{Rezension} Summer Tides
(Bd. 1 der „Seasons by the Sea“-Reihe)

Summer Tides
(Bd. 1 der „Seasons by the Sea“-Reihe)
von Sarah Fulmar

Lübbe
Paperback
Slow Burn Romance
320 Seiten
ISBN: 978-3-757-70223-6
Ersterscheinung: 30.03.2026

Inhalt:
Scarlett hat genug von ihrem bisherigen Leben. Ihre Beziehung zu Eric gibt ihr längst nicht mehr das Gefühl, wirklich gesehen oder geschätzt zu werden, und auch beruflich tritt sie seit Jahren auf der Stelle. Deshalb wagt sie einen mutigen Schritt: In St. Ives in Cornwall möchte sie sich mit einem Strandkiosk einen Neuanfang aufbauen. Doch kaum angekommen, läuft alles anders als geplant und ihre Zukunftspläne geraten ins Wanken. Ausgerechnet in dieser schwierigen Situation begegnet sie Jonah wieder, dem Bruder ihrer ehemaligen Ferienfreundin. Jonah arbeitet als Rettungsschwimmer und trägt selbst einige ungelöste Konflikte mit sich herum. Während Scarlett versucht, ihren Platz im Leben zu finden, und Jonah von einem Leben ohne feste Bindungen träumt, entwickelt sich zwischen ihnen eine immer stärker werdende Anziehung. Doch Scarlett hat noch immer eine Verbindung zu ihrem Leben in London und Jonah kämpft mit seiner Angst, jemanden wirklich an sich heranzulassen.

Meinung:
Dieses Buch hat für mich genau das verkörpert, was ich mir von einer sommerlichen Cozy Romance wünsche. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, selbst in Cornwall zu sein, das Meeresrauschen zu hören und die salzige Luft zu spüren. Die Atmosphäre ist unglaublich gelungen und trägt die Geschichte von Anfang bis Ende. Besonders begeistert hat mich der Schreibstil von Sarah Fulmar. Er ist harmonisch, leicht und gleichzeitig sehr gefühlvoll. Die Seiten fliegen förmlich dahin, ohne dass die Geschichte gehetzt wirkt. Im Gegenteil: Die Autorin nimmt sich bewusst Zeit für ihre Figuren, ihre Gedanken und ihre Entwicklung. Gerade dadurch entfaltet die Slow-Burn-Romance ihre Wirkung besonders gut. Scarlett ist eine Protagonistin, die nicht immer perfekte Entscheidungen trifft. Manchmal wirkte sie auf mich etwas naiv oder impulsiv, doch genau das machte sie auch menschlich. Ihre Unsicherheiten, ihre Zweifel und ihr Wunsch nach einem echten Neuanfang waren für mich sehr nachvollziehbar. Besonders schön fand ich ihre persönliche Entwicklung. Sie lernt im Laufe der Geschichte, für sich selbst einzustehen und ihren eigenen Wert zu erkennen, was für mich fast noch wichtiger war als die eigentliche Liebesgeschichte. Jonah habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Hinter seiner ruhigen und oft zurückhaltenden Art verbirgt sich ein Mann, der mit seiner Vergangenheit hadert und sich selbst immer wieder im Weg steht. Seine innere Zerrissenheit wirkte glaubwürdig und verlieh seiner Figur zusätzliche Tiefe. Die Dynamik zwischen ihm und Scarlett hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Gefühle entwickeln sich langsam, ohne künstlich hinausgezögert zu wirken, und jede Begegnung zwischen den beiden hatte dieses angenehme Knistern, das eine gute Slow Burn Romance ausmacht. Ein weiteres Highlight waren für mich die Nebenfiguren. Die Bewohner von St. Ives, Jonahs Familie, Emily und die vielen kleinen zwischenmenschlichen Momente sorgen für ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl. Genau diese Herzlichkeit macht die Geschichte so gemütlich und warm. Man hat das Gefühl, Teil einer kleinen Küstengemeinschaft zu werden, in der man willkommen ist. Die Handlung selbst überrascht zwar nicht ständig mit unerwarteten Wendungen und folgt teilweise bekannten Romance-Mustern, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Der Fokus liegt hier vielmehr auf Atmosphäre, Emotionen und persönlicher Entwicklung. Wer eine tiefgründige, dramatische Handlung sucht, wird vielleicht etwas vermissen. Wer jedoch Lust auf eine gefühlvolle Sommergeschichte mit Wohlfühlcharakter hat, wird hier definitiv fündig.

Fazit:
Mit Summer Tides“ gelingt Sarah Fulmar ein wunderschöner Auftakt ihrer „Seasons by the Sea“-Reihe. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihren grandiosen, harmonischen Schreibstil, das traumhafte Cornwall-Setting und die sympathischen Figuren. Kleine Schwächen bei der Tiefe der Handlung ändern nichts daran, dass dieser Roman wunderbar unterhält und Lust auf die Folgebände macht. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternchen.