{Rezension} Die Skill-Bibel
Die 100 besten Fußball-Tricks von Ronaldo, Neymar und Co.

Die Skill-Bibel
Die 100 besten Fußball-Tricks von Ronaldo, Neymar und Co.
von Pascal Gurk

Heyne Verlag
Paperback
144 Seiten
ISBN: 978-3-453-21846-8
Ersterscheinung: 17.11.2022

So verbesserst du deine Fußball-Skills!

Inhalt:
Mithilfe von Schritt-für-Schritt-Anleitungen, leicht verständlichen Erklärungen und exklusiven Videos, die über QR-Codes im Buch aufrufbar sind, präsentiert TikToker Pascal Gurk seine besten und spektakulärsten Fußball-Tricks.

Meinung:
Fußball ist ein Sport, der weltweit leidenschaftlich geschaut und gespielt wird. Ein Sport, der große Emotionen auslöst – allerdings nur, wenn man sehr, sehr gut spielt. Die Frage stellt sich nur, wie kommt man zu solch ungeahnten Bestleistungen? Natürlich durch viel Talent und noch viel mehr Training, denn Übung macht den Meister. Neben den wichtigsten Basics setzt dieses Buch genau dort an, wo reguläres Training meist endet. Die ausführlichen Step-by-Step-Bilderserien sind gut strukturiert und leicht verständlich. Für jeden Trick gibt es nicht nur Bildanleitungen, sondern auch exklusive Tutorial-Videos, die beim Training helfen sollen. So können schon junge Fußballer die Tricks schnell erfassen, leicht erlernen und nachspielen. Was dem Buch vielleicht noch fehlt, ist ein wenig Persönlichkeit. Nur weil auf dem Cover der Name des Autors groß betitelt wird und Pascal Gurk mit seinen TikTok-Followern wirbt, fühle ich mich nicht sonderlich angesprochen vom Autor. Die Bilder sind alle gleich – so farblos und ohne jegliches Gefühl. Die einzigen Bilder, die aus der Reihe tanzen, sind die Selbstdarstellungen mit bekannten Profifußballern. Keine Frage, hier steckt viel Arbeit hinter diesem Buch. In der Theorie mögen die bebilderten Anleitungen ja ganz toll sein, allerdings bezweifle ich ernsthaft, ob Kinder oder Jugendliche mit diesem Buch unterm Arm nun zum Bolzplatz rennen, um jeden einzelnen Trick auszuprobieren. Mir fehlt ein wenig der Ansporn oder die Motivation. Es hätten in der Tat nur halb so viele Tricks gereicht, wenn dafür noch mehr Wert auf den qualitativen Inhalt gelegt worden wäre. Leider muss ich auch die Videos bemängeln, denn die wirken, als ob man diese einfach nur auf die Schnelle abdrehen wollte. Das kann und darf man gerne bei TikTok machen, da die Videos dort mit Sounds unterlegt werden. Störende Geräusche einer viel befahrenen Straße und eine hektische Kameraführung laden nicht gerade ein, sich wirklich jedes einzelne Video anzuschauen.

Fazit:
„Die Skill-Bibel“ von Pascal Gurk ist ein Bildband mit vielen Step-by-Step-Anleitungen und kurzen Videos, die per QR-Code abgerufen werden können. Ich persönlich mache mich lieber ohne Skill-Bibel auf den Weg zum Trainingsplatz und vergebe gut gemeinte 3,5 von 5 Sternchen.

{Rezension} Fußball
Alles zu WM, EM, Spielern, Rekorden & Co

Fußball
Alles zu WM, EM, Spielern, Rekorden & Co
von Jonas Kozinowski

Kosmos Verlag
Hardcover
Kindersachbuch
160 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-440-17317-6
Ersterscheinung: 19.09.2022

Inhalt:
Dies ist das ultimative Buch zu meinem absoluten Lieblingssport, denn in elf Kapiteln erfährt man alles, was man über den Fußball wissen sollte.

Meinung:
Als Buchbloggerin sollte ich eigentlich immer offen für alles sein, aber es gibt da einfach ein paar Themengebiete, die mich persönlich mehr interessieren, da ich ja nicht nur mit voller Begeisterung lese, sondern auch mit Leib und Seele dem Fußball verfallen bin. Für mich war daher umgehend klar, dass ich dieses ultimative Fußballbuch für Kids lesen muss. Von der Geschichte des Fußballs und der Organisation des Profifußballs bis hin zu den größten Stadien weltweit und einem Blick hinter die Kulissen abseits des Spielfelds erfährt man wirklich alles, was fußballbegeisterte Kinder und natürlich auch Erwachsene wissen wollen. Neben interessanten Rekorden und Kuriositäten erhält man zahlreiche Informationen zu Spielregeln, Ausrüstung, Vereinen, Bundesliga, Nationalmannschaften, Meisterschaften, Frauenfußball und vielem mehr. Der Schreibstil des Autors ist einfach, sodass sich das Buch flüssig und locker lesen lässt. Die Schriftgröße ist angenehm groß und die Kapitel sind sehr kurz und ansprechend gestaltet. Einfach perfekt für das Lesealter ab 8 Jahren. Mein ganz großes Highlight in diesem Buch sind die zahlreichen Fotos und natürlich die acht Seiten zum Thema Frauenfußball. Schade, dass es tatsächlich nur vier Doppelseiten sind, auf denen wir mehr über den „Frauenfußball“, „Die Frauen-Bundesliga“, „Europas Frauenfußball“ und „Die Frauen-WM“ erfahren. Aufgrund des Klappentextes ging ich einfach davon aus, dass man den fußballspielenden Mädchen und Frauen ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken würde – dem war allerdings nicht so. Aber immerhin ein Anfang, denn in vielen anderen Büchern erhalten die Fußballerinnen überhaupt keine Beachtung. Neben all den Informationen sind im letzten Kapitel auch noch einige Übungen und Tipps und Tricks der Stars zu finden. Toll ist übrigens auch der Trainingsplan zum Herausschneiden.

Fazit:
„Fußball: Alles zu WM, EM, Spielern, Rekorden & Co“ von Jonas Kozinowski ist das ultimative Fußballbuch für Kids. Fußballbegeisterte Mädchen und Jungen ab 8 Jahren werden ihre wahre Freude an diesem geballten Fußballwissen haben. Von mir gibt es 5 von 5 Sternchen.

Das bin ich als fünfjähriger Knirps kurz vor meinem ersten Spiel.

Herzlichen Dank an den KOSMOS Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

{Releaseday}
Charlies Mutmach-Geschichten
Kinderbuch / Jugendbuch

Charlies Mutmach-Geschichten
Kinderbuch / Jugendbuch
Alex Planet und Alexandra Leo (Hrsg.)

BoD (Books on Demand)
Hardcover
Jugendbuch
182 Seiten
Altersempfehlung: 10 – 14 Jahre
ISBN: 978-3-756-81477-0
Ersterscheinung: 06.09.2022

Juhu! Ich bin so aufgeregt, denn heute erscheinen die beiden Spendenanthologien „Charlies Mutmach-Geschichten“. Meine Kurzgeschichte „Das entscheidende Spiel“ findet ihr im Jugendbuch, dem blauen Buch. Ich bin also ab heute offiziell Autorin, hihi!

Vielen, vielen Dank auch nochmal an Alexandra Leo und Alex Planet, die dieses tolle Projekt ins Leben gerufen haben. Danke auch an Florin Sayer-Gabor für die tollen Cover und an Renata Neumann für die süßen Illustrationen im Buch.

In diesem Buch findest du 15 illustrierte Kurzgeschichten für Jugendliche ab 10 bis 14 Jahren. Es erwarten dich lustige, spannende, herzerwärmende und fantasievolle Geschichten. So unterschiedlich die Kurzgeschichten auch sind, haben sie doch eines gemeinsam: Sie alle machen Mut. Denn mutig sein, ist manchmal ganz schön schwer. Finde mit Nico heraus, was es mit den Windspielen auf sich hat, drücke Julie und Lotti beim entscheidenden Fußball-Spiel die Daumen (das ist übrigens meine Geschichte), hilf Kalle dabei, seinen kleinen Mops vor Boris zu schützen, und Sophie, das Schattenmonster zu vertreiben. Erlebe Josefin, wie Lino ihr Herz höherschlagen lässt, und sei dabei, wenn Alea ihre letzte Mutperle bekommt. Eine unbeschwerte Kindheit und Jugend ist nicht allen vergönnt. Anstatt mit Freunden draussen zu sein, müssen krebskranke Kinder ihre Zeit im Krankenhaus verbringen. Charlie, unser starker Löwe, findet das traurig und möchte kranken wie gesunden Jugendlichen mit diesem Buch viele schöne Lesestunden und eine grosse Portion Mut vermitteln.

Alle Einnahmen werden an CancelCancer zugunsten der Stiftung Stern e.V. für die Kinderkrebsforschung Hamburg gespendet. Gemeinsam für eine Kindheit ohne Krebs.

{Coverreveal}
Charlies Mutmach-Geschichten
Kinderbuch / Jugendbuch

Charlies Mutmach-Geschichten
Kinderbuch / Jugendbuch
Alex Planet und Alexandra Leo (Hrsg.)

BoD (Books on Demand)
Hardcover
Jugendbuch
182 Seiten
Altersempfehlung: 10 – 14 Jahre
ISBN: 978-3-756-81477-0
Ersterscheinung: 06.09.2022

Ich freue mich riesig, dass ich euch nun endlich die beiden Cover für „Charlies Mutmach-Geschichten“ zeigen darf. Florin Sayer-Gabor hat sie gestaltet, die Illustrationen im Buch kommen von Renata Neumann. Vielen Dank auch nochmal an Alexandra Leo und Alex Planet, die das Projekt ins Leben gerufen haben.

Ich habe auch eine Kurzgeschichte zur Spendenanthologie beigetragen – diese findet ihr im blauen Buch, dem Jugendbuch. Ich erzähle euch demnächst noch mehr davon, so viel kann ich aber schon mal verraten: Das Buch erscheint am 6. September 2022 und alle Einnahmen werden an CancelCancer zugunsten der Stiftung Stern e.V. für die Kinderkrebsforschung Hamburg gespendet. Gemeinsam für eine Kindheit ohne Krebs.

Interview mit Stine Oliver

Stine Oliver kenne ich schon sehr, sehr lange. Fast zwei Jahre ist es her, dass sie mich gefragt hatte, ob ich nicht Lust hätte, ihr Kinderbuch zu lesen. Ich war damals noch weit davon entfernt, mich Buchbloggerin nennen zu dürfen. Vor allem hatte ich ja noch nicht einmal einen eigenen Blog. Aber als ich das Cover zu „Miep & Moppe“ gesehen habe, war ich einfach hin und weg. Es war Liebe auf den ersten Blick. Teenager Miep und Zwergkaninchen Moppe haben mich vom ersten Moment an begeistert und diese Begeisterung für das ungewöhnliche, aber äußerst unterhaltsame Team teilen mittlerweile auch viele andere – und das nicht erst seit der Nominierung für den Deutschen Selfpublishing-Preis 2019. Stine Oliver war damals sehr nervös und wir drückten uns gegenseitig die Daumen auf der FBM 2019, denn nicht nur sie war nominiert. Auch ich hatte es geschafft, zu den Nominierten zu gehören – allerdings in einem anderen Wettbewerb, denn ich kam damals ins Finale des Buchblog-Awards 2019 in der Kategorie „Bester Newcomer“. Leider hat es weder für Stine, noch für mich zum Sieg gereicht – zwei Debütantinnen, zwei Nominierte und zwei glückliche Nicht-Gewinnerinnen 😉 . Wir haben uns an diesem Tag dennoch gefreut, denn endlich konnten wir uns mal persönlich, live und im realen Leben sehen. (Liebe Stine, ich werde den Jubel und Aufschrei, als mein Name beim #bubla19 genannt wurde, nie vergessen. Danke! Du bist die Beste!) Als Stine dann im Frühsommer auf mich zukam, um mich zu fragen, ob ich Zeit und Lust hätte, Testleserin der Fortsetzung des flauschigen Duos zu sein, war ich natürlich gleich Feuer und Flamme. Nun bin ich nicht nur Mitglied des ersten Fanclubs, sondern auch Testleserin und Teil des „Miep & Moppe“-Bloggerteams. Da ich aber im Grunde nur rein zufällig Buchbloggerin wurde und eigentlich eher das kleine Journalistinnenherz in mir schlägt, war es nur eine Frage der Zeit, dass auch Stine von mir zum Interview gebeten wurde.

(Foto: © Stine Oliver)

Leo: Wie bist du eigentlich auf die Idee zu „Miep & Moppe“ gekommen? Ich meine, es gibt ja schon unzählige fantastische Bücher, in denen sich die Protagonisten unsichtbar machen oder in ein riesengroßes und furchteinflößendes Monster verwandeln können. Du aber hast ein dreizehnjähriges Mädchen gewählt, das sich nach einem Schluckauf in ein Eichhörnchen verwandelt. Wieso gerade ein Eichhörnchen?

Stine: In vielen Büchern geht es dramatisch und aufregend zu. Alles ist – wie in Filmen und Serien – mittlerweile eher groß, laut, effekthaschend. Dabei können schon kleine, feine, flauschige Dinge – oder Tiere – für viel Wirbel sorgen … vor allem dann, wenn du nicht damit rechnest. Als Teenie hast du naturgemäß andere, vielleicht sogar genug Sorgen und wärest am liebsten auf irgendeine Weise unauffällig und willst eher in Ruhe gelassen werden. Oder du wärest gern cool und hast alles im Griff. Ich wollte ein Tier, das ganz andere Attribute besitzt. Es gab außerdem die Voraussetzung der rothaarigen Protagonistin, zu der die Fellfarbe passen sollte. Also kam ich auf ein knuffig-niedliches, hektisches Eichhörnchen. Ich mag Eichhörnchen!

Leo: Und warum ist Moppe ein Zwergkaninchen? Es gibt ja immerhin noch eine Menge anderer Tiere.

Stine: Es sollte ebenfalls eines meiner Lieblingstiere sein, in Sachen Größe zum Eichhörnchen passen und einen Überbiss haben, denn das Lispeln war gesetzt. So ist Moppe: klein, wendig, und höchstwahrscheinlich ständig charmant plappernd …

Leo: Die meisten Autoren übernehmen eigene Charaktereigenschaften in die ihrer Protagonisten. Bist du eher Miep oder eher Moppe?

Stine: Da bin ich eher Miep: Ihre Zurückhaltung, das ab und zu Bockige sowie den trockenen Humor hat sie von mir. Außerdem teilen wir die Vorliebe für Bücher, blau-weiß geringelte Kleidung, den Musikgeschmack. Im Gegensatz zu ihr mochte ich Tiere aber schon immer und musste es nicht erst lernen. Moppes extreme Wissbegierde ist übrigens auch typisch Stine …

(Foto: © Stine Oliver)

Leo: Wie bist du auf die Namen der Charaktere gekommen? Miep und Moppe sind ja eher Namen, die nicht gerade alltäglich sind.

Stine: Seit ich in der Grundschule im Tagebuch von Anne Frank von Miep Gies las, die zu den Helfern der untergetauchten Familie gehörte, wusste ich: Dieser Name kommt irgendwann in eine Geschichte von mir. Es handelt sich um die niederländische Version von „Maria“. Der Sidekick sollte ebenfalls einen Namen mit M bekommen. Und da ich mich vor vielen Jahren in die Bezeichnung einer weltweit sehr beliebten Mini-Kommode schockverliebt habe, kam eins zum anderen. Das gesamte Buch steckt voller ungewöhnlicher Namen wie Tjard, Hedy, Hinni.

Leo: Wie bist du darauf gekommen, Plattdeutsch in dein Buch einzubinden? Kannst du selbst Platt sprechen?

Stine: Ich stamme aus einem kleinen Dorf im Elbe-Weser-Dreieck, wo noch einige Menschen Plattdeutsch „schnacken“, also reden oder sprechen. Auch in meiner Wahlheimat Bremen ist das zu hören, vor allem bei Älteren, aber Jüngere kommen in den letzten Jahren wieder auf den Geschmack. Es gibt nicht umsonst den Spruch „Platt is nich uncool“. Ich höre die Sprache wahnsinnig gern, verstehe sie sehr gut, verwende selbst aber nur einzelne Worte wie „figgeliinsch“ für „knifflig“ oder „gnaddelig“ für „schlecht gelaunt“. Es ist eine sehr amüsante, schöne Sprache, in der sogar Flüche zuckersüß klingen und die ich mit dem Buch bekannter machen möchte. Moppe ist zum Beispiel ein „Klookschieter“ – klingt doch viel liebenswerter als Klugscheißer, oder?

Leo: Wenn du dich wie Miep in ein Tier verwandeln könntest, welches wäre es?

Stine: Definitiv in eine Katze: viel schlafen, viel beobachten, sich selbst genug sein, jemand serviert dir Leckereien – klingt ziemlich perfekt.

Leo: Du als Autorin liebst ja wahrscheinlich jeden einzelnen Charakter, aber hast du einen Lieblingscharakter aus Miep & Moppe?

Stine: Abgesehen vom flauschigen Duo könnte ich niemals ohne Mieps Mama Linn. Aber auch der leicht schnöselige Hamster Hinni und die philosophierenden Tauben sind mir sehr nahe. Irgendwie hat Jede/Jeder etwas Liebenswertes, selbst die auf den ersten Blick eher seltsamen, nervigen Charaktere.

Leo: Ich finde die Illustrationen von Elli Brockmann richtig toll und total niedlich. Habt ihr euch da ewig lang abgesprochen oder wusste Elli sofort, was du dir vorstellst und hat sie es dann so umgesetzt?

Stine: Da ich ihre Arbeiten vorher kannte und sehr mochte, hatte ich die Vermutung, dass das mit uns perfekt passen könnte. Nach einer Leseprobe und einem kurzen Gespräch über meine Vorstellungen brachte Elli das flauschige Duo dann quasi perfekt zu Papier. Ich hatte bisher bei jeder neuen Illustration für „Miep & Moppe“ Freudentränen in den Augen, das spricht wohl Bände.

Leo: Wie kam es überhaupt zum zweiten Band? Ich habe nämlich gelesen, dass es eigentlich gar keinen zweiten Band hätte geben sollen?

Stine: Stimmt, „Miep & Moppe“ waren anfangs nicht als Reihe geplant. Aber die Nominierung für den Deutschen Selfpublishing-Preis 2019 beziehungsweise die damit ausgedrückte Wertschätzung hat mich sehr motiviert. Gleichzeitig haben viele Leserinnen nach einer Fortsetzung gefragt. Zum Glück hatten und haben die beiden Hauptfiguren noch einiges mitzuteilen, die machen im Grunde, was sie wollen.

Leo: Nachdem dein Debüt bei der Zielgruppe sehr gut angekommen ist und der Schrei nach einer Fortsetzung immer lauter wurde, wie hast du dich da persönlich gefühlt? Überwiegt die Freude, dass Miep & Moppe geliebt werden oder war die Angst größer, dass man dem Druck einer Fortsetzung nicht gewachsen sein könnte? Immerhin war die Erwartungshaltung deiner Leser groß.

Stine: Während ich geschrieben und überarbeitet habe, überwog die Freude. Ich hatte Spaß, las das Meiste auch in der dritten Korrekturrunde noch gern. Aber als das Ganze dann ans Testleserteam rausging, wurde ich unglaublich nervös. Zum Glück gefällt dem Großteil Band zwei sogar noch ein bisschen besser.

Leo: Ich habe gelesen, dass Stine Oliver ein Pseudonym ist. Wieso hast du diesen Namen gewählt? Und wieso hast du überhaupt ein Pseudonym gewählt?

Stine: Stine ist einerseits der Spitzname, den ich früher gern gehabt hätte, der aber nie hängenblieb. Oliver passt gut dazu und hat für mich eine sehr emotionale Bedeutung. Da ich seit vielen Jahren im Bereich Text für Agenturen, Redaktionen und Unternehmen arbeite, ist das Pseudonym eine Abgrenzung zum Alltag. Ich wollte mich als Autorin neu erfinden und sehen, was passiert. Sobald ich diesen Nom de Plume gefunden hatte, beflügelte mich das ungemein, ich habe mich erstmals als Buchautorin gefühlt.

Leo: Ich weiß aus ganz guten Quellen 😉 , dass du schon Ideen für einen dritten Band hast. Mich würde interessieren, wie diese in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden. Hast du beim zweiten Band alle Ideen umgesetzt? Plottest du? Und wie genau hältst du dich dann an diesen Plan? Oder bist du eher spontan und schreibst einfach los und schaust, wohin es dich führt?

Stine: Einige meiner Ideen und Notizen zu Band zwei habe ich tatsächlich auf Band drei „verschoben“, sonst wäre er doppelt so lang geworden. Außerdem wollte ich unbedingt wieder einen Cliffhanger am Ende, da kommt der Serien-Fan durch. Ich schreibe extrem gern mit der Hand und besitze mehrere Notizbücher, in denen ich mögliche Szenen, Themen und vor allem besondere Worte sammele. Eins liegt neben meinem Bett, eins neben dem Lesesessel, eins habe ich in der Handtasche, eins trage ich von hier nach dort, verlege es, kaufe ein neues, finde das alte wieder … und dann ist da noch die Schublade mit weiteren Notizheften voller Ideen. Du merkst schon: Es herrscht eher ein kreatives Chaos. Organisiert, ins Reine und vor allem „richtig“ geschrieben wird erst später. Irgendwann packt es mich nämlich, ich sammele alle Notizen zusammen und starte endlich mit der Umsetzung. Die beiden ersten Bücher habe ich geplottet und kapitelweise in ein bis drei Sätzen strukturiert: In Kapitel x passiert y und so weiter. Ich arbeite parallel gern mit gezeichneten Mindmaps, einer Art Stichwortsammlung, so komme ich meinen Charakteren, den jeweiligen Storylines und Konflikten näher. Das alles hilft super gegen Schreibblockaden, weil ich mit dem Schreibprozess erst beginne, wenn ich diesen Plan habe. Bei beiden Büchern hat sich die Story allerdings etwa ab der Mitte verselbstständigt und wich manchmal stark vom ursprünglichen Plan ab, was sich allerdings richtig anfühlte. Es passiert ab und zu, dass ich später etwas lese und denke: „Woher kommt DAS denn jetzt? Habe ICH das geschrieben? WANN habe ich das geschrieben?“ Ohne Spontaneität geht es bei mir also ebenso wenig wie ohne Plan, ich mag einfach den Mix.

Leo: Es gibt Autoren, die sitzen in einem Café und lassen sich durch nichts stören, andere wiederum lieben die Ruhe. Welcher Autorentyp bist du? Wie können wir uns Stine Oliver beim Schreiben von „Miep & Moppe 3“ vorstellen?

Stine: Die Ideen kommen eher, wenn ich allein bin, zum Teil auch nachts. Dann liege ich wach und formuliere im Kopf vor mich hin. Ideen fliegen mich durchaus mal an, wenn es um mich herum trubelig ist, grundsätzlich reagiere ich aber eher empfindlich auf äußere Einflüsse und bin dann schnell abgelenkt oder sogar gestresst. Musik hören funktioniert leider nie, denn da singe oder summe ich automatisch und mindestens innerlich immer mit. Wenn ich schreiben will oder im Idealfall im Schreibflow bin, brauche ich absolute Ruhe. Dann wird neben mir der grüne Tee kalt und bin hinterher zwar glücklich, aber etwas verspannt – weil ich die Zeit vergessen, mich stundenlang in der Schreibwelt verloren und nicht von der Stelle gerührt habe.

Stine Oliver, Miep & Moppe mit mir auf der FBM 2019

Liebe Stine, vielen Dank für das Interview und ich hoffe sehr, dass du es irgendwie arrangieren kannst, dass Miep & Moppe vielleicht auch mal zum Interview bei mir vorbeischauen. Zu Band 3 vielleicht? Ich würde mich riesig freuen. 😉