{Rezension} The French Escape – Love & Lavender(Bd. 1 der „Love & Lavender“-Dilogie)

The French Escape
Love & Lavender
(Bd. 1 der „Love & Lavender“-Dilogie)
von Sarah Fleury

Ravensburger Buchverlag
Paperback
New Adult Romance
544 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-473-58700-1
Ersterscheinung: 24.02.2026

Eine Parfümdynastie.
Ein charmanter Erbe.
Und ein längst vergessener Duft.

Inhalt:
Timothée Colinard ist der Erbe einer berühmten französischen Parfümdynastie. Nach einem folgenschweren Misserfolg bei seiner Ausbildung zum Parfümeur versucht er, den Erwartungen seiner Familie zu entkommen, und flüchtet nach Cannes. Dort trifft er während der Filmfestspiele auf Amber Green, einen gefeierten Hollywoodstar, die trotz ihres Erfolgs mit Einsamkeit und den Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Als die beiden sich näherkommen, entsteht zunächst eine Zweckgemeinschaft, die ihnen jeweils Vorteile bringen soll. Doch zwischen glamourösen Veranstaltungen, dem Duft der Côte d’Azur und ungelösten Familiengeheimnissen entwickeln sich Gefühle, die schon bald nicht mehr gespielt sind.

Meinung:
Dieses Buch hat mich vor allem mit seinem Schreibstil begeistert. Sarah Fleury schreibt unglaublich atmosphärisch, bildhaft und fesselnd. Die Beschreibungen der Côte d’Azur, der Lavendelfelder, der luxuriösen Villen und vor allem der Welt der Düfte haben dafür gesorgt, dass ich völlig in die Geschichte eintauchen konnte. Man spürt förmlich die warme Mittelmeerluft und meint manchmal sogar, die beschriebenen Parfums riechen zu können. Besonders gut gefallen hat mir das ungewöhnliche Setting rund um die Parfümerie. Das hebt die Geschichte angenehm von vielen anderen New-Adult-Romanen ab. Timothées Leidenschaft für Düfte verleiht der Handlung eine besondere Note, und auch die Einblicke in die traditionsreiche Familiengeschichte der Colinards fand ich sehr spannend. Timothée und Amber mochte ich als Protagonisten ebenfalls sehr. Beide tragen ihr eigenes Päckchen mit sich herum und wirken trotz ihres glamourösen Lebens erstaunlich nahbar. Timothées Kampf mit den Erwartungen seiner Familie und seinem Wunsch nach Selbstbestimmung war für mich besonders greifbar. Amber konnte mich ebenfalls überzeugen, da hinter ihrer erfolgreichen Hollywood-Fassade viele Unsicherheiten und Verletzungen verborgen liegen. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig, was hervorragend zum Slow-Burn-Charakter der Geschichte passt. Allerdings ist genau dieses langsame Erzähltempo gleichzeitig auch mein größter Kritikpunkt. Obwohl ich die ruhige Entwicklung der Beziehung grundsätzlich mochte, hatte das Buch für meinen Geschmack einige deutliche Längen. Gerade im Mittelteil ziehen sich manche Szenen, ohne dass die Handlung wirklich voranschreitet. Dadurch wirkte die Geschichte stellenweise etwas langatmig. Hinzu kommt, dass viele der aufgebauten Geheimnisse und Konflikte am Ende noch gar nicht aufgelöst werden. Während des Lesens wächst die Spannung rund um die Familiengeschichte, die Parfümdynastie und verschiedene offene Fragen immer weiter an. Umso enttäuschender fand ich es, dass der Roman schließlich mit einem Cliffhanger endet und viele Antworten bewusst zurückhält. Nach den zahlreichen Andeutungen hatte ich mir zumindest etwas mehr Aufklärung im ersten Band gewünscht. Trotzdem konnte mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten. Der wunderschöne Schreibstil, die besondere Atmosphäre und die sympathischen Figuren haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte gerne gelesen habe und nun natürlich wissen möchte, wie es weitergeht.

Fazit:
„The French Escape – Love & Lavender“ von Sarah Fleury ist ein atmosphärischer und gefühlvoller Auftakt, der mit einem grandiosen Schreibstil, einem außergewöhnlichen Parfüm-Setting und einer glaubwürdigen Slow-Burn-Romance punktet. Besonders die Entwicklung von Amber und Timothée sowie das sommerliche Flair der Côte d’Azur machen das Buch zu einem echten Wohlfühlroman. Aufgrund einiger Längen und des recht offenen Cliffhanger-Endes blieb bei mir jedoch ein kleiner Wermutstropfen zurück. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternchen.