{Rezension} Glorious Rivals
Liebe ist ein gefährliches Spiel
(Bd. 2 der „The Grandest Game“-Reihe)

Glorious Rivals
Liebe ist ein gefährliches Spiel
(Bd. 2 der „The Grandest Game“-Reihe)
von Jennifer Lynn Barnes

cbt
Taschenbuch
Jugendbuch
416 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-31609-2
Ersterscheinung: 13.08.2025

Eine Familie –
Unzählige Geheimnisse –
Ein Spiel um Millionen

Inhalt:
Das „Grandest Game“ geht in die entscheidende Phase: Die restlichen Spieler auf Hawthorne Island stehen unter enormem Druck, denn nicht nur Millionen, sondern auch ihre eigenen Geheimnisse und Beziehungen stehen auf dem Spiel. Die Konkurrenz wird härter, die Rätsel komplexer und im Hintergrund ziehen unbekannte Mächte ihre Strippen. Vertrauen ist riskant, jede Entscheidung kann alles verändern.

Meinung:
Schon mit den ersten Seiten war ich wieder mitten in der Welt der Hawthornes – vertraut und gleichzeitig voller neuer Spannungsmomente. Besonders gefallen hat mir, wie der zweite Band noch stärker auf mehrere Perspektiven setzt: Lyra, Grayson, Rohan und Ginny geben dem Geschehen unterschiedliche emotionale Tiefen und motivische Facetten. Gerade Lyra und Grayson – zwischen Anziehung, Loyalität und persönlichen Dämonen – haben mich sehr mitgenommen. Was dieses Buch so besonders macht, ist die Mischung aus psychologischem Spiel, Romantik und emotionalen Abgründen. Gleichzeitig habe ich aber auch gespürt, dass der Fokus etwas weg von den eigentlichen Rätseln geht, was ich einerseits spannend fand (weil es mehr um Charakterentwicklung geht), andererseits aber das typische Miträtseln erschwert. Einige Wendungen fühlten sich dadurch weniger logisch nachvollziehbar an. Das hat mich an ein, zwei Stellen aus dem Lesefluss gerissen. Trotzdem erzeugen die Atmosphäre, die unterschwellige Bedrohung durch externe Kräfte und das Gefühl, dass niemandem zu trauen ist, einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Die Dynamik zwischen den Figuren wirkt reifer, komplexer, manchmal auch tragischer. Und obwohl ich mir bei manchen Nebencharakteren mehr Tiefe gewünscht hätte, war ich am Ende wieder voll investiert – auch emotional.

Fazit:
„Glorious Rivals – Liebe ist ein gefährliches Spiel“ von Jennifer Lynn Barnes bleibt spannend, überraschend und emotional, auch wenn es sich stärker auf Beziehungen als auf Rätsel konzentriert. Die neue Generation an Charakteren überzeugt durch ihre Vielschichtigkeit und der Cliffhanger sorgt für große Vorfreude auf Band 3. Kleine Logiklücken und ein geringerer Rätselanteil trüben das Gesamtbild leicht, aber nicht gravierend. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternchen.

{Rezension} Today I’ll Steal His Heart
(Bd. 2 der „Today“-Reihe)

Today I’ll Steal His Heart
(Bd. 2 der „Today“-Reihe)
von Bianca Wege

Arena Verlag
Taschenbuch
Romance
416  Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-401-60705-4
Ersterscheinung: 11.10.2024

Inhalt:
India hat ein Problem: Für die Hochzeit ihrer Mutter braucht sie dringend ein Date, denn schließlich hat sie ihrer Familie bereits einen Freund präsentiert, der allerdings nur in ihrer Fantasie existiert. Hilfe naht in Form einer neuen Uni-Dating-App, auf der sie Brian matcht. Doch dann kreuzt ausgerechnet Asher Woods, Volleyballspieler und notorischer Charmeur, ihren Weg und mischt ihr ohnehin schon chaotisches Liebesleben ordentlich auf. Als er vorschlägt, sie auf die Hochzeit zu begleiten, wird es ernst, denn plötzlich steht India nicht nur zwischen zwei Männern, sondern auch zwischen Kopf und Herz.

Meinung:
Ich hatte große Lust auf eine humorvolle Fake-Dating-Romance und genau das habe ich bekommen. Aber ich habe auch etwas Tieferes gefunden, das ich so gar nicht erwartet hatte. India war mir zu Beginn ehrlich gesagt gar nicht so sympathisch. Sie wirkte verschlossen, fast schon abweisend, mit einem zynischen Unterton, der sich durch ihre Gedankenwelt zieht. Aber gerade das hat sie für mich letztlich so greifbar gemacht. Denn ihre Art ist kein Selbstzweck – sie schützt sich. Ihre Mauern sind das Resultat aus Unsicherheiten, Enttäuschungen und einer komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr wuchs mir India ans Herz. Sie war nicht leicht zu lieben, aber genau das machte es so besonders, ihr beim „Weicherwerden“ zuzusehen. Asher hingegen ist das genaue Gegenteil: ein absoluter Good Guy, bei dem man sich fragt, ob er zu perfekt ist, um realistisch zu wirken – und dann doch staunt, wie glaubwürdig Bianca Wege ihn gezeichnet hat. Kein Bad Boy, keine toxische Masche, sondern jemand, der hartnäckig, charmant und emotional offen um India kämpft. Besonders gelungen fand ich, dass er selbst nicht nur als Love Interest fungiert, sondern eigene Themen wie Verletzlichkeit, Druck durch den Leistungssport und Selbstzweifel mitbringt. Und seine „Mission India“ ist nicht nur süß, sondern durchweg herzerwärmend. Die Dynamik zwischen den beiden hat für mich wunderbar funktioniert. Wortgefechte, zaghafte Annäherungen, stille Verletzlichkeit – ein Spiel zwischen Nähe und Distanz, das emotional total gepasst hat. Besonders mochte ich, dass ihre Entwicklung nicht überhastet wirkte. Es war kein „Er liebt sie, sie liebt ihn und dann Ende“, sondern ein echter Prozess mit Rückschlägen, Zweifeln, und langsamen Schritten. Das macht die Liebesgeschichte nicht nur glaubwürdig, sondern auch tiefgründig – trotz der eher leichten, humorvollen Grundstimmung. Der Schreibstil von Bianca Wege ist dabei ein echtes Highlight. Locker, modern, mit Witz und gleichzeitig Gefühl. Ich musste oft schmunzeln und gleichzeitig hatte ich immer wieder einen Kloß im Hals, wenn die emotionale Tiefe durchbrach. Auch die kleinen, kreativen Details wie das Pflanzentagebuch oder Ashers Schrittzähler-Aktion fand ich einfach nur liebenswert. Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: Der „Plottwist“ rund um Brian war relativ früh vorhersehbar. Wirklich überraschend war da nichts. Und auch wenn ich die langsame Entwicklung bei India nachvollziehbar fand, dauerte es doch recht lange, bis man emotional bei ihr „ankommt“. Der Einstieg hätte also etwas zugänglicher sein dürfen. Dennoch: Das emotionale Payoff zum Schluss war diese Geduld definitiv wert.

Fazit:
„Today I’ll Steal His Heart“ von Bianca Wege ist eine charmante, humorvolle und gleichzeitig gefühlvolle Fake-Dating-Romance, die mit einer starken, aber verletzlichen Heldin und einem absolut liebenswerten Love Interest punktet. Zwar ist die Handlung nicht immer überraschend und India braucht etwas, um einem ans Herz zu wachsen, doch gerade das macht die Geschichte so authentisch und berührend. Von mir gibt es deshalb 4,5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitat:
„Und mach dir keine Sorgen um mich. Du hast mich nicht darum gebeten, mein Herz zu riskieren. Auch das war meine eigene Entscheidung.“ (S. 296)

{Rezension} Today I’ll Talk to Him
(Bd. 1 der „Today“-Reihe)

Today I’ll Talk to Him
(Bd. 1 der „Today“-Reihe)
von Bianca Wege

Arena Verlag
Taschenbuch
Romance
384  Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-401-60704-7
Ersterscheinung: 12.10.2023

Inhalt:
Layla ist schüchtern, liebt Sims und hält sich im echten Leben lieber im Hintergrund. Online hingegen hat sie sich unter einer Maske ein kleines Twitch-Imperium aufgebaut, in dem sie ihr digitales Alter Ego mit ihrem Schwarm Asher verkuppelt. Im wahren Leben hat sie allerdings noch nie ein Wort mit ihm gewechselt. Das möchte sie nun ändern. Mit der Unterstützung ihrer Community ruft Layla die Challenge „Today I’ll Talk to Him“ ins Leben. Doch ausgerechnet Henry, Ashers mürrischer Erzfeind, funkt ihr immer wieder dazwischen und weckt Gefühle, mit denen sie nicht gerechnet hätte.

Meinung:
Ich war überrascht, wie sehr mich diese Geschichte mitgenommen hat, obwohl ich mit Streams und Sims eigentlich gar nichts am Hut habe. Bianca Wege hat es geschafft, eine Geschichte zu schreiben, die sich trotz der nerdigen Elemente nicht auf eine Zielgruppe beschränkt. Im Mittelpunkt stehen die Themen Mut, Selbstfindung und erste Liebe – und die erzählt sie mit viel Herz, Charme und Humor. Layla ist eine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Ihre Unsicherheiten, ihre inneren Kämpfe, ihre Versuche, über sich hinauszuwachsen – all das ist so liebevoll und echt beschrieben, dass man sich oft selbst in ihr wiederfindet. Es war schön zu lesen, wie sie langsam auftaut, Vertrauen fasst und ihren Platz in einer neuen Umgebung findet. Besonders ihre Entwicklung gegenüber Henry war wunderbar feinfühlig erzählt. Henry ist ein typischer Grumpy Love Interest – aber einer von der besten Sorte. Hinter seiner mürrischen Art verbirgt sich ein großes Herz, und je mehr man über ihn erfährt, desto mehr versteht man ihn. Die Chemie zwischen ihm und Layla war für mich das emotionale Herzstück des Buches. Ich habe ihre Gespräche geliebt, die stillen Momente zwischen ihnen und auch die Reibung, die alles so lebendig gemacht hat. Die Twitch-Elemente und Sims-Anspielungen waren eine originelle Idee, die frischen Wind in die Geschichte gebracht haben. Auch wenn ich das Spiel nie gespielt habe, konnte ich allem folgen und wurde teilweise sogar neugierig. Die Idee mit der Community-Challenge hat für viel Dynamik und witzige Situationen gesorgt und gleichzeitig Laylas Entwicklung glaubhaft vorangetrieben. Die Nebenfiguren waren lebendig und haben die Welt um Layla wunderbar ergänzt. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Vorhersehbarkeit der Handlung. Manche Entwicklungen zeichnen sich früh ab, und auch das Drama am Ende fühlte sich etwas konstruiert an. Dennoch bleibt die Geschichte emotional glaubwürdig, ohne in übertriebene Klischees abzudriften. Ein, zwei tiefere Überraschungen hätten dem Buch gutgetan, aber gestört hat es nicht stark.

Fazit:
„Today I’ll Talk to Him“ von Bianca Wege ist eine charmante, moderne Liebesgeschichte mit einem originellen Twist, liebenswerten Charakteren und einem tollen Mix aus Humor und Emotion. Obwohl ich kein Sims-Fan bin, hat mich das Buch abgeholt und bestens unterhalten. Die leichten Schwächen in der Vorhersehbarkeit fallen kaum ins Gewicht, denn die Figuren, die Atmosphäre und der wunderbar ehrliche Schreibstil machen daraus ein echtes Wohlfühlbuch. Ich vergebe liebend gerne sehr gute 4 von 5 Sternchen.

Lieblingszitat:
„»Ist das jetzt eigentlich …? Also ist das ein Date mit … na ja, Potenzial für mehr oder …?« Ich weiß, dass es unklug ist, das direkt am Anfang zu fragen, weil Henrys Antwort das Potenzial hat, den Abend zu zerstören. Aber ich muss es wissen, bevor ich zulasse, dass ich mich noch mehr in diesen Moment fallen lasse.“ (S. 312)

{Rezension} Deep Dunk Desire

Deep Dunk Desire
von Cadie Maxwell

Novel Arc Verlag
Taschenbuch
Sports Romance
320 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-910238-67-1
Ersterscheinung: 26.08.2025

Inhalt:
Laura hat es geschafft: Sie ist mit ihren 25 Jahren die jüngste Schiedsrichterin der NBA und lebt ihren Traum. Doch gleich ihr erstes Spiel verläuft alles andere als reibungslos. Nach einem unschönen Vorfall mit einem Spieler der Denver Eagles taucht kurz darauf Cody Wright, der Kapitän des Teams, bei ihr auf, um sich im Namen seines Teamkollegen zu entschuldigen. Aus dieser Geste entsteht eine Verbindung, die Laura nicht mehr loslässt – doch eine Beziehung zwischen Schiedsrichterin und Spieler ist strikt verboten. Während sie versucht, ihre Karriere zu schützen, schlägt ihr Herz längst in eine andere Richtung.

Meinung:
Ich wusste, dass mich eine Sports Romance erwartet, aber nicht, wie sehr mich diese Geschichte fesseln, emotional mitnehmen und gleichzeitig auch nachdenklich machen würde. „Deep Dunk Desire“ ist mehr als nur eine Liebesgeschichte im sportlichen Umfeld: Es ist ein Roman über Ambitionen, Selbstbehauptung, Loyalität und das Ringen mit gesellschaftlichen wie familiären Erwartungen. Laura ist eine starke Protagonistin, die sich in einem männerdominierten Beruf behauptet. Das allein hat mein Interesse sofort geweckt. Ihre innere Zerrissenheit zwischen beruflicher Integrität und persönlichem Begehren ist glaubwürdig geschildert und hat mich in vielen Momenten berührt. Cody als männlicher Gegenpol ist charmant, verständnisvoll und definitiv eine „Green Flag“. Es war schön zu lesen, wie sich ihre Beziehung langsam, aber intensiv entwickelt und nicht auf bloßer körperlicher Anziehung basiert. Was mich jedoch gestört hat – und mich auch nach dem Lesen nicht ganz loslässt – war die Beziehung zu Lauras Vater. Seine dominante, kontrollierende Art wird mehrfach betont, aber selten wirklich greifbar gemacht. Statt offener Konflikte oder ernsthafter Auseinandersetzungen fügen sich fast alle Figuren seinem Willen, ohne Widerworte, ohne echte Gegenwehr. Gerade bei einer so reflektierten und eigenständigen Figur wie Laura hätte ich mir gewünscht, dass sie früher und klarer Grenzen zieht. Diese Passivität wirkte für mich unrealistisch. Erwachsene, die sich so bedingungslos lenken lassen, ohne es auch nur zu hinterfragen, kann ich nur schwer nachvollziehen. Dadurch blieb der Vater für mich eine Art Pappfigur: mächtig, aber nicht überzeugend. Davon abgesehen überzeugt das Buch mit seinem authentischen Setting. Der Basketball ist nicht nur Kulisse, sondern integraler Bestandteil der Handlung, was gerade Sportfans begeistern wird. Die Atmosphäre ist lebendig, der Schreibstil flüssig, die Nebenfiguren sind charmant und humorvoll – Trish ist da mein heimlicher Favorit. Besonders gelungen fand ich auch, wie das Verbot der Beziehung zwischen Schiedsrichterin und Spieler als konstante Spannung in der Geschichte mitschwingt, ohne klischeehaft oder überdramatisch zu wirken.

Fazit:
„Deep Dunk Desire“ von Cadie Maxwell ist ein leidenschaftliches, gefühlvolles und gleichzeitig überraschend tiefgründiges Debüt, das mich voll und ganz überzeugt hat. Zwischen verbotener Anziehung, sportlichem Ehrgeiz und der Frage nach dem richtigen Weg erzählt die Autorin eine Geschichte, die Herz und Verstand gleichermaßen trifft. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, die Atmosphäre authentisch und der Spannungsbogen durchweg fesselnd. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight im Genre und bekommt verdiente 5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Fjolla, Hüterin der Schneelande

Fjolla, Hüterin der Schneelande
von Kristina Scharmacher-Schreiber
mit Illustrationen von Mareike Ammersken

Coppenrath Verlag
Hardcover
Kinderbuch / Fantasy
320 Seiten
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-649-64817-8
Ersterscheinung: 01.09.2025

Inhalt:
In einem kleinen, abgelegenen Ort im hohen Norden lebt ein Mädchen mit schneeweißem Haar, das sich in der eisigen Natur zu Hause fühlt. Zusammen mit ihrem Großvater und ihrer zahmen Polarfüchsin führt sie ein ruhiges, naturnahes Leben. Doch als sich das Wetter dramatisch verändert, die Erde bebt und immer mehr Eisbären sich dem Dorf nähern, beginnt ein geheimnisvolles Abenteuer. Gemeinsam mit zwei Freunden kommt das Mädchen einem alten Geheimnis auf die Spur – einem, das tief mit ihrer Familie und der Magie des Nordens verknüpft ist.

Meinung:
Manchmal begegnet man einem Buch, das sich sofort wie eine Schneeflocke auf der Haut anfühlt: still, klar und irgendwie magisch. Genau so war es hier. Dieser Roman kommt leise daher, aber wirkt stark. Es ist eine poetische Erzählung über Natur, Magie und Selbstvertrauen. Fjolla ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Sie ist wild, frei, warmherzig. Ich mochte sofort ihre tiefe Verbundenheit zur Natur und ihre Fähigkeit, auf ihr Bauchgefühl zu hören – besonders in einer Welt, die immer unberechenbarer wird. Dass sie nicht allein ist, sondern mit der mutigen Drifa, dem liebevollen Großvater und später auch mit Yuki und Aubin an ihrer Seite, gibt der Geschichte eine besondere emotionale Tiefe. Die Freundschaft der drei Kinder ist ehrlich, unaufgeregt und dennoch stark – ein wunderschönes Beispiel für Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen. Der Schreibstil ist bildlich und angenehm ruhig. Ich habe die Schneelandschaft regelrecht gespürt, die Stille des Winters gehört und Fjollas Welt vor Augen gehabt. Es ist diese Mischung aus geheimnisvoller Atmosphäre und zarter Sprache, die mich komplett in die Geschichte gezogen hat. Auch emotional hat das Buch mich überrascht, denn manche Szenen gingen wirklich ans Herz, ohne je kitschig zu sein. Ein absolutes Highlight sind die Illustrationen von Mareike Ammersken. Sie ergänzen die Geschichte perfekt und machen das Buch zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Auch gestalterisch ist alles stimmig – die blaue Schrift, die Ahnen-Galerie, die Karte und die Kapitelgestaltung zeigen, wie viel Liebe in diesem Buch steckt.

Fazit:
„Fjolla, Hüterin der Schneelande“ von Kristina Scharmacher-Schreiber ist ein zartes, atmosphärisches Wintermärchen voller Magie, Naturverbundenheit und starker Charaktere. Es erzählt von Freundschaft, Familie und der Kraft, sich selbst treu zu bleiben. Die Illustrationen und die durchdachte Gestaltung runden das Erlebnis ab. Ein echtes Herzensbuch für kalte Tage und deshalb gibt es 5 von 5 Sternchen.