{Rezension} Strike Me Right
(Bd. 2 der „Richmond Deers“-Reihe)

Strike Me Right
(Bd. 2 der „Richmond Deers“-Reihe)
von Maike Voß

Heyne Verlag
Paperback
Sports Romance
464 Seiten
ISBN: 978-3-453-44260-3
Ersterscheinung: 14.01.2026

Er lässt ihr Herz höher schlagen.
Doch sie hat nie gelernt, es zu verschenken.

Inhalt:
Rowan arbeitet als Physiotherapeutin beim Fußballverein Richmond Deers und hat sich geschworen, ihr Herz nicht noch einmal aufs Spiel zu setzen. Als sich jedoch Stürmer Silvano Bianchi verletzt und auf ihre Unterstützung angewiesen ist, geraten ihre Vorsätze ins Wanken. Zwischen Reha und hitzigen Wortwechseln entsteht eine intensive Anziehung. Rowan verbirgt, dass sie in Liebesdingen völlig unerfahren ist – ein Umstand, der Silvano zu einem gewagten Vorschlag verleitet. Was als kontrollierter Deal beginnt, entwickelt sich schneller als gedacht zu etwas Emotionalem. Doch Gefühle passen weder in Rowans Sicherheitsdenken noch in Silvanos ursprüngliche Pläne.

Meinung:
Nach dem gelungenen ersten Band war meine Erwartungshaltung natürlich hoch – vielleicht sogar ein kleines bisschen zu hoch. Der Schreibstil von Maike Voß ist auch hier wieder wunderbar flüssig, modern und angenehm zu lesen. Bis auf einige Schreibfehler, die nicht hätten sein müssen (Cliffhänger statt Cliffhanger oder dum statt dumm), machte der Text dennoch einen insgesamt soliden Eindruck. Ich kam schnell in die Geschichte hinein, die Dialoge fühlten sich lebendig an und das Setting rund um den Verein kam mir wieder sehr vertraut vor. Dieses Wiedersehen mit den Richmond Deers hatte definitiv seinen Reiz. Silvano mochte ich als Figur wirklich gerne. Seine fürsorgliche, respektvolle Art, gerade im Umgang mit Rowan, hebt ihn positiv von vielen typischen Sports-Romance-Bookboyfriends ab. Er ist aufmerksam, geduldig und emotional greifbar. Dennoch hatte ich gerade bei ihm das Gefühl, dass enormes Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Im ersten Band wurde seine Verletzung bereits thematisiert, und ich hatte gehofft, dass seine Selbstzweifel, seine mentale Belastung und vor allem seine Therapie hier mehr Raum bekommen würden. Stattdessen wurde dieser Aspekt für mein Empfinden zu schnell abgehandelt. Gerade im Profisport – und besonders im Fußball – sind mentale Prozesse nach Verletzungen so entscheidend. Da hätte ich mir mehr Tiefe, mehr innere Kämpfe, mehr echte Auseinandersetzung gewünscht. Ein weiterer Punkt, der mich persönlich beschäftigt hat: Es ist eine Sports Romance – doch der Sport rückte für mein Gefühl zu sehr in den Hintergrund. Natürlich steht die Beziehung im Fokus, aber der Fußball wirkte stellenweise wie Kulisse statt wie Herzstück. Gerade nach dem Auftaktband hatte ich gehofft, dass beides stärker miteinander verwoben wird. Und ja, ich muss ehrlich sein, mir war es stellenweise zu spicy. Manche Szenen hätten für mich nicht diese Ausführlichkeit gebraucht. Nicht, weil sie schlecht geschrieben wären, sondern weil sie für mein Empfinden die emotionale Entwicklung eher ersetzt als vertieft haben. Ich hätte mir gewünscht, dass stattdessen mehr Raum für Gespräche, für innere Prozesse und für langsames, glaubwürdiges Zusammenwachsen genutzt wird. Apropos Glaubwürdigkeit: Drei Wochen Beziehung und dann schon das Gefühl, die Liebe des Lebens gefunden zu haben? Das ging mir persönlich etwas zu schnell. Ich hätte mir hier eine längere Entwicklung gewünscht, vielleicht mehr Zweifel, mehr Hürden – einfach mehr Zeit. Was mich außerdem ein wenig enttäuscht hat, war der Umgang mit Allie. *Achtung! Kleiner Spoiler.* Wir erfahren quasi nebenbei, dass sie sich von Owen hat scheiden lassen. Aber was ist in der Aussprache passiert? Was wurde gesagt? Wie kam es emotional zu diesem endgültigen Schritt? Zwischen Gespräch und Scheidung klafft für mich eine spürbare Lücke. Gerade weil Nebenfiguren in dieser Reihe so viel Potenzial haben, hätte ich mir hier mehr Einblicke gewünscht. Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich durchaus schöne Lesemomente. Die Chemie zwischen Rowan und Silvano ist spürbar, manche Szenen sind zärtlich und liebevoll, und das italienische Familienflair bringt Wärme in die Geschichte. Emotional hätte ich mir insgesamt mehr Tiefgang gewünscht – weniger Tempo, mehr Nachhall.

Fazit:
„Strike Me Right“ von Maike Voß ist eine gefühlvolle Fortsetzung der „Richmond Deers“-Reihe mit einem charmanten, respektvollen Love Interest und einer spürbaren Anziehung zwischen den Hauptfiguren. Der Schreibstil überzeugt erneut durch Leichtigkeit und angenehmen Lesefluss. Dennoch hätte ich mir mehr sportliche Tiefe, eine intensivere Auseinandersetzung mit Silvanos Selbstzweifeln und eine langsamere, glaubwürdigere Beziehungsentwicklung gewünscht. Insgesamt eine schöne, unterhaltsame Sports Romance mit kleinen Schwächen, weshalb ich 4 von 5 Sternchen vergebe.

{Rezension} We used to be MAGIC

We used to be MAGIC
von Bea Ingalls

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
400 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31740-2
Ersterscheinung: 14.01.2026

Das Schicksal hat sie zusammengeführt.
Aber es könnte sie auch wieder auseinanderreißen…

Inhalt:
Die 18-jährige Audrey, ein Nachwuchsmodel aus der britischen Provinz, findet sich zum ersten Mal im schillernden und überwältigenden New York wieder. Fernab von Zuhause versucht sie, in der Modewelt Fuß zu fassen, als sie Ezra begegnet. Ezra ist ebenfalls 18 Jahre alt und kehrt nach einer schwierigen Zeit in England nach New York zurück – mit einer gebrochenen Nase und einem gebrochenen Herzen. Obwohl Ezra eine schwierige Vergangenheit mit sich trägt, fühlen sich Audrey und Ezra sofort zueinander hingezogen. Alles zwischen ihnen wirkt leicht, intensiv und fast magisch. Doch während Audrey mit den dunklen Seiten der Modeindustrie konfrontiert wird und Ezra von seiner Vergangenheit eingeholt wird, steht ihre junge Liebe vor der Frage, ob Gefühle allein ausreichen, um all das zu überstehen.

Meinung:
Diese Geschichte hat mich leiser gepackt, als ich erwartet hatte – und dafür umso nachhaltiger. Diese Romance lebt nicht von großen, dramatischen Plot-Twists, sondern von Atmosphäre, Emotionen und Figuren, die sich echt anfühlen. Audrey und Ezra sind beide erst 18, und genau das merkt man ihren Gedanken, Entscheidungen und Unsicherheiten an – aber auf eine sehr ehrliche, nachvollziehbare Weise. Audrey ist eine Protagonistin, die ich sofort mochte. Sie ist ehrgeizig, neugierig und sensibel, ohne dabei naiv zu wirken. Besonders stark fand ich, wie ihre anfängliche Faszination für die Modewelt langsam Risse bekommt. Die Konfrontation mit den Schattenseiten der Branche wirkt nicht sensationsheischend, sondern ruhig, fast beiläufig – und gerade deshalb umso eindringlicher. Ezra ist für mich das emotionale Zentrum des Romans. Seine Geschichte, nach dem Tod seiner Mutter aus seinem vertrauten Leben gerissen und von seinem Vater nach England abgeschoben worden zu sein, erklärt seine innere Zerrissenheit auf schmerzhafte Weise. Er wirkt oft verloren, beobachtend, manchmal verschlossen – und genau das macht ihn so greifbar. Seine Rückkehr nach New York fühlt sich nicht wie Heimkommen an, sondern wie ein vorsichtiges Annähern an etwas, das er eigentlich nie richtig verarbeiten durfte. Die Liebesgeschichte zwischen Audrey und Ezra ist ein klassischer Slow Burn. Sehr langsam, sehr ruhig, manchmal fast schmerzhaft zögerlich. Wer Action oder schnelle Eskalation erwartet, wird hier nicht fündig. Aber ich mochte genau dieses vorsichtige Annähern, diese Gespräche, Blicke und das ständige Gefühl, dass beide mehr fühlen, als sie auszusprechen wagen. Ja, manche Kommunikationsprobleme wiederholen sich, und stellenweise hätte ich mir etwas mehr Leichtigkeit oder Dynamik gewünscht. Trotzdem hat mich ihre Verbindung überzeugt, weil sie sich nicht perfekt, sondern verletzlich und echt anfühlt. Was besonders hängen bleibt, ist dieses Gefühl von Übergang: vom Teenagersein ins Erwachsenwerden, von Träumen zu Realität, von Magie zu Verantwortung. Und genau darin liegt für mich die Stärke dieses Romans.

Fazit:
„We used to be MAGIC“ von Bea Ingalls ist eine gefühlvolle Coming-of-Age-Romance, die mit leisen Tönen, intensiver Atmosphäre und glaubwürdigen Figuren überzeugt. Audrey und Ezra sind zwei junge Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens, deren Liebe ebenso zart wie kompliziert ist. Das glamouröse New York trifft hier auf emotionale Tiefe und echte Verletzlichkeit. Von mir gibt es daher verdiente 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Let’s make a scene

Let’s make a scene
von Laura Wood

Heyne Verlag
Paperback
Second Chance Romance
560 Seiten
ISBN: 978-3-453-42956-7
Ersterscheinung: 15.10.2025

Ihre Liebesgeschichte steht im Drehbuch, aber die Chemie zwischen ihnen ist echt.

Inhalt:
Cynthie Taylor und Jack Turner-Jones standen sich vor dreizehn Jahren zum ersten Mal an einem Filmset gegenüber, als sie beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen. Hinter den Kulissen war ihre Zusammenarbeit geprägt von Reibung, Konkurrenz und Missverständnissen, doch vor der Kamera stimmte die Chemie so sehr, dass sie für die Öffentlichkeit eine Beziehung vortäuschen mussten. Nach dem Dreh brachen sie den Kontakt vollständig ab. Jahre später ist Cynthie eine gefeierte Schauspielerin, Jack ein erfolgreicher Serienstar – und ihr gemeinsamer Film längst Kult. Eine geplante Fortsetzung bringt sie erneut zusammen, inklusive Promotour, Fake-Dating und einem Dokumentationsteam, das jeden Moment festhält. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Gefühle drängen an die Oberfläche, und plötzlich ist nichts mehr so klar getrennt zwischen Rolle und Realität.

Meinung:
Dieses Buch war für mich ein einziger, intensiver Wohlfühlmoment – einer von der Sorte, die leise beginnt und am Ende mitten ins Herz trifft. Diese Second Chance Romancehat mir genau das gegeben, was ich an großartigen RomComs liebe: Wärme, Humor, Sehnsucht und diese ganz besondere Magie, wenn zwei Menschen zur richtigen Zeit endlich ehrlich zueinander werden. Mit der letzten Zeile blieb so viel Gefühl zurück, dass ich wieder an die eine große, echte Liebe glauben will. Cynthie ist eine Protagonistin, die sich sofort echt anfühlt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke, ihr trockener Humor und ihre Art, mit Schmerz umzugehen, haben mich tief berührt. Sie ist keine glattpolierte Hollywood-Figur, sondern eine Frau, die gelernt hat, sich zu schützen – manchmal zu sehr. Jack steht ihr dabei in nichts nach. Nach außen selbstsicher, charmant und kontrolliert, ringt er innerlich mit Selbstzweifeln, Angst und dem Wunsch, endlich er selbst sein zu dürfen. Besonders berührend fand ich, wie beide mit mentaler Gesundheit umgehen, wie unterschiedlich sich Angst äußern kann und wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen. Das wird sensibel, ehrlich und ohne Pathos erzählt. Die Dynamik zwischen Cynthie und Jack ist das Herzstück der Geschichte – und sie ist einfach großartig. Das anfängliche Gegeneinander, die bissigen Dialoge, die alte Wut, die unter der Oberfläche brodelt, und dann dieses langsame, vorsichtige Aufweichen: Gespräche, die länger dauern als geplant, Blicke, die zu viel sagen, Erinnerungen, die plötzlich nicht mehr nur schmerzen. Es gibt kein abruptes Umschlagen von Hass zu Liebe, sondern eine Entwicklung, die sich verdient anfühlt. Ja, das Thema Misscommunication sorgt zwischendurch für Frust – ich wollte die beiden mehr als einmal anschreien –, aber rückblickend trägt genau das zur Authentizität bei. Ich bin ein großer RomCom-Fan und liebe besonders die Klassiker der 1990er- und frühen 2000er-Jahre, und genau dieses Gefühl hat das Buch in mir ausgelöst. Es erinnerte mich teilweise an „Notting Hill“: diese Mischung aus Glamour und Verletzlichkeit, aus Humor und leiser Melancholie. Beim Lesen hatte ich teilweise auch die junge Emma Thompson vor Augen – klug, warm, mit Tiefe – und konnte mir Cynthie kaum anders vorstellen. Auch das Film-Setting und der Blick hinter die Kulissen eines Filmdrehs wirken nicht nur glamourös, sondern überraschend reflektiert, gerade wenn es um Erwartungen, Machtverhältnisse und öffentliche Rollenbilder geht. Die Rückblicke in die Vergangenheit sind klug gesetzt und sorgen dafür, dass man sowohl die jungen Versionen von Cynthie und Jack als auch ihre heutigen Ichs versteht. Man sieht, wie sehr sie gewachsen sind und warum es damals einfach noch nicht funktionieren konnte. Die Nebenfiguren bringen Humor, Leichtigkeit und dieses wunderbare Found-Family-Gefühl, das für mich jede gute RomCom abrundet. Der Spice ist präsent, aber genau richtig dosiert: emotional motiviert und niemals Selbstzweck. Für mich ist diese Second Chance daher nicht einfach nur eine unterhaltsame Liebesgeschichte, sondern ein Roman, der zeigt, dass Liebe manchmal Zeit braucht – und Mut.

Fazit:
„Let’s make a scene“ von Laura Wood ist eine warmherzige, emotionale und wunderbar nostalgische Second-Chance-RomCom. Mit Humor, Tiefe und ganz viel Herz erzählt die Autorin eine Geschichte über verpasste Chancen, Wachstum und die große Liebe zur richtigen Zeit. Für mich ein absolutes Highlight und ein echtes Wohlfühlbuch, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.

Lieblingszitat:
„Als ich ihn anschaue, geht mir wieder einmal durch den Kopf, wie merkwürdig es ist, dass ich ihm nicht nur erzählen kann, was ich denke und fühle, sondern dass es ihn offensichtlich auch interessiert. Es steht ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben. Ich bin sein Lieblingsroman – der, den er nicht aus der Hand legen kann.“ (S. 533)

{Rezension} Remain – Was von uns bleibt

Remain – Was von uns bleibt
von Nicholas Sparks mit M. Night Shyamalan

Heyne Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag
Liebesgeschichte
384 Seiten
ISBN: 978-3-453-27574-4
Ersterscheinung: 15.10.2025

Kann die Liebe alle Grenzen sprengen?

Inhalt:
Nach dem tragischen Verlust seiner Schwester stürzt der Architekt Tate Donovan in eine tiefe Krise. Um wieder ins Leben zurückzufinden, nimmt er einen Auftrag seines besten Freundes an: ein Sommerhaus auf dem idyllischen Cape Cod zu entwerfen. Dort findet er Unterkunft in einem charmanten Bed & Breakfast, dessen Besitzerin Wren geheimnisvoll und faszinierend zugleich ist. Zwischen Tate und Wren entwickelt sich langsam eine intensive Bindung. Doch Wren trägt ein gefährliches Geheimnis aus der Vergangenheit, und hinter der scheinbar friedlichen Kleinstadt lauern dunkle Schatten. Tate ist fest entschlossen, sie zu retten – doch die Frage bleibt, ob ihre Liebe stark genug ist, um selbst die Grenzen zwischen Leben und Tod zu überwinden.

Meinung:
Ich habe schon einige Bücher von Nicholas Sparks gelesen, aber diese Geschichte geht noch eine Spur düsterer, intensiver und spannungsgeladener als gewohnt zu Werke. Tate Donovan ist ein Protagonist, den man sofort ins Herz schließt: verletzlich, nachdenklich, mit der Trauer um seine Schwester tief in sich verankert. Seine langsame Annäherung an Wren wirkt authentisch und leise, und man fiebert mit jedem Moment ihrer Verbindung mit. Wren selbst ist geheimnisvoll, geheimnisvoll genug, dass man ihre Vergangenheit unbedingt ergründen möchte, ohne dass es je aufgesetzt wirkt. Besonders gelungen ist die Art, wie Sparks’ gefühlvolle, poetische Beschreibungen von Cape Cod auf Shyamalans unterschwellige Spannung treffen. Die idyllische Kulisse, das Rauschen der Wellen, die kleinen Details des Bed & Breakfast – all das kontrastiert mit den dunklen Geheimnissen, die sich langsam entfalten, und sorgt für eine Atmosphäre, die einen packt. Die Mischung aus Liebe, Verlust, Geheimnis und unterschwelliger Bedrohung hat mich oft richtig mitfiebern lassen. Manchmal war es sogar ein bisschen gruselig, besonders in den Szenen, in denen sich Wrens Vergangenheit auf mysteriöse Weise zeigt. Ich habe beim Lesen gespürt, wie die Geschichte eine Gänsehaut erzeugt, ohne dass sie in billigen Horror abrutscht – ein schönes Zusammenspiel von Emotionalität und Spannung. Das Ende ist zufriedenstellend, auch wenn es für meinen Geschmack etwas ruhiger ausfällt. Insgesamt ist dieser Roman kein klassischer „Sparks“, sondern eine mutige Weiterentwicklung seines Stils.

Fazit:
„Remain – Was von uns bleibt“ von Nicholas Sparks und M. Night Shyamalan ist eine gefühlvolle und zugleich spannungsgeladene Liebesgeschichte, die Trauer, Hoffnung und die Macht der Liebe meisterhaft verbindet. Die Figuren sind tiefgründig und authentisch, die Atmosphäre von Cape Cod wunderschön beschrieben, und die mysteriösen Elemente sorgen für ein ständiges Mitfiebern. Wer Lust auf eine romantische Geschichte mit überraschenden Wendungen und leichter Gänsehaut hat, wird hier bestens unterhalten. Ich vergebe 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)

Deadly Little Scandals
(Bd. 2 der „Little-White-Lies“-Dilogie)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31735-8
Ersterscheinung: 12.11.2025

Ein Geheimbund.
Eine Leiche im See.
Ein schockierendes Geheimnis.

Inhalt:
Sawyer Taft lebt weiterhin bei ihrer Tante und ihrer Großmutter und ist Teil der High Society geworden, zu der auch ihre neu gefundene Familie gehört – allerdings nur widerwillig. Noch immer treibt sie die Frage nach ihrer Herkunft um, denn Sawyer will endlich wissen, wer ihr Vater ist und was sich vor etwa 25 Jahren wirklich zugetragen hat. Als sie gemeinsam mit ihrer Cousine Lily in den exklusiven Debütantinnen-Geheimbund der White Gloves aufgenommen wird, nehmen die Ereignisse eine düstere Wendung. Ein schockierender Fund bei einem Initiationsritual am See bringt lange verdrängte Geheimnisse ans Licht. Zusammen mit Lily, Campbell und Sadie-Grace gerät Sawyer immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Intrigen und familiären Verstrickungen, das droht, die gesamte High Society zu erschüttern.

Meinung:
Sawyer Taft war für mich schon im ersten Band eine starke Protagonistin, doch in diesem zweiten Teil ist sie mir noch nähergekommen. Ihre zynische, scharfzüngige Art, ihr trockener Humor und ihre konsequente Weigerung, sich vollständig den Regeln der Reichen und Mächtigen zu unterwerfen, machen sie unglaublich authentisch. Besonders gefallen hat mir ihre Entwicklung, die nicht laut oder dramatisch daherkommt, sondern eher leise und subtil verläuft – in ihren Entscheidungen, in ihrem Umgang mit anderen und darin, wie sie langsam ihren eigenen Platz in dieser Welt findet. Die Dynamik zwischen Sawyer, Lily, Campbell und Sadie-Grace ist erneut ein großes Highlight. Ihre Freundschaft wirkt chaotisch, lebendig und ehrlich, und man spürt deutlich, wie sie im Laufe der Geschichte enger zusammenwachsen. Zwar bleiben einige der Charaktere eher stereotypisch, doch genau das funktioniert erstaunlich gut für diese Art von Story und verleiht ihr einen gewissen Gossip-Girl-Charme. Der Schreibstil von Jennifer Lynn Barnes ist wieder äußerst flüssig, humorvoll und präzise – ein Stil, der es leicht macht, komplett in die Geschichte einzutauchen und Seite um Seite zu verschlingen. Die zahlreichen Plottwists und Enthüllungen sorgen für durchgehende Spannung, auch wenn die vielen Theorien zu den Verwandtschaftsverhältnissen zeitweise etwas unübersichtlich werden. Immer wieder wird man bewusst in die Irre geführt, nur um kurz darauf festzustellen, dass man sich seiner Sache doch nicht so sicher war. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit steigern die Spannung zusätzlich, auch wenn sie stellenweise zur Verwirrung beitragen. Der Geheimbund der White Gloves bringt eine starke, düstere Atmosphäre mit sich, hätte für meinen Geschmack zum Ende hin jedoch noch etwas mehr narrative Relevanz haben dürfen. Das Finale selbst ist schlüssig, emotional und konsequent erzählt – weniger ein lauter Knall, dafür eine stimmige Auflösung, die rückblickend Sinn ergibt.

Fazit:
„Deadly Little Scandals“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein würdiger und spannender Abschluss der „Little-White-Lies“-Dilogie, der mit Intrigen, Freundschaft und dunklen Familiengeheimnissen überzeugt. Sawyer Taft trägt die Geschichte mit viel Charisma und einer gelungenen, subtilen Charakterentwicklung. Trotz kleiner Schwächen in der Übersicht bleibt das Buch fesselnd und atmosphärisch, weshalb ich sehr gerne 4,5 von 5 Sternchen vergebe.