{Rezension} You Are My Hurricane

You Are My Hurricane
von Emily Aves

reverie (in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH)
Paperback
432 Seiten
ISBN: 978-3-7457-0452-5
Ersterscheinung: 19.11.2024

»Wir befanden uns in diesem flüchtigen Moment im Auge des Sturms. Wenn alles ruhig war und nur die Welt um uns herum aufgewirbelt wurde.«

Inhalt:
Maeve liebt es, hinter ihrer Kamera zu stehen – als Fotografin an der Fairview Universität in Florida dokumentiert sie das Leben der Footballmannschaft, ohne je selbst im Mittelpunkt zu stehen. Doch als sie bei einem unglücklichen Vorfall mit dem beliebten Quarterback Carter McCoy beim Spiel zusammenstößt, wird das Video des Zusammenpralls über Nacht viral. Während Maeve versucht, der plötzlichen Aufmerksamkeit zu entkommen, muss sie sich auch mit den Konsequenzen des Vorfalls auseinandersetzen: Ihre Kamera ist kaputt, und ausgerechnet Carter benötigt ihre Aufnahmen, um den begehrten Platz in der NFL zu ergattern. Er schlägt vor, den Vorfall für Spenden zu nutzen, um Maeve eine neue Kamera zu besorgen. Doch die wachsende Nähe zwischen den beiden bringt nicht nur alte Wunden ans Licht, sondern auch Gefühle, mit denen keiner von ihnen gerechnet hat. In einem Wirbelsturm aus Missverständnissen, Enttäuschungen und überraschender Zuneigung müssen sie lernen, einander zu vertrauen – und sich selbst zu verzeihen. Denn manchmal braucht es einen Sturm, um die Mauern des Herzens zu durchbrechen.

Meinung:
Diese Romance mit Florida College Setting und dem beliebtesten Sport der USA, dem American Football, ist nicht nur ein Buch – es ist ein emotionaler Sturm, der einem den Atem raubt und das Herz in alle Richtungen wirbelt. Emily Aves gelingt es, eine so starke, komplexe Chemie zwischen ihren Protagonisten aufzubauen, dass es kaum möglich ist, sich von der Geschichte loszusagen. Maeve und Carter sind wie zwei Magneten, deren Anziehungskraft so intensiv ist, dass sie einen mitreißt, auch wenn man sich der Gefahr eines solchen Sturms bewusst ist. Die Autorin entfaltet ihre Charaktere auf eine Weise, die sowohl authentisch als auch tiefgründig ist. Maeve, die anfangs in ihrem eigenen Schutzpanzer lebt, wird zu einer Figur, mit der man sich auf tiefste Weise identifizieren kann. Ihre Ängste, ihre inneren Kämpfe und die schmerzlichen Erinnerungen an ihre Vergangenheit sind so gut nachvollziehbar, dass ich mich fast in ihr verlor. Carter, der anfangs wie der typische Footballstar daherkommt – arrogant, selbstbewusst, charmant – zeigt immer mehr Facetten seiner Persönlichkeit. Was mich von Anfang an beeindruckte, war die Art und Weise, wie Carter, abgesehen von seinen unaufdringlichen Charme, zu einem Mann wurde, der den Mut hatte, nicht nur Maeve zu erobern, sondern sich auch selbst zu verändern. Der ein oder andere Überraschungsmoment in ihrer Beziehung hat mich immer wieder emotional aufgewühlt. Die Geschichte zwischen den beiden entwickelt sich rasant, aber nicht überstürzt – jedes Gefühl, jede Reaktion scheint aus den Charakteren heraus zu kommen und nicht wie ein unauthentisches Handlungselement. Ich konnte jederzeit spüren, wie sehr Maeve und Carter voneinander abhängen, wie ihre gemeinsamen Momente sowohl stürmisch als auch zart sind. Die Mischung aus „Enemies-to-Lovers“ und der tieferen emotionalen Schicht, die darunterliegt, ist perfekt gelungen. Die zahlreichen Szenen, die so lebendig beschrieben werden, ließen in meinem Kopf einen Film ablaufen, den ich mit geschlossenen Augen gesehen habe, weil er einfach so greifbar war. Doch wie bei jedem Sturm gibt es auch ruhige Momente, in denen die Dynamik ein wenig zurücktritt. Und so war es auch in diesem Buch: Manchmal schleichen sich langatmige Passagen ein, die zwar den Charakteren Raum zur Entwicklung geben, jedoch die Spannung etwas dämpfen. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt war die Häufung einiger Redewendungen, die sich nach einiger Zeit wiederholten und an Intensität verloren. Trotzdem – diese Momente änderten nichts an der überwältigenden emotionalen Tiefe, die die Geschichte trägt.

Fazit:
„You Are My Hurricane“ von Emily Aves hat mich wirklich beeindruckt. Die Geschichte von Maeve und Carter ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte. Der Schreibstil von Emily Aves ist flüssig, packend und gleichzeitig einfühlsam. Sie schafft es, emotional zu bewegen, ohne dabei unnötige Dramen zu erzeugen. Es gibt so viele Momente des Schmunzelns und der Zärtlichkeit, die wie Sonnenstrahlen nach einem Sturm wirken. Auch wenn die Spannung gegen Ende hin etwas nachlässt, bleibt es ein absolut empfehlenswertes Leseerlebnis für all jene, die an die Kraft der Liebe glauben – und daran, dass es manchmal einen Hurricane braucht, um Mauern einzureißen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 4,5 von 5 Sterne für diese großartige Liebesgeschichte, die mich berührt und gleichzeitig mitgenommen hat. Ein stürmisches, aber wunderschönes Leseerlebnis.

Lieblingszitate:
„Wieder einmal sahen wir viel zu tief in die Augen des anderen und drohten, uns darin zu verlieren. Am liebsten wäre ich in seinem Ozean ertrunken, aber ich strampelte und hielt mich an der Wasseroberfläche, sodass er mich nicht in seine Tiefen reißen konnte. Obwohl ich diese so gerne erkunden wollte.“ (S. 206)
und
„Wir sind am besten, wenn wir Menschen um uns haben, auf die wir uns verlassen können.“ (S. 400)

{Rezension} Wie Farben im Regen
(Bd. 3 der „Liebe ist“-Reihe)

Wie Farben im Regen
(Bd. 3 der „Liebe ist“-Reihe)
von Alicia Zett

One Verlag
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene / Jugendbuch
496  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0184-6
Ersterscheinung: 29.02.2024

Das hier ist mein Samuel. Vielleicht sogar ein Stück mehr als noch vor wenigen Minuten.

Inhalt:
Caro und Sam gelten als das Traumpaar am Internat Schloss Mare. Sie sind nicht nur in der Queer & Friends AG aktiv, sondern spielen auch im Fußballteam. Doch als das letzte Schuljahr anbricht, hat Caro das Gefühl, dass Sam ihr immer mehr entgleitet. Der Grund dafür ist, dass Sam nicht die beliebte Stürmerin ist, für die ihn alle halten, sondern Samuel, der beliebte Stürmer. Als Samuel sich endlich Caro anvertraut, stellen sich viele Fragen: Wie wird sich sein Coming-out auf ihre Beziehung auswirken? Darf Samuel weiterhin im Fußballteam spielen? Und wie verändert sich ihre Liebe, wenn Caro als lesbische Frau plötzlich mit neuen Unsicherheiten konfrontiert wird? Während sie versuchen, Antworten zu finden, müssen sie ihre Beziehung und ihre Identitäten neu definieren.

Meinung:
Der dritte Band der Reihe entführt uns wieder in die vertraute Atmosphäre des Internats Schloss Mare, doch dieses Mal wird die Geschichte von Caro und Samuel auf eine neue Ebene gehoben. Die Thematik der Transidentität ist in dieser Konstellation eine willkommene und wertvolle Abwechslung zu anderen Jugendromanen. Alicia Zett gelingt es, die komplexen Themen wie Selbstfindung und Akzeptanz auf eine einfühlsame und authentische Weise zu behandeln, die nie platt wirkt, sondern vielmehr eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und der Bedeutung von Liebe ermöglicht. Die Wahl, die Geschichte aus Caros Perspektive zu erzählen, gewährt uns einen sehr intimen Einblick in ihre Gedankenwelt. Caro ist eine lebendige und sympathische Figur, die oft zwischen Zuneigung und Unsicherheit schwankt. Ihre Ängste und Zweifel, besonders im Hinblick auf ihre lesbische Identität und Samuels Transsexualität, werden eindrucksvoll dargestellt. Man versteht ihre Gefühlswelt und ihre innere Zerrissenheit, wodurch die Geschichte emotional packend wird. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Einblick in Samuels Gedankenwelt gewünscht, besonders in den Momenten, in denen er sich mit seiner eigenen Veränderung auseinandersetzt. Dadurch bleibt seine Perspektive für mich etwas blasser im Vergleich zu Caros. Dennoch wird seine Entwicklung sehr gut über Caros Wahrnehmungen transportiert, was die Beziehung der beiden glaubwürdig und tiefgründig macht. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte nicht nur um Samuels Coming-out kreist, sondern auch um Caros eigene Entwicklung und ihre Auseinandersetzung mit ihrer sexuellen Identität. Die Geschichte thematisiert die Herausforderungen, die mit einem Coming-out innerhalb einer bestehenden Beziehung verbunden sind, und bringt eine realistische, aber auch hoffnungsvolle Botschaft: Liebe ist flexibel und anpassungsfähig, solange sie auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt basiert. Die Erzählweise ist, wie man es von Alicia Zett gewohnt ist, sehr fesselnd und gefühlvoll. Die emotionale Tiefe der Geschichte kommt besonders in den ruhigeren Momenten gut zur Geltung, und auch die Darstellung der Nebenfiguren trägt zur Authentizität des Romans bei. Die Verbindung zu den vorherigen Bänden der Reihe wird zwar immer wieder aufgegriffen, dennoch bleibt der dritte Band eigenständig und gut verständlich, selbst wenn man die ersten beiden Teile noch nicht gelesen hat.

Fazit:
„Wie Farben im Regen“ von Alicia Zett bietet einen emotionalen und gelungenen Abschluss der „Liebe ist“-Trilogie, der sich mit wichtigen und aktuellen Themen wie Transidentität, Identitätsfindung und der Veränderung von Beziehungen auseinandersetzt. Der Autorin gelingt es, eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die sowohl die Herausforderungen als auch die schönen Seiten der Liebe zeigt. Auch wenn mir an manchen Stellen ein tieferer Einblick in Samuels Gedankenwelt gefehlt hat, bietet der Roman insgesamt ein tiefgründiges Leseerlebnis und wird sicherlich vielen Jugendlichen ab 14 Jahren als wertvolle Orientierung dienen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sterne.

{Rezension} Wie Wellen im Sturm
(Bd. 1 der „Liebe ist“-Reihe)

Wie Wellen im Sturm
(Bd. 1 der „Liebe ist“-Reihe)
von Alicia Zett

One Verlag
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene / Jugendbuch
448  Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0165-5
Ersterscheinung: 26.05.2023

Ich glaube, ich könnte Mika auf jede erdenkliche Art küssen,
und alle davon würden mir den Atem rauben.

Inhalt:
Die sechzehnjährige Louise fühlt sich an ihrer alten Schule oft ausgeschlossen. Als sie jedoch durch ihre Leidenschaft fürs Schreiben ein Stipendium für das Internat Schloss Mare an der Nordseeküste erhält, ändert sich ihr Leben. Schnell findet sie Anschluss in der Fußballmannschaft und beginnt, sich dort zu Hause zu fühlen. Doch besonders Mika, die Kapitänin des Teams, bleibt für sie ein Rätsel. Als Louise bemerkt, dass ihre Gefühle für Mika immer mehr in Richtung Liebe gehen, wird ihr klar, dass sie sich mit ihrer Identität und ihren Gefühlen auseinandersetzen muss – eine Reise, die nicht ohne Hürden verläuft.

Meinung:
Der Auftakt der „Liebe ist“-Reihe ist eine berührende und authentische Coming-of-Age-Geschichte, die nicht nur die erste Liebe thematisiert, sondern auch das Finden von sich selbst und den Mut, zu seiner Identität zu stehen. Alicia Zett gelingt es, diese Themen mit viel Empathie und Feingefühl zu behandeln. Besonders schön ist die Darstellung der LGBTQIA+-Thematik, die hier ganz selbstverständlich und ohne Klischees in die Geschichte integriert wird. Louise ist eine Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt – ihre Unsicherheit und die Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen hat, sind sehr nachvollziehbar und realistisch dargestellt. Der Erzählstil der Autorin passt wunderbar zu Louise‘ Charakter. Die Geschichte wird in einer Mischung aus Erlebnissen im Internat und Auszügen aus Louises eigener Fantasygeschichte erzählt, was dem Buch einen besonderen Touch verleiht. Gerade die Passagen aus Louises Roman fügen sich harmonisch in die Handlung ein und geben ihrem Charakter zusätzliche Tiefe. Ein kleiner Kritikpunkt: Die Fantasygeschichten, in die Louise flüchtet, sind nicht jedermanns Sache, und ich persönlich hätte mir in diesen Abschnitten mehr von Louises direkter Entwicklung gewünscht, aber das ist natürlich Geschmackssache. Die Dynamik zwischen Louise und Mika entwickelt sich mit der Zeit, wobei Mika zunächst eine eher unangenehme Person zu sein scheint, die Louise immer wieder zurückweist. Doch im Laufe der Geschichte wird klar, dass auch Mika ihre eigenen Konflikte und Ängste hat, was ihre Zurückhaltung erklärt. Die langsame Annäherung der beiden Mädchen ist realistisch und kommt nicht zu plötzlich, was die Entwicklung der Beziehung besonders glaubwürdig macht. Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist das Setting des Internats, das mit seiner offenen und akzeptierenden Atmosphäre eine willkommene Zuflucht für Louise darstellt. Besonders gefallen hat mir, wie die verschiedenen Charaktere, die Louise im Fußballteam trifft, miteinander interagieren. Es ist eine bunte, vielfältige Gruppe, die sich gegenseitig stützt. Die Fußballgeschichte ist ebenfalls gut eingebunden und trägt zur Entwicklung von Louise und den Beziehungen zwischen den Charakteren bei. Der Sport als gemeinschaftliche Aktivität und als Teil des Selbstfindungsprozesses der Protagonistin ist geschickt in die Handlung integriert und bietet zusätzliche Spannung und Dynamik.

Fazit:
„Wie Wellen im Sturm“ von Alicia Zett ist ein wunderschöner, emotionaler Roman über Selbstfindung, die erste Liebe und das Überwinden von Ängsten. Der Autorin gelingt es, die queere Thematik auf eine sehr zugängliche und herzliche Weise zu behandeln. Trotz kleinerer Kritikpunkte, wie der Fantasygeschichte und dem etwas abrupten Ende, ist dies ein absolut empfehlenswerter Jugendroman für das Lesealter ab 14 Jahren. Ich freue mich schon auf den nächsten Band und bin gespannt, wie sich die Geschichte weiter entfaltet. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sterne.

{Rezension} Alice in La La Land

Alice in La La Land
von Kelly Oram
übersetzt von Stephanie Pannen

One Verlag
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene / Jugendbuch
544 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0199-0
Ersterscheinung: 24.11.2023

Inhalt:
Die siebzehnjährige Alice muss sich ihren Traum, Musikerin zu werden, gegen den Willen ihrer Mutter, die sie lieber an einem Elite-College sehen würde, erkämpfen. Als sie herausfindet, dass ihr leiblicher Vater ein berühmter Schauspieler ist und ihr Bruder niemand Geringeres als Brian Oliver, schmiedet sie einen Plan, um beide endlich zu treffen. Auf der Filmpremiere ihres Vaters wird sie jedoch von Teeniestar Dylan Reese erwischt. Statt sie zu verraten, schlägt Dylan ihr einen Deal vor: Wenn sie ihm hilft, seine Ex-Freundin eifersüchtig zu machen, wird er ihr helfen, ihren Vater kennenzulernen…

Meinung:
Kelly Oram hat es erneut geschafft, ihren ganz eigenen Charme und Humor in eine spannende Fake-Dating-Romance zu packen, die Fans von „Cinder & Ella“ sicher genauso begeistern wird. Alice ist eine sehr sympathische Protagonistin, die von Beginn an mit ihrem Konflikt zwischen den eigenen Wünschen und den Erwartungen ihrer Mutter zu kämpfen hat. Ihre Reise nach Los Angeles, um ihren Vater zu finden und sich selbst als Musikerin zu behaupten, ist gleichzeitig eine Reise zu mehr Selbstbewusstsein und persönlicher Freiheit. Zwar war mir Alice in einigen Momenten zu passiv und zu sehr darauf bedacht, es allen recht zu machen – gerade in Bezug auf ihre Mutter – doch genau das macht ihren Entwicklungspfad umso faszinierender. Dylan, der Teeniestar mit dem Herz aus Gold, ist von der ersten Begegnung an unwiderstehlich charmant. Die Chemie zwischen ihm und Alice ist spürbar und wächst von einer rein funktionalen Beziehung zu einer echten, emotionalen Bindung. Dylan kämpft ebenfalls mit den Erwartungen anderer, insbesondere seiner Agentin und seiner Ex-Freundin, was ihn besonders authentisch und menschlich macht. Es ist ein wahres Vergnügen, die beiden auf ihrem Weg zu sehen, während sie lernen, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche durchzusetzen – auch wenn es auf humorvolle und unerwartete Weise geschieht. Die Nebenfiguren Matt und Lexie bringen die nötige Frische und Dynamik ins Spiel, auch wenn ich zu Beginn ihre Rolle als Drängler nicht ganz nachvollziehen konnte. Im Laufe der Geschichte wird jedoch deutlich, dass sie es nur gut mit Alice meinen und ihre Motivationen gut durchdacht sind. Besonders schön ist es, wie Kelly Oram in ihrer Geschichte erneut den Bezug zu „Cinder & Ella“ aufgreift, indem sie Brian Oliver einbindet, was den Fans des ersten Buches einen zusätzlichen, nostalgischen Genuss bietet. Was den Schreibstil betrifft, so ist Kelly Oram wieder einmal auf der Höhe. Der Roman liest sich leicht und flüssig, mit vielen humorvollen und herzerwärmenden Momenten. Auch wenn einige Wendungen vorhersehbar sind, verliert die Geschichte nie ihren Reiz und bleibt spannend. Die Mischung aus Hollywood-Glanz und den realen, oft schwierigen Themen rund um Familie, Selbstverwirklichung und Beziehungen machen diesen Roman zu einem unterhaltsamen und berührenden Leseerlebnis.

Fazit:
„Alice in La La Land“ von Kelly Oram ist eine herzerwärmende und überaus lustige Lovestory mit liebenswerten und äußerst sympathischen Charakteren. Dieser romantische Young Adult Roman ist leicht vorhersehbar, aber dennoch unterhaltsam und absolut lesenswert. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.

{Rezension} The Rule Book
Liebe kennt keine Regeln

The Rule Book
Liebe kennt keine Regeln
von Sarah Adams

everlove (ein Imprint der Piper Verlag GmbH)
Klappenbroschur
Sports Romance / New Adult
416 Seiten
ISBN: 978-3-492-06577-1
Ersterscheinung: 24.10.2024

What happens in Vegas stays in Vegas?

Inhalt:
Nora träumte immer davon, Sportagentin zu werden und hat sich in ihrer Karriere hochgearbeitet. Nun ist es endlich soweit und sie darf ihren ersten Klienten vertreten. Zu blöd nur, dass das ausgerechnet Derek Pender ist, der beste Tight End der NFL – und zugleich Noras Ex-Freund aus dem College, mit dem sie vor acht Jahren Schluss gemacht hat, um ihre beruflichen Ziele immer im Fokus zu behalten. Ohne dass Nora das weiß, hat sie Derek damals damit das Herz gebrochen. Daher versucht er aus Rache, sie mit unnötigen Aufträgen zu nerven, sodass sie aufgibt und wieder kündigt. Doch die enthusiastische Nora lässt sich nicht so leicht abschütteln und so bringt sie ihn dazu, einen Werbespot in Las Vegas zu drehen, um seine Karriere nach einer schweren Verletzung wieder in Schwung zu bringen. Aber nach einer munteren Partynacht wachen beide am nächsten Morgen im selben Bett und miteinander verheiratet wieder auf. Nun müssen die beiden zusammenhalten und so tun, als ob die Ehe wirklich echt wäre, damit Nora ihren Job nicht verliert… Werden sie sich zusammenraufen? Und sind nicht vielleicht doch noch immer echte Gefühle mit im Spiel?

Meinung:
Ich habe im Sommer „The Cheat Sheet“ von Sarah Adams gelesen und ich war wirklich total begeistert. Daher habe ich mich sehr auf „The Rule Book“ gefreut, denn das ist die Fortsetzung der BookTok-Sensation. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, allerdings begegnen uns wie in allen Reihen von Sarah Adams die Charaktere des vorherigen Bandes auch in diesem Buch wieder. Derek ist wie Nathan Teil der Freundesgruppe der NFL-Spieler der LA Sharks und so bekommen wir beispielsweise mit, wie sich die Beziehung von Nathan und Bree aus dem ersten Band weiterentwickelt hat, denn sie sind mittlerweile seit zwei Jahren verheiratet und immer noch genauso glücklich wie am ersten Tag. Da ich das erste Buch so geliebt habe, hatte ich sehr hohe Erwartungen an „The Rule Book“, leider fand ich die Geschichte nicht ganz so stark, denn manche Stellen waren etwas langatmig und aufgeblasen. Dennoch sind mir die beiden Hauptprotagonisten Derek und Nora, die die Geschichte abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen, sehr schnell ans Herz gewachsen. Beide sind auf ihre eigene Art und Weise absolut sympathisch und liebenswürdig. Die Story ist sehr erfrischend und leicht und ein Schlagabtausch zwischen Nora und Derek jagt den nächsten, dennoch sind sie auch sehr verständnisvoll gegenüber einander und respektieren und unterstützen sich. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich federleicht und unbeschwert, Sarah Adams schreibt mit unheimlich viel Humor und schafft es, Gefühle mit Witz zu verbinden. Daher hatte ich viel Spaß mit der quirligen, bunten Nora und dem verletzlichen, hilfsbereiten Derek. Für mich war dieser Roman eine willkommene Abwechslung und eine tolle Sports Romance für ein paar gemütliche Lesestunden.

Fazit:
„The Rule Book – Liebe kennt keine Regeln“ von Sarah Adams ist eine Liebesgeschichte zum Wohlfühlen mit äußerst sympathischen Charakteren. Die Chemie zwischen Nora und Derek lässt Herzen höher schlagen, daher vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

Lieblingszitate:
»Wenn man noch ein bisschen Honig dazugibt, kann man spüren, wie er einen von innen heraus wärmt. Das tut gut an einsamen Abenden oder wenn ich das Gewicht der Welt auf meinen Schultern spüre.« (S.
60)
und
»Ich schaue Derek an, und er…blinzelt mir zu. Heilige Mutter von Harry Styles. Was war das? Mein Magen macht einen Sturzflug, als säße ich bei Turbulenzen in einem Flieger. Er hat unverfroren gegen Regel Nummer achtzehn verstoßen (nicht dass wir sie unbedingt befolgen müssen.« (S. 234 f.)
und
»Ich wollte sie. Will sie noch immer. Werde sie vermutlich in alle Ewigkeit wollen. Aber nicht nur auf körperlicher Ebene. Ich möchte sie als beste Freundin, als Mensch, mit dem ich von allen am liebsten rede, als diejenige, mit der ich durch alle Höhen und Tiefen gehe.« (S. 269)