{Rezension} Future Fairy Tales
Geschichten aus einer anderen Welt

Future Fairy Tales
Geschichten aus einer anderen Welt
von Holly-Jane Rahlens
illustriert von 10 Illustratorinnen der Zukunft
übersetzt von Christiane Steen

rotfuchs (Rowohlt Taschenbuch Verlag)
Hardcover
Jugendbuch
272 Seiten
Altersempfehlung: ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-499-00635-7
Ersterscheinung: 08.03.2022

Inhalt:
Aschenputtel, Schneewittchen, Rapunzel & Co sind im Jahre 2440 keine hilflosen Frauen mehr, die darauf warten von einem Prinzen erlöst zu werden. Ganz im Gegenteil! In diesem besonderen Märchenbuch werden zehn Märchen der Gebrüder Grimm in die Zukunft verlegt und neu interpretiert.

Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich im Grunde etwas ganz anderes erwartet habe. Wenn ich vorab richtig darüber nachgedacht hätte, dann hätte es der Titel eigentlich schon verraten müssen. Aber mir war dennoch nicht ganz bewusst, dass es sich bei den zehn Geschichten um futuristische Neuinterpretationen altbekannter Märchen handelt. Ich bin ein Fan von Märchen und habe mich dementsprechend etwas verleiten lassen… Das Cover ist wundervoll gestaltet und durch die Folienprägung des Titels erscheint das Buch sehr edel. Rein optisch gesehen ist dieses Märchenbuch also ein wahrer Hingucker. Inhaltlich konnte ich mich aber kaum für die fantasievolle Adaption begeistern. Ich mag einfach keine Zukunftsszenarien, weil ich gerne im Hier und Jetzt lebe. Außerdem mag ich die alten Märchen der Gebrüder Grimm – und zwar so wie sie sind. Ich muss aber zugeben, dass dieses futuristische Märchenbuch dennoch sehr gut umgesetzt wurde. Unterschiedlichste Erzählweisen, vom Tagebucheintrag über Kurzgeschichte, Drehbuch oder Gedicht bis hin zum Blogeintrag zeigen den Ideenreichtum der Autorin. Aber ob das Buch tatsächlich für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet ist, das bezweifle ich doch stark. Es fällt mir daher recht schwer, dieses Buch objektiv und fair zu bewerten, denn eigentlich gibt es von „fachlicher“ Seite aus kaum was zu bemängeln. Es ist eher eine Frage des Geschmacks. Aus persönlicher Sicht würde ich wahrscheinlich nur ein oder zwei Sternchen vergeben, aus der Sicht einer Buchbloggerin werden es dann aber doch ein paar Sternchen mehr.

Fazit:
„Future Fairy Tales“ von Holly-Jane Rahlens ist ein Märchenbuch, das sich deutlich von all den anderen Märchenbüchern unterscheidet, die ich bisher gelesen habe. Meinen persönlichen Geschmack hat es nicht getroffen, allerdings denke ich, dass Lesende, die futuristische Geschichten mögen, begeistert sein könnten. Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und an Altenburger PR für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} The Sky in your Eyes
(Bd. 1 der „Island“-Dilogie)

The Sky in your Eyes
(Bd. 1 der „Island“-Dilogie)
von Kira Mohn

Kyss (Rowohlt Taschenbuch Verlag)
Taschenbuch (mit Klappen)
Romance
336 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-499-00663-0
Ersterscheinung: 16.11.2021

Selbst in der dunkelsten Nacht kann der Himmel leuchten…

Inhalt:
Nach ihrer Trennung zieht Elín wieder bei ihren Eltern ein. Viel zu oft wurde sie in ihrer früheren Beziehung verletzt. Die Selbstzweifel sind groß und sie ist sehr verunsichert. Als sie bei einem Kochkurs den attraktiven und charmanten Jón kennenlernt, funkt es zwischen den beiden. Obwohl Jón ein großes Interesse an Elín bekundet, fällt es ihr schwer, sich auf ihn und eine neue Beziehung einzulassen…

Meinung:
Allein beim Anblick des Covers bekomme ich jedes Mal Fernweh. Das Motiv und die Farbgestaltung sind einfach traumhaft. Ich kenne bereits die „Kanada“-Reihe von Kira Mohn, die ich wirklich unglaublich gerne gelesen habe. Deshalb habe ich mich auch sehr auf diesen Roman gefreut. Dieses Mal ging es jedoch nicht nach Kanada, sondern nach Island. Die wunderschöne Natur Islands hat es mir angetan – ich bin vollkommen begeistert. Dass die Autorin Themen wie Bodyshaming und Selbstfindung mit einer zarten Lovestory verbindet, finde ich sehr gut. Gerade junge Mädchen leiden bereits wahnsinnig unter Selbstzweifeln. Jedoch stört mich ein klein wenig die Tatsache, dass die Protagonistin es nicht schafft, sich selbst zu lieben, ohne dass ihr dabei ein Mann helfen muss. Versteht ihr was ich meine? Elín fand ich als Protagonistin wahnsinnig sympathisch. Ihre Selbstzweifel und die daraus resultierenden Bedenken konnte ich gut nachvollziehen, aber das Gejammer war teilweise ein klein wenig drüber. Elín und Jón haben als Paar tatsächlich gut miteinander harmoniert, jedoch konnte ich mich für Jón nicht sonderlich begeistern. Er war mir irgendwie zu blass, eindeutig zu perfekt und viel zu verständnisvoll. Dennoch fand ich die Geschichte insgesamt gut gelungen, weshalb ich mich sehr auf den zweiten Band freue.

Fazit:
„The Sky in your Eyes“ von Kira Mohn ist ein zarter Liebesroman rund um die Themen Bodyshaming und Selbstfindung. Dieser Auftakt der „Island“-Dilogie hat mich sehr berührt und wird sicher noch ein Weilchen in meinem Kopf bleiben. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} Merdyns magische Missgeschicke
Zaubern will gelernt sein! (Bd. 1)

Merdyns magische Missgeschicke
Zaubern will gelernt sein! (Bd. 1)
von Simon Farnaby
mit Illustrationen von Claire Powell
übersetzt von Mareike Weber

rotfuchs (Rowohlt Taschenbuch Verlag)
Hardcover
Kinderbuch
384 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Meine persönliche Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Originaltitel: The Wizard in My Shed
ISBN: 978-3-499-00720-0
Ersterscheinung: 19.10.2021

Mein Lieblingszitat:
„Solange du dein Bestes gibst…kannst du gar nicht verlieren.“ (S. 25)

Inhalt:
Rosie träumt von einer Karriere als Sängerin – allerdings gibt es da ein klitzekleines Problem, denn Rosie hat leider gar kein Talent. Als dann Merdyn, ein mächtiger Hexenmeister, aus dem Mittelalter direkt ins heutige Hier und Jetzt verbannt wird, wittert sie endlich ihre Chance. Doch so einfach ist das alles nicht. Denn schließlich hält Rosies Mutter Merdyn für den verschollenen Onkel Martin und auch Merdyns ältester Feind taucht plötzlich auf und fordert ihn zu einem Zauberduell heraus.

Meinung:
Das Kinderbuchdebüt des britischen Schauspielers und Drehbuchautors Simon Farnaby ist wahnsinnig komisch, voller abenteuerlicher Ideen und ein grandioser Mix aus Zauberei und Zeitreise. Das farbenfrohe und chaotische Cover zeigt schon direkt, in welche Richtung es geht, denn temporeich und trubelig entwickelt sich die Story zu einem wahren Lesegenuss und einem einzigartigen Highlight. Ich musste sehr oft herzhaft lachen und habe mir dabei nicht nur einmal die Lachtränchen weggewischt. „Gott weiß, wie wichtig das Lachen in diesen düsteren Zeiten ist!“ (S. 111), aber es sind nicht nur die lustigen Momente, sondern auch die, die etwas tiefgründiger eine wichtige Botschaft vermitteln, die mich voll und ganz verzaubert haben. Vor allem aber Rosie und ihr pupsendes Meerschweinchen Pupsie habe ich ganz tief in mein Herz geschlossen. Der Schreibstil ist dem Lesealter entsprechend einfach gehalten und lässt sich daher auch leicht und flüssig lesen. Das Buch ist zwar sehr dick, was im ersten Moment abschreckend wirken könnte, aber die kurzen Kapitel und die zahlreichen Einschübe im Comicstil lockern den Lesefluss zusätzlich auf.

Fazit:
Mit „Zaubern will gelernt sein!“ ist Simon Farnaby ein grandioses Kinderbuchdebüt und ein fabelhafter Reihenauftakt gelungen. „Merdyns magische Missgeschicke“ ist inhaltlich schon für Kinder ab 8 Jahren sehr gut geeignet, jedoch würde ich aufgrund der Dicke des Buches das Lesealter etwas hochsetzen. Von mir gibt es magische 5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und an Altenburger PR für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} Der kleine Teeladen in Tokio
(Romantic Escapes, Bd. 5)

Der kleine Teeladen in Tokio
Romantic Escapes, Bd. 5
von Julie Caplin

Rowohlt Verlag
Taschenbuch
400 Seiten
Originaltitel: The Little Teashop in Tokyo
ISBN: 978-3-499-00629-6
Ersterscheinung: 15.06.2021

Herzklopfen zur Kirschblüte

Inhalt:
Die 28-jährige Engländerin Fiona ist überglücklich. Aufgrund ihres fotografischen Talents erhält sie ein Stipendium, das ihr eine Reise nach Japan zu einem berühmten Fotografen ermöglicht. Sie wohnt bei ihrer warmherzigen Gastfamilie direkt über einem kleinen Teeladen in einer malerischen Umgebung. Wäre da nur nicht ihr Tutor Gabriel Burnett, für den sie bereits vor Jahren geschwärmt hat, denn der hat sichtlich kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Fiona…

Meinung:
Mit den ersten vier Bänden habe ich bereits Kopenhagen, New York, Paris und Island bereist und nun entführte mich dieser fünfte Roman der „Romantic Escapes“-Reihe nach Tokio. Meine Vorfreude auf diese Geschichte war sehr groß, denn obwohl ich sehr gerne verreise, war ich selbst noch nie in Asien. Das Cover ist schlicht und passt hervorragend zu den bisher erschienenen Bänden. Auch der Schreibstil der Autorin hat mich wieder von der ersten Seite an begeistert. Julie Caplin schreibt in einem lockeren und leicht lesbaren Stil und entführt den Leser an traumhafte Orte. Dieses Mal erhalten wir tolle Einblicke in die japanische Kultur. Übrigens können alle Bände unabhängig voneinander gelesen werden, jedoch begegnet man ab und zu bekannten Gesichtern. Beispielsweise kennen wir Fiona bereits aus dem ersten Band. Fiona ist mir sehr ans Herz gewachsen, ihr unkompliziertes Wesen ist einfach liebenswert. Schön fand ich die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihres Talents. Vor allem die Begegnungen mit Gabe sorgten für einige amüsante Momente. Wie auch bei  den anderen Romanen der Reihe befindet sich auf der Innenseite des Umschlags eine Karte. Hier sind die Schauplätze der Geschichte gekennzeichnet, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann. Ich mag diese Reihe und freue mich schon auf den winterlichen sechsten Band.

Fazit:
Der fünfte Band der „Romantic Escape“-Reihe ist ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art. „Der kleine Teeladen in Tokio“ von Julie Caplin ist mal wieder eine äußerst gelungene Feel-Good-Story. Diese humorvolle und entzückende Lektüre hat mich verzaubert und deshalb vergebe ich liebend gerne 4,5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

{Rezension} Lesen macht stark
Wie wir unsere Kinder für Bücher und Geschichten begeistern

Lesen macht stark
Wie wir unsere Kinder für Bücher und Geschichten begeistern
von Pamela Paul und Maria Russo
mit einem Vorwort von Kirsten Boie
übersetzt von Anja Malich

Rowohlt Taschenbuch Verlag
Hardcover
Sachbuch
320 Seiten
Originaltitel: How to Raise a Reader
ISBN: 978-3-499-00464-3
Ersterscheinung: 17.11.2020

Inhalt:
„Lesen macht stark“ ist ein unverzichtbarer Wegweiser, mit dessen Hilfe Eltern ihre Kinder auf dem Weg zum selbstbewussten Leser unterstützen können. Viele Tipps und Leselisten mit Buchempfehlungen für jedes Alter warten darauf, entdeckt zu werden.

Meinung:
Dieses Buch ist an all die Eltern gerichtet, die inständig hoffen, dass ihr Kind eines Tages gerne liest. Wenn man erst einmal die endlosen Weiten des Bücheruniversums für sich entdeckt hat, dann gibt es kein Halten mehr. Doch viele Eltern oder Großeltern, aber auch Lehrer und Kindererzieher sind ratlos, weil sie nicht wissen oder sich nicht sicher sind, wie man ein Kind zum Lesen bringt. Ich werde oft nach Buchtipps gefragt und helfe auch gerne, denn das ist der eigentliche Grund, weshalb ich mit meinem Blog im Januar 2019 online ging. Ich habe schon sehr früh die Liebe zu Büchern entdeckt. Ich war neugierig und wissbegierig und wusste, dass ich in Büchern das Tor zur Welt entdecken kann. In Büchern findet man alles – egal ob man auf der Suche nach einem fantastischen Abenteuer oder einer romantischen Liebesgeschichte ist oder vielleicht einfach nur seinen Wissensdurst mithilfe eines Sachbuches löschen möchte – es gibt einfach so viel zu entdecken. Leider bleibt vielen Kindern dieser Zugang zu diesem Tor verwehrt und das muss sich ändern. Das müssen wir ändern! In diesem Buch sind nicht nur zahlreiche Buchempfehlungen zu jedem Genre und für jedes Alter zu finden, sondern auch viele Tipps zur Leseförderung und –motivation enthalten. Ich bin tatsächlich mehr als begeistert und das nicht nur, weil mein Blog auf Seite 190 namentlich genannt wird, sondern weil mir dieses Buch aus der Seele spricht. Ich vertrete seit jeher die Meinung, dass Lesen toll ist. Diejenigen, die Lesen uncool finden, haben wahrscheinlich einfach noch nicht das richtige Buch für sich entdeckt. Denen werde ich ab sofort diesen Wegweiser empfehlen.

Fazit:
„Lesen macht stark: Wie wir unsere Kinder für Bücher und Geschichten begeistern“ von Pamela Paul und Maria Russo ist ein Muss für jede Familienbibliothek und erhält auf jeden Fall 5 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an die Autorinnen für ihre Liebe zu Büchern und vor allem an den Rowohlt Verlag für die Nennung meines Blogs.