{Rezension} Promille+Beats

Promille+Beats
aus der Plus-Reihe
von Dirk Petrick

BVK Buch Verlag Kempen
Taschenbuch
Jugendbuch
96 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-86740-958-2
Ersterscheinung: 19.02.2019

Inhalt:
Der sechzehnjährige Ben flüchtet sich in seine eigene Welt, denn die Musik ist sein einziger Trost. Der Vater ist alkoholabhängig und die Mutter schaut hilflos zu – eine Familie, für die sich Ben schämt. Als er eines Tages Liz auf einer Party kennenlernt, kommt das Thema Alkoholsucht zur Sprache. Wird Ben Liz die Wahrheit über das Leben mit einem alkoholkranken Vater erzählen können?

Meinung:
Da ich eine Schnell- und Vielleserin bin, entsprechen diese Art von Büchern eigentlich nicht meinem eigentlichen Beuteschema. Aber ich bin in der Tat ein ganz großer Fan von leicht lesbaren Büchern. Nicht jeder findet so früh die Liebe und Leidenschaft zum Lesen wie ich – bevor man also gar nichts liest, dann bitte zumindest solch eine Lektüre. Ich kenne viele Kinder und Jugendliche, die außer der Schullektüre noch nie ein Buch freiwillig in die Hand genommen haben. Das ist so schade. Lesen erweitert nicht nur den Horizont. Mit Büchern kann man nämlich so viel erleben. Spannende Abenteuer werden Wirklichkeit, wir tauchen ein in fantastische Welten, wir erleben die große Liebe oder auch mal den weltgrößten Trennungsschmerz. Manchmal sind es aber einfach nur reale, alltägliche Probleme, mit denen Kinder und Jugendliche zu kämpfen haben. So wie der sechzehnjährige Ben, der unter der Alkoholsucht seines Vaters leidet. Ich selbst konnte mit dem Thema Alkohol und Abhängigkeit nicht sonderlich viel anfangen, aber aufgrund des einfachen Schreibstils kann man sich sehr gut in Ben hineinversetzen und mitfühlen und verstehen, was ihn bedrückt und beschäftigt. Die Jugendsprache fand ich recht schlecht gewählt und etwas arg übertrieben und aufgesetzt. Mag sein, dass es Jugendliche gibt, die so reden, aber noch sind mir keine Jungs begegnet, die sich mit 16 Jahren auf irgendwelchen Partys bis zum Erbrechen volllaufen lassen und dann denken, sie wären cool, wenn sie den Mädchen sexistische Sprüche zurufen. Ja, ich weiß, das gibt’s – aber ich persönlich habe das Glück, in einem etwas gesitteteren Umfeld aufzuwachsen und mich entwickeln zu können. Würde ich das Buch also nur aus meiner Sicht bewerten, würde das Urteil recht schlecht ausfallen. Ich bewerte aber Bücher gerne objektiv und betrachte deshalb auch Punkte, die nicht nur mich persönlich interessieren. Die Story fand ich eigentlich ganz gut, jedoch erschien mir die Umsetzung nicht gar so gut gelungen. Die feine Ausarbeitung fehlt, was natürlich auf 78 Seiten nicht möglich ist. Die kurzen Sätze und Kapitel waren tatsächlich sehr kurz – kürzer geht es nicht, denn für einen vollständigen Satz benötigt man zumindest ein Nomen und ein Verb. Was ich aber wahnsinnig gut, ja fast grandios finde, ist der Anhang mit pädagogischen Anregungen. Diese zusätzlichen Infos und die zahlreichen Unterrichtsideen sind für mich der eigentliche Schatz dieser Lektüre. Empfohlen wird das Buch für die Klassen 7 bis 10. Dieses Jugendbuch in der 7. Klasse zu lesen, finde ich allerdings etwas verfrüht, da es auch Themen beinhaltet, die Siebtklässler vielleicht noch nicht bis ins Detail erörtern sollten – ich sage nur Saufgelage und Sexorgien. Aber für Jugendliche ab 14 Jahren, die etwas leseungeübt sind, könnten Themen wie Alkoholsucht, Rap und die erste Liebe tatsächlich interessant und spannend sein.

Fazit:
Bücher aus der „Plus-Reihe“ des BVK Buch Verlag Kempen punkten mit starken Themen und spannenden Inhalten. Kurze Sätze und ein einfacher Schreibstil erleichtern Jugendlichen ab 14 Jahren das Lesen. Mit „Promille+Beats“ hat Dirk Petrick ein Buch geschrieben, das mit aktuellen Themen ziemlich nah dran an den alltäglichen Problemen von Jugendlichen ist. Von mir gibt es 4 von 5 Sternchen.

Herzlichen Dank an den BVK Buch Verlag Kempen für dieses Rezensionsexemplar.

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