreisen der politischen Elite und hat dort einen ungewöhnlichen Beruf: Sie ist eine Problemlöserin, die dafür sorgt, dass die Geheimnisse und Skandale einflussreicher Menschen verschwinden. An Tess‘ neuer, exklusiver Schule wird deshalb schon bald erwartet, dass auch sie diese Fähigkeit besitzt. Doch als Tess immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Mitschüler und die Machenschaften rund um ihre Schwester hineingezogen wird, merkt sie schnell, dass es hier um weitaus mehr als harmlose Schulprobleme geht. Und plötzlich muss sie herausfinden, wem sie überhaupt noch vertrauen kann, bevor sie selbst in Gefahr gerät.

Meinung:
Ich habe die Bücher von Jennifer Lynn Barnes bisher sehr gerne gelesen und war deshalb gespannt auf ihre neue Dilogie. Das Grundkonzept mit einer exklusiven Highschool, den Kindern der politischen Elite, jeder Menge Geheimnissen und einer Schwester, die als Problemlöserin für die Mächtigen arbeitet, hat mich direkt angesprochen. Mit Tess musste ich anfangs allerdings erst etwas warm werden. Sie ist ziemlich direkt, dickköpfig und handelt manchmal etwas impulsiv. Gleichzeitig mochte ich ihr starkes Gerechtigkeitsgefühl und ihre schlagfertige Art sehr gerne. Sie lässt sich nicht einschüchtern, hinterfragt die Dinge und versucht selbst herauszufinden, was hinter den Geheimnissen ihrer Schwester und ihrer Mitschüler steckt. Im Laufe der Geschichte wurde sie mir dadurch immer sympathischer. Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen Tess und Ivy. Ivy bleibt lange schwer einzuschätzen, und auch Tess weiß nicht so recht, ob sie ihrer Schwester vertrauen kann. Genau dieses Gefühl hat sich für mich auch auf die anderen Charaktere übertragen. Asher, Vivvie und Henry mochte ich sehr gerne, gleichzeitig habe ich immer wieder hinterfragt, wer welche Geheimnisse hat und wem Tess wirklich vertrauen kann. Vor allem Asher hat mit seiner humorvollen und lockeren Art für einige schöne und unterhaltsame Momente gesorgt. Das Miträtseln hat mir insgesamt richtig viel Spaß gemacht. Jennifer Lynn Barnes streut immer wieder neue Hinweise ein, sodass man ständig versucht, die Zusammenhänge zu erkennen. Einige Dinge konnte ich tatsächlich erahnen, bei einem anderen Twist lag ich dagegen komplett daneben. Einen bestimmten Plot-Twist fand ich allerdings etwas vorhersehbar, vor allem weil ich die Bücher der Autorin bereits kenne. Auch das Setting in Washington D.C. hat mir gut gefallen. Die Welt der politischen Elite und die exklusive Schule sorgen für eine spannende Atmosphäre, wobei ich mich gerade am Anfang erst einmal in den vielen Namen, Beziehungen und politischen Zusammenhängen zurechtfinden musste. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte an manchen Stellen außerdem etwas mehr Spannung vertragen. Deshalb würde ich das Buch eher als Jugendbuch mit Mystery-, Crime- und Thriller-Elementen bezeichnen und weniger als klassischen Thriller. Dafür hat mich der Schreibstil wieder einmal überzeugt. Die Geschichte liest sich unglaublich flüssig. Auch die Familiendynamik zwischen Tess, Ivy und ihrem Großvater hat mir gefallen, wobei ich mir gerade bei der Beziehung zu ihrem Großvater noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Insgesamt hatte ich aber wirklich viel Spaß mit der Geschichte. Sie verbindet Geheimnisse, Freundschaft, Familie, politische Intrigen und eine spannende Suche nach der Wahrheit auf eine unterhaltsame Weise. Da Band zwei gerade erst erschienen ist, habe ich mit dem Lesen bewusst gewartet, sodass ich beide Bände direkt hintereinander lesen kann. Nach diesem Ende bin ich deshalb umso gespannter, wie es mit Tess und Ivy weitergeht!

Fazit:
„The Ruling Class – Mörderische Geheimnisse“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein spannender Auftakt voller Geheimnisse, Intrigen, Machtspiele und interessanter Charaktere. Besonders Tess und ihre Entwicklung sowie die komplizierte Beziehung zu ihrer Schwester Ivy haben mir gefallen, während das politische Setting für eine besondere Atmosphäre sorgt. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternchen und bin schon sehr gespannt, wie es mit Tess und Ivy weitergeht.

{Rezension} Das Honeycrisp B&B
(Bd. 1 der „Harvest-Hollow“-Reihe)

Das Honeycrisp B&B
(Bd. 1 der „Harvest-Hollow“-Reihe)
von Valerie Bowman

Penguin Verlag
Paperback
New Adult
384 Seiten
Originaltitel: The Honeycrisp Orchard Inn
ISBN: 978-3-328-113463-5
Ersterscheinung: 12.08.2026

Liebe ist wie Cider: süß, prickelnd und manchmal überraschend stark

Inhalt:
Nach einem beruflichen Rückschlag und dem Ende ihrer Beziehung steht die 29-jährige Eventplanerin Ellie Lawson plötzlich vor einem ziemlichen Scherbenhaufen. Als ihre Mutter sie anruft und sie bittet, bei den Vorbereitungen für das bevorstehende Harvest Festival in ihrer Heimatstadt Harvest Hollow auszuhelfen, kommt ihr die Gelegenheit gerade recht. Voller Ideen und Tatendrang stürzt sie sich in die Organisation. Allerdings nicht ganz zur Freude von Aiden, ihrem ehemaligen besten Freund aus Kindheitstagen. Die beiden haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie das Festival gestaltet werden sollte, und ausgerechnet dann müssen sie sich auch noch die Dachgeschosswohnung über dem B&B teilen. Zwischen gemeinsamer Arbeit, alten Erinnerungen, herbstlicher Kleinstadtidylle und neu entdeckten Gefühlen kommen sich Ellie und Aiden langsam wieder näher.

Meinung:
Was mich an der Geschichte von Anfang an besonders abgeholt hat, war die unglaublich gemütliche Atmosphäre. Schon die Kombination aus einer kleinen Stadt, einem familiengeführten B&B, einer Apfelplantage, Cider, frisch gebackenen Donuts und dem bevorstehenden Harvest Festival schreit für mich förmlich nach Herbst. Beim Lesen hatte ich direkt das Gefühl, mitten in dieser kleinen, charmanten Stadt zu stehen und den Herbst in vollen Zügen genießen zu können. Ich hatte beim Lesen direkt Bilder von bunten Blättern, warmen Pullovern, Kerzen und einem heißen Getränk in der Hand im Kopf. Harvest Hollow hat dadurch etwas unglaublich Heimeliges an sich und vermittelt genau dieses Gefühl von einem Ort, an den man am liebsten selbst reisen würde. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht, sondern auch die Gemeinschaft von Harvest Hollow. Die Bewohner halten zusammen, helfen einander und kümmern sich umeinander. Dadurch hatte die Geschichte für mich einenganz besonderen Wohlfühlfaktor. Auch die vielen Nebencharaktere konnten mich begeistern, weil sie der Handlung Leben eingehaucht haben. Manche von ihnen waren vielleicht ein wenig schrullig, aber genau das hat für mich wunderbar zu dieser Kleinstadt gepasst. Und natürlich darf auch Pumpkin nicht unerwähnt bleiben, denn der kleine tierische Star hat sich mit seinen Auftritten definitiv einen Platz in meinem Herzen gesichert. Ellie mochte ich als Protagonistin sehr gerne. Sie ist kreativ, ehrgeizig und voller Ideen, muss aber gleichzeitig erst einmal herausfinden, was sie eigentlich selbst vom Leben möchte. Gerade ihre Entwicklung hat mir gefallen, weil sie nicht plötzlich eine völlig andere Person wird, sondern nach und nach lernt, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche wieder ernst zu nehmen. Manchmal hätte ich sie zwar gerne ein kleines bisschen geschüttelt, weil sie sich meiner Meinung nach unnötig selbst im Weg stand, aber gerade dadurch wirkte sie für mich auch menschlich und greifbar. Auch Aiden hat mir gut gefallen. Besonders mochte ich, dass die Geschichte nicht einfach darauf setzt, dass die beiden als ehemalige beste Freunde plötzlich wieder dort weitermachen, wo sie als Kinder aufgehört haben. Stattdessen müssen Ellie und Aiden einander tatsächlich neu kennenlernen. Beide haben sich verändert und bringen ihre eigenen Vorstellungen und Erfahrungen mit. Dadurch entwickelt sich ihre Beziehung für mich wesentlich glaubwürdiger. Die Romance zwischen den beiden war für mich überhaupt ein großer Pluspunkt. Ich mochte es, dass sich ihre Gefühle langsam entwickeln und nicht alles sofort auf eine große Liebesgeschichte hinausläuft. Gerade die erzwungene Nähe sorgt für einige schöne und unterhaltsame Momente, während die beiden gleichzeitig lernen, wieder Vertrauen zueinander aufzubauen. Ihre Chemie war für mich gut spürbar, und ich fand es angenehm, dass nicht ständig künstliches Drama erzeugt wurde. Stattdessen entsteht die Beziehung vor allem durch gemeinsame Erlebnisse, Gespräche und die vielen kleinen Momente zwischendurch. Genau das hat für mich gut funktioniert. Gleichzeitig muss ich sagen, dass ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr emotionaleTiefe zwischen Ellie und Aiden gewünscht hätte. Obwohl die beiden grundsätzlich eine schöne Dynamik haben, war mir ihre Verbindung zwischendurch fast ein wenig zu zurückhaltend. Für mich hätte die Geschichte durchaus noch ein paar intensivere Momente vertragen können. Trotzdem hat der Slow Burn insgesamt gut zur gemütlichen und eher leichten Ausrichtung der Geschichte gepasst. Der Schreibstil von Valerie Bowman liest sich locker, flüssig und angenehm. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und konnte mir Harvest Hollow, das B&B und die Apfelplantage sehr gut vorstellen. Die Geschichte ist nicht besonders schwer oder dramatisch, sondern möchte vor allem unterhalten und ein gutes Gefühl vermitteln. Und genau das gelingt ihr meiner Meinung nach ziemlich gut. Für mich hatte das Buch stellenweise die Atmosphäre eines gemütlichen Wohlfühlfilms: Man weiß ungefähr, worauf alles hinausläuft, und genau deshalb kann man sich entspannt zurücklehnen und die Reise genießen. Es gibt Humor, Romantik, Kleinstadtchaos und jede Menge Herbststimmung, ohne dass die Handlung unnötig kompliziert wird. Wer Geschichten wie „Gilmore Girls“ mag und Gefallen an charmanten Small-Town-Romances findet, dürfte sich hier vermutlich sehr schnell wohlfühlen.

Fazit:
„Das Honeycrisp B&B“ von Valerie Bowman ist eine gemütliche Herbstromance mit sympathischen Charakteren, einer charmanten Kleinstadt und ganz viel Wohlfühlatmosphäre. Besonders Ellie und Aiden sowie ihre langsam entstehende Liebesgeschichte haben mir gut gefallen, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr emotionale Tiefe gewünschthätte. Apfelplantage, Cider, Harvest Festival und die liebevolle Gemeinschaft von Harvest Hollow machen das Buch zu einer perfekten Lektüre für gemütliche Herbsttage. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Till Summer Do Us Part
Urlaub mit dem Fake-Ehemann

Till Summer Do Us Part
Urlaub mit dem Fake-Ehemann
von Meghan Quinn

Heyne Verlag
Paperback
Romance
496 Seiten
ISBN: 978-3-453-44434-8
Ersterscheinung: 10.06.2026

Inhalt:
Scottie Price steckt nach einer schmerzhaften Trennung in einem neuen Job fest, in dem sie als einzige Frau von scheinbar perfekt verheirateten Männern umgeben ist. Um nicht ständig als Außenseiterin dazustehen, erfindet sie kurzerhand einen Ehemann. Was als kleine Notlüge beginnt, entwickelt sich jedoch zu einem riesigen Problem, als ihre Chefin ihr eine Sitzung bei einem renommierten Eheberater empfiehlt. Um ihre Geschichte aufrechtzuerhalten, braucht Scottie innerhalb kürzester Zeit einen Fake-Ehemann. Die Lösung kommt in Form von Wilder, dem jüngeren Bruder ihres besten Freundes. Gemeinsam spielen sie das glückliche Ehepaar, doch nach dem Beratungsgespräch wartet eine unerwartete Überraschung auf sie: ein einwöchiges Ehe-Camp mit gemeinsamen Aktivitäten, vielen neugierigen Blicken und nur einem Bett für das angebliche Paar.

Meinung:
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an unglaublich gut unterhalten. Die Grundidee ist schon herrlich verrückt, aber die Autorin schafft es, daraus eine romantische Komödie zu machen, die weit mehr bietet als nur lustige Missverständnisse und prickelnde Momente. Besonders begeistert haben mich Scottie und Wilder. Scottie ist eine Protagonistin, mit der man schnell mitfühlt. Sie wirkt authentisch, verletzlich und manchmal herrlich chaotisch. Ihre Unsicherheiten und die Folgen ihrer vergangenen Beziehung machen sie greifbar und sympathisch. Gleichzeitig ist sie keineswegs schwach, sondern entwickelt sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Wilder war für mich über weite Strecken ein echtes Highlight. Er besitzt diese unbeschwerte, lebensfrohe Art, die sofort gute Laune verbreitet. Seine Schlagfertigkeit, sein Humor und seine Geduld im Umgang mit Scottie machen ihn zu einem sehr liebenswerten Charakter. Besonders gefallen hat mir, dass er nicht nur als attraktiver Love Interest fungiert, sondern auch emotionale Tiefe mitbringt. Seine Beziehung zu seinem Bruder und einige persönliche Themen verleihen ihm zusätzliche Facetten. Auch wenn ich im späteren Verlauf nicht jede Entwicklung seiner Figur gleichermaßen mochte, blieb er für mich dennoch ein wichtiger und insgesamt gelungener Bestandteil der Geschichte. Die Dynamik zwischen den beiden hat hervorragend funktioniert. Die Wortgefechte sind witzig, die Dialoge sprühen vor Charme und die Chemie ist von Anfang an spürbar. Gerade das Fake-Marriage-Trope wurde hier besonders unterhaltsam umgesetzt, weil die beiden nicht nur eine Beziehung, sondern direkt eine Ehe vorspielen müssen. Dadurch entstehen unzählige peinliche, absurde und gleichzeitig unglaublich romantische Situationen. Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, ist die Balance zwischen Humor und ernsteren Themen. Während ich an manchen Stellen wirklich laut lachen musste, gibt es immer wieder Momente, die emotionaler werden und den Figuren mehr Tiefe verleihen. Themen wie Selbstzweifel, Vergangenheitsbewältigung und Selbstliebe werden angenehm in die Handlung integriert, ohne die Leichtigkeit der Geschichte zu zerstören. Der Schreibstil liest sich dabei wunderbar flüssig. Meghan Quinn versteht es einfach, Dialoge lebendig und humorvoll zu gestalten, sodass kaum Längen entstehen. Ein größerer Kritikpunkt für mich war jedoch die Entwicklung der romantischen und insbesondere der sexuellen Dynamik im späteren Verlauf. Der Spice-Anteil nimmt sehr viel Raum ein und wirkte auf mich stellenweise deutlich übertrieben. Viele der expliziten Szenen hätten für meinen Geschmack keinen wirklichen Mehrwert für die Handlung oder die Figurenentwicklung geboten, sondern schienen vor allem darauf ausgelegt zu sein, die Intensität immer weiter zu steigern. Dadurch veränderte sich auch mein Eindruck von Wilder ein wenig. Einige Verhaltensweisen wirkten auf mich später stellenweise zu besitzergreifend, wodurch ein Teil seines anfänglichen Charmes für mich verloren ging. Auch bei manchen intimen Situationen hätte ich mir eine ausgewogenere Dynamik gewünscht, in der Scotties Wünsche und Perspektive noch stärker im Vordergrund stehen. Zwar stimmt sie den Situationen zu, dennoch fühlte sich das Zusammenspiel der beiden für mich nicht immer vollkommen ausgeglichen an.

Fazit:
„Till Summer Do Us Part – Urlaub mit dem Fake-Ehemann“ von Meghan Quinn ist eine herrlich unterhaltsame Romantic Comedy mit jeder Menge Sommerfeeling, großartigem Humor und einer wundervollen Fake-Marriage-Geschichte. Scottie und Wilder sorgen für zahlreiche lustige, romantische und emotionale Momente, und besonders die humorvolle Dynamik der beiden konnte mich begeistern. Abzüge gibt es für den sehr dominanten Spice-Anteil, der für meinen Geschmack oft über das Ziel hinausschoss und teilweise zulasten der eigentlichen Liebesgeschichte ging. Zudem wirkte Wilder in manchen Situationen unnötig besitzergreifend, was nicht immer angenehm zu lesen war. Ich vergebe deshalb nur 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Rowing for Love
Im Strom der Gefühle (Bd. 2)

Rowing for Love
Im Strom der Gefühle (Bd. 2)
von Lulu Moore

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
368 Seiten
ISBN: 978-3-453-44258-0
Ersterscheinung: 13.05.2026

Wenn die Liebe hohe Wellen schlägt

Inhalt:
Charlie hat eigentlich nur ein Ziel vor Augen: sein Studium in Oxford erfolgreich abzuschließen und sich voll auf das Rudern zu konzentrieren. Doch dann taucht plötzlich seine Ex-Freundin Evie wieder auf und bringt seine mühsam aufgebaute Ordnung komplett durcheinander. Um sich vor alten Gefühlen und neuem Chaos zu schützen, trifft Charlie eine spontane Entscheidung: Er bittet Violet, die Schwester seines besten Freundes, seine Fake-Freundin zu spielen. Für Violet, die schon lange heimlich Gefühle für Charlie hat, ist das allerdings leichter gesagt als getan. Während gemeinsame Auftritte, gespielte Nähe und kleine Momente immer echter werden, verschwimmen die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität zunehmend. Gleichzeitig müssen beide lernen, ehrlich mit ihren Gefühlen umzugehen und sich zu fragen, ob aus einer gespielten Beziehung vielleicht längst etwas Echtes geworden ist.

Meinung:
Nachdem ich den ersten Band wirklich geliebt habe, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an Charlies Geschichte. Und auch wenn mich dieses Buch nicht ganz so sehr begeistern konnte wie der erste Band, hatte es trotzdem unglaublich viele Momente, die mein Herz weich gemacht haben. Vor allem Charlie und Violet zusammen waren einfach unfassbar süß. Was ich an der Geschichte besonders mochte, war die Dynamik zwischen den beiden. Violet ist keine typische zurückhaltende New-Adult-Heldin, sondern wirkt lebendig, leicht chaotisch und gleichzeitig sehr herzlich. Man spürt von Anfang an, wie lange sie Charlie schon liebt, ohne dass es jemals verzweifelt oder übertrieben wirkt. Ihre Gefühle sind leise, aber konstant, und genau das hat sie für mich so sympathisch gemacht. Charlie dagegen ist deutlich kontrollierter, strukturierter und in vieler Hinsicht das komplette Gegenteil von Violet. Gerade deshalb funktionieren sie zusammen aber so gut. Sie bringen gegenseitig Seiten im anderen hervor, die alleine vielleicht verborgen geblieben wären. Besonders Charlie hat mich überrascht. Ich mochte ihn schon im ersten Band, aber hier lernt man ihn noch einmal ganz anders kennen. Hinter seiner disziplinierten und manchmal etwas verschlossenen Art steckt ein unglaublich aufmerksamer und liebevoller Mensch. Diese kleinen Gesten waren es, die für mich die Beziehung getragen haben. Dass er backt, Shakespeare-Rehearsals besucht oder einfach präsent ist, ohne daraus eine große Sache zu machen, hat ihn unglaublich greifbar gemacht. Er ist keiner dieser übertrieben perfekten Book Boyfriends, sondern eher die Sorte Charakter, die durch Ruhe, Geduld und Ehrlichkeit überzeugt. Und genau das fand ich wunderschön. Generell lebt das Buch viel mehr von Atmosphäre und emotionaler Entwicklung als von großen dramatischen Wendungen. Die Fake-Dating-Thematik steht klar im Mittelpunkt und entwickelt sich langsam zu echten Gefühlen. Gerade dieser Slow-Burn-Aspekt hat mir sehr gefallen, weil sich nichts überstürzt anfühlt. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass sich die Geschichte in der Mitte teilweise etwas gezogen hat. Es passiert nicht wahnsinnig viel außerhalb der Beziehung zwischen Charlie und Violet, weshalb dem Buch stellenweise ein wenig Spannung gefehlt hat. Trotzdem hatte ich nie das Bedürfnis aufzuhören zu lesen, weil die beiden zusammen einfach so angenehm waren. Das Oxford-Setting hat mich wieder komplett abgeholt. Diese Mischung aus Elite-Uni, Traditionen, Rudersport und Theaterwelt erzeugt einfach eine besondere Atmosphäre. Gerade die Verbindung zwischen Charlies Welt im Ruderteam und Violets Leidenschaft fürs Schauspiel hat der Geschichte nochmal etwas Eigenes gegeben. Außerdem liebe ich die Freundesgruppe weiterhin sehr. Dass bekannte Figuren aus Band eins wieder auftauchen, hat sich wie ein kleines Wiedersehen angefühlt und die Reihe noch vertrauter gemacht. Das Buch verzichtet größtenteils auf übertriebenes Drama. Konflikte entstehen zwar, wirken aber nachvollziehbar und nicht künstlich in die Länge gezogen. Auch die Reaktionen von Hugo als Violets Bruder fand ich überraschend emotional, weil dahinter einfach echte Sorge und Freundschaft steckt. Dadurch fühlen sich die Beziehungen untereinander glaubwürdig an. Trotzdem hat mir im Vergleich zum ersten Band ein kleines bisschen dieses besondere Etwas gefehlt. Kate und Oz hatten für mich damals noch mehr emotionale Intensität und Spannung. Charlie und Violet sind dafür ruhiger, softer und deutlich mehr Wohlfühlroman als große emotionale Achterbahn. Und manchmal war mir genau das fast schon ein bisschen zu harmonisch.

Fazit:
„Rowing for Love – Im Strom der Gefühle“ von Lulu Moore ist eine charmante und emotionale College Sports Romance mit viel Herz, einem wunderschönen Oxford-Setting und zwei Hauptfiguren, die perfekt miteinander harmonieren. Besonders die ruhige Entwicklung zwischen Charlie und Violet, die vielen kleinen Gesten und die angenehme Wohlfühlatmosphäre machen das Buch zu einer wirklich schönen Slow-Burn-Liebesgeschichte. Auch wenn der Handlung stellenweise etwas Spannung fehlt und mich Band eins emotional noch stärker packen konnte, habe ich das Lesen sehr genossen. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Fake Skating

Fake Skating
von Lynn Painter
übersetzt von Bettina Hengesbach

Goldmann Verlag
Paperback
480 Seiten
ISBN: 978-3-442-49702-7
Ersterscheinung: 22.10.2025

Inhalt:
Dani kehrt nach zehn Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter nach Minnesota zurück. Früher war sie mit Alec unzertrennlich, doch aus dem schüchternen, nerdigen Jungen von damals ist inzwischen ein gefeierter Eishockey-Star geworden. Während Dani versucht, sich in ihrer alten Heimat wieder einzuleben, kreuzen sich ihre Wege erneut und schnell merkt sie, dass zwischen den beiden längst nicht mehr nur freundschaftliche Gefühle im Spiel sind. Als Dani Alec aus einer schwierigen Situation hilft und sich auf eine Fake-Beziehung mit ihm einlässt, kommen sich die beiden wieder näher und müssen sich schließlich fragen, ob aus dem vorgetäuschten Zusammensein vielleicht doch echte Gefühle entstanden sind.

Meinung:
Lynn Painter schafft es auch hier wieder, eine Geschichte mit viel Humor, Herzklopfen und süßen Momenten zu erzählen, bei der man einfach gerne weiterlesen möchte. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass das Buch im Vergleich zu ihren anderen Geschichten für mich deutlich schwächer war. Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen Dani und Alec. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und waren damals beste Freunde, bevor sie sich aus den Augen verloren haben. Umso schöner fand ich es, ihre erneute Annäherung mitzuerleben. Dani muss erst einmal damit klarkommen, dass aus ihrem nerdigen besten Freund von früher mittlerweile ein gefeierter Eishockey-Star geworden ist. Dass sie davon gleichzeitig genervt und ein bisschen beeindruckt ist, fand ich ziemlich amüsant. Alec mochte ich überraschend gerne. Hinter seiner selbstbewussten Fassade steckt deutlich mehr, und gerade seine Unsicherheiten und der Druck, der auf ihm lastet, haben ihm etwas mehr Tiefe gegeben. Auch die Beziehung zwischen ihm und Dani hat mir gefallen, weil sie nicht einfach aus dem Nichts entsteht. Durch das Fake Dating finden die beiden langsam wieder zueinander und entdecken dabei auch ihre alte Freundschaft neu. Das Eishockey-Setting hat für mich ebenfalls sehr gut funktioniert. Die Kleinstadtatmosphäre in Minnesota hatte einen richtig gemütlichen Wohlfühlfaktor und hat der Geschichte ihren eigenen Charme verliehen. Besonders schön fand ich außerdem die Nebenfiguren. Mein persönliches Highlight war definitiv Danis Großvater Mick. Seine Gespräche mit Dani haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und waren für mich einige der besten Szenen im Buch. Auch Lynn Painters Schreibstil hat wieder dafür gesorgt, dass sich das Buch sehr schnell und leicht lesen lässt. Die Dialoge sind witzig, die Geschichte hat viele süße Momente und insgesamt bekommt man genau das, was man von einer RomCom erwartet. Gleichzeitig war mir vieles etwas zu vorhersehbar. Gerade bei den Konflikten und der Entwicklung zwischen Dani und Alec hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht. Auch die beiden Protagonisten konnten mich nicht ganz so sehr begeistern wie die Figuren aus anderen Büchern der Autorin. Ich mochte Dani und Alec, habe aber nicht ganz so intensiv mit ihnen mitgefiebert. Manche Charakterzüge und Entwicklungen wirkten auf mich etwas stereotyp, wodurch mir stellenweise das gewisse Etwas gefehlt hat. Trotzdem hatte ich eine wirklich schöne Lesezeit. Die Geschichte ist süß, humorvoll, romantisch und hat mit dem Eishockey-Thema und dem Kleinstadtsetting eine tolle Atmosphäre. Es war für mich definitiv kein schlechtes Buch. Ganz im Gegenteil. Es hat mir Spaß gemacht und mich gut unterhalten, konnte mich emotional aber einfach nicht so sehr erreichen wie andere Bücher der Autorin.

Fazit:
„Fake Skating“ von Lynn Painter ist eine süße und unterhaltsame Young-Adult-Romance mit Eishockey, Fake Dating und einer schönen Friends-to-Lovers-Dynamik. Dani und Alec mochte ich als Paar sehr gerne, auch wenn mir manche Entwicklungen etwas zu vorhersehbar waren. Besonders das gemütliche Setting und Danis Großvater Mick haben die Geschichte für mich zu etwas Besonderem gemacht. Insgesamt vergebe ich 3,5 von 5 Sternchen.